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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie Menschen sich ändern können...



Scout
19.03.2004, 22:35
Will mir einfach was von der Seele reden:
Früher war ich der Meinung, dass die Leute, die studieren bis sie über 30 sind, einfach Idioten sind und keinen Bock zum Arbeiten haben.
Auch war ich der Meinung, dass man heutzutage einfach nicht mehr das machen kann, was man unbedingt möchte (auf Grund der Arbeitsplatzlage) und da habe ich mich schon manchmal aufgeregt, wenn mir da einer erzählt hat, das er dies oder jenes auf jeden Fall machen will. Koste es was es wolle...
Doch seit ich meinen Zivi beim DRK mache, bin ich zu einem solchen Menschen geworden.
Ich will Medizn studieren! Aber da ich über die Wartesemester gehen muss, dauert das bei mir halt mind. noch drei Jahre und das zehrt ganz schön am Selbstwertgefühl.
Vor allem kotzt es mich an, dass ich nun genau das geworden bin, was ich früher, ohne Witz, "verachtet" habe. Das ist schon ganz schön krass.
Rege mich sogar manchmal über mich selber auf und frage mich dann, warum ich dann diesen Weg eigentlich gehe.
Und dann sage ich mir immer wieder: "Weil ich Medizin studieren will..."

So, "habe fertig"

shanti
20.03.2004, 00:40
Das wovon Du sprichst, kenne ich auch selbst...
Freu Dich doch lieber darüber, dass Du Dir nun ganz sicher bist, was das Richtige für Dich ist - und lass das mit den Wartesemestern nicht allzusehr am Selbstwertgefühl nagen!
Die Wartezeit kannst Du ja sinnvoll überbrücken.
Und ich kann nur sagen - es ist schön, wenn man dann endlich anfangen kann mit dem Wunschstudium!
Alles Gute für Dich noch.

Lava
20.03.2004, 09:20
Was macht es denn für einen Sinn, später einen Beruf zu haben, in dem man nicht wirklich glücklich ist? Sicher geht es sehr vielen so und die leben halt auch irgendwie. aber man muss es ja selbst nicht genauso machen, oder? Versuchen, seinen Traumberuf zu ergattern, sollte man allemal... und Medizin ist da nun mal was, was zu allererst einiges an Verzicht fordert. Selbst, wenn man sofort einen Studienplatz bekommt. Schließlich studiert man recht lange, nur um dann hinterher trotzdem ganz am anfang zu stehen. Wenn du anfängst, wirklich Geld zu verdienen, haben deine Schulkameraden vielleicht schon ein Haus, ne Familie und zwei Autos (überspitzt formuliert). Aber was tut man nicht alles, um zufrieden zu sein. :-)

ClooneyGeorge
20.03.2004, 09:31
Tja, was soll man da sagen ?
Ist halt eine völlig andere Perspektive nun auf "der anderen Seite" zu stehen nicht wahr ?
Es ist immer leicht, und wohl auch typisch menschlich, über Dinge zu urteilen und ins lächerliche zu ziehen bis man mal selber in einer nicht absolut konformen Position ist, und von dort sieht die Welt nunmal anders aus.
Solche Erfahrungen sind meiner Meinung nach mit die Elementarsten der Persönlichkeitsentwicklung, die jeder mal machen sollte, es ermahnt einen einfach vieles im Leben differenzierter zu betrachten.

Leelaacoo
20.03.2004, 11:18
Recht hast du Clooney...siehe die andere Disskussion im Speakers Corner. Der Mensch glaubt so lange an seine seltsamen Ideale, bis es ihn selbst erwischt...manche kommen allerdings davon und bleiben bis an ihr Lebensende unwissend...

An den Verfasser: Ich wünsche dir viel Glück und viel Geduld...wenn es das ist, was du möchtest, dann lohnt sich das Warten! Und 3 Jahre sind schließlich nichts, wenn man die ganze Lebensarbeitszeit miteinbezieht...an die wirst du dich später kaum noch erinnenrn und vielleicht froh sein, daß du soviel Geduld aufgebracht hast.
LG Lee