Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MedizinStudium trotz HIV?
Leelaacoo
21.03.2004, 08:59
Also, ist es nicht so, daß der Betriebsarzt zwar den Test machen kann, aber das Ergebnis nicht dem Arbeitgeber mitteilen darf? Der hat ja auch Schweigepflicht. Ich meine mich zu erinnern, daß er nur "geeignet" oder "ungeeignet" einstufen darf (was er dann schreibt, weiß ich nicht....). Zumindes darf aufgrund einer Krankheit niemand gekündigt werden...er darf höchstens nimmer in den OP oder invasive Dinge tun.
Ich denke auch, das Ansteckungsrisiko ist auch relativ gering...ich könnt mich auch nicht erinnern, einen Patienten jemals mit meinem Blut in Berührung gebracht zu haben (andersrum allerdings...oi oi). Im OP natürlich wär das schon a bisserl gefährlich, aber z.B. auf der Inneren oder in der Psychiatrie...da dürfte das nebensächlich sein (natürlich bei nicht invasiven Dingen).
Habe auch mal von einem gehört, der erst in der Einstellungsuntersuchung erfahren hat, daß er HCV hatte...die haben ihn trotzdem eingestellt...man kann ja nach 6 Jahren Studium auch nicht sagen, so, jetzt mach halt was anderes.
LG Lee
also, schon eine lange diskussion, aber mein standpunkt ist glaube ich noch nicht genügend dargelegt.
als infektionskranker hat man eine generelle verantwortung anderen gegenüber, das überträgerrisiko so gering wie möglich zu halten. bei einer zumeist letal verlaufenden krankheit wie hiv halte ich eine "arbeit mit viel direktem körperlichen kontakt" für extrem problematisch. das argument, man könne in die forschung gehen, zieht nicht - an der klinik kommt man im studium nicht vorbei. es kann halt nicht jeder alles machen - bei jedem respekt vor hiv kranken.
Also ich mußte letztens beim Beginn einer Famulatur unterschreiben, daß mir nicht bekannt ist, irgendwelche ansteckenden Krankheiten (namentlich genannt wurden u.a. die Hepatitiden und HIV) in mir zu tragen.
Hier eine Falschaussage zu machen ist sicher in irgendeiner unschönen Art strafbar....
Und man muß da auch ganz klar an die Patienten denken - auch wenn der Fall, daß der Arzt mit dem Blut des Patienten in Berührung kommt deutlich häufiger ist.
Gab es nicht irgendwo mal einen Chirurgen mit HepC, der im Laufe seines Berufslebens über 20 Patienten angesteckt hat?
So selten scheint's dann ja doch ncht zu sein.
Original geschrieben von Rico
Also ich mußte letztens beim Beginn einer Famulatur unterschreiben, daß mir nicht bekannt ist, irgendwelche ansteckenden Krankheiten (namentlich genannt wurden u.a. die Hepatitiden und HIV) in mir zu tragen.
das muss aber nicht heissen, dass du, wenn du positiv wärst und hier also "ja" angekreuzt hättest, die famulatur nicht hättest machen können. das kann sein, muss aber nicht. ebenso gibt es auch ungesetzliche fragen, die du verneinen darfst.
also, was ich sagen will, ist: erkundigt euch bei leuten, die ahnung haben, die euch den gesetzestext nennen können und lest selber nach. alles andere ist und bleibt spekulation.
micca
condorito
25.03.2004, 18:03
Original geschrieben von alctr
also, schon eine lange diskussion, aber mein standpunkt ist glaube ich noch nicht genügend dargelegt.
als infektionskranker hat man eine generelle verantwortung anderen gegenüber, das überträgerrisiko so gering wie möglich zu halten. bei einer zumeist letal verlaufenden krankheit wie hiv halte ich eine "arbeit mit viel direktem körperlichen kontakt" für extrem problematisch. das argument, man könne in die forschung gehen, zieht nicht - an der klinik kommt man im studium nicht vorbei. es kann halt nicht jeder alles machen - bei jedem respekt vor hiv kranken.
Völliger d`accord.
Bei meiner Personalärztlichen Untersuchung (Beginn der Krankenpflegeausbildung) wurde ich gefragt, ob ich einen HIV Test machen lassen wolle. Ich wollte nicht, hatte einen kurze Zeit zuvor gemacht und falls es sich geändert haben sollte, wollte ich nicht, dass die das zuerst erfahren. SIch zu weigern warkein Problem, ich wurde nicht einmal schief angeschaut. Klar muss man bekannte Krankheiten angeben, aber zumindest wenn man sich nicht sicher ist, ist es kein Problem ohne zu lügen.
Von mir wurde bisher nie ein HIV Test gemacht (zumindest hat mich nie jemand gefragt) und ich mußte auch nie angeben, dass ich HIV negativ wäre. :-nix
Also durchs Studium kommt man auf jeden Fall schon mal ohne Test und/oder Angabe. ;-)
Ich sehe keinen Grund warum ein HIV positiver nicht Medizin studieren sollte. Man sollte sich aber an offizieller Stelle über die rechtlichen Bedingungen genau informieren. :-meinung
Ob man dann in der PAtientenversorgung oder woanders landet, kann man dann ja sehen. :-nix
Rennschildkröte
10.09.2006, 15:25
Von mir wurde bisher nie ein HIV Test gemacht (zumindest hat mich nie jemand gefragt) und ich mußte auch nie angeben, dass ich HIV negativ wäre. :-nix
Also durchs Studium kommt man auf jeden Fall schon mal ohne Test und/oder Angabe. ;-)
Musste fürs Krankenpflegepraktikum und für 2 Famulaturen Nachweise meiner HAV-, HBV, HCV- und HIV-Titer bzw. AK vorlegen.
Musste fürs Krankenpflegepraktikum und für 2 Famulaturen Nachweise meiner HAV-, HBV, HCV- und HIV-Titer bzw. AK vorlegen.
So unterschiedlich kanns laufen ;-) Bei mir wurde nur bei der PJ Untersuchung der HCV-Status und HBV Titer bestimmt.
Wir haben im Rahmen des Mibi/Viro-Praktikum uns gegenseitig Blut abgenommen und die Uni hat dann die Hepatitis B-Serologie gemacht und FREIWILLIG konnte man dann auch den HIV-Test mitmachen lassen (habe ich auch gemacht), wurde aber keiner gezwungen... In den Famulaturen in Deutschland wurde ich noch in keiner Klinik/bei keinem Arzt nach meinen Titern, weder HepB noch HIV, gefragt. Auf der Isle of Man haben sie mir gleich am 2.TagB lut abnommen und den HepB-Titer bestimmt, weil ich meine Testergebnisse von der Uni nicht dabei hatte, sondern nur meinen Impfpass und sie sicher sein wollten, dass ich kein Impfversager bin. Das läuft wirklich total unterschiedlich...
LG,
Ally
hypnotel
10.09.2006, 16:37
Bei mir wurde lediglich zum Zivildienst überhaupt ein serologischer Status erhoben. Für Famulaturen und sogar PJ waren Impfpass / Mündliche Angaben offenbar ausreichend.
HIV-Status wurde (aus Kostengründen?) in meinen Fällen nur auf Nachfrage erstellt, den letzten hatte ich im KliChe-Kurs. :-music
Scheint ja beinah willkürlich in den Personalabteilungen geregelt zu sein...
Also in Aachen wurde alle 2-3 Jahre ein Anti-HBV Titer abgenommen.
Aber hier hat ja auch ein (ex) Chefarzt mit Hepatitis angesteckt...
my_precious
14.09.2006, 17:24
ich habe keine ahnung, ob das rechtlich zugelassen ist.
von der moralicshen seite her sehe ich aber große einwände. falls man als arzt je mal einen patienten ansteckt, wäre das doch wirklich schlimm, egal mit was für einer krankheit.
wenn es dann noch eine so schlimme infektion wie hepaptits c oder hiv ist, finde ich das unverantwortlich.
:-meinung
man könnte ja auch kommilitonen beim präp kurs infizieren... :-((
man könnte ja auch kommilitonen beim präp kurs infizieren... :-((
Man könnte auch in der Straßenbahn bei einem Terroranschlag andere Mitfahrer anstecken. Soll man deswegen zuhause bleiben und sich eingraben??
Judith87
14.09.2006, 18:08
natürlich könnte das auch passieren, aber der Vergleich ist ein bischen weit hergeholt. Natürlich ist es eine persönliche Entscheidung, ob man bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen, aber ich könnte es nicht.
natürlich könnte das auch passieren, aber der Vergleich ist ein bischen weit hergeholt. Natürlich ist es eine persönliche Entscheidung, ob man bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen, aber ich könnte es nicht.
Ich meinte auch den Vergleich mit dem Präpkurs. Wieso beim präpkurs mehr als irgendwo sonst im leben? Mit messern hat man öfter zu tun.
Yersinia I.
18.09.2006, 21:58
Also ich kannte einen Arzt, der sich bei der Bundeswehr mit dem HBV angesteckt hat; er wurde aus der Armee genommen und ging in eine Infektiologie.
Ich wurde bei meinen jetzt insgesamt 8 Einstellungs- oder Zwischenuntersuchungen immer gefragt, ob ich einen HIV-Test möchte ("empfehlen wir nur, wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören").
1. Wenn jemand gut auf einen Triple anspricht, ist die Viruslast nahe Null bzw. unter der Nachweisgrenze. Diese Menschen stecken weder beim Sex noch parenteral jemanden an, weil sie keine Viren ausscheiden und keine Virämie vorliegt. Das Virus persistiert in Makrophagen allerdings, deshalb hätte eine Transplantation eine Ansteckung zur Folge.
2. Es gibt wirklich viele Nischenfächer, bei denen man niemanden anstecken kann. Z. B. Radiologie, Pathologie, Psychofächer. Innere ist auch geeignet.
3. Ich würde auf alle Fälle mit offenen Karten spielen.
condorito
21.09.2006, 09:26
...
2. Es gibt wirklich viele Nischenfächer, bei denen man niemanden anstecken kann. Z. B. Radiologie, Pathologie, Psychofächer. Innere ist auch geeignet.
3. Ich würde auf alle Fälle mit offenen Karten spielen...
Zu 2.: Bei der Radiologie weiss ich es nicht,da auch dort ja durchaus invasive Eingriffe vorgenommen werden ( Angio z.B. ). Wie es in Strahlentherapie oder Nuklearmedizin aussieht,weiss ich nicht,vielleicht kann sich jemand dazu äussern?
zu 3.: Leichter gesagt als getan. Ich denke,dass die Angst vor Stigmatisierung doch ihren Teil dazu tut, lieber den Mund zu halten.
Es gab mal irgendwo eine Veröffentlichung zum Thema " Chronisch infizierte Mitarbeiter im Gesundheitswesen", vielleicht find ich die noch irgendwo.
Grüsse
Gegen ein Medizinstudium finde ich spricht nichts. Ich denke aber, unabhängig von Tests und so weiter, sollte er es nicht geheim halten. Denn hier fängt seine Verantwortung als werdender Arzt schon an.
Aber er sollte sich dennoch nicht entmutigen lassen. Mit einem Medizinstudium kann man vieles anfangen!
Yersinia I.
21.09.2006, 21:16
@condorito: Pathologe und grade deshalb sexy, oder...? :-D
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.