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Rafael
02.05.2004, 19:45
Hallo zusammen,

habt Ihr gute Lerntechniken bzgl. des rausfilterns von Informationen? Ich mach regelmäßig den Fehler zu denken, daß einfach alles irgendwie wichtig ist (sonst würd´s ja nicht im Buch stehen) und mir deshalb den Kram gar nicht merken kann, weil´s zu viel und komplex ist.
Ich versuch ja gerade die Kurzlehrbuchvariante nach dem Motto: kurz und knapp und hoffentlich verständlich aufbereitet - weil ich mir halt nix merken kann, wenn ich´s nicht verstanden habe - auswendig lernen war noch nie meins.

Wie sind denn Eurer Strategien? Und wie merkt Ihr Euch was?

Rafael

Lava
02.05.2004, 20:06
Sehr schwierig! Ich lern auch immer lieber mehr als weniger. Habs nur einmal umgedreht gemacht und bekam die Quittung im mündlichen Physikum. ;-)
Aber ich würd mich halt an dem orientieren, was in der VL und im Kurs dran kam und wie ausführlich etwas dort besprochen wurde. :-)

Brot
02.05.2004, 20:07
versuchen nen Praxisbezug herzustellen...gerad im Präpkurs kann man ein wenig glänzen, wenn man was über die Clavicula erzählt erzählt und nen Rucksackverband im Falle einer Fraktur erwähnt

Eselsbrücken!!!
müssen bei mir nicht imma nen Sinn haben :
zB PFO = M pectineus (P) innerviert vom N femoralis (F) und N obturatorius (O) ...weiß auch nich warum ich mir son Schrott merken kann, aba es klappt

Physiologische Sachverhalte kann man zB "verniedlichen"

zB cAMP-Kaskade

ein Hormon (zB NA) kommt zum (Beta)Rezeptor und klingelt
WAAAAAAAAAAS willst du hier??
-rein
Passierschein vorhanden?
-nee
Moment!! ich sach dem G-Protein Bescheid!
G! KUNDSCHAFT!
--Passierschein vorhanden?
Nee!
--Adenylatcyclase! ich brauch dich! komma her!

...usw

kann man bei fast jedem Regelkreis anwenden :-))

immer diese unfreundlichen Zellmembranen :-D

Sidewinder
02.05.2004, 20:11
Ja, das ist halt immer so das Problem, dass man meistens erst im Nachhinein weiß, was wirklich wichtig ist...ist mach es halt immer so, dass ich versuche im Kurzlehrbuch halt wirklich alles aufzuarbeiten, weil ich denke, das Wichtigste steht da schon drin und man hat einfach ein gutes Basisgerüst und bei Bedarf les ich halt dann noch das ein oder andere in einem ausführlichen Lehrbuch nach, denn wenn man mal durchgestiegen ist, kommt einem das auch nicht mehr als so viel vor!
Ansonsten versuch ich mich halt noch an Vorlesungen, Praktikumsanleitungen und evtl. der Schwarzen Reihen etc. zu orientieren...aber ich sag halt auch immer: lieber zuviel als zu wenig!

Sidewinder
02.05.2004, 20:13
@Brot
Ist ja witzig, du solltest die ganzen Geschichten, die du dir da zusammenreimst am besten aufschreiben und irgendwo als Buch verlegen lassen...ich würd das sofort kaufen, weil ich mich da bestimmt kringelig lachen könnte und du würdest alleine durch's Lernen noch was dazuverdienen!
:-D

Brot
02.05.2004, 20:17
Original geschrieben von Sidewinder
@Brot
Ist ja witzig, du solltest die ganzen Geschichten, die du dir da zusammenreimst am besten aufschreiben und irgendwo als Buch verlegen lassen...ich würd das sofort kaufen, weil ich mich da bestimmt kringelig lachen könnte und du würdest alleine durch's Lernen noch was dazuverdienen!
:-D

keine schlechte Idee :-))

ich kann ja mal anfangen zu sammeln

*aufschreib*

ach ja...will mich jemand sponsorn?

Sani
02.05.2004, 20:18
da könnten viele bis alle RD'ler auch lustige Geschichten schreiben... das Buch wäre bestimmt auch der Brüller...

wenn das Buch vom Bohlen schon weggeht wie warme Semmeln ;-)

Lava
02.05.2004, 20:29
Mal im Ernst, Hein! Das ist eine wirklich gute Idee! Gibt ganz bestimmt Studenten, die das liebend gerne hätten... also verfass doch mal ein paar und schicks an die Verlage! ;-)

Rafael
02.05.2004, 21:32
Ja, die Kurzlehrbuchtaktik find ich ja auch irgendwie am besten. Nur beim "lieber zuviel, als zu wenig" artet es dann bisweilen aus. Prinzipiell ist das ja auch mein Ansatz, aber wie gesagt, da wird´s halt immer abartig. Muß ich das wissen - ja, weil steht ja drin. Nach dem Motto: die Tendenz geht zum Crashkurs und auf dem kann man dann, wenn man gerne mag, die entsprechende Bibel aufschlagen.

Und wie steht´s so grundsätzlich mit Zeug, wo man einfach nur noch denkt: HÄÄÄÄ? Wie jetzt?

Gruß
Rafael

Rübe
02.05.2004, 21:51
@Brot: MEHR!!!! Die sind klasse!!! :-top :-top :-top

Sidewinder
02.05.2004, 22:37
@Rafael:
Also wenn du wirklich irgendwo drüberfällst, wo du echt kein Bißchen druchblickst, dann kannst du entweder versuchen, es stur reinzupauken oder du lässt es halt weg...weil wenn du dich irgendwo festbeißt und tagelang an einem einzigen Sachverhalt rumdokterst und darüber hinaus alles andere, was sonst noch so zu lernen ist, auf der Strecke bleibt, dann hat das doch recht wenig Sinn. Klar kann man nicht immer alles weglassen, was mal etwas kompliziert ist, aber wenn du echt kein Stück mehr vorwärts kommst, dann hat es auch keinen Sinn sich reinzusteigern.
In den Kurzlehrbüchern hab ich dann auch nochmal die Angewohnheit immer etwas zu "markern" dabei les ich mir eben den Stoff beim Markern gleichmal durch und markieren Schlagworte, die es mir später, beim Wiederholen, erleichtern, einen roten Faden zu finden, dann muss ich nicht nochmal alles lesen.
Ich kenne auch Leute, die schreiben sich alles raus, aber das würde mir persönlich zu lange dauern...

Rafael
02.05.2004, 22:45
@Sidewinder
Das stur reinpauken funktioniert eh nicht. Oft ist Lösung ein anderes (bzw. DAS) Buch zu finden, welches den Kram für mein Gehirn besser erklärt. Markern ist nicht schlecht. Aufschreiben bringt mir auch nix. Ich bin halt recht gut mir Sachen visuell zu merken - ich speichere ziemlich oft, wie eine Seite aussieht und kann mich dann daran erinnern, wo Grafiken waren und Merkkästen - darüber komme ich auch wieder an Inhalte.
Das hat dann weniger was mit Verständnis zu tun, funktioniert hier und da aber auch prima.
Welche Kurzlehrbücher sind denn Deine Favourites?

Gruß
Rafael

Gersig
02.05.2004, 23:19
Hi!

Ein Buch mit solchen Eselsbrücken gibt es. Es heißt "Markante Merkhilfen für Mediziner", ist zweibändig (Vorklinik und Klinik) und ich finde es geil :)

Sidewinder
02.05.2004, 23:31
Eselsbrücken sind wirklich nicht schlecht, wurde ja auch weiter oben schon erwähnt...nur kann man sich halt nicht alles in Eselsbrücken merken! ;-)
Also an Kurzlehrbüchern sind z.B. in Biochemie "Biochemie des Menschen" und in Physio der "Hick" nicht schlecht...ich bin bisher immer super mit denen gefahren und hab halt das ein oder andere noch mit einem großen Lehrbuch ergänzt...
Das Problem ist halt, dass man an manchen Stellen um's sture Pauken einfach nicht rumkommt...Anatomie ist da das offensichtlichste Beispiel, aber auch in Biochemie, wenn man sich z.B. mal die Gerinnungskaskade anschaut...da muss man halt durch...
Du scheinst aber ja eher der visuelle Lerntyp zu sein, also ist die Frage, ob du in so einem "grün-grauen" Kurzlehrbuch richtig aufgehoben bist...vielleicht hilft's dir ja, wenn du dir mit einem Kurzlehrbuch das Grundgerüst zusammenbaust und dann noch zusätzlich Grafiken und Tabellen aus einem anderen Buch mit einbeziehst?
In einem Kurzlehrbuch ist es halt schon so, dass mitunter jedes Wort wichtig sein kann, aber übertreiben darf man's natürlich auch nicht!
Manchmal hilft es auch, wenn man sich für ein Thema erstmal die großen Schlagworte markiert, also z.B. "Aktionpotential am Herzen", dann schaut man sich an, wie es aussieht, dann wie die einzelnen "Striche" zustandekommen, dabei gliedert man das Thema automatisch, ohne jedes Wort mitzulernen....oder auch in Biochemie...du kannst nicht alle Zytokinsignalkaskaden auswendig kennen, die es gibt, da wirst du verrückt...also sucht man sich halt ein paar raus, die wichtig sind, weil sie immer wieder drankommen, z.B. IP3, cAMP, RAS....

Sind halt alles so Ideen, wie man es anstellen könnte, ganz um's sture Pauken wird man nie rumkommen....
:-)

undertow
03.05.2004, 00:43
für mich ist wichtig einen emotionalen bezug herzustellen. blöde namen von pharma-wirkstoffen, die dich so richtig aufregen, im plenum dem prof ne richtige antwort geben obwohl man net sicher war, so zeug vergisst man in der regel seltener.
ausserdem möcht ich mit meinen infos etwas anfangen können. in der vorklinik einen klinischen bezug herstellen zum beispiel.
ausserdem ist das austauschen mit kollegen essentiell. wenn du was wiedergeben, erklären kannst, dann hast es auch verstanden. also gegenseitiges abfragen. ausserdem den stoff auf verschiedenen ebenen erarbeiten. gehört bekommen (vorlesung), lesen, reproduzieren, anhand von fragen in den geist zurückrufen.
das wären so die tipps von einem, der sich nix einfach so merken kann, sich manchmal heillos in der stoffmenge verstrickt und trotzdem noch studiert. also genau das richtige für dich rafael ; )

in diesem sinne

Kackbratze
03.05.2004, 08:08
Ich muss das Ganze einmal gehört haben, deswegen geh ich zur Vorlesung.
Wenn mir das einer mal vorgekaut hat, lern ich das viel leichter...

MTV-Generation würde ich sagen, ohne Fernsehen geht nix :-))

Rafael
03.05.2004, 08:46
@undertow
Das klingt ja so, als hättest Du original die gleichen Probleme, wie ich :-)
Die Sache mit dem emotionalen Bezug ist auch prima! Da fällt´s mir aber bisweilen schon schwer einen solchen herzuzaubern. Ok, Phantasie ist da gefragt - irgendwie reichts dazu aber dann oft nicht in der ganzen Trockenmasse. Der klinische Bezug ist gut. Ich lob mir ja immer gleich das Fallbeispiel.
Und wie steht´s bei Dir mit Massenlernorgien a la Muskel Ursprung/Ansatz etc?

Grüße nach ZRH

undertow
03.05.2004, 21:03
@rafael

ja, ich hab enorm probleme etwas auf kommande in die birne zu kriegen.
noch nen kleinen tipp zum visuellen lernen: mach dir doch sowas wie mind-maps mit einigen wichtigen zusammenhängen (regelkreise oder so)
also für die ganzen muskeln gibt's nur eins. sich den verlauf zusammen mit der funktion am skelett erarbeiten. dann hast den praktischen bezug auch gleich dabei. und plötzlich machen die kleinen unterschiede sinn. hab das so einigermassen zusammengekriegt, aber wie mein chirurgiekurs zeigt leider schon wieder vergessen, naja

in diesem sinne

NoUse4@Name
03.05.2004, 21:20
*seuftz*
Mensch "Brot" das ist wirklich genial.. wärst Du doch nur in meinem Semester in meiner uni*G*
So ein Buch wär bestimmt der Kracher.. so wie "Biochemie des Menschen".. die sind jetzt nach dem Erfolg bestimmt auch ganz schön entspannt*g*

Aber Sachverhalte die ich mit irgendwas in Verbindung bringen kann kann ich mir auch am allerbesten merken.. oder total unwichtige hochbescheuerte Dinge die wirklich kein Mensch fragt.. die merk ich mir schon aus Prinzip.. (*grummel*)

Bin auch so ein Vorlesungstyp.. leider auch ein langschläfertyp.. das korreliert leider mit den Vorlesungszeiten morgens um 8.00-10.00 *gäääähn*

Naja.. wird schon weitergehen.. Hang loose;-)

Brot
03.05.2004, 21:38
Original geschrieben von NoUse4@Name
*seuftz*
Mensch "Brot" das ist wirklich genial.. wärst Du doch nur in meinem Semester in meiner uni*G*


was nich is, kann ja noch werden :-))

aber son Buch wär echt ne Überlegung wert, hab ja im Moment genug Freiheiten mich auszutoben bei dem Lernpensum :-?