Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bewusstlosigkeit
SaschaMei
29.05.2004, 03:07
Original geschrieben von Bille11
BITTE.. wie kübelt man und hatn rüssel im hals? is das ned furcthbar schlimm? und muss man nicht für kübeln reflexe zeigen?=wach sein?
Neee, gut DASS er den Tubus hat. Nur damit ist er vor Aspiration BEIM erbrechen ziemlich sicher geschützt. Sonst wär die ganze Suppe (und der Rest des Menüs) teilweise garantiert in die Lungen gelaufen :-((
Deshalb sollen Bewußtlose eigentlich großzügig intubiert werden.
Nur, was DIESER Patient jetzt hat, dazu hab ich nu so gar keine Idee... In die Augen zu gucken, bzw. mögichst bald nen CCT anzufertigen halte ich für den nächsten sinnvollen Schritt. Und warten aufs Labor ...
Mmmh, sacht mal, lest Ihr die Beiträge eigentlich nicht ?!?
BZ hatte ich schon geschrieben & auch RR & ebenso, daß der Neurostatus "blank" war; GCS bekam er eine 3, das hatte ich nicht geschrieben. Fieber hatte er keins & genausowenig Marcumar (laut der Ehefrau)
Bewusstlosen eine Narkose machen würde ich aber definitiv bleiben lassen, denn wenn Du dem massenweise Narkosemittel verpasst wacht er am
Ende aus seiner Bewusstlosigkeit auf & keiner merkt's da er 'ne Narkose hat !!! MACH SOWAS ALSO NIE !!! Überwachung & dann Handeln nach Bedarf ist hier angesagt !
& Ohne den tubus hätte der dieses Erbrechen wohl nicht überlebt, bei den Mengen, die da kamen, wäre die Lunge wohl vollgelaufen.
Magensonde ist ein hervorragenderr Vorschlag - wir sind allerdings einen Schritt weiter gegangen & haben ihm den Magen gespült.
ehemalige Userin 24092013
29.05.2004, 11:06
Sind die 60 min nicht langsam mal rum?
Wie ist der Ethanol- und Medispiegel?
Gruss Kaddel
ehemalige Userin 24092013
29.05.2004, 12:04
Original geschrieben von Älgen
Eine der Ambulanzschwestern rollte dann auch gleich etwas entnervt die Augen & meinte "ach nein, ER - der ist hier Stammkunde, allerdings meist bei den Chirurgen".
Das ist nochmal interessant - auch wenn man grad net an die Akte kommt.
Was hat die Schwester denn dazu zu sagen?
Warum Stammkunde und warum chirurgisch?
laß mich raten :
SHT......
Mmmh, sacht mal, lest Ihr die Beiträge eigentlich nicht ?!?
Sorry Älgen - überlesen :-)
Stammkunde, Medis, hmmmm ok nach `ner ICB sieht es dann nicht aus.....
Polytoxikomane??
DD würde ich noch (sorry denke eben neurologisch) an `nen Anfall denken bei "nicht ansprechbar und komisch atmen"....
Zungenbiss? Eingenässt?
Wird er vielleicht langsam "wacher"?
Wenn nichts rauszubekommen ist evt doch mal CT und EEG.....
@ Kaddel: 60 min rum ?!? Äh, es geht mich zwar nix an, aber wie langsam seit Ihr denn da in Luzern ?!? Seit der Ankunft des Patienten in der NA sind keine 15 Minuten vergangen; dann bekam er einen Tubus in den Hals & eine Braunüle in die Externa & eine Arterie in die Radialis & dann bat ich das Blut aus der Arterie abzunehmen, um die einzige funktionierende venöse Einfahrt nich durch Blutabnahme eventuell zu zerstören (das ist viel Blut, dass man da braucht für all diese Röhrchen, aber wem sage ich das ...) - so ist das Blut also grade in der Rohrpost auf dem Weg ins Lab; & Opiat- & Benzo-Spiegel, etc gibt´s nacht's eigentlich sowieso nicht, deshalb hatten wir, so ich mich richtig entsinne nicht abgenommen, dafür haben wir im Zweifelsfall Urin-Drogen-Teststicks in der Psych-Ambulanz (am anderen Ende des KH - es lebe die Organisation ...) & ausserdem kann man auch aus der Klinik viel schliesen, ohne teure Laborwerte ... ;-)
Aus der Schwester war nicht mehr tiefgreifende Information zu erhalten, dafür tauchte aber der sehentlichst erwartete Kirurg auf & auch der rollte erstmal mit den Augen, als er den Patienten sah & lieferte dann folgende (genau zu lesende ... gelle doclala ... ;-) ) Anamnese:
Amputation den Linken Fusses nach Verkehrsunfall vor Jahren, ohne weitere Komplikationen.
Dann vor 3 Jahren erstmals in der Chirurgie-Ambulanz mit Bauchschmerzen aufgetaucht & es in den letzten 3 Jahren dann geschafft eine 15 cm dicke Akte allein in der Chirurgie anzusammeln & alle Untersuchungen, die die Gastroenterologie/Abdominalchirurgie zu bieten hat am eigenen Leib "auszuprobieren" inklusive einer Explorativen Laparaskopie - Alle der Befunde/Untersuchungen waren BLANK !
Während seiner unzähligen Aufenthalte auf den diversen Stationen war der Patient immer höchstmanipulativ & hat alles Personal gegen alle Ausgespielt & das komplette Angebot der in Schweden zugelassenen Morfinpräparate in unglaublichen Dosen "getestet" - alles Ohne durchgreifenden Erfolg; Auch Therapeutische Periduralkatheter mit Lokalanästhesie konnten die Schmerzen nicht beseitigen, obowohl die Motorik durch die LA im Periduralraum7Spinalkanal (auch einen Spinalkatheter hatte man in der Verzweiflung versucht) vollkommen blockiert war.
Nach langem Hin & Her hatte man es dann endlich geschafft dem Herren einen Platz in einer Stationären Psychomatischen ("Schmerz" ...) Klinik zu verschaffen & er hatte letztendlich eingewilligt. Aufnahmekriterium dort war u.a. vollkommene Medikamentenfreiheit & deshalb hatte man den Patienten vorher einer stationären Entgiftung zugeführt; davon war er am Mitwoch entlassen worden (wir hatten Freitagmorgen) & am Montag sollte er dann in Uppsala aufgenommen werden - das hatte man am Donnerstagabend in einem der besseren Restaurants der Stadt mit einem Dreigängemenü gefeiert.
Die Ehefrau versicherte nochmals & deutlich, daß sie ihren Mann seit der Entlassung unter 100%er Kontrolle hatte & er keinerlei Tabletten genommen haben könne.
@ doclala: wacher wurde der Herr nicht, nach wie vor GCS 3 & beatmet & einem inzwischen leergespühlten Magen, Weder Zungenbiss, noch eingenässt (kamen wie geschrieben nach DK-Anlage etwa 500 ml aus der Blase.
Hab dann die Blutgase mal in "deutsche Werte" in mmHg umgerechnet: pO2: ca 300 mmHg & pCO2: ca 62 mmHg
OK Älgen jetzt hab ichs gelesen ;-)
Also klingt fast wie`n Psycho-Fall.....was hat der für einen Grund sich ständig operieren zu lassen? Rentenneurose oder Borderliner???? Vielleicht "tut" der auch nur so und ist gaaaar nicht bewußtlos und hat ein bißchen hyperventiliert ;-)?
Nicht lachen!! Alles schon erlebt :-))
Naja, auch ohne Zungenbiss und Einnässen kann man schön krampfen find ich (möglicherweise durch den Medi-Entzug noch provoziert) - von daher plädiere ich für EEG und CCT sobald der Patient stabil und transportfähig ist...:-meinung
ehemalige Userin 24092013
30.05.2004, 22:07
Original geschrieben von Älgen
@ Kaddel: 60 min rum ?!? Äh, es geht mich zwar nix an, aber wie langsam seit Ihr denn da in Luzern ?!? Seit der Ankunft des Patienten in der NA sind keine 15 Minuten vergangen; dann bekam er einen Tubus in den Hals & eine Braunüle in die Externa & eine Arterie in die Radialis & dann bat ich das Blut aus der Arterie abzunehmen, um die einzige funktionierende venöse Einfahrt nich durch Blutabnahme eventuell zu zerstören (das ist viel Blut, dass man da braucht für all diese Röhrchen, aber wem sage ich das ...) - so ist das Blut also grade in der Rohrpost auf dem Weg ins Lab; & Opiat- & Benzo-Spiegel, etc gibt´s nacht's eigentlich sowieso nicht, deshalb hatten wir, so ich mich richtig entsinne nicht abgenommen, dafür haben wir im Zweifelsfall Urin-Drogen-Teststicks in der Psych-Ambulanz (am anderen Ende des KH - es lebe die Organisation ...) & ausserdem kann man auch aus der Klinik viel schliesen, ohne teure Laborwerte ... ;-)
Wir sind hier net wirklich langsam.....ganz im Gegenteil.
Es wurde ja alles erstmal soweit gesichert und stabilisiert, was stabilisiert werden konnte, warum also gross rumrätseln....der Patient kann dann erstmal fein auf die ITS zur weiteren Überwachung verlegt werden.
Ich tippe trotzdem auf Intox.......Benzo - und Opiatspiegel oder auch jegliches sonstiges Drogenscreening gibts hier auch in der Nacht.:-)
Von daher, Notfallplatz frei machen, Pat auf die ITS bringen...und dann kann man auf Laborwerte warten und nen Schnack mit dem Chirurgen halten.
Was haben denn eigentlich die Pupillen ergeben und der Urintest?
Ist wenigstens der mittlerweile da?
Gruss Kaddel
ehemalige Userin 24092013
31.05.2004, 15:05
Ach ja...sollte es doch keine Intox sein, hab ich noch ne Möglichkeit.
Hat der Mann irgendwelche bekannten Allergien?
Alles wird gut
31.05.2004, 15:21
Habt ihr nicht auch gleich ein kleines BB gemacht? Wie sieht's denn mit den Werten rund um die Erys aus und was tun die Leukos?
@ AWG: Ery's & leukos hatten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht (der Pat war wie weiter oben geschrieben noch keine 15 min im KH), HB (via BGA war normal - frag' mich jetzt bitte nicht nach einer genauen Zahl - 140-150 ungefähr.
@ Kaddel: Urintest gibt's wie gesagt in der Psych-NA am anderen Ende des KH & deshalb bislang nicht stattgefunden - es gibt aber was Opiate angeht eine deutlich effektivere Möglichkeit das "guasi zu beweisen" & gleichzeitig zu behandeln - so man nur dran denkt ...
@ doclala: die Psych-Diagnose sollen ja dann ab Montag die Kollegen der stationären Psychosomatik stellen - den Gedanken, dass sich der Herr durch eine psychisch bedingten HYPO-Ventilation in eine CO2-Narkose geatmet hat (pCO2 war immerhin über 60 nach der Intub !!!) hatten wir aber auch, zumal nach dem was dann jezt kam:
Ich konnte es nämlich nicht lassen, dem Herren etwas Narcanti (Naloxon) zu spritzen & noch wärend der Injektion (nach ca 1/3 Ampulle) schlug der Herr die Augen auf & versuchte uns mit schmerzverzerrtem Gesicht etwas mittzuteilen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Stituation doch noch recht unklar war & Medieinnahme von der Frau vehement verneint wurde & die Intubation alles Andere als einfach war hab' ich recht lange hin & her überlegt, ob ich ihn nun extubieren soll oder aus Sicherheitsgründen lieber etwas warten; hab' mich dann für die Extubation entschieden, da der Herr recht klar wirkte & wir etwas mehr direkte Anamnese wollten.
Nach der Extubation offenbarte uns der gute Mann heulenderweise, dass er unerträgliche Bauchschmerzen hätte & auch das alleinige Allheilmittel dagegen liefterte er gleich mit: Ketogan Novum (= Ketobemidon, ein in D nicht registriertes, in Schweden doch recht gäniges Opiat ...) ! Jede Form von Medi-Einnahme verneinte er genauso vehement wie die Frau, auch unter deutlichstem & mehrfachem Nachfragen. Nach obiger Anamnese & der Tatsache, dass er die Schmerzen als kolikartig-stechend angab waren sich Alle einig, dass es für diesen Herren erstmal keine Opiate geben würde.
Interssanterweise hatte der Patient nun ein bretthartes Abdomen, das wärend seiner Bewusstlosigkeit noch volkomen weich & unauffällig war.
Er wurde dann erstmal zur weiteren Überwachung auf die Intensivstation gebracht & dort bekam er 75 mg Diklofenak i.m. gegen die Schmerzen. Trotzdem wand sich der heulende Mensch & vor Schmerzen, solange weitere Personen in seiner Nähe waren, sobald er sich allerdings unbeobachtet fühlte lag er ziemlich entspannt & ruhig im Bett, was uns zu dem Schluss veranlasste, dass es erstmal keiner weiteren Schmerzmedikation bedurfte.
In Erwarten der Laborwerte (die allesamt normal waren !) & mit der vorläufigen Diagnose eben dieser psychisch bedingten Hypoventilation & CO2-Narkose beliessen wir's erstmal bei der Überwachung (30 minütig Vigilanz & Pupillen & Monitor) - ich hatte die Nacht genug Anderes zu tun ...
Nach ca 1,5 Stunden piepste man mich von der Intensiv an, ich möge bitte sofort zu eben jenem Herren kommen, da er wieder deutlich schlechter atmete; als ich dann ins Zimmer kam war eine Schwester dabei, ihn mit Maske & Ambu-Beutel zu beatmen & die nächste drückte mir Laryngoskop & Tubus in die Hand ...
Feuerblick
01.06.2004, 19:13
Hat das Narcanti...neee, so lange wirkt das doch nun auch nicht, oder?
Aber wo hat sich der Gute denn seinen "Stoff" geholt? Oder hatte er noch ein bißchen dabei?
*kopfschüttel*
Pünktchen
01.06.2004, 19:24
Wurden irgendwelche Schmerzmittel trotzdem gegeben?
achja atmung vollkommen weg oder nur hypoventilation?
wie sind Puls und Blutdruck?
@ punkt: Atmung vollkomen weg, RR 110/50 & Puls 60-70 (ca ...) & Medis hatte er definitiv (!) keine weiteren bekommen - Pflege & Medizin pflegen hier recht gut zusammenzuarbeiten ... ;-)
@ feuer: kann sich nix geholt haben & auch nix dabeigehabt haben, da er sein privates Nachthemd bereits in der NA gegen ein solch schickes Klinikdingens getauscht bekommen hatte.
ehemalige Userin 24092013
01.06.2004, 23:12
Also doch ne Intox? Oder hab ich das jetzt falsch verstanden?
O.k....die Geschichte mit dem Narcan hätte mir besser mal einfallen sollen, ist noch net lange her das ich das mal wieder nem Patienten von mir spritzen musste ....:-blush
Gruss Kaddel
P.S. Was ist aus dem Abdomen geworden?
Pünktchen
02.06.2004, 12:28
Ich würde mal sagen intubieren wir den Patienten doch mal wieder und beatmen ihn.
Pupillenform und -weite?
Frage zur Anamnese:
Ist das Paar in Schweden Ausländer? Könnten er kriminell tätig sein? Bodypacker? (glaub mal eher nicht)
Ist bei dem Patienten ein Sturz erinnerlich/Trauma jeglicher Art vor dem Vorfall? Hat er über Kopfschmerzen geklagt?
Faust601
02.06.2004, 17:00
Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege, aber ist es nicht so, dass Naloxon nicht viel länger als maximal eine Stunde wirkt?
Und wenn er dann noch genug Opioid im Blut hat, dann fängt die Intox halt von neuem an.
Original geschrieben von Faust601
Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege, aber ist es nicht so, dass Naloxon nicht viel länger als maximal eine Stunde wirkt?
Und wenn er dann noch genug Opioid im Blut hat, dann fängt die Intox halt von neuem an.
völlig korrekt. Das ist die große Gefahr, wenn man einen Junkie antagonisiert und ihn dann wieder sausen lässt...
Pünktchen
02.06.2004, 17:19
hmmm hab mich geirrt grade...also laut Karow/lang hat Narcanti ne Wirkdauer von 30-45Minuten oder kürzer...
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