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boarding_girl
18.06.2004, 13:44
"Marius ist nicht mein Sohn. Ich habe Marion vor ihrem Tode nie betrogen."


Original geschrieben von Die Niere
"Wenn Du mir etwas verschweigst oder mir in diesem Punkt nicht die Wahrheit sagst, kann ich gerne den Notar noch einmal hereinrufen - kein Testament ist für ewig, merk Dir das."
Marcel ist rasend vor Wut über das Misstrauen seiner Mutter und nicht mehr Herr seiner Worte.


"Nina und ich haben eine besondere Bindung zu einander - mehr nicht!", beteuerte Marcel.
"Wie kannst Du es nur wagen, Marcel, Deiner Mutter mit solchen Lügen unter die Augen zu treten..."
"Lasst euch nicht mehr hier sehen, ich will mit euch nichts mehr zu tun haben!", schimpfte Magarete.

Sie stiegen schweigend in den Wagen ein, Marcel lies den Motor an und langsam entfernten sie sich von dem Gebäude - eine lange eintönige Fahrt stand ihnen bevor, er begann noch einmal über alles nachzudenken und sich eine Plan zurechtzulegen.

Marcel war hin und hergerissen. Er wusste, dass das Gespräch nicht einfach werden würde, wusste, dass er alle Tabus brechen würde - Nina, wie sehr liebte er sie doch.
"Ich hätte nicht gedacht, dass meine Mutter zu so etwas fähig ist, deshalb bin ich ausgerastet" murmelte Marcel in Gedanken versunken.
Eine erdrückende Stille herrschte zwischen den beiden Geschwistern.
"Es blieb mir doch einfach keine andere Wahl - er hat es doch herausgefordert. Ich bin einfach nicht so ein zurückhaltender Mensch wie Du."
"Guck mich nicht so an, ich kann auch nichts dafür!", raunte Nina und wandte den Blick grimmig aus dem Seitenfenster.
"Du hättest beim letzten Mal freundlicher zum Notar sein sollen!" warf Marcel ihr vor.

Er dachte darüber nach, warum alles schief gelaufen war. Er wusste, dass er etwas übersehen hatte - sein Instinkt war wie eine alte Lehrerin, die ihn unentwegt mit dem Zeigestock in die Seite piekte um ihn auf etwas total auffälliges aufmerksam zumachen - doch es schien nicht zu helfen. Sie fuhren vorbei an großen Villen, gepflegten Gärten und bogen schliesslich in die Straße, in der sich auch das Anwesen der alten, intriegenten Aurelia befand.
"Ich weiß, damit habe ich alle enttäuscht und ich wünschte, es wäre einfacher, diese dumme Geschichte so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen."
Ein lauter Knall ist zu vernehmen. Der Wagen scherte unvermittelt nach rechts aus und traf auf den Bordstein. Der Stoß löste den Airbag aus, der sich zischend aufblies, Marcel mitten ins Gesicht schlug und die Worte verschluckte, die er noch hatte sagen wollen. Nina, die neben ihm saß, wurde mit einem Ruck in den Gurt gezerrt. Dann war nichts mehr, keine Bewegung, kein Geschräusch - Stille. Langsam kommt Marcel wieder zu sich.

"Tante Aurelia ist der Schlüssel...", murmelte Marcel noch halb benommen.
Er schaute in Nina's von einer Gewehrkugel zerfetztes Gesicht als er die ersten Sirenen vernahm. Ein Rettungssanitäter beugte sich über Marcel und fragte ihn, wie es ihm ginge - erschrocken erkannte Marcel das Gesicht des Mannes. Jörg - der, der ihm schon immer ein Dorn im Auge war - der, der sicher mehr wusste, als ihm lieb war - der, der viel zu viel Zeit mit Nina verbrachte.
Nina - er beugte sich noch einmal über sie. Die Frau die er sein ganz Leben gesucht hatte, die Frau mit der er sein Leben verbringen wollte. Ihre Liebe war so stark...er konnte es nicht glauben, dass ein Stück Blei nun alles veränderte, alles beendete. Nie wieder würde er mit ihr im Parkspazieren gehen können, die Sonnenuntergänge am See, nie wieder im Regen durch Pfützen springen. Nie wieder würde er heimlich Botschaften von ihr erhalten.
"Jörg, du musst sie retten! Wir dürfen sie nicht verlieren!"
"Tut mir leid Marcel - es ist aussichtslos." gab Jörg in fader Tonlage von sich.
Marcel trieb es die Tränen in die Augen bei dem Blick in das Gesicht seiner geliebten Nina.
Hatte Jörg womöglich ein Interesse an Nina's Tod, ist er vielleicht sogar in die ganze Sache verwickelt - wie konnte er nur so schnell hier sein, das Spital ist doch mehr als 15 Minuten entfernt?

"Komm beruhige dich Marcel....", Jörg nahm in den Arm und ließ ein gemeines Grinsen über sein Gesicht huschen.
War es ein gemeines Grinsen oder hatte er sich nur getäuscht - er konnte seinen eigenen Sinnen nicht mehr trauen - wie vor der Therapie. Er täuschte sich nicht!
Oder doch?
Er erinnerte sich noch gut an die Stimmen von früher und die Wahnvorstellung bzgl. einer Weltverschwörung - aber der Geist hatte ihn doch schon vor über 5 Jahren verlassen.

Doch warum war Jörg auf einmal wieder Gut Freund mit Marcel, schließlich war er es der Marcel ein Kind anhängen wollte.

ehemalige Userin 24092013
25.06.2004, 20:17
Maragrete rührte energisch die Salatsoße, während die Wut weiter in ihr aufstieg.




Original geschrieben von boarding_girl
"Marius ist nicht mein Sohn. Ich habe Marion vor ihrem Tode nie betrogen." "Wenn Du mir etwas verschweigst oder mir in diesem Punkt nicht die Wahrheit sagst, kann ich gerne den Notar noch einmal hereinrufen - kein Testament ist für ewig, merk Dir das."
Marcel ist rasend vor Wut über das Misstrauen seiner Mutter und nicht mehr Herr seiner Worte.


"Nina und ich haben eine besondere Bindung zu einander - mehr nicht!", beteuerte Marcel.
"Wie kannst Du es nur wagen, Marcel, Deiner Mutter mit solchen Lügen unter die Augen zu treten..."
"Lasst euch nicht mehr hier sehen, ich will mit euch nichts mehr zu tun haben!", schimpfte Magarete.

Sie stiegen schweigend in den Wagen ein, Marcel lies den Motor an und langsam entfernten sie sich von dem Gebäude - eine lange eintönige Fahrt stand ihnen bevor, er begann noch einmal über alles nachzudenken und sich eine Plan zurechtzulegen.

Marcel war hin und hergerissen. Er wusste, dass das Gespräch nicht einfach werden würde, wusste, dass er alle Tabus brechen würde - Nina, wie sehr liebte er sie doch.
"Ich hätte nicht gedacht, dass meine Mutter zu so etwas fähig ist, deshalb bin ich ausgerastet" murmelte Marcel in Gedanken versunken.
Eine erdrückende Stille herrschte zwischen den beiden Geschwistern.
"Es blieb mir doch einfach keine andere Wahl - er hat es doch herausgefordert. Ich bin einfach nicht so ein zurückhaltender Mensch wie Du."
"Guck mich nicht so an, ich kann auch nichts dafür!", raunte Nina und wandte den Blick grimmig aus dem Seitenfenster.
"Du hättest beim letzten Mal freundlicher zum Notar sein sollen!" warf Marcel ihr vor.

Er dachte darüber nach, warum alles schief gelaufen war. Er wusste, dass er etwas übersehen hatte - sein Instinkt war wie eine alte Lehrerin, die ihn unentwegt mit dem Zeigestock in die Seite piekte um ihn auf etwas total auffälliges aufmerksam zumachen - doch es schien nicht zu helfen. Sie fuhren vorbei an großen Villen, gepflegten Gärten und bogen schliesslich in die Straße, in der sich auch das Anwesen der alten, intriegenten Aurelia befand.
"Ich weiß, damit habe ich alle enttäuscht und ich wünschte, es wäre einfacher, diese dumme Geschichte so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen."
Ein lauter Knall ist zu vernehmen. Der Wagen scherte unvermittelt nach rechts aus und traf auf den Bordstein. Der Stoß löste den Airbag aus, der sich zischend aufblies, Marcel mitten ins Gesicht schlug und die Worte verschluckte, die er noch hatte sagen wollen. Nina, die neben ihm saß, wurde mit einem Ruck in den Gurt gezerrt. Dann war nichts mehr, keine Bewegung, kein Geschräusch - Stille. Langsam kommt Marcel wieder zu sich.

"Tante Aurelia ist der Schlüssel...", murmelte Marcel noch halb benommen.
Er schaute in Nina's von einer Gewehrkugel zerfetztes Gesicht als er die ersten Sirenen vernahm. Ein Rettungssanitäter beugte sich über Marcel und fragte ihn, wie es ihm ginge - erschrocken erkannte Marcel das Gesicht des Mannes. Jörg - der, der ihm schon immer ein Dorn im Auge war - der, der sicher mehr wusste, als ihm lieb war - der, der viel zu viel Zeit mit Nina verbrachte.
Nina - er beugte sich noch einmal über sie. Die Frau die er sein ganz Leben gesucht hatte, die Frau mit der er sein Leben verbringen wollte. Ihre Liebe war so stark...er konnte es nicht glauben, dass ein Stück Blei nun alles veränderte, alles beendete. Nie wieder würde er mit ihr im Parkspazieren gehen können, die Sonnenuntergänge am See, nie wieder im Regen durch Pfützen springen. Nie wieder würde er heimlich Botschaften von ihr erhalten.
"Jörg, du musst sie retten! Wir dürfen sie nicht verlieren!"
"Tut mir leid Marcel - es ist aussichtslos." gab Jörg in fader Tonlage von sich.
Marcel trieb es die Tränen in die Augen bei dem Blick in das Gesicht seiner geliebten Nina.
Hatte Jörg womöglich ein Interesse an Nina's Tod, ist er vielleicht sogar in die ganze Sache verwickelt - wie konnte er nur so schnell hier sein, das Spital ist doch mehr als 15 Minuten entfernt?

"Komm beruhige dich Marcel....", Jörg nahm in den Arm und ließ ein gemeines Grinsen über sein Gesicht huschen.
War es ein gemeines Grinsen oder hatte er sich nur getäuscht - er konnte seinen eigenen Sinnen nicht mehr trauen - wie vor der Therapie. Er täuschte sich nicht!
Oder doch?
Er erinnerte sich noch gut an die Stimmen von früher und die Wahnvorstellung bzgl. einer Weltverschwörung - aber der Geist hatte ihn doch schon vor über 5 Jahren verlassen.



Doch warum war Jörg auf einmal wieder Gut Freund mit Marcel, schließlich war er es der Marcel ein Kind anhängen wollte.


Ninas Leiche wurde weggefahren.

Leelalabee
11.08.2004, 17:20
"Sag mir endlich die Wahrheit, Margarete!" , brüllte Marcel.

Maragrete rührte energisch die Salatsoße, während die Wut weiter in ihr aufstieg.
"Marius ist nicht mein Sohn. Ich habe Marion vor ihrem Tode nie betrogen." "Wenn Du mir etwas verschweigst oder mir in diesem Punkt nicht die Wahrheit sagst, kann ich gerne den Notar noch einmal hereinrufen - kein Testament ist für ewig, merk Dir das."
Marcel ist rasend vor Wut über das Misstrauen seiner Mutter und nicht mehr Herr seiner Worte.
"Nina und ich haben eine besondere Bindung zu einander - mehr nicht!", beteuerte Marcel.
"Wie kannst Du es nur wagen, Marcel, Deiner Mutter mit solchen Lügen unter die Augen zu treten..."
"Lasst euch nicht mehr hier sehen, ich will mit euch nichts mehr zu tun haben!", schimpfte Magarete.
Sie stiegen schweigend in den Wagen ein, Marcel lies den Motor an und langsam entfernten sie sich von dem Gebäude - eine lange eintönige Fahrt stand ihnen bevor, er begann noch einmal über alles nachzudenken und sich eine Plan zurechtzulegen.
Marcel war hin und hergerissen. Er wusste, dass das Gespräch nicht einfach werden würde, wusste, dass er alle Tabus brechen würde - Nina, wie sehr liebte er sie doch.
"Ich hätte nicht gedacht, dass meine Mutter zu so etwas fähig ist, deshalb bin ich ausgerastet" murmelte Marcel in Gedanken versunken.
Eine erdrückende Stille herrschte zwischen den beiden Geschwistern.
"Es blieb mir doch einfach keine andere Wahl - er hat es doch herausgefordert. Ich bin einfach nicht so ein zurückhaltender Mensch wie Du."
"Guck mich nicht so an, ich kann auch nichts dafür!", raunte Nina und wandte den Blick grimmig aus dem Seitenfenster.
"Du hättest beim letzten Mal freundlicher zum Notar sein sollen!" warf Marcel ihr vor.
Er dachte darüber nach, warum alles schief gelaufen war. Er wusste, dass er etwas übersehen hatte - sein Instinkt war wie eine alte Lehrerin, die ihn unentwegt mit dem Zeigestock in die Seite piekte um ihn auf etwas total auffälliges aufmerksam zumachen - doch es schien nicht zu helfen. Sie fuhren vorbei an großen Villen, gepflegten Gärten und bogen schliesslich in die Straße, in der sich auch das Anwesen der alten, intriegenten Aurelia befand.
"Ich weiß, damit habe ich alle enttäuscht und ich wünschte, es wäre einfacher, diese dumme Geschichte so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen."
Ein lauter Knall ist zu vernehmen. Der Wagen scherte unvermittelt nach rechts aus und traf auf den Bordstein. Der Stoß löste den Airbag aus, der sich zischend aufblies, Marcel mitten ins Gesicht schlug und die Worte verschluckte, die er noch hatte sagen wollen. Nina, die neben ihm saß, wurde mit einem Ruck in den Gurt gezerrt. Dann war nichts mehr, keine Bewegung, kein Geschräusch - Stille. Langsam kommt Marcel wieder zu sich.
"Tante Aurelia ist der Schlüssel...", murmelte Marcel noch halb benommen.
Er schaute in Nina's von einer Gewehrkugel zerfetztes Gesicht als er die ersten Sirenen vernahm. Ein Rettungssanitäter beugte sich über Marcel und fragte ihn, wie es ihm ginge - erschrocken erkannte Marcel das Gesicht des Mannes. Jörg - der, der ihm schon immer ein Dorn im Auge war - der, der sicher mehr wusste, als ihm lieb war - der, der viel zu viel Zeit mit Nina verbrachte.
Nina - er beugte sich noch einmal über sie. Die Frau die er sein ganz Leben gesucht hatte, die Frau mit der er sein Leben verbringen wollte. Ihre Liebe war so stark...er konnte es nicht glauben, dass ein Stück Blei nun alles veränderte, alles beendete. Nie wieder würde er mit ihr im Parkspazieren gehen können, die Sonnenuntergänge am See, nie wieder im Regen durch Pfützen springen. Nie wieder würde er heimlich Botschaften von ihr erhalten.
"Jörg, du musst sie retten! Wir dürfen sie nicht verlieren!"
"Tut mir leid Marcel - es ist aussichtslos." gab Jörg in fader Tonlage von sich.
Marcel trieb es die Tränen in die Augen bei dem Blick in das Gesicht seiner geliebten Nina.
Hatte Jörg womöglich ein Interesse an Nina's Tod, ist er vielleicht sogar in die ganze Sache verwickelt - wie konnte er nur so schnell hier sein, das Spital ist doch mehr als 15 Minuten entfernt?
"Komm beruhige dich Marcel....", Jörg nahm in den Arm und ließ ein gemeines Grinsen über sein Gesicht huschen.
War es ein gemeines Grinsen oder hatte er sich nur getäuscht - er konnte seinen eigenen Sinnen nicht mehr trauen - wie vor der Therapie. Er täuschte sich nicht!
Oder doch?
Er erinnerte sich noch gut an die Stimmen von früher und die Wahnvorstellung bzgl. einer Weltverschwörung - aber der Geist hatte ihn doch schon vor über 5 Jahren verlassen.
Doch warum war Jörg auf einmal wieder Gut Freund mit Marcel, schließlich war er es der Marcel ein Kind anhängen wollte.
Ninas Leiche wurde weggefahren.

Marcel drehte sich um, eine Träne begann sein Gesicht hinunterzulaufen. Woher war die Kugel gekommen, wer hatte Nina getötet?

Pünktchen
01.09.2004, 21:30
Kaum hatten Nina und Marius die Küche verlassen, wandte sich eifrig ihren Töpfen zu.


"Sag mir endlich die Wahrheit, Margarete!" , brüllte Marcel.

Maragrete rührte energisch die Salatsoße, während die Wut weiter in ihr aufstieg.
"Marius ist nicht mein Sohn. Ich habe Marion vor ihrem Tode nie betrogen." "Wenn Du mir etwas verschweigst oder mir in diesem Punkt nicht die Wahrheit sagst, kann ich gerne den Notar noch einmal hereinrufen - kein Testament ist für ewig, merk Dir das."
Marcel ist rasend vor Wut über das Misstrauen seiner Mutter und nicht mehr Herr seiner Worte.
"Nina und ich haben eine besondere Bindung zu einander - mehr nicht!", beteuerte Marcel.
"Wie kannst Du es nur wagen, Marcel, Deiner Mutter mit solchen Lügen unter die Augen zu treten..."
"Lasst euch nicht mehr hier sehen, ich will mit euch nichts mehr zu tun haben!", schimpfte Magarete.
Sie stiegen schweigend in den Wagen ein, Marcel lies den Motor an und langsam entfernten sie sich von dem Gebäude - eine lange eintönige Fahrt stand ihnen bevor, er begann noch einmal über alles nachzudenken und sich eine Plan zurechtzulegen.
Marcel war hin und hergerissen. Er wusste, dass das Gespräch nicht einfach werden würde, wusste, dass er alle Tabus brechen würde - Nina, wie sehr liebte er sie doch.
"Ich hätte nicht gedacht, dass meine Mutter zu so etwas fähig ist, deshalb bin ich ausgerastet" murmelte Marcel in Gedanken versunken.
Eine erdrückende Stille herrschte zwischen den beiden Geschwistern.
"Es blieb mir doch einfach keine andere Wahl - er hat es doch herausgefordert. Ich bin einfach nicht so ein zurückhaltender Mensch wie Du."
"Guck mich nicht so an, ich kann auch nichts dafür!", raunte Nina und wandte den Blick grimmig aus dem Seitenfenster.
"Du hättest beim letzten Mal freundlicher zum Notar sein sollen!" warf Marcel ihr vor.
Er dachte darüber nach, warum alles schief gelaufen war. Er wusste, dass er etwas übersehen hatte - sein Instinkt war wie eine alte Lehrerin, die ihn unentwegt mit dem Zeigestock in die Seite piekte um ihn auf etwas total auffälliges aufmerksam zumachen - doch es schien nicht zu helfen. Sie fuhren vorbei an großen Villen, gepflegten Gärten und bogen schliesslich in die Straße, in der sich auch das Anwesen der alten, intriegenten Aurelia befand.
"Ich weiß, damit habe ich alle enttäuscht und ich wünschte, es wäre einfacher, diese dumme Geschichte so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen."
Ein lauter Knall ist zu vernehmen. Der Wagen scherte unvermittelt nach rechts aus und traf auf den Bordstein. Der Stoß löste den Airbag aus, der sich zischend aufblies, Marcel mitten ins Gesicht schlug und die Worte verschluckte, die er noch hatte sagen wollen. Nina, die neben ihm saß, wurde mit einem Ruck in den Gurt gezerrt. Dann war nichts mehr, keine Bewegung, kein Geschräusch - Stille. Langsam kommt Marcel wieder zu sich.
"Tante Aurelia ist der Schlüssel...", murmelte Marcel noch halb benommen.
Er schaute in Nina's von einer Gewehrkugel zerfetztes Gesicht als er die ersten Sirenen vernahm. Ein Rettungssanitäter beugte sich über Marcel und fragte ihn, wie es ihm ginge - erschrocken erkannte Marcel das Gesicht des Mannes. Jörg - der, der ihm schon immer ein Dorn im Auge war - der, der sicher mehr wusste, als ihm lieb war - der, der viel zu viel Zeit mit Nina verbrachte.
Nina - er beugte sich noch einmal über sie. Die Frau die er sein ganz Leben gesucht hatte, die Frau mit der er sein Leben verbringen wollte. Ihre Liebe war so stark...er konnte es nicht glauben, dass ein Stück Blei nun alles veränderte, alles beendete. Nie wieder würde er mit ihr im Parkspazieren gehen können, die Sonnenuntergänge am See, nie wieder im Regen durch Pfützen springen. Nie wieder würde er heimlich Botschaften von ihr erhalten.
"Jörg, du musst sie retten! Wir dürfen sie nicht verlieren!"
"Tut mir leid Marcel - es ist aussichtslos." gab Jörg in fader Tonlage von sich.
Marcel trieb es die Tränen in die Augen bei dem Blick in das Gesicht seiner geliebten Nina.
Hatte Jörg womöglich ein Interesse an Nina's Tod, ist er vielleicht sogar in die ganze Sache verwickelt - wie konnte er nur so schnell hier sein, das Spital ist doch mehr als 15 Minuten entfernt?
"Komm beruhige dich Marcel....", Jörg nahm in den Arm und ließ ein gemeines Grinsen über sein Gesicht huschen.
War es ein gemeines Grinsen oder hatte er sich nur getäuscht - er konnte seinen eigenen Sinnen nicht mehr trauen - wie vor der Therapie. Er täuschte sich nicht!
Oder doch?
Er erinnerte sich noch gut an die Stimmen von früher und die Wahnvorstellung bzgl. einer Weltverschwörung - aber der Geist hatte ihn doch schon vor über 5 Jahren verlassen.
Doch warum war Jörg auf einmal wieder Gut Freund mit Marcel, schließlich war er es der Marcel ein Kind anhängen wollte.
Ninas Leiche wurde weggefahren.
Marcel drehte sich um, eine Träne begann sein Gesicht hinunterzulaufen. Woher war die Kugel gekommen, wer hatte Nina getötet?

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"Hatte ihre Verlobte Feinde?" fragte der Inspektor.