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milz
09.06.2004, 17:13
Man kann jetzt der Musikindustrie die Schuld geben wie man will, es ändert nichts dran: Musik-Downland=Diebstahl=kriminell.

Nur weil im MacDonalds die Burger so teuer sind, kann ich dort auch nicht einbrechen, mich ordentlich eindecken und dann meinen, die sind ja selber schuld, wenn sie die Burger sooo teuer machen..., oder? ;-)

harlekyn
09.06.2004, 18:29
Original geschrieben von Kackbratze

Schon schlecht das ich nur Fernsehserien sammele...das ist legal.


Sorry aber das ist es net. Du darfst dir Fernsehserien aus dem Fernsehen aufzeichnen, weil du die Gema-Gebühren zahlst (oder auch nicht). Aber du darfst sie nicht weiter verbreiten! DAs tust du aber wenn du sie ziehst, weil du alles was du ziehst auch anbietest. Außerdem erstellst du ja auch eine Kopie von einer Privatkopie wenn man das mal so sieht und auch das darfst du nicht, denn auch Fernsehserien sind urheberrechtlich geschützt.
DAs gute an Fernsehserien ist einfach zur Zeit, dass es niemanden interessiert. Besonders wenn man sich alte Biene Maja Folgen oder sonst etwas zieht... :-D
Aber lange wird das wohl auch net mehr gehen.

Ich kann nur immer wieder sagen, sabotiert die Musikindustrie. Kauft auch keine Musik mehr. Es gibt auch andre Möglichkeiten. Ich persöhnlich will mir jetzt eine TV -Karte zulegen um Sachen aus dem Fernsehen auf zunehmen! Das ist legal...

Und unterstützt die C't bei ihrer Aktion:

MP3 für 50 Cent (http://www.heise.de/ct/50-cent/)

Die Niere
10.06.2004, 07:42
Original geschrieben von milz
Man kann jetzt der Musikindustrie die Schuld geben wie man will, es ändert nichts dran: Musik-Downland=Diebstahl=kriminell.

Nur weil im MacDonalds die Burger so teuer sind, kann ich dort auch nicht einbrechen, mich ordentlich eindecken und dann meinen, die sind ja selber schuld, wenn sie die Burger sooo teuer machen..., oder? ;-)
Ich denke wir sind uns alle bewusst, dass das Herunterladen illegal ist...und jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er diese "Straftat" nun begehen möchte oder nicht.

Das Problem ist jedoch, das man Musik nicht mit Burgern vergleichen kann - ich kann auf McDoof verzichten (tue ich sowieso seitdem ich in der Schweiz bin....soooo viel verdiene ich hier nämlich nciht.), aber Musik gehört bei den meisten Menschen zum Leben und ist so etwas ähnliches wie ein Grundbedürfnis...nur aus diesem Grund weden viel mehr mp3 gezogen als Burger geklaut. Und dies erklärt auch das vehemente Drängen auf die Musikindustrie endlich mal etwas zu ändern...die alten Strukturen scheinen wirklich nicht verstehen zu wollen, wieviel Geld sie mit 30 oder 50 cent Songs machen könnten...sie würden die Raupkopiererei entschränlen und gleichzeitig ihre Gewinne und Umsätze steigern...aber anscheinend sind die zu doof. Und ebendieses Empfinden jagt die Leute noch zusätzlich nach Kazaa und Eselland.

Rico
10.06.2004, 11:11
Original geschrieben von milz
Man kann jetzt der Musikindustrie die Schuld geben wie man will, es ändert nichts dran: Musik-Downland=Diebstahl=kriminell.

Nur weil im MacDonalds die Burger so teuer sind, kann ich dort auch nicht einbrechen, mich ordentlich eindecken und dann meinen, die sind ja selber schuld, wenn sie die Burger sooo teuer machen..., oder? ;-) Komisch, das von Dir zu hören. :-notify

Beim Thema Drogen forderst Du, die überalterten Gesetze zu überarbeiten und sie der veränderten gesellschaftlichen Situation anzupassen und kannst bis dahin auch damit leben, daß diverse kleinere Verstöße (z.B. THC-Konsum) straffrei bleiben.
Wenn jemand auf die derzeitige Gesetzeslage hinweist, dann kommt stets der Kommentar, daß Gesetze ja nicht Gottgegeben sind und auf keinen Fall definitiv.

Bei den Downloads hingegen setzt Du wie in einer mathematischen Formel Gleicheitszeichen, als würde es ich um ein Naturgetz handeln.

Grade das Urheberrecht in seiner Fassung von 1800-irgendwann ist sowas von unzeitgemäß und auch die neueren Änderungen, die den Download unter Strafe stellen, zeugen bloß von der Unfähigkeit der Musikindustrie, ihre Konsumenten ordentlich anzusprechen und sie mit dem Knüppel des Gesetzes wieder in den Laden zurück zu prügeln - analog zur Unfähigkeit der Regierungen eine vernünftige Drogenpolitik zu machen.
:-meinung

Genausowenig wie es für manche nachvollziehbar ist, wieso Tabak und Nikotin als drogen legal sind und THC beispielsweise nicht mehr, genausowenig ist es für andere nicht nachvollziehbar, wieso es legal ist, sich ein Musikstück in digitaler Qualität aus dem Radio auf den Rechner zu kopieren, es aber illegal ist, sich das gleiche Stück von einer (wohlgemerkt für Geld gekauften) CD zu kopieren oder aber es aus dem Internet runterzuladen.

test
10.06.2004, 11:13
Abgesehen davon hinkt ja der vergleich mit MC Donalds total, da ja bei den mp3s kein direkter materieller Schaden besteht, du nimmst der musikindustrie ja nix weg, sagt ja auch keiner du sollst in nen Laden gehen und die CD klauen. Wenn du dir die Rezepte von MC Donalds besorg und zuhause ihre Burger nachmachst ist dass sicher auch ne Urheberrechtsverletzung :-)) Sollte man sowas auch bestrafen? :-D :-)) :-)) :-))

milz
10.06.2004, 12:31
Gut, der Vergleich hinkte ein wenig. (Bei McDonalds kämen zum Diebstahl noch Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung dazu.;-) )

Zum Vergleich mit Cannabis: Cannabiskonsum schadet direkt keinem Dritten, zumindest nicht mehr wie Alkoholkonsum, Überernährung, Risikosportarten oder Tabakkonsum in der eigenen Wohnung.
Außerdem wäre es unter der Prämisse, daß sich ans Cannabisverbot gegenwärtig so viele Leute halten wie an das Urheberrecht, billiger für die Gesellschaft (Cannabissteuer, Einsparungen bei Polizei/Justiz, legale Arbeitsplätze, weniger Kriminalitätsfinanzierung usw.).

Bei Urheberrechtsverletzungen gibt es zumindest hypothetisch einen Geschädigten. Ähnlich wäre es, wenn ich Tageszeitungen oder Bücher, für die normalerweise gezahlt werden muß online stellen würde. Oder eine Aushebelung des Patentrechts.
Man nimmt Dienstleistungen in Anspruch (Musikproduktion, Forschung) ohne eine Gegenleistung zu erbringen.
Wenn das komplett "legalisiert" wird, dann von mir aus. Mal eben ein Wirtschaftszweig (Konsumartikel Musik) niedergemacht, der etwas zum Bruttosozialprodukt beiträgt. ;-)
@ test: Der Konsumartikel Musik entspricht eher dem Konsumartikel Burger als dem Rezept davon. Burgerrezepte spielen deswegen keine Rolle, weil selbstgemachte Burger keine Konkurrenz darstellen.
Zugegeben: Der Teufel liegt im Detail und hängt von versch. Faktoren ab. Siehe patentierte "Rezepte", mit denen sich gut Geld verdienen läßt (neue Technologien, Medikamente usw.)

Daß die Musikindustrie zum Teil selbst schuld ist (überteuerte CDs) und sich etwas einfallen lassen muß und andererseits der Gesetzesbruch so einfach, bequem und (in der Masse) so sicher vonstatten geht (was das Verhalten natürlich fördert) steht ja auf einem ganz anderen Blatt.

So, jetzt könnt Ihr weiterkritisieren. :-D ;-)

Rico
10.06.2004, 14:11
Original geschrieben von milz
Zum Vergleich mit Cannabis: Cannabiskonsum schadet direkt keinem Dritten, zumindest nicht mehr wie Alkoholkonsum, Überernährung, Risikosportarten oder Tabakkonsum in der eigenen Wohnung.Ich änder da einfach mal ein paar Worte:
"MP3-Downloads schaden direkt keinem Dritten, zumindest nicht mehr wie Musik aufnehmen aus dem Radio, Kopieren der CD eines Freundes oder Überspielen eines Films aus der Videothek."
ist meiner Meinung nach beliebig austauschbar.

Original geschrieben von milz
Bei Urheberrechtsverletzungen gibt es zumindest hypothetisch einen Geschädigten. Hypothtisch trifft es.
Denn es ist ja noch nichtmal wirklich geklärt, in wiefern sich die Verluste (bzw. geringere Umsätze - Verluste machen die ja noch lange nicht) wirklich durch die Downloads erklären lassen, oder ob einfach nur (zumindest in Teilen) ein geändertes Konsumverhalten der Jugendlichen dahinter steht.
Die müssen ja neuerdings neben trendiger Kleidung auch ein schickes Handy (neuestes Modell) samt Vertrag, sowie PC und/oder Spielkonsole und diversen anderen Schnickschnack finanzieren, der vor 10 Jahren für diese Altersklasse noch gar nicht relevant war.
Daß die jetzt irgendwo sparen müssen ist doch klar.

Entsprechend bricht ja auch nur der Markt der Mainstreammusik weg. Die independent Labels erfreuen sich noch hervorragender Umsätze gegen den Branchentrend. Deren Kunden sind ja auch nicht die Kids, sondern die etwas älteren Semester, die sich neben Handy und PC noch Musik leisten können.

Original geschrieben von milz
Man nimmt Dienstleistungen in Anspruch (Musikproduktion, Forschung) ohne eine Gegenleistung zu erbringen.So wie man es tut wenn man Radio hört oder sich Musik vom Digitalradio auf den Rechner kopiert oder den Fernseher mit MTV an den Rechner anschließt.
DAS ist der Konflikt! Musik gibt's an jeder Ecke umsonst und die Downloads sind obskurerweise illegal.

Kasettenkopieren ist erstaunlicherweise ebenfalls legal. Auf jeder Leerkassette, jedem Rohling und jedem CD-Brenner, den ich kaufe, liegt eine pauschale GEMA-Gebühr.
Somit hat man schon beim Kauf des Mediums einen nicht unbeträchtlichen Betrag an die Musikindutrie gezahlt.

Wie sieht die dafür zu erbringende Gegenleistung aus?

Original geschrieben von milz
Wenn das komplett "legalisiert" wird, dann von mir aus. Mal eben ein Wirtschaftszweig (Konsumartikel Musik) niedergemacht, der etwas zum Bruttosozialprodukt beiträgt. ;-)Vor der Neufassung des Urheberrechts war das Kopieren für den privaten Bereich jahrzehntelang legal. In Zeiten klingelnder Kassen meinte die Musikindustrie über die Verluste mit einem Lächeln hinwegsehen zu können, bzw. wähnte sich durch die Gebühren auf Leerkassetten etc. mehr als ausreichend entschädigt.

Und kaum, daß die Verkaufszahlen in den Keller gehen sucht man eben einen Sündenbock.

Angemerkt sei übrigens, daß das oben geschriebene sich nur auf den privaten Downloader und Filesharer bezieht. Wer natürlich versucht, mit anderer Leute Leistung selber Geld zu verdienen, der gehört bestraft, denn das Geld stünde dem Urheber zu.
Wenn aber kein Geld fließt, dann gibt es auch keinen wirklich Geschädigten.

milz
17.05.2005, 07:46
Ich habe meine Meinung geändert. Ich finde das "Erschleichen von Leistungen" zwar immer noch nicht gut, aber diese Raffzähne sind so unverschämt, die haben es nicht anders verdient, man sollte denen schon aus Protest kein Geld mehr für überteuerte CDs in den Rachen werfen.

Kennt Ihr ja schon, nur nochmal zum Veranschaulichen:
http://www.kampfumsongtexte.de/
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/16/16194/1.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18923/1.html
http://www.bootsektorblog.de/2005/04/homefucking_is_.html

nduester
17.05.2005, 11:38
Pervers ist auch der Vergleich: Student muß 8000 € für illegale Downloads zahlen, Esser (Mannesmann) wird wohl freikommen trotz selbstverfügter Abfindung mit einigen Dutzend Millionen...

???
80 Tagessätze a 5 € sind 400€
siehe http://www.aufrecht.de/3253.html

Gruß, Nils

nduester
17.05.2005, 11:59
und die Abmahnkanzlei strotzt nur so vor Siegesgewissheit: http://wollmann.charlie.flink-solutions.de/index/83561,

Ich kann garnicht ausdrücken, welche Abscheu ich vor einer derartigen Weltsicht habe.

Kackbratze
18.05.2005, 07:07
Ich frage mich dabei immer, woran das Ganze Konstrukt denn nun scheitert.
Einerseits übergiesst uns die Plattenindustrie mit Kurzzeit-Produkten die sowieso nicht länger als 2 Wochen verkauft werden (siehe Bravo-Charts), gibt uns gleichzeitig gegen Gebühr (GEZ) die Erlaubnis es überall zu hören und verbietet uns aber paralell diese Hör-Brocken aufzunehmen, obwohl es einmal erlaubt war.
Ich bezahlte immernoch Gebühren auf jedweden Datenträger den ich kaufe, damit ich was aufnehmen könnte, aber ich darf es nicht.

Die Katze beisst sich da in den Schwanz. Wenn die "grosse böse" Plattenindustrie tatsächlich Nägel mit Köpfen machen würde, würde sie auf die Rohling-Pauschale verzichten und damit ein Zeichen setzen. Weil dann nämlich klar wäre, dass das mitschneiden/aufnehmen illegal wäre. (meiner Meinung nach).
Aber auf der einen Seite sagen, alle sind böse und gleichzeitig die Hand aufhalten um trotzdem zu kassieren ist scheinheilig.
Da braucht man sich auchnicht zu wundern, wenn die Debatte um das Thema nicht vorankommt.

Und das der Endverbraucher sich immernoch im Recht fühlt, ist logisch.