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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit welchem Schnitt nach Leipzig?



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zotteltroll
15.06.2004, 19:50
Hey!
Mit welchem Abi-Schnitt sind die, die in Leipzig Medizin studieren dorthin gekommen, ohne Wartesemester?

Mal so zur Orientierung ...

Gruß,
Christoph :-)

Vystup
16.06.2004, 00:14
also ich hatte 1,1 vor ein paar jahren

aber wenn du auf http://www.zvs.de/ vorbeischaust, findest du da etwas bessere infos.

hab auch nochmal den direkten link rausgesucht:
http://www.zvs.de/Service/Download/NC_001_WS2003.pdf

viel erfolg :)

zotteltroll
18.06.2004, 21:02
Original geschrieben von Vystup
also ich hatte 1,1 vor ein paar jahren


Seit gestern steht fest, dass ich 1,3 habe ... ich denk mal, da dürfte es (nach den NC der letzten Jahre) keine Probleme bei der Ortswahl Leipzig geben ...

:-music

Christoph

Vystup
20.06.2004, 10:56
gratuliere :)

ist echt nett hier

Master Tom
21.06.2004, 20:10
Hey Jungs!
Werde wohl zum WS einen Platz in Freiburg bekommen, aber ich möchte unbedingt nach Leipzig!
Schon mal was von jemandem gehört, der noch vor Studienbeginn tauschen konnte? Das Stud.sek. in Leipzig scheint nicht gut besetzt zu sein, hab es jetzt zweimal vormittags bei der med. Fak. probiert, aber keiner geht ran?! :-???

zotteltroll
21.06.2004, 21:47
Original geschrieben von Master Tom
[B]Hey Jungs!
Werde wohl zum WS einen Platz in Freiburg bekommen, aber ich möchte unbedingt nach Leipzig!

Darf ich dich fragen, was Leipzig gerade in dieser Hinsicht für dich ausmacht? Ist sicher mal interessant zu hören ...

Ansonsten Freiburg vs. Leipzig ... mh, Freiburg ist mit Sicherheit gemütlicher, aber dafür weniger los ...

dermehlhorn
21.06.2004, 23:20
Servus,

Leipzig hatte voriges Jahr beid er Vagabe 1.3 - will übriegns auch Zum Wintersemester anch Leipzig :-)

Vystup
22.06.2004, 03:44
ja, die öffnungszeiten vom dekanat sind wirklich eine zumutung... schau mal auf die internetseite (hab ich irgendwo in einem von den anderen threads verlinkt) und ruf dann nochmal an. sobald man einen von denen an der strippe hat, sind sie auch sehr hilfsbereit, aber bis dahin muss man erstmal kommen.

freiburg soll aber auch ganz nett sein, falls es mit dem wechsel also nicht klappt wirst du auch so eine schöne zeit haben :)

Master Tom
22.06.2004, 16:35
Habe von mehreren Seiten gehört, dass die Vorklinik ganz gut sein soll, aber das hier sind meine weiteren Gründe die eindeutig für Leipzig sprechen:

1. Freundin
2. Geld/wohnen
3. Freiburg ist mir zu klein, zu "grün" und zu alternativ :-))

zotteltroll
22.06.2004, 17:19
Original geschrieben von Master Tom
Habe von mehreren Seiten gehört, dass die Vorklinik ganz gut sein soll, aber das hier sind meine weiteren Gründe die eindeutig für Leipzig sprechen:

1. Freundin
2. Geld/wohnen
3. Freiburg ist mir zu klein, zu "grün" und zu alternativ :-))

Ok, der erste Grund schlägt alles. Mit dem Geld und dem Wohnen wird es wohl wie im übrigen Osten sein (niedrige Lebenshaltungskosten/Mieten im Vergl. zu den westl. Bundesländern) ---
3. ist ein merkwürdiger Grund ... :-notify

Mich würde mal interessieren, wie Studenten die Med. Fakultät in L im Vergleich zu Halle sehen. War einer mal in beiden Unis eingeschrieben?

Master Tom
22.06.2004, 17:33
@zotteltroll

3. ist kein merkwürdiger Grund, ich stehe eben nicht auf Ökö und Kleinstadt... schon mal dagewesen?

zotteltroll
22.06.2004, 17:41
Original geschrieben von Master Tom
@zotteltroll

3. ist kein merkwürdiger Grund, ich stehe eben nicht auf Ökö und Kleinstadt... schon mal dagewesen?

Ja.. ist aber bald 7, 8 Jahre her und ich hab die Welt damals glaub ich noch mit anderen Augen gesehen. Es war eigentlich eine recht sympatische kleine Großstadt ;)
Wie äußert sich Öko (außer in einem grünen Bürgermeister)?

Christoph

Vystup
22.06.2004, 19:18
Die Vorklinik ist in LE wirklich ganz gut, dafür ist die Klinik wirklich ziemlich schlecht. Ändert sich aber durch die neue AppO bestimmt ziemlich.

Freundin ist wohl schon ein wichtiger Grund, Wohnen ist speziell in Leipzig wirklich sehr günstig, auch im Vergleich zu anderen Städten im Osten. Die Lebenshaltungskosten sonst sind ziemlich vergleichbar.

Freiburg mag grün und alternativ sein. Würde mich nicht wirklich stören. Leipzig hat aber auch eine ziemlich große und aktive linke Szene...

zotteltroll
22.06.2004, 20:19
Original geschrieben von Vystup
Die Vorklinik ist in LE wirklich ganz gut, dafür ist die Klinik wirklich ziemlich schlecht. Ändert sich aber durch die neue AppO bestimmt ziemlich.

Was findet bei der alten AppO v.a. deine Kritik?

Christoph

Vystup
22.06.2004, 21:29
Gibt viele Kritikpunkte, aber ich zähl mal auf, was mir gerade so einfällt:

Vorlesungen
Kann ich mangels Anwesenheit leider nicht besonders gut beurteilen. Gibt aber neben einigen guten auch manche, in denen angeblich selten jemals ein Student erscheint, weil sie so schlecht sind...


Seminare
Viel zu oft reiner Frontalunterricht. Die Abstimmung zwischen den einzelnen Seminarleitern ist im Normalfall rein gar nicht vorhanden, eine Wissensvermittlung, die sich dem zu erwartenden Niveau der Studenten anpasst wird dadurch ziemlich schwierig.

Praktika
Eigentlich mein Hauptkritikpunkt. Ich beschreibe mal den Ablauf eines typischen Praktikums.
Beginn 14:00 Uhr, um 14:03 Uhr sind alle Studenten der Seminargruppe anwesend. Man steht etwa 10 Minuten am angegebenen Treffpunkt, bis eine entnervte Krankenschwester sich daran stört, dass 20 junge Menschen den Stationsflur blockieren und sich auf die Suche nach dem Stationsarzt macht. Der schaut kurz vorbei, sagt "Hilfe, Studenten, das hatte ich ja ganz vergessen." und schickt die Schwesternschülerin auf die Suche nach dem praktikumsverantwortlichen Oberarzt, der gerade am OP-Tisch steht und dann telefonisch darum bittet, doch den AiPler mit der Durchführung des Praktikums zu beauftragen, das müsse der schließlich auch mal lernen. So weit so gut, inzwischen ist eine knappe halbe Stunde vergangen, der AiPler steht vor den Studenten und denkt darüber nach, welches Thema er denn selbst so gut beherrscht, dass er darüber auch ein paar Worte verlieren könnte. Schließlich zieht der Pulk von 20 Studenten mit dem armen frischgebackenen Arzt ins erste Patientenzimmer und versucht durch gemeinsame Befragung des Patienten eine Anamnese zu erheben. So weit mag das ja noch in der Gruppe funktionieren, auch wenn die hinten stehenden Leute den Patienten normalerweise kaum sehen können. Dann kommen aber die Spielchen mit dem Stethoskop und dem Reflexhammer. Spätestens nachdem 3 Stundenten den armen Menschen abgehört haben ("atmen Sie mal mit offenem Mund tief ein und aus") wird ihm schwindelig und er muss sich wieder hinlegen. Schade, 17 Leute haben die grobblasigen Rasselgeräusche über dem rechten Unterlappen also nicht gehört.
Egal, es gibt ja noch einen Haufen netter Reflexe. Zum Beispiel den Brachioradialis-Reflex, der schon beim ersten Schlag mit dem Hammer nicht gerade angenehm ist, wenn aber 20 Studenten vergebens versucht haben, ihn auszulösen, hat der arme Mensch im Bett spätestens einen blauen Unterarm.

Fazit: zu große Gruppen, Ausbildung wird nicht durch die erfahrenen Oberärzte sondern durch die Berufsanfänger durchgeführt, die Ausbilder sind nur selten gut vorbereitet, häufig wird aufgrund der Gruppengröße aus dem Praktikum ein Seminar gemacht.


Bei mir hat das dazu geführt, dass es mir eigentlich nur noch darum geht, so schnell wie möglich eine Unterschrift zu bekommen und dann unauffällig nach Hause zu verschwinden. Alternativ gibt man sein Praktikumskärtchen einfach einem anderen mit. Nicht weil man kein Interesse am Fach hätte, nicht aufgrund eines anderen wichtigen Termins, sondern nur aufgrund der Tatsache, dass man meistens davon ausgehen kann, dass man sowieso nichts lernen wird.


Dazu kommen dann noch so vollkommen dumme Ideen, wie 2 Klausuren in Statistik, aber nicht eine einzige in Innere Medizin zu schreiben. Chirurgie, das zweite große Fach hat ein lächerliches Testat "OP-Kurs" für das selbst fleißige Studenten nicht mehr als einen Tag lernen...



Um der Dramatik willen hab ich vielleicht einiges übertrieben, allerdings muss man einfach sagen, dass die klinische Ausbildung schlecht organisiert, chaotisch abgestimmt und auch fachlich sehr durchwachsen ist, wenn es auch einige sehr löbliche Ausnahmen gibt, die zumeist die peripheren Lehrkrankenhäuser machen.

zotteltroll
22.06.2004, 22:21
Hey Vystup!
Danke erstmal für deine Ausführungen. :-lesen Ich hab jetzt gaaanz viele Fragen :-)
Also: Inwiefern könnte sich daran nach der neuen AppO was ändern? Ab welchem Semester gilt die? Für Studienanfänger müsste das doch eigentlich jetzt schon längst der Fall sein, oder? Ist an der Uni etwas über die Defizite bekannt, sprich, will man da etwas tun? Ist es REALISTISCH, dass sich daran was ändert?
Wie eignet sich $student das Wissen/die Praxis der nicht besuchten Seminare an? Findest du diese Schwächen so gravierend, dass du dich auf den Arztberuf nicht ausreichend vorbereitet fühlst? (das klingt merkwürdig, ne andere Formulierung fiel micht nicht ein) ...

Und die letzte Frage: Unabhängig von der Stadt und dem Leben - würdest du nochmal in Leipzig studieren? Hast du eventuell im direkten Vergleich zu anderen Unis andere Erfahrungen machen können?

Ich hoffe, du kannst mir die eine oder andere Antwort geben. Dankbar bin ich dir auf jeden Fall dafür :-top

Shine on,
Christoph

Vystup
22.06.2004, 23:08
Unabhängig von der Stadt würde ich auf keinen Fall wieder in Leipzig studieren. Die Vorklinik war gut, die Klinik ist größtenteils so schlecht, dass ich mich keinesfalls auf meine spätere Tätigkeit als Arzt vorbereitet fühle, jedenfalls nicht durch die Uni. Wenn man aber Glück mit den Famulaturen hat, was man immerhin selbst beeinflussen kann, kann man da eine Menge lernen.
$student (obwohl ich dafür keinen string nehmen würde, die sind mir zu umständlich) lernt das meiste leider immer noch aus büchern.

die defizite sind der uni sicherlich bekannt, es ist ja nicht so, dass man sich nicht darüber beschweren würde. unser lieber herr dekan kiess hält auch sehr viel vom evaluieren von lehrveranstaltungen, leider werden aus den millionen von abgegebenen evaluationsbögen soweit ich das merke kein großartigen konsequenzen gezogen, weil dazu einfach das geld fehlt. es ist in einem personell sowieso schon zu schwach besetzten krankenhaus leider unmöglich, leute, die in der gleichen zeit auch patienten versorgen könnten (und somit geld verdienen), für die lehre abzustellen.

die neue AppO ändert daran insofern etwas, als dass afaik die gruppengrößen verbindlich festgelegt sind, massenveranstaltungen am krankenbett sollten damit der vergangenheit angehören. weiterhin wurde der anteil der praktischen ausbildung enorm erhöht. ich kann mir vorstellen, dass dadurch die ausbildung sehr viel praxisorientierter, wenn auch zeitaufwändiger werden dürfte. nebenbei eine doktorarbeit zu schreiben sollte dann wohl nicht mehr so ohne weiteres möglich sein, jetzt macht das fast jeder.
übrigens wirst du auf jeden fall nach neuer AppO studieren, im prinzip tun das alle, die nicht jetzt schon mindestens das 7. semester hinter sich gebracht haben.

persönlich kann ich keine vergleiche zu anderen unis ziehen, aber die leute, die aus rostock oder greifswald oder magdeburg zu uns gewechselt sind sagen alle, dass die ausbildung in den anderen städten besser gewesen sei, was aber durch den lebenswert der stadt leipzig kompensiert wird.

Epsilon
23.06.2004, 17:04
Also ich wurde wie viele andere Bayern nach Leipzig verZVSt...
Die Meisten dachten schlimmer gehts nimmer....zurück nach München!!! Was soll ich sagen kaum einer ist gegangen, viele sind heute noch hier und keiner hat es bereut. Ich rede hier weniger vom Studium, da ich ja schlecht vergleichen kann, da ich nur hier was. Ich red von dieser absolut genialen Stadt!!!
Also aus meiner SIcht: Leipzig ist der absolute Glücksgriff.

zotteltroll
24.06.2004, 00:38
Original geschrieben von Epsilon
Also ich wurde wie viele andere Bayern nach Leipzig verZVSt...
Die Meisten dachten schlimmer gehts nimmer....zurück nach München!!! Was soll ich sagen kaum einer ist gegangen, viele sind heute noch hier und keiner hat es bereut. Ich rede hier weniger vom Studium, da ich ja schlecht vergleichen kann, da ich nur hier was. Ich red von dieser absolut genialen Stadt!!!
Also aus meiner SIcht: Leipzig ist der absolute Glücksgriff.

Ich kenne Leipzig recht gut und kann mir den negativen Ersteindruck gar nicht erklären...
Eigentlich bietet ja jede Stadt eine gewisse Basis Studentenleben, momentan ist mir die Qualität der Lehre aber recht wichtig ...

zotteltroll
24.06.2004, 00:54
Hey Vystup,
danke erstmal für deine Antwort.
Leipzig als Stadt ist genial, ich weiß das und darum ist meine Wahl auch auf Leipzig gefallen. Ohne die Meinung dortiger Absolventen und ohne dort schon zu studieren, kann man ja nach nix anderem gehen, außer eventuell noch Lage u.ä.
Für mich persönlich wäre Halle die nächste Uni. Die medizinische Fakultät dort soll recht gut sein, zumindestens haben mir das Studenten erzählt. Was das Klinikum angeht, so ist auch alles recht modern. Als Stadt habe ich Halle allerdings gehörig satt ... an Unistädten kenn ich nicht viele, Heidelberg fällt mir spontan ein. Dort könnte ich es mir auch prima vorstellen zu leben, nur hab ich keine Chance mit 1,3. Die Uni kann ich auch nicht unbedingt einschätzen, es ist halt die Stadt, welche sich mir mal wirklich angenehm präsentiert hat.
Also was tun? Nach Leipzig gehen und nach 2 Jahren sich so eingelebt haben, dass man Abstriche bei der Ausbildung macht, welche sich bis dahin auch verbessert haben könnte? Ich kann mir nicht vorstellen, nach dem Grundstudium noch mal den Ort zu wechsen, alles hinter mir zu lassen, v.a. persönliche Bindungen. Obwohl dies natürlich eine Möglichkeit wäre, dann die Uni zu wechseln. Die Frage nach dem Wohin wäre das nächste Problem ...

Zutiefst irritiert,
Christoph :(