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Feuerblick
28.06.2004, 17:32
Ihr wollt jetzt nicht im Ernst eine Regelung, bei der sich der Mensch entscheiden muß, ob er mal irgendwann die Chance auf ein Organ haben will??? *kopfschüttel*

Im Prinzip kann man es doch drehen und wenden, wie man will: Das Problem ist und bleibt die fehlende Aufklärung bzw. der fehlende "Zwang", sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dabei ist es schnurz, ob man widersprechen oder zustimmen muß. Ich bin gegen die Widerspruchsregelung, weil für mich der Gedanke, einem Menschen ein Organ zu entnehmen (was er zu Lebzeiten vielleicht nicht wollte), nur weil er sich nicht rechtzeitig damit beschäftigt hat, einfach widerlich ist. Organmangel hin oder her!

Wenn ihr mehr Organspender wollt, dann müßt ihr die Menschen dazu bringen, sich damit zu beschäftigen. Ganz konkret und auf den Punkt! Sei es nun im Zusammenhang mit dem Führerschein oder sonst einem Punkt im Leben eines jungen Menschen. Nicht nur einfaches Behandeln im Unterricht sondern konkretes, von langer Hand per Ankündigung vorbereitetes "Jetzt mußt du dich entscheiden" (natürlich mit Widerrufsmöglichkeit).

Funkelauge

P.S. Ich finde es übrigens ziemlich übel, daß man sich in manchen Kreisen schon rechtfertigen muß, weil man KEIN Spender sein will. Jeder soll so etwas doch für sich selbst entscheiden können, oder? Und das auch als Medizinstudent/Arzt oder was auch immer!

milz
28.06.2004, 17:42
Original geschrieben von Feuerblick
Ich finde es übrigens ziemlich übel, daß man sich in manchen Kreisen schon rechtfertigen muß, weil man KEIN Spender sein will. Wenn sich derjenige auch dazu bekennt im Fall des Falles lieber zu sterben als ein Organ anzunehmen, dann ist das eine akzeptable Entscheidung.

Neujahrsrakete
28.06.2004, 17:56
Original geschrieben von Feuerblick
Ihr wollt jetzt nicht im Ernst eine Regelung, bei der sich der Mensch entscheiden muß, ob er mal irgendwann die Chance auf ein Organ haben will??? *kopfschüttel*
Aber selbstverständlich will ich genau DAS.



Original geschrieben von Feuerblick
Ich bin gegen die Widerspruchsregelung, weil für mich der Gedanke, einem Menschen ein Organ zu entnehmen (was er zu Lebzeiten vielleicht nicht wollte), nur weil er sich nicht rechtzeitig damit beschäftigt hat, einfach widerlich ist.
Jedem Proleten wird der Führerschein gegeben, jeder Prolet darf Kinder in die Welt setzen, jeder Prolet darf wählen. Dann kann man auch von jedem Proleten verlangen, daß er sich eine eindeutige Meinung zur Organspende bildet und diese Meinung auch konsequent vertritt.



Original geschrieben von Feuerblick
Ich finde es übrigens ziemlich übel, daß man sich in manchen Kreisen schon rechtfertigen muß, weil man KEIN Spender sein will. Jeder soll so etwas doch für sich selbst entscheiden können, oder? Und das auch als Medizinstudent/Arzt oder was auch immer!
Ich finde es übel, daß an gesunden Menschen rumgeschnippelt wird und ihnen Nieren entfernt werden, nur um Kranke mit Organen zu versorgen, die, wenn sie nicht sinnloserweise tagtäglich in der Erde vergraben werden würden, auch den Toten entnommen werden könnten.
Ich finde es übel, daß durch das aktuell in Deutschland bestehende Gesetz gesunde Leute seelisch-moralisch dazu gedrängt werden, ihren nierenkranken Angehörigen evtl. eine Niere zu spenden, weil nicht genug Organe von Toten da sind.
Den Angehörigen ist es nicht zu verübeln, daß sie die Risiken auf sich nehmen. Aber dem Gesetzgeber ist es zu verübeln, daß er durch die undurchdachte Gesetzgebung zum Organmangel beiträgt.

Hellequin
28.06.2004, 18:40
Quelle: Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
Artikel 102


Die Todesstrafe ist abgeschafft.

Und da das verweigern eines Spenderorgans, beinahe zwangsläufig mit dem Tod des Nichtspenders endet, ist das Ganze in meinen Augen nicht zulässig.
Mal ganz abgesehen davon, das ich diese Auschlussregel für ethisch und moralisch verwerflich halte. Weil man den Gedanken nämlich auch schön weiterspinnen kann, alle die nicht in die Krankenkassen einzahlen, haben auch kein Recht auf medizinische Behandlung. Wenn jemand Blutkonserven braucht, hat er nur Anrecht auf die Menge die er schon gespendet hat. Tolle neue Welt.


Original geschrieben von Neujahrsrakete
Jedem Proleten wird der Führerschein gegeben, jeder Prolet darf Kinder in die Welt setzen, jeder Prolet darf wählen. Dann kann man auch von jedem Proleten verlangen, daß er sich eine eindeutige Meinung zur Organspende bildet und diese Meinung auch konsequent vertritt.

Was war nochmal der Unterschied zwischen "dürfen" und "müssen"? ;-)

Widerspruchsregelung :-dafür
Ausschluss von Nichtspendern :-dagegen

ceres
29.06.2004, 09:32
Ich finde es auch falsch zu sagen:"Du bekommst kein Spenderorgan, da du selbst nicht bereit warst zu spenden!" Aber es sollte meiner Meinung mehr Aufklärung und Aufforderung betrieben werden. Sowohl in der Schule zu geeignetem Zeitpunkt (wenn der Jugendliche sich eine eigene Meinung bilden kann) als auch beim Hausarzt. Das Thema mal bei einer Routineuntersuchung einfließen lassen.
Es ist doch eine Tatsache, dass die meisten Menschen sich mit diesem Thema garnicht auseinander setzen oder es viel zu oberflächlich betrachten. Es existiert halt immer noch diese Vorstellung vom "Ausschlachten" nach dem Tod und dagegen sollte vorgegangen werden. Es muss halt verdeutlicht werden welchen Stellenwert eine Organspende hat. Was will ich im Grab mit meinen Organen?

hobbes
29.06.2004, 20:35
Original geschrieben von Neujahrsrakete
Ich schlage vor:
Widerspruchslösung (andere Länder können das auch).
Wer dann auf der Liste der Nichtspender steht, bekommt selbst auch niemals ein Spenderorgan.

Ich bin ein klarer Befürworter der Organspende, das möchte ich klargestellt haben. Aber obiges Zitat übt einen Zwang zur Organspendebereitschaft aus und genau dies darf nicht sein. Auch mit der Widerspruchslösung muss eine Organspende freiwillig sein. Alles andere verstösst gegen fundamentale ethische Grundsätze. Der Mensch ist frei über seinen Körper zu verfügen und lehnt er die Organspende, selbst wenn aus irrationalen Ängsten ab, so darf er dies. Dies soll ihm nicht das Recht nehmen im Bedarfsfall, vielleicht nach Revision der eigenen Meinung über Organspenden, Hilfe zu beanspruchen.

PS: Die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Spendeorgans nach Tot- und Lebendspende ist eine unterschiedliche; ebenso die rasche Organverfügbarkeit. Selbst mit einer Widerspruchsregelung gibt es einen Knappheit der Organe (Vergleich Österreich), weshalb Lebenspenden Sinn machen.

Hellequin
29.06.2004, 20:54
Wow, Hobbes und ich mal einer Meinung!!!! :-notify
Es geschehen noch Zeichen und Wunder. :-))

Neujahrsrakete
29.06.2004, 21:40
Original geschrieben von hobbes
Der Mensch ist frei über seinen Körper zu verfügen und lehnt er die Organspende, selbst wenn aus irrationalen Ängsten ab, so darf er dies.

Klar soll man die Organspende ablehnen dürfen. Das ist jedermanns gutes Recht. Aber zu sagen "nö, ich spende nicht" und die Spende von anderen Leuten dann trotzdem annehmen...das geht mir nicht in den Kopf. Das lehne ich ab.
Aber bestenfalls ist die Diskussion darum sowieso theoretischer Natur. Denn vielleicht sind Nichtspender ja selbst so konsequent und wollen gar kein Spenderorgan erhalten.


Selbst mit einer Widerspruchsregelung gibt es einen Knappheit der Organe (Vergleich Österreich), weshalb Lebenspenden Sinn machen.
Mit Widerspruchsregelung wäre die Organknappheit aber geringer.

Angeblich (laut Aussage eines Zuhörers beim Vortrag über Nierentransplantation) ist Deutschland wegen der bestehenden Gesetzeslage ein Nehmerland, was den Organtransfer über Eurotransplant angeht. Alleine diese Tatsache (wenn sie denn stimmt---bleibt zu recherchieren) finde ich schon dermaßen peinlich, daß ich die anderen Länder verstehen würden, wenn sie Deutschland aus dem Eurotransplant-Vertrag rausschmeißen wollen würden.

Froschkönig
29.06.2004, 21:45
Original geschrieben von Neujahrsrakete
Denn vielleicht sind Nichtspender ja selbst so konsequent und wollen gar kein Spenderorgan erhalten.

GAAANZ SICHER...der Leberzhirrotiker verzichtet Freiwillig auf eine neue Leber weil er keine Organe spenden will....


Original geschrieben von Neujahrsrakete
Angeblich (laut Aussage eines Zuhörers beim Vortrag über Nierentransplantation) ist Deutschland wegen der bestehenden Gesetzeslage ein Nehmerland, was den Organtransfer über Eurotransplant angeht. Alleine diese Tatsache (wenn sie denn stimmt---bleibt zu recherchieren) finde ich schon dermaßen peinlich, daß ich die anderen Länder verstehen würden, wenn sie Deutschland aus dem Eurotransplant-Vertrag rausschmeißen wollen würden.

Nu mach mal Langsam...die rechnen da doch nur hoch, wie viele Organe nach Deutschland gehen zur Transplantation oder ?....es gibt genügend Organe die man in Deutschen Krankenhäusern eingereisten Staatsbürgern anderer Nationen zukommen läßt ! Das gehört schon mit in die Kalkulation !

Ein anderer Aspekt (Vielleicht war es ja schonmal angesprochen aber ich mag grad nicht nochmal alles lesen) ist die Frage, wie häufig denn überhaupt mit der Frage nach Organspende an hinterblieben herangetreten wird ? Vielleicht ließe sich da ja auch vieles verbessern, wenn man da konsequenter vorginge !

Ich meine, ich find das Thema insofern sowieso absurd bzw. kann das Problem immer nicht verstehen, da ich der Ansicht bin, daß meine Organe, sollten sie nach meinem Ableben noch einen sinnvollen Zweck erfüllen können, das doch dann bitte auch tun sollen...futter für die würmer gibts doch eh genug !

Leelaacoo
30.06.2004, 07:43
Das andere Problem (und auch schon angesprochen): Welche Rolle spielt denn die Frage nach Oragnspenden im Leben eines gesunden Menschen, der nicht im medizinischen Bereich tätig ist?
Keine. Erst wenns soweit ist, daß man selbst, Verwandte oder Bekannte ein Oragan brauchen, machen sich die meisten Leute Gedanken. Also Pflichtschulung? Ich denke, da geht es nicht ohne Widerspruchregelung...sonst ist der Aufwand, an wirklich ALLE heranzutreten, viel zu groß.
So wäre es aber klar, daß man es akzeptiert und sich selbst Gedanken machen muß, was man will oder nicht...nicht wie heute, wo es einfach ausgeblendet wird (nach dem Motto: Wenn ich tot bin, dann schau'n mer mal")

LG Lee

Blackeneier
01.07.2004, 00:32
Wer nicht spenden will, soll also auch nichts bekommen?
Und wer seinen Körper nicht der Anatomie zur Verfügung stellt, soll auch nicht Medizin studieren dürfen?
Und wer nicht arbeitet, soll verhungern?
Und wenn der Patient mich nicht achtet, hat er kein Recht, von mir geachtet zu werden?
Nein, ich bin auch höchstens für eine bevorzugte Behandlung von Spendern aber nicht für einen Ausschluß von Nichtspendern.

Froschkönig
01.07.2004, 00:42
Original geschrieben von Blackeneier
Und wer nicht arbeitet, soll verhungern?


Gehört nicht in dieses Thema aber :

Wer nicht arbeitet obwohl er es könnte und schmarotzt, weil er zu bequem ist....der solltet tatsächlich verhungern !
Das ist hier nicht das Schlaraffenland, wo allen die gebratenen Tauben in den Mund fliegen !
Nichts gegen das Sozialsystem, denn es wurde aus guten Gründen geschaffen um Benachteiligte zu unterhalten....aber Dauerschmarotzer züchtete es leider auch nebenbei....so gesehen empfinde ich diesen einen einwand als nichtig !

Der Frosch

Neujahrsrakete
01.07.2004, 09:53
Original geschrieben von Leelaacoo
Das andere Problem (und auch schon angesprochen): Welche Rolle spielt denn die Frage nach Oragnspenden im Leben eines gesunden Menschen, der nicht im medizinischen Bereich tätig ist?
Keine. Erst wenns soweit ist, daß man selbst, Verwandte oder Bekannte ein Oragan brauchen, machen sich die meisten Leute Gedanken. Also Pflichtschulung? Ich denke, da geht es nicht ohne Widerspruchregelung...sonst ist der Aufwand, an wirklich ALLE heranzutreten, viel zu groß.
Ich mache den Menschen gar keinen großen Vorwurf daraus, daß sie sich nicht mit der Organspende beschäftigen. Man lebt, ist im besten Falle gesund und kümmert sich richtigerweise einfach nicht um die Medizin.
Andererseits ist es aber trotzdem nötig, an Spenderorgane heranzukommen.
Was bleibt also anderes übrig als die Widerspruchslösung? Wenn diese Regelung eingeführt wird, muß man mal ein bißchen Medienrummel betreiben, damit die Leute wissen: " Jetzt muß ich mich mal kurz mit dem Thema befassen und dann aber auch wirklich nie wieder."
(Bestenfalls würde es zu dem Thema sowieso eine Volksabstimmung geben, dann wüßte auch jeder darüber Bescheid und niemand könnte sagen, daß die Widerspruchsregelung hinter seinem Rücken eingeführt worden wäre. Aber das ist wieder eine neue Diskussion.)



Original geschrieben von Blackeneier
Wer nicht spenden will, soll also auch nichts bekommen?
Und wer seinen Körper nicht der Anatomie zur Verfügung stellt, soll auch nicht Medizin studieren dürfen?
Und wer nicht arbeitet, soll verhungern?
Und wenn der Patient mich nicht achtet, hat er kein Recht, von mir geachtet zu werden?
Merkwürdig, daß es immer Leute gibt, die das aktuell diskutierte Thema auf andere Themen ausweiten, die gar nichts mit der aktuellen Diskussion zu tun haben.
Wir reden hier nicht über Essen und Verhungern, nicht über die Anatomie u.s.w., sondern über Organspende. Nicht mehr und nicht weniger.

Körperspenden für die Anatomie gibt es meines Wissens nach mehr als genug. Es besteht zur Zeit also kein Grund, irgendwelche Zwänge auszuüben. Das wäre aber eine weitere Diskussion, und um in einer Kurzdarstellung nicht mißverstanden zu werden, schreibe ich dazu jetzt lieber gar nichts.

Wer nicht arbeitet, soll verhungern?
Auch das ist nicht mal eben schnell beantwortet.

Aber die Frage nach der Organspende ist doch sooo einfach.
Ein Mensch ist tot. Keine Diskussion möglich.
Ein anderer Mensch kann eines der Organe gebrauchen. Keine Diskussion nötig.
Wer meint, mit allen seinen teilweise noch funktionsfähigen Organen ins Grab gehen zu müssen, schaltet sich aus dem Organspendewesen aus.
Simpel, oder?

hobbes
01.07.2004, 10:47
Original geschrieben von Neujahrsrakete


Klar soll man die Organspende ablehnen dürfen. Das ist jedermanns gutes Recht. Aber zu sagen "nö, ich spende nicht" und die Spende von anderen Leuten dann trotzdem annehmen...das geht mir nicht in den Kopf.


Es hat doch jeder das Recht seine Meinung zu revidieren. Zudem wird die Frage nach der Organspende ja gar nie explizit gestellt, d.h. alle die sich nicht aktiv darum bemühen, Organspender bzw. Organspendeausweisbesitzer zu werden, werden als Organspendeverweigerer interpretiert. Das kann ja nun auch wieder nicht sein und es geht nicht an, einem künftigen Patienten genau dies vorzuwerfen und ihm deswegen ein Organ zu verwehren.

Die Organvergabe hat sich nur nach der Chance des Organüberlebens im Empfänger zu richten.

Rico
01.07.2004, 10:53
Original geschrieben von Neujahrsrakete
Bestenfalls würde es zu dem Thema sowieso eine Volksabstimmung geben, dann wüßte auch jeder darüber Bescheid und niemand könnte sagen, daß die Widerspruchsregelung hinter seinem Rücken eingeführt worden wäre. Naja... wenn ich mir so ankucke, wie das wahlberechtigte Volk teilweise über die Regierenden bescheid weiß, dann will ich gar nicht wissen, wie der Informationsstand bei der Organspende im Falle einer Volksabstimmung (die ja gar nicht möglich ist in D - aber wie gesagt. andere Diskussion) sein würde.

"Wenn ich jetzt mit "Ja" stimme - muß ich dann gleich ne Niere abgeben?" :D

Original geschrieben von Neujahrsrakete
Merkwürdig, daß es immer Leute gibt, die das aktuell diskutierte Thema auf andere Themen ausweiten, die gar nichts mit der aktuellen Diskussion zu tun haben. Das nennt man: "Vergleich" :-top

Und ist in diesem Falle absolut nützlich, um zu sondieren, wie rigoros das geplante Vorgehen sein würde - im Vergleich mit anderen Lebensbereichen, in denen ähnliche Konstellationen vorliegen: Person A braucht etwas, daß Person B hergeben soll.
Es geht dabei gar nicht die Diskussion auf die Körperspende in der Anatomie auszuweiten und es ist auch nebensächlich, ob dort ein Mangel herrscht oder ein Überschuß, es geht bloß darum, die geforderte "Gibste nix - kriegste nix"-Regelung in ähnlichen Bereichen zu prüfen.

Blackeneier
01.07.2004, 17:34
@ Neujahresrakete

das hier



Nein, ich bin auch höchstens für eine bevorzugte Behandlung von Spendern aber nicht für einen Ausschluß von Nichtspendern.



ist meine Meinung zum eigentlichen Thema


und das hier


Wer nicht spenden will, soll also auch nichts bekommen?
Und wer seinen Körper nicht der Anatomie zur Verfügung stellt, soll auch nicht Medizin studieren dürfen?
Und wer nicht arbeitet, soll verhungern?
Und wenn der Patient mich nicht achtet, hat er kein Recht, von mir geachtet zu werden?


ist meine Begründung zu dieser Meinung in Form eines Vergleiches bzw. einiger halbrhetorischer Fragen. Falls das also nicht klar geworden ist, kann ich es auch anders sagen:
Ich bin gegen das Prinzip „du nix spenden, du sterben“ weil ich allgemein gegen das Prinzip „du nix geben, du nix kriegen und verrecken“ bin. Insofern tut das also schon zur Sache, denn ich könnte jetzt ja fragen, ob du allgemein für „nix für nix“ bist oder allgemein nicht und aber bei Organspenden schon. Und dann könnte man im einen Fall über das allgemeine diskutieren und im anderen Fall über das Spezielle bzw. warum das Allgemeine hier nicht gilt.

Aber gut, nehmen wir mal an, wir sagen, jeder muß sich entscheiden für oder gegen spenden und gespendet werden. Und dann verbessert sich die Medizin immer mehr und wir brauchen kaum noch Organe, aber habe ziemlich viele, weil fast alle spenden... und dann braucht einer eins, der mit 18 gesagt hat, er will nicht spenden. Ja, jetzt hab ich da also 10 Nieren, die ich verrotten lassen kann, weil sie keiner braucht, oder ich gebe sie dem, der nicht spenden wollte... für mich zählt hier das Wohl des Patienten mehr als irgendein nix-für-nix-Prinzip

Pascal
01.07.2004, 21:05
Wollte ja eigentlich mit Zitaten auf einzelne Sachen eingehen, aber das wird mir ein zu großes Gefussel.

Daher mal generell meine Meinung.

1. Ich wäre absolut für die Wiederspruchsregelung.

2. Ich wäre absolut gegen einen Ausschluß von nichtspendern. Das wäre selbst für meinen manchmal etwas gemein denkenden Geist doch zu hart. Besonders in der vorgeschlagenen Form einmal entscheiden, am besten noch mit 18, und dann wars das. Das ist absoluter Unfug. Jeder hat das Recht seine Meinung zu ändern. Im Laufe des Lebens lernt man nunmal dazu. Und besonders die Entscheidung eines 18 Jährigen Kindes, ich sage absichtlich Kind, kann man wohl kaum so auslegen das er 20 Jahre später kein Recht mehr zu leben hat. Was ich mir schon vorstellen könnte wäre die Einwilligung, oder den Wiederruf als Kriterium für die Einordnung innerhalb der Rangliste zu werten. Hier müßte man dann halte eine Regelung habe, das es solage gilt bis zum Zeitpunkt der Diagnose stellung. Danach bringt einem die Einwilligung nix mehr.

3. Da war was mit wer nicht arbeitet soll verhungern. In dem Punkt stimme ich Frosch zu. Wer nur nix tun will sollte auch keine Ansprüche haben. Aber wie gesagt ich denke in einigen Punkten etwas hart. Ich verstehe auch z.B. immernoch nicht warum Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger nicht auch ein paar Stunden Sozialdienst im Monat machen sollten. Oder genauso, wenn ich jemand zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wird. Warum ist damit nicht automatisch eine Auflage in Form von Gemeinnütziger Arbeit verbunden? Aber ich schweife ab.