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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Klin Studium in Würzburg?



michelle
27.06.2004, 16:26
Hallo!
Ich studiere momentan in Marburg und bin am Überlegen, nach dem Physikum nach Würzburg zu wechseln ( es zumindest mal zu versuchen). Wer kann mir etwas über das klin Studium dort berichten z.B. welche Fächer dort gut oder eher weniger gut sind, wie die praktische Ausbildung ist o.ä.
Vielleicht gibts aber ja auch einen Marburger Studenten, der mir mal was Positives erzählen kann?
Ich hoffe auf Antworten!

Blackeneier
30.06.2004, 00:17
Die Klinik in Würzburg ist weder besonders über- noch besonders unterdurchschnittlich, wie ich das sehe. (Eher etwas überdurchschnittlich, die Vorklinik aber mehr.) So von der Qualität und Reputation her und so. Zur Zeit ist natürlich durch die Reform und Ü-Regeln alles im Durcheinander. Ich denke auch das könnte sowohl schlimmer als auch besser sein. Das akute Durcheinander sollte sich aber auch von Semester zu Semester mehr legen.
Für den Zustand nach abgeschlossener Reform liegen natürlich noch keine großen Erfahrungsberichte vor. Insgesamt ist das Studium eher konservativ geblieben, also nicht übertrieben viel POL, Module und so was. Einige neue Sachen sollen ganz gut sein, z.B. zum Teil Innere mit neuer Organisation zeigt gute Ansätze (relativ viel Zeit am Patienten, freiwilliges Seminar...). Anderes ist nicht so doll, wobei man eben nicht weiß, ob das allgemein so ist oder nur zur Zeit wegen „Übergang“. Eher gut waren z. b. MiBi, teilweise Patho. Eher schlecht Pharma, v. a. Toxikologie, auch Radio zum Teil. Grottenschlecht waren bis jetzt Biomathe und auch Notfälle. Aber gerade bei diesen beiden Kursen hat man die Reform wohl genutzt, es gänzlich neu aufzubauen. Ob es jetzt nur besser oder richtig gut ist, weiß ich nicht.
Insgesamt würd ich so pauschal mal sagen, die Klinik ist meistens zufriedenstellend, oft auch gut, oft aber auch nur ausreichend, manchmal sehr gut und selten auch sch... Das hilft jetzt wahrscheinlich auch nicht weiter, was?
Ist halt alles schwer zu sagen wegen Reform und Übergang, wenn du aber noch konkrete Fragen hast, versuch ichs trotzdem gern.

Ich persönlich bin übrigens zufrieden, außer mit dem aktuellen Chaos.
:-)

michelle
30.06.2004, 15:22
Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Hab mir schon gedacht, dass die Beurteilung so ähnlich ausfällt, da ja keine Uni durchweg spitze oder nur mies ist. Chaos wegen der Umsetzung der neuen AO herrscht wahrscheinlich überall, je nach Uni länger oder kürzer, und das kann man halt schlecht vorhersehen. Was mich noch interessieren würde sind die Gruppengröße in den Kursen und ob es irgendwelche praktischen Zusatzangebote gibt wie z.B. Blutabnehmen, Nähen üben o.ä. oder ob man nur auf "gute" Famulaturen angewiesen ist.

Blackeneier
01.07.2004, 01:16
Jo, also Gruppengrößen natürlich sehr unterschiedlich. In Innere z.B. 6, die dann wieder in 2x3 oder 3x2 zum Patienten gehen, halbe Stunde ca. Anamnese, Untersuchung (manchmal ein Pat., manchmal 2), Besprechung dann zu sechst.
Die ehemalige theoretische Klinik waren eher Großgruppen, so 10-20 in Klin. Ch., Radio. Pharma war so seminarartig 20-30, Toxi nur als Vorlesung für alle. Mibi und Patho waren vielleicht 50 Leute im Saal, jeder eben mit Mikroskop und so... aber auch hier einiges im Umbruch. HNO jedes mal andere Gruppeneinteilung, im OP ist man zu dritt, im Seminarraum zu 20st, dazwischen kommt auch alles mal vor. Augen total überfüllt, weil z.Zt. wegen Übergang 2 Semester gleichzeitig.
Es gibt praktische Zusatzangebote, hab ich persönlich nicht genutzt, also aus 2. Hand:
- Blutabnehmen (hab ich doch auch selber gemacht), war nicht so ergiebig, wenn da 20 Leute rumhocken und sich Blut abnehmen wollen, aber nur ein Arzt da ist zum zuschauen... naja, man hats halt mal gesehen und vielleicht auch ein mal gemacht, aber ich glaube man kann genauso gut ohne in die Famulatur gehen.
- Nähen gibts glaube ich, weiß aber nix genaues.
- Ultraschall, wovon ich positives und negatives (zu voll) gehört habe
- Notfall, aber im Zuge der Reform wurde das jetzt eh in den Pflichtkurs integriert
- die HNO bietet zb ne ganze Menge an, was kaum einer nutzt
- gibt bestimmt noch mehr
- gerade neu eingeführt, auch zum Teil als Ersatz für offiziell abgeschafften und inoffiziell gekürzten Klopfkurs gibts jetzt das „skills lab“. Ich glaube ist ganz gut, habs aber selber nicht gesehen und noch nicht viel gehört daveon

wenn mir noch was einfällt, schreib ichs noch :-lesen

michelle
01.07.2004, 18:27
Vielen Dank!
Vielleicht gibts auch noch einen Marburger Studenten, der mir was (hoffentlich Positives) vom klin Studium hier erzählen kann?!

Leijona
07.07.2004, 17:52
hallo michelle!

bin auf den thread gestoßen, weil ich selbst auch am überlegen bin, ob ich nach dem physikum nach würzburg wechsle....
aber erstmal was allgemeines
aaalso: insgesamt glaube ich, dass man sich bei der wahl des studienortes weniger nach der uni als nach der stadt richten sollte. darf ich dich (ganz indiskret *g* )) fragen ;-) ;-) was dich speziell nach würzburg zieht?
kennst du die region? magst du die mainfranken ;-) bzw meinst, dass du dich mentalitätsmässig dort wohlfühlen würdest? für mich persönlich machen solche "weichen" kriterien viel viel mehr aus als die formale organisation des studiums. ich hätte zb massive probleme irgendwo im norden zu studieren, und selbst wenn die uni noch so toll wäre...
kennst du würzburg schon?

das umland von wü ist eigentlich ganz schön ("großstadt in der pampa" ;-) ), die kneipenszene ist auch gut und die innenstadt recht schön. naja die schlimmen stadtviertel hab ich noch nicht in ausführlichkeit gesehen :-?
das klinikum, ist wie gesagt, nicht auf ein klinikumscampus konzentriert (wie hier in mainz, was ich eigentlich ganz cool finde). in grombühl haben sie es erweitert, da ist ein großer neuer komplex (das ZOM - zentrum für operative medizin oder so ähnlich
;-) ) entstanden.

wenn du einfach mal die uni wechseln willst, um mal was neues zu sehen, würde ich mich an deiner stelle nicht auf wü festlegen, sondern einfach mal mehrere unis ins visier nehmen! :-)
von einer freundin (9.sem) kriege ich manchmal auch etwas über die "abgründe" des medizinstudiums in wü mit:
mobbende profs (beginnt schon in der anatomie), die möglichkeit scheine zu "kaufen"/sich zu "erschlafen" und eine art "snobdenken"/"rassismus".
naja... :-(( :-notify :-?


bei mir ist das szenario folgendermaßen: ich studiere in mainz und genieße die offenheit des rhein-main-großraums und bin auch ganz zufrieden. mein freund allerdings ist würzburger (sprich: "wördsborcher" ;-) ) und auf dauer soll das natürlich keine fernbeziehung bleiben... :-) :-love. und da er auch fürs hauptstudium an wü gebunden ist, würde es darauf herauslaufen, dass ich wechsle, früher oder später...
insgesamt ist mir die gegend und das klima nicht unvertraut, weil meine eltern aus dem ferneren umkreis (allerdings ba-wy) kommen und in wü studiert haben.

also, liebe grüße

leoni

Blackeneier
07.07.2004, 19:08
aaalso: insgesamt glaube ich, dass man sich bei der wahl des studienortes weniger nach der uni als nach der stadt richten sollte. darf ich dich (ganz indiskret *g* )) fragen was dich speziell nach würzburg zieht?

Stadt/Gegend/Lebensgefühl müssen einem natürlich zusagen. Würzburg ist eben kleiner als viele andere, größer als manche, südlicher als viele, nördlicher als manche, „schöner“ als viele, nicht ganz so schön wie manche. (Meine persönliche Meinung jedenfalls.) Das Studium an sich kann vielleicht entscheidend sein, wenn es besonders toll ist, besonders innovativ oder besonders schlecht. Ist aber alles nicht der Fall, also kann mans tatsächlich von der Stadt abhängig machen.


das klinikum, ist wie gesagt, nicht auf ein klinikumscampus konzentriert (wie hier in mainz, was ich eigentlich ganz cool finde). in grombühl haben sie es erweitert, da ist ein großer neuer komplex (das ZOM - zentrum für operative medizin oder so ähnlich

Das Klinikum ist eigentlich doch relativ konzentriert in Grombühl. >90% der Klinik verbringt man hier. Das neue ZOM ist natürlich janz was dolles, gerade vor ner Woche vom Stoiberling persönlich eröffnet. Bald (naja, relativ gesehen) gibts dann auch noch das ZIM (Zentrum Innere Medizin). zommm und zimmmm....


kriege ich manchmal auch etwas über die "abgründe" des medizinstudiums in wü mit:
mobbende profs (beginnt schon in der anatomie), die möglichkeit scheine zu "kaufen"/sich zu "erschlafen" und eine art "snobdenken"/"rassismus".
naja...


Das kann ich jetzt nicht bestätigen. (Widerlegen kann ichs natürlich auch nicht.)
„Mobbing“ ist ein sehr dehnbarer Begriff, also keine Ahnung was damit gemeint ist. Vielleicht speziell in der Anatomie die nicht überbordende Frauenfreundlichkeit von xxx? Aber daß einer von 10 Profs ne Sackratte ist- ich denke, das ist nicht nur in Wü so. Ich denke, das sollte man einfach überhören. Wenn man sojemand in der Prüfung hat, muß man sich halt top vorbereiten und bei eventuellen Andeutungen nicht zurücckschießen. Außer lauen Gerüchten hab ich dazu jedenfalls nix mitbekommen.
Ich persönlich hab mir auch keine Scheine gekauft oder erschlafen und kenn auch keinen, der das regelmäßig macht. (wobei „der“ bei mir auch immer „die“ miteinschließt).
Und snobdenken/rassismus von wem eigentlich, Dozenten, Studenten, oder Wörzborchern? Wir haben echt ne Menge Studenten aus aller Welt im Semester und ich hab da noch keine großen Probleme mitbekommen. Rassismus kenn ich nur von leider viel zu vielen Wahlplakaten der REPs und aus Straßenbahngessprächen einiger schwarzbrauner Geöpseln. :-(

Naja, will natürlich nicht ausschließen, daß mir da irgendwas entgangen ist, aber ich denke doch sagen zu können, daß wir hier an der Uni in der Regel wenigstens fair und tolerant sind. (Muß ja jetzt auch mal meine Uni verteidigen!) :-top

Nix für ungut und ich hoffe, falls ihr kommt erlebt ihr es so wie ich und bleibt von „Abgründen des MedStuds in Wü“ verschont.
;-)

Leijona
08.07.2004, 00:22
hallo -
cool, so eine lange antwort :-)

bist du eigentlich aus wü/umgebung?

ich hab natürlich noch nicht soo viel von der uni speziell mitgekriegt. vielen dank für sämtliche infos! wie gesagt, ich würde auch gern zur klinik hinwechseln.

ach, nochwas was ich gehört hab: dass in wü studentenverbindungen so verbreitet wären. bzw von main kenn ich niemanden (!) der in einer verbindung ist und in wü von den wenigen leuten gleich ein paar... *wunder*
hat das da irgendwie ne besondere tradition/bewandnis?

ich finde wü natürlich von der stadt her klar schöner als mainz- allein der main und die festung und die residenz, das ist scho ein anderer kaliber. :-top

schöne grüße nach wü (wo ich die nächsten beiden wochenenden nicht hinkommen werde - klausuren!

:-nix :-(( :-lesen *heul*....

leoni

michelle
08.07.2004, 16:47
darf ich dich (ganz indiskret *g* )) fragen was dich speziell nach würzburg zieht?
kennst du die region? magst du die mainfranken bzw meinst, dass du dich mentalitätsmässig dort wohlfühlen würdest? für mich persönlich machen solche "weichen" kriterien viel viel mehr aus als die formale organisation des studiums. ich hätte zb massive probleme irgendwo im norden zu studieren, und selbst wenn die uni noch so toll wäre...
kennst du würzburg schon?

Ich bin Mittelfränkin (nahe Grenze zu Unterfranken), kenne also Würzburg und die Franken. Wollte eigentlich auch schon ab dem 1. Semester dort studieren, aber die ZVS hatte was dagegen.
Nachdem ich hier in Marburg bisher nur Negatives über das klinische Studium gehört habe (hier meldet sich ja auch keiner mit einer gegenteiligen Meinung zu Wort), und mir Würzburg gefällt, versuch ich halt jetzt verspätet dorthin zu wechseln.

Leijona
08.07.2004, 18:52
na , dann bist du ja bestens gerüstet ;-) :-)) ;-)

wann machst du denn physikum? vielleicht sieht man sich... ;-) :-D :-))

Leijona
08.07.2004, 22:51
ach was ich vorhin zu schreiben vergessen hab:
du könntest zB im lokalforum marburg nen beitrag reinsetzen... da finden sich dann doch bestimmt leute im klinischen abschnitt, die ihre erfahrungen mitteilen!
:-peng :-winky

sind die infos, die du bisher über marburg hast von älteren studis? bemängeln die den ton und die stimmung und die motivation oder eher formales wie organisation? da ändert sich ja mit der neuen ao auch einiges. mal sehen....

Blackeneier
09.07.2004, 00:00
bist du eigentlich aus wü/umgebung?


nöö, ich bin nur, wie sagt man, Lebensabschnittsfranke ;-) , freiwillig, ursprünglich bin ich aus dem wenn auch nicht allzu hohen Norden, wo es ja anscheinend nicht jeder aushalten würde?! :-D


ach, nochwas was ich gehört hab: dass in wü studentenverbindungen so verbreitet wären. bzw von main kenn ich niemanden (!) der in einer verbindung ist und in wü von den wenigen leuten gleich ein paar... *wunder*


Es sind natürlich einige in Verbindungen, die Verbindungen verteilen ihre Flyer für ihre Parties (und ihre günstigen Wohnungen) und man sieht die schönen Häuser rumstehen... :-)) ich persönlich hab nix mit Verbindungen zu tun und eher wenig mit Leuten, die drin sind (ohne daß dahinter ein Prinzip stecken würde). Insofern kann ich also nix zu Traditionen und Bewandnissen hier sagen.
:-?

schöne grüße nach wü (wo ich die nächsten beiden wochenenden nicht hinkommen werde - klausuren!

na, dann mal viel Erfolg :-top

Blackeneier
09.07.2004, 00:15
noch was allgemeines, wo ihr ja wechseln wollt oder vielleicht wißt ihrs ja auch: Soweit ich weiß, ist es relativ gut möglich, hierher zu wechseln, jedenfalls gibts ne ganze Menge im Semester, die hergewechselt sind und sich bei vielen Unis beworben haben und nur aus wenigen nen positiven Bescheid bekommen haben. (Natürlich, die, die ein Nein bekommen, trifft man ja hier in Wü nicht. Aber ich glaube schon relativ günstig wie gesagt, nur mal so (an manchen Unis solls ja ziemlich schwer sein.) (welch sinnvoller beitrag... :-(( :-? :-D :-))