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Leelaacoo
26.07.2004, 07:30
Tja, wenn man nur von Luft und Liebe leben könnte...hmmm ;-)
Ader das mit den Kantinen ist doch durchaus ein Problem...schließlich besteht in vielen Schulen eine Anwesenheitspflicht in der Kantine...was sollen die Kinder denn da machen, außer die Burger essen, die ihnen McD "spendiert"?
Und apropos 500 kcal...
Nimm mal an, das Kind ißt morgens eine Schüssel Flakes (natürlich mit Zucker en masse...ich glaub nicht, daß es da groß was anderes gibt), macht mit Vollmilch so an die 600-700 kcal.
Dann mittags, nach einem halben Tag rumsitzen in der Schule einen Burger mit Pommes und Coke plus Pudding zum Nachtisch (normales Mittagessen), macht ca. 2000 kcal plus bestimmt 60 g Fett...und schon sind wir über dem Tagesbedarf. Alles, was dann abends noch verzehrt wird, landet im Fettdepot.
Und fürs Kind selbst gibt es da groß keine andere Alternative...es kann ja schlecht das Mittagessen weglassen.
Und für das Mittagessen müßte es Nachmittags ca. 3 h am Stück joggen...wer kann das schon?
Ich gestehe ja jedem normalen Erwachsenen und Jugendlichen die Entscheidungsfähigkeit zu, selbst zu bestimmen, was man wie oft wo ißt...aber wohl keinem 8jährigen, oder?
Und wenn erst mal der Grundstein gelegt ist, ist es verdammt schwer, da wieder rauszukommen, glaubt mir.
Ich darf z.B. am tag maximal 1200-1500 kcal essen, um nicht wieder zuzunehmen....da bin ich mit einem Spar-Menü schon bei einer 2 Tages-Ration...ohne satt zu sein, weil das Zeugs nur aus minderwertigen Kohlenhydraten und Fett besteht. Und diesen Kindern steht das gleiche bevor...oder ein SuperSize-Sarg, der ja bereits erfolgreich verkauft wird.

LGLee

Rico
16.08.2004, 11:37
Nun, ich habe den Film jetzt doch gesehen... und ich muß sagen, er hinterläßt ein ähnlich fades Gefühl wie ein Moore-Film.
120 Minuten drehen sich um eine Message: "Fast-Food ist ungesund"... dreifacher Tusch, wer hätte es gedacht...
Mit Gegenargumenten oder relativierenden Argumenten hält der Film sich nicht lange auf, sondern kommt immer schnell zu "McDonald's hat Schuld" zurück. McDonald's Spielplätze sind die einzigen in Manhatten, weswegen man förmlich zu McDonalds gehen MUSS wenn man sein Kind beschäftigen will.

Hin und wieder werden mal ein paar Leute gezeigt, die trotz regelmäßigem Fastfood-Genuß schlank sind, und diese treiben - Wunder o Wunder - Sport.
Dann sieht man wieder dicke Fastfood-Esser und diese treiben - Wunder² - keinen Sport....
Erkennt jemand das Muster??? McDonalds ist Schuld!

Und deshalb geht Spurlock fortan nur noch halb soviel zu Fuß wie der durchschnittliche New Yorker...damit zuviel Bewegung die McDonalds-ist-Schuld-These nicht verwässert.
Aha....

Die Politik der Schulkantinen war der einzige Aspekt, der mal kurz Abstand von McDonald's genommen hat - und das zurecht wie ich finde.
Schulkantinen sollten - auch wenn die Kinder dort nicht pflichtgespeist werden - ökotrophologisch einigermassen sinnvolle Menüs anbieten. Unter anderem eben auch, weil Kinder da ohne elterliche Aufsicht sich ihr Mittagessen zusammenstellen und das eben nicht nach den neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern eben das nehmen, was ihnen am besten schmeckt.
Die Schulkantinen werden übrigens nicht - wie weiter oben in diesem Thread zu lesen - von McDonald's beliefert werden, sondern von einer eigens dadrauf spezialisierten Firma, bzw. dem Agrarministerium, also von der Regierung (!!).

Am Ende dieses durchaus interessanten Teils des Films wird Spurlock leider wieder Moore-ianisch und zeigt Bilder aus einer Schule für Problemkinder, in der angeblich Friede, Freude und Bio-Eierkuchen herrschen, und das nur, weil es in der Kantine nur Salat nebst gedünstetem Gemüse und frischem Quellwasser gibt. Hingegen in der normalen Fast-Food-Schule herrschen Mord & Totschlag auf den Gängen... *gähn* :-sleppy

Ansonsten darf man Spurlock beim Burgerfuttern zusehen, seiner (veganen) Freundin beim Stirnrunzeln, seinen Ärzten beim "ich hätte das nie gedacht"-sagen...

Für Action sorgen - gar nicht gestellt wirkende - Momente, in denen Spurlock beschreibt, wie er nachts aufgewacht ist mit Dyspneu und Palpitationen und wie seine Freundin und er schon mit seinem baldigen Ableben rechnen.
Dennoch entschließt er sich heldenhaft weiterzumachen... soviel Pathos hat man im Kino nicht mehr gesehen seit sich in "Der längste Tag" tapfere allierte Soldaten an den Strand der Normandie geworfen haben...

Gelegentlich entzieht sich der Film selbst seine Argumentationsgrundlage, die ja besagt, daß die Amis hauptsächlich deshalb so fett sind, weil ihnen eben die Supersize-Menüs aufgedrängt werden....sagt der Film.
Der böse McSalat hat ja genausoviele Kalorien wie ein BigMac... sagt der Film.
Nun ist der BigMac selber aber ja auch nicht so schlimm, sondern die Supersizepackung Pommes, die ja knapp 2,5mal soviele Kalorien hat wie der BigMac.... sagt auch der Film, nur eineinhalb Stunden früher...
Und eben die Pommes fehlen beim Salatmenü, welches nur aus dem Salat und einem Getränk besteht.... sagt der Film sicherheitshalber nicht, wäre ja fast schon ausgewogene Berichterstattung sonst.

Auch beim Grund, wieso er dieses Fressexperiment überhaupt macht nimmt Spurlock es mit der Logik nicht so genau. Da waren ja diese beiden Tönnchen, die McD verklagt haben weil sie dort angeblich fett geworden sind. Die Klage wurde abgewiesen, weil die beiden nicht beweisen konnten, daß sie
bei McDonald's zugenommen haben.
Spurlock beweist nun freundlicherweise, daß man durch McEssen zunehmen kann. Hilft halt nix.... das hat ja schon vorher keiner in Abrede gestellt...

Mein Fazit: Unterhaltsam, aber über weite Teile nicht ernst zu nehmen. :-meinung