Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium mit Kind?
Hallo!
Meine Fragen richten sich in erster Linie an diejenigen, die schon ein Kind haben und Medizin studieren. Meine Situation ist folgende: Ich bin 21 Jahre und habe eine zehn monate alte Tochter. Seit Ewigkeiten möchte ich Medizin studieren. Nach dem Abi habe ich eine Ausbildung zur Krankenschwester angefangen um die Wartezeit zu überbrücken (Abi:2,4). Nach einem halben Jahr wurde ich schwanger und musste die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Zur Zeit bin ich zu Hause bei meiner Tochter und warte auf meinen Studienplatz: meine Frage: Meint ihr, dass es möglich ist das Studium durchzuziehen und trotzdem sein Kind nicht zu vernachlässigen? Außerdem hätte ich gerne auch noch ein Geschwisterchen für meine Kleine. Wann ist da der beste Zeitpunkt? Jetzt, also noch vor Studienbeginn (habe noch ein, maximal 2 jahre wartezeit), oder lieber nach dem Physikum?
Ist es möglich auch "Teilzeit " zu studieren? Wäre es vielleicht sinnvoll doch vorher noch eine Ausbildung zu machen, falls es mit Studium und Kind(ern) nicht klappt (obwohl die Medizin ja mein ganz großer Traum ist)?
Und wann werde ich abends zu Hause sein? Schließlich will ich auch noch Zeit für meine Tochter haben.
Wie meistert ihr anderen Medizinstudenten mit Kind euren Alltag so? Bereut ihr es, diesen Weg gegangen zu sein oder würdet ihr es nochmal so machen?
Ok, hoffe ihr könnt mir ein paar Tips geben und mir somit bei meiner Entscheidung helfen?
Vielen Dank im Voraus!
Hi ela,
dieselben Gedanken habe ich mir vor einem Jahr auch gemacht. Ich habe zwei Kinder im Alter von 4 und 2 Jahren und gehe jetzt ins 3. Semester.
Wenn man es wirklich will, schafft man es auch. Allerdings solltest du irgentjemanden in der Nähe haben, der im Notfall einspringen kann und Babysitter spielt.
Mit einem Kind ist es natürlich noch einfacher als mit zweien, abba ehrlich gesagt, bin ich froh, daß ich beide habe und damit die Familienplanung abgeschlossen ist.
Gelernt habe ich immer abends bzw. auch vormittags, wenn die Kiddis im Kindergarten waren und wichtige Prüfungen anstanden. Ich muß zugeben, daß ich nicht alles im 1. Versuch bestanden habe, abba es ist durchaus machbar, man muß es nur wirklich wollen. In den Prüfungszeiten hat bei mir der Fernseher immer eine dicke Staubschicht. Für die Kinder bleibt auch noch genug Zeit, wenn man alles gut organisiert. Also nur Mut, wenn es das richtige ist für dich!
LG Janne
Hallo Ela!
Natürlich ist es viel anstrengender und auch sehr stressig mit Kind ein Medizinstudium durchzuziehen,aber man kann das schaffen.Ich selbst habe nach dem 4.Semster (sozusagen mitten im Physikum) meine Tochter bekommen.Mittlerweile habe ich das 8.Semester fast hinter mir.Wichtig ist,dass du jemanden hast,der auf deine Kleine aufpassen kann,denn leider gibt es ja doch recht viele Pflichtkurse,die natürlich völlig kreuz und quer liegen.Ich selbst habe wirklich auch nur die absoluten Pflichtveranstaltungen besucht.Mit dem Lernen fange ich immer an,wenn meine Tochter im Bett ist.Klar,bestehe ich die Klausuren nicht mit 1 plus und Sternchen,aber man kann es trotzdem schaffen.
Also,wenn du wirklich Medizin studieren willst,lass dich nicht davon abbringen.
LG
Vielen Dank für eure Antworten!
Wie habt ihr denn die Kinderbetreuung geregelt? Ich hatte an eine Kindertagesstätte gedacht, die der Uni angeschlossen ist. Die haben bis 18 Uhr geöffnet. Reicht das? Was ist mit der finanziellen Seite? Gibt es irgendwelche Zuschüsse. Bafög werde ich wohl keins bekommen, da meine Eltern beide verdienen.
Liebe Grüsse
Ela
Ich habe das Glück,dass meine Mutter nur halbe Tage arbeitet,sodass sie meine Tochter ab 13Uhr übernehmen kann.In Bochum sind die Pflichtveranstaltungen überwiegend nachmittags.Für die Pflichtveranstaltungen am vormittag haben wir einen bezahlten Babysitter.
Also bis 18Uhr müssten eigentlich alle Kurse beendet sein,aber wie gesagt,dass ist ja von Uni zu Uni verschieden.Falls du in der Tagesstätte einen Platz bekommst,wäre das ja gut.Ansonsten könntest du ja auch nach einer Tagesmutter gucken (kostet so ca.3,50 pro Stunde).
Wo möchtest du denn eigentlich studieren?
LG
Hallo !
Ich habe schon 2 Kids im Studium bekommen und das Dritte kommt im Januar.
Mein Mann ist mittlerweile fertig.
Ich würde sagen, dass es sehr darauf ankommt, was für ein Typ Du bist.
Für mich ist eine Ganztagsbetreuung für ein Kleinkind einfach nicht der richtige Weg, dazu bin ich zu gerne Mutter.
Also hab ich eigentlich immer "Halbzeit" studiert - das geht, wenn man Mut zum eigenen Weg hat.
Nachteil ist, dass ich ständig ein Neues Semester hatte und immer irgendwie von vorne angefangen habe.
Auch musste ich einige Nachmittage mit Oma etc. abdecken und die Physikumslernerei war hart.
Natürlich hab ich auch nicht alles auf anhieb bestanden, aber das bestehen auch viele ohne Kids nicht.
Vorteil ist, dass ich meine Kids so richtig geniessen kann und dennoch Stück-für-Stück an meinem Berufsziel arbeite.
Es geht, wenn man will und es kommt eben sehr darauf an, wo Du Deinen Schwerpunkt hast und wie "multitaskingfähig" Du bist (ich bins nicht so übermässig und nehme mir daher meine Freiräume).
Meine Freundin hat auch 3 Kids im Studium bekommen, aber nur kurze Pausen gemacht, immer Ganztagskitas - und nicht mal ein Semester verloren.
Machbar ist es auf jeden Fall - Wie, wirst Du für Dich finden.
Guten Start,
cosma
flatliner
23.08.2004, 12:04
Hallo Ilmona,
wie läuft das denn in Bochum? Hab auch eine kleine Tochter (10 Monate) und mich für Bochum beworben. Kann sie auch schon dort in die Kindertagessätte? Was kostet das alles? Kann ich sie dann nur während der Pflichtverantstatungen dort hinbringen? Wie organisierst du das?
Hallo Flatliner!
Also,meines Wissens gibt es in Bochum an der Uni eine Kita,allerdings wohl mit ziemlich langer Warteliste.Aber versuchen würde ich es an deiner Stelle natürlich trotzdem!
Ich habe das Glück,dass meine Mutter auf die Kleine aufpasst,wenn ich zur Uni muss.
In der Vorklinik (das war zumindest bei mir noch so!),laufen die Pflichtveranstaltungen fast alle nachmittags (vormittags sind Vorlesungen).Vielleicht hast du ja jemanden,der dir deine Tochter nachmittags abnehmen kann!?Ich musste auch nicht jeden Tag an der Uni sein,weil halt nicht jeden Tag ein Praktikum stattfand.
Aber jetzt wurde ja die Vorklinik nach der neuen AO umgestaltet,und wie das jetzt läuft kann ich dir leider nicht sagen.Am besten rufst du mal im Studiendekanat an (wenn du in Bochum einen Platz hast),die sind da immer sehr nett und auch hilfsbereit,wenn man ein Kind hat.Sie bemühen sich dann dir die Kurse so günstig wie möglich zu legen.
LG
Hoppla-Daisy
04.09.2004, 22:00
Entgegen den Ausführungen meiner "Vorschreiberinnen" muss ich persönlich sagen, dass mich das alles viiiiiel mehr schlaucht, als ich anfangs angenommen habe. Ich kann schon recht viel Stress ab, aber im Moment läuft es so gar nicht gut. Vielleicht erwarte ich auch nur zu viel. Ich würde die Klausuren ganz gerne mal nicht nur knapp bestehen und nicht jedesmal fürchterlich bangen müssen, weil ich mal wieder nicht zum intensiven Lernen gekommen bin und deshalb mit megaschlechtem Gefühl in die Prüfungen gehe. Wenn man dann auch noch einige Klausuren knapp versemmelt hat und einem 1 popeliger Punkt zum Bestehen fehlt und man dann ergo noch nicht einmal in den Semesterferien etwas Luft holen kann, ist das schon sehr erschöpfend. Meine Gesundheit war bisher eigentlich immer ziemlich robust, aber was sich da im Moment - sprich seit dem Beginn des Studiums - abspielt, ist schon nicht mehr feierlich. Psychosomatik lässt grüßen! Ok, ich habe nebenbei auch noch anderen Mist, der mich doch arg beschäftigt (im persönlichen Umfeld, Finanzen)... aber das Studium mit seinen nicht sehr familienfreundlichen Stundenplänen nimmt schon eindeutig den Löwenanteil der Stressbelastung ein. Mich verfolgt mein Studium bis in den Schlaf, weil ich immer das Gefühl habe, hinterher hecheln zu müssen! Wehende Rockschöße sind auch irgendwie symptomatisch bei studierenden Müttern, weil immer irgendwer auf einen wartet, und seien es nur die Bücher am späten Abend, wenn alles schläft, was müde ist, nur ich nicht!
DENNOCH, auch wenn ich immer wieder ernsthafte Zweifel hege, ob das so alles überhaupt noch machbar für mich ist, mache ich weiter, weil es einfach mein innigster Wunsch ist, dieses Studium (wenn's sein muss auf Biegen und Brechen) durchzuziehen.
Lasst euch nicht entmutigen von den immer und überall vorhandenen Miesmachern, aber seid auch nicht blind für die Probleme, die euch bevorstehen! Die sind nämlich nicht von Pappe! (O-Ton eines Profs hier in Essen: "Arbeiten oder Familie nebenher können sie vergessen! Das Medizinstudium ist ein Vollzeit-Studium, und wer diese Zeit nicht aufbringen kann, wird es verdammt schwer haben, hier erfolgreich zu sein!" Und das war nicht nur ein blöder Spruch zum Angstmachen, sondern die sehen das teilweise wirklich so! Manchmal ist es einfach nur zum Kotzen!
(müde) Grüße (Urlaub hat nicht wirklich regenerieren können)
Daisy
PS: Bin alleinerziehend! Mit Partner in der Hinterhand, der einem unter die Arme greift (organisatorisch UND finanziell), ist das alles bestimmt etwas leichter zu bewältigen. Zudem hat jeder so seine ureigenen Grenzen...die es anzuknacken gilt!
PPS: Vielleicht ist mein Gemeckere/Genöle auch einfach nur unter die Rubrik "Vorklinik-Frust" einzuordnen... ich weiß es nicht, arbeite aber daran, das heraus zu finden.
Hi Leute!
Ich hab eben erst diesen Thread gelesen und bin begeistert! Mein Freund und ich überlegen nämlich hin und her, wann es im Studium am günstigsten wäre den Nachwuchs einzuplanen.
Bisher wurde mir immer gesagt kurz nach dem Physikum wäre ganz gut... was sagt ihr denn dazu?
Nach dem Studium wirds nämlich noch schwerer für mich Kinder einzuplanen weil ich über die Bundeswehr studiere und dann ziemlich bald ins Ausland muss. (Ok, dafür studiere ich bei vollem Gehalt, auch nicht schlecht ;-) )
Liebe Grüße, die Hexe :-)
Ich finde es schon sehr bewundernswert wie Medizinstudenten mit Kind das Studium so meistern. Aber eine Frage die mich wirklich brennend interessiert ist: Wie finanziert ihr gleichzeitig Studium und Kind???
Also,ich habe das Glück,dass mein Mann bereits arbeitet und somit ein festes Gehalt da ist (was die Sache Kind+Studium schon ziemlich vereinfacht,weil das ansonsten wohl nötige Arbeiten meinerseits damit wegfällt).
Das ist wohl auch einer der Gründe,weshalb ich mein Studium (fast) in Regelstudienzeit beenden kann,denn so kann ich jede kind-,pflichtveranstaltungs- und haushaltsfreie Zeit zum Lernen nutzen.
Hast du denn 1 Jahr ausgesetzt und dann dein Kind zur an die Uni angeschlossenen Krippe gebracht, oder hast du liebe Verwandte/Tagesmutter die sich um den Nachwuchs kümmern?
Ich habe meine Tochter in den Semesterferien bekommen,sodass ich erstmal einige Wochen zuhause war und danach (1.klin.) habe ich nur die Pflichtveranstaltungen besucht,die in Bochum überwiegend nachmittags liefen.Meine Mutter arbeitet nur halbtags,sodass sie die Kleine dann ab 13Uhr übernehmen konnte.
Zwar habe ich mir auch einige Kitas angesehen,aber 1.ist das ziemlich teuer und 2.haben mir die Kitas hier in meiner Heimatstadt überhaupt nicht gefallen (zumindest nicht für die ganz Kleinen).Naja,und da meine Mutter sich bereit erklärt hat,meine Kleine etwa 2-3 Nachmittage zu betreuen,war das für uns natürlich die beste und angenehmste Lösung.
Ich muss allerdings trotz aller Hilfe,1 Semester dranhängen,weil ich bisher einfach noch keine Krankenhausfamulatur machen konnte,denn mehrere Wochen ganztags weg zu sein,ging dann halt nicht.
lilienblume
14.04.2005, 21:52
Hallo allerseits,
ich studiere in Düsseldorf Medizin, im 3. klin. Semester, und bekomme in den Semesterferien ein Kind. - Ich suche Leute in Düsseldorf in ähnlicher Situation (natürlich auch aus anderen Studienfächern!!), die mir helfen können & Tipps zur Organisation haben, wie man das "Raum-Zeit-Problem" mit Kind lösen kann & welche Erfahrungen sie gemacht haben.
Hat hier eigentlich wer Erfahrung damit, das Kind mit in die Vorlesung zu nehmen? Ich meine wenn es noch ganz klein ist dürfte das ja nicht so schwierig sein, oder?
Freu mich über zahlreiche Antworten.
Lilienblume
Hallo,
ich wohne und studiere zwar nicht in Düsseldorf,bin aber ganz in der Nähe (in Solingen).Also,wenn du Fragen hast,melde dich einfach bei mir. :-)
LG
knuffel124
16.05.2005, 07:51
Habe da auch mal eine frage, ich habe auch ein kind und möchte gern medizin studieren!
Wer kann mir sagen an welchen unis die veranstaltungen überwiegend vormittags sind?
Pippi L.
18.03.2006, 18:36
Hallo,
bin auch seit 15 Monaten Mutti. hab einen kleinen sohn. mein größter traum ist auch das medizinstudium. mein abi war leider zu schlecht (2,4 wegen mathe). habe nun 7 wartesemester und hoffe, dass es nun dieses jahr endlich klappt. hab ein jahr arzthelferin gelernt um die wartezeit zu überbrücken, hab dann aber mein kind bekommen und das ganze abgebrochen. in der zwischenzeit habe ich meine ausbildung zur heilpraktikerin abgeschlossen. konnte leider die prüfung zum schluß ni machen, da man 25 sein muß und ich erst 21 Jahre alt bin. wie kriegt man so den alltag mit lernen und kind hin? wie macht man das mit den ganzen praktikas? man kommt doch sicher erst spät nach hause.
Der Frosch
20.03.2006, 09:26
moin,
auch wenn ich mich hier (ein wenig;-)) als randgruppe fühle:
gibt es auch studierende väter?
wenn ja, wie schaut es bei euch aus mit zeit, beziehung und finanzen?
grüsse
der frosch
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