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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : niedrige Blutzuckerwerte



Curryhuhn
09.08.2004, 19:16
Hallo Leute!

Woran kann das liegen, wenn ein Patient ständig niedrige Blutzuckerwerte zwischen 50-80 mg/dl hat, obwohl kohlenhydratreiche Nahrung aufgenommen wurde?

Soweit ich mich richtig erinnere treten beim Diabetes mellitus zu hohe BZ- Werte auf. Es sei denn es wurde zuviel Insulin gespritzt oder nach der Einnahme von Sulfonylharnstoff- Derivaten nichts gegessen.

Ich kann mir darauf keinen Reim machen. Oder kann so etwas einfach nur typ- bedingt sein?

Ciao, Curryhuhn

Pünktchen
09.08.2004, 19:31
Eine eher seltene Ursache wäre wohl ein Insulinom :-)

Froschkönig
09.08.2004, 19:40
Ja hat der Patient denn einen DM oder wie ?
Ansonsten hätt ich da noch ne Zebra-Diagnose : Insulinom *ggg*

EDIT: War zwar nen Tick zu langsam aber trotzdem: High five @Punkt ;-)

Curryhuhn
09.08.2004, 19:49
Ein Diabetes mellitus ist nicht bekannt. Insulinom...hmmm...muss ich mal nachlesen.

Danke euch :)

test
09.08.2004, 19:59
Wäre vielleicht auch noch gut zu wissen, was genau mit Kohlenhydrat-reicher Nahrung gemeint ist? Ein echter Glukosetoleranztest? Oder normale Ernährung? Wenn sich das jetzt nur auf normale Ernährung bezieht, könnte es denke ich auch normal sein, vielleicht ein wenig mitbedingt durch verzögerte Resorption aus welchen Gründen auch immer und einen gut funktionierenden Inselzellapparat ;-) Und wie lang vorher wurde denn die Nahrung aufgenommen? :-notify

Die Niere
09.08.2004, 20:08
Unwahrscheinliche DD: Münchhausen-Syndrom

Froschkönig
09.08.2004, 21:30
mir ist da grad nochwas eingefallen: Habt ihr mal die Schildrüsen-Werte gecheckt ?

Toby
10.08.2004, 23:53
Eine weitere Ursache einer Hypoglykämie kann ein Tumor sein. Manche Tumoren verwenden fast nur Glucose - und wegen dem schnellern Wachstum kommt es dann gar nicht so selten zu sehr niedrigen Blutzuckerwerten.

Neujahrsrakete
11.08.2004, 00:15
Es gibt auch die "reaktive Hypoglykämie" nach Magenresektionen.
Der Nahrungsbrei landet zu schnell im Dünndarm und es wird unverhältnismäßig viel Insulin ausgeschüttet.

hermann_s
31.08.2012, 23:35
Es gibt das Hypoglykämie-Syndrom, meist beruht es auf einer zentralnervösen Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Achse, ggf. mit Beteiligung des NNmarks, d. h. die Regelkreis-Steuerung des Blutzuckers funktioniert nicht mehr. Meist auch völlig atypischer Kurvenverlauf, d. h. Blutzucker steigt nicht sehr hoch an nach dem Essen und fällt teilweise schnell wieder, oft unter den Nüchternzuckerwert. Glukosetoleranztest ist diagnostisch sinnvoll.

Zitat aus einer Broschüre eines Labors aus der Schweiz:
"Gestörter Glukosestoffwechsel kann durch verschiedene Erkrankungen hervorgerufen werden, wie z.B. durch eine Leberschädigung durch Alkohol, Tabak oder eine Infektion, Enzephalitis, einen Insulin-sezernierenden Tumor der Inselzellen des Pankreas oder durch kongenitale Leberenzymdefekte. Man spricht dann von
Nüchtern-Hypoglykämie (zu niedrige oder stark schwankende Blutzucker-Spiegel). Weitaus häufiger ist die sogenannte nahrungsbedingte oder Sättigungs-Hypoglykämie, bei der Defekte im Glukosestoffwechsel vorliegen, die aufsekundären Faktoren beruhen. Ein solcher Faktor ist anhaltender physischer oder psychischer Stress. Dabei setzt die Nebenniere laufend Adrenalin frei, welches als Antagonist zum Glukose-abbauenden Hormon Insulin wirkt. Zunächst wird dadurch
der Blutzuckerspiegel erhöht um zusätzliche Energie für die Bekämpfung von Stressfolgen zu liefern, langfristig wird die Nebenniere jedoch durch den ständigen Bedarf erschöpft. Bei Belastungen kann sie nicht mehr genügend Adrenalin produzieren und es kommt zur Hypoglykämie.
Ein weiterer Mechanismus führt über erhöhte Einnahmen von raffinierten Zuckern ohne Spurenelemente zur Sensibilisierung des Pankreas. Wenn das Pankreas wiederholt gezwungen wird grosse Glukosemengen zu verarbeiten, kommt es bei
jeder erneuten Zuckereinnahme zu Überreaktionen mit übermässiger Insulin-Freisetzung. Die Nebenniere wird erschöpft und der Blutzucker sinkt nach einer Mahlzeit sogar unter den Nüchternblutzuckerwert. Zucker kann nicht ohne Minerale gespeichert werden, der Glukosetoleranzfaktor (GTF) z.B. enthält Chrom. (...) Die Spermin-Bestimmung der aussagefähigste Test um die nahrungsbedingte Hypoglykämie nachzuweisen. Dabei findet man niedrige Zink-, Mangan-, und Chromspiegel und erhöhte Kalzium- und Magnesiumwerte, weil diese beiden Mineralstoffe bei unzureichender Ernährung mobilisiert werden, um die im
Überschuss aufgenommene Glukose abzubauen. Symptome der nahrungsbedingten Hypoglykämie sind allgemeiner Leistungsabfall v.a. am Nachmittag, niedriger Blutdruck und Hypothermie, die sich besonders in kalten Händen und Füssen äussert. Besonders betroffen sind die Zellen des zentralen Nervensystems, da diese keine Glukose speichern können und deshalb auf eineständige Versorgung z r Energieerzeugung angewiesen sind. Psychische Symptome
der nahrungsbedingten Hypoglykämie sind Abgeschlagenheit, Reizbarkeit, Nervosität, Depression, Weinkrämpfe, Schwindelgefühl, Ohnmachtsgefühl, Schlaflosigkeit, geistige Verwirrung oder Vergesslichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten,
Angstgefühle, Phobien, Wahrnehmungsstörungen, destruktive Ausbrüche mit Aggressionen und Kopfschmerzen."

Leelaacoo
01.09.2012, 01:11
Cool, 8 Jahren alten Thread reanimiert....

LG Lee

guterpatient
02.08.2013, 14:30
Hallo,

wir haben 2013 August und ähnliche Frage:

Blutzuckerwerte liegen (seit vielen Jahren) im Bereich 40 - 50 mg/dl, HbA1c 5,6 (wurde zwei mal gemessen), Patient weder trinkt noch raucht.

Die Fachärztin rät dem Patienten mit Ayurvedadiät zu vesuchen.
das ist kein Witz

Coxy-Baby
02.08.2013, 16:14
Ja bei so vielen Informationen kann ich nur eins raten, einen neuen Arzt aufsuchen und den fragen, der hat dann auch die anderen (Labor)Werte im Blick und hat den Patienten ausführlich befragt.