Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 2. Tag, A151/B43 - Erkrankungen und soziale Ungleichverteilung
Das Beispiel mit dem Herzinfarkt und der Heuernte hinkt: Erstmal gibt es in Deutschland in hoher Dichte Kliniken und in weiten Teilen Rettungshubschrauber usw. Okay, es dauert auf dem Land vielleicht etwas länger als in der Stadt, aber ist das ausschlaggebend für die Frage?
Hallo Tom,
ob das nun ausschlaggebend ist oder nicht: dein etwas länger ist schon ein Unterschied von 5 Min. (Stadt) zu 30 Min. (tiefstes Bayern).
Ich bleib da bei E, weil ich finde, dass es materielle Unterschiede trotz GKV etc. gibt. Hab ich erst kürzlich erlebt: da hat sich ein Pat. mit linksthorakalen Schmerzen die 10 Euro Kassengebühr sparen wollen. Als er dann doch den KV-Dienst aufgesucht hat, wurde er im Wartezimmer reanimationspflichtig.
Gruß,
tonexxx
Hallo,
es ist mir schon klar, dass der Unterschied zwischen Stadt und Land im Rettungsdienst erheblich sein kann. Aber betrifft das nicht alle sozialen Schichten gleichermaßen?! Im Aufgabentext steht doch etwas von einer Ungleichverteilung...
Okay, die Bedeutung des materiellen Faktors ist vielleicht in Deutschland etwas größer geworden durch die Praxisgebühr, Zuzahlung usw. Dennoch ist es m.E. kein Hindernis zur medizinischen Versorgung. Wenn man mal ehrlich ist, sind 10 € nicht zu viel, das dient ja v.a. dazu, den Leuten bewusst zu machen, dass Medizin eben nicht etwas kostenloses und selbstverständliches ist und gewissem "Übergebrauch" Einhalt zu gebieten. Dein Beispiel spricht natürlich in der Tat gegen Antwort B, aber für Antwort E spricht auch nicht wirklich viel. Wobei ich mich frage, ob 10 € ausschlaggebend sind und ob der Patient sich das nicht leisten konnte oder wollte.
An sich wäre das eine Frage, die man herausnehmen könnte, aber bitte mit Nachteilsausgleich für die B-Ankreuzer, weil für mich der Vergleich zwischen den Faktoren in B (flächendeckendes Gesundheitssystem mit Behandlung aller Patienten und nur sehr (!) geringen materiellen Barrieren) und in E (tatsächlich vorhandene geographische Segregation, aber nicht so ausgeprägt wie in den USA oder sonstwo) zu Gunsten von B ausfällt.
Ich verstehe auch, dass man da geteilter Meinung sein kann. Ich glaube auch, wenn man noch nie solche "Ghettos" in Deutschland gesehen hat, nimmt man E durchaus als geringen Faktor wahr, auf dem Land spielt E sicher wirklich eine untergeordnete Rolle, aber der Großteil der deutschen Bevölkerung lebt in Städten, wo E wirklich vorhanden und ausgeprägt ist.
Geographische Hindernisse halte ich in Deutschland für die Aufgabe aber wirklich nicht für relevant, weil alle sozialen Gruppen betroffen sind, oder willst du sagen, dass in Bayern auf dem Land nur die absolute Unterschied lebt und deshalb 30 min auf den Rettungsdienst warten muss und es deshalb zu einer Ungleichverteilung in Erkrankungen zwischen Ober- und Unterschicht kommt?
Tom
Franco1848
20.08.2004, 10:06
Ergo
Frage raus + Nachteilsausgleich für die B und E Kreuzer :-meinung
nuffente
22.08.2004, 08:44
Hat schon irgendwer zum IMPP geschrieben wegen der Frage???
Stephano
22.08.2004, 13:17
Hallo Tom,
ob das nun ausschlaggebend ist oder nicht: dein etwas länger ist schon ein Unterschied von 5 Min. (Stadt) zu 30 Min. (tiefstes Bayern).
Ich bleib da bei E, weil ich finde, dass es materielle Unterschiede trotz GKV etc. gibt. Hab ich erst kürzlich erlebt: da hat sich ein Pat. mit linksthorakalen Schmerzen die 10 Euro Kassengebühr sparen wollen. Als er dann doch den KV-Dienst aufgesucht hat, wurde er im Wartezimmer reanimationspflichtig.
Gruß,
tonexxx
Nun ja, das halte ich schlichtweg für falsch. Es ist doch wohl Tatsache, dass man hier in Deutschland nicht wirklich lange warten muss, bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Ich bin ehrenamtlich tätig im Rettungsdienst. Und das im tiefsten Bayern. Und wir sind immer flott da, obwohl wir mit unserer Wache ein verdammt großes Gebiet abdecken müssen. Dafür sind bei uns die Straßen frei und du kannst dein NEF jagen bis der Motor glüht. Zeig mir das mal in der Stadt! Da ist das schon rein verkehrstechnisch nicht wirklich möglich. Ich denke, dass der Vorteil der höheren Rettungsmitteldichte in der Stadt durch den höheren Verkehr wieder wett gemacht wird. Alles andere halte ich für Unsinn. Und im Moment ist es doch auch so, dass in Deutschland JEDER noch die medizinische Versorgung bekommt, die er braucht. Der Luxus-Zahnersatz wurde schon angesprochen, aber sterben oder Schaden nehmen muss bei uns keiner, nur weil er eben kein Geld hat. Und die 10€ Praxisgebühr kann auch ein Sozialhilfeempfänger bezahlen. Für nen Fernseher und so weiter haben die schließlich auch Geld. Ich will hier niemanden beleidigen, aber 10€ sind wirklich nicht viel Geld und oft kann man sich den Arztbesuch auch sparen, wenn man ehrlich zu sich selber ist. Die Praxisgebühr ist eben auch denen zu verdanken, die schnell zum Arzt rennen, sobald ihnen nur ein Furz quer im Colon hängt und ein bisschen drückt. :-meinung
Lange (sinnlose) Rede, kurzer Sinn. Ich denke, dass bei dieser Fraga auch auf jeden Fall B anzukreuzen war, wobei ich natürlich zugeben muss, dass E schon auch verlockend ist. Ich denke aber, dass im Falle eines Einspruchs sich die Damen und Herren vom IMPP damit herausreden werden, dass man ja immer die "Bestantwort" ankreuzen sollte.
... natürlich würde ein Tibeter noch länger warten. Es hängt immer davon ab, womit man die Situation vergleicht. Und da die Frage in diesem Bezug nicht eindeutig geklärt werden kann, sollte sie meiner Meinung nach gestrichen werden.
Grüße, Jasmin
Womit man die Situation vergleicht stand, zumindest in meinem Prüfungsheft, auf der Umschlaginnenseite: Wissenschaftlicher Regelfall und Gegebenheiten der BRD.
Also hat der Tibeter schonmal Pech, dee findet hier einfach nicht statt. Und offiziell (!!) ist es doch so, daß jeder Punkt unser wunderschönen BRD binnen 12 Minuten nach Benachrichtigung von einem Rettungsmittel erreicht werden kann. Offiziell zumindest ;-)
Ich hab mich auch für (B) entschieden, hauptsächlich weil ich glaube, das daß die Antwort ist auf die das IMPP hinaus will. Und solche Aussagen wie (E) haben unsere Medizinsoziologen Gebetsmühlenartig von sich gegeben....
Schaun' mer mal!
Ich denke, dass diese Frage hier so kontrovers diskutiert wird, dass irgend jemand schon hingeschrieben haben wird. Glaubt ihr eigentlich, dass Leute vom IMPP hier mitlesen? Ich kann es mir irgendwie vorstellen, weil an sich ist es ja eine super Quelle für sie, mögliche Fehler in Fragen herauszufinden und eventuell zu streichen. Schließlich ist diese Frist von einer Woche ja in erster Linie dafür gedacht, dem IMPP Hinweise zu geben und nicht um irgend wie Stress zu machen....
Ich bleibe bei der Frage immer noch bei meinem B und kann mich auch den Argumenten meiner Vorredner anschließen. Eigentlich halte ich die Lösung B auch für ziemlich eindeutig - wobei ich mich immer noch Frage, warum man so beharrlich bei Medi-Learn bei E als Lösung bleibt.... Ich bin mir sicher, dass das euren "Schnitt" von Richtigantworten senken wird... ;-)
Wir werden schauen, was herauskommt. Wenn das IMPP tatsächlich meinen sollte, dass es E ist, wäre das für mich einfach weltfremd.
Euer Tom :-))
Froschkönig
22.08.2004, 17:38
Glaubt ihr eigentlich, dass Leute vom IMPP hier mitlesen?
Ich glaub´s nicht, ich weiß es ;-)
nuffente
22.08.2004, 17:44
Ich glaube nicht, daß die sich die Arbeit machen und hier mitlesen. Letztendlich dürfte es denen doch relativ egal sein, ob sie falsche Fragen dabei haben, oder?
FirebirdUSA
22.08.2004, 17:49
Ich bleibe bei der Frage immer noch bei meinem B und kann mich auch den Argumenten meiner Vorredner anschließen. Eigentlich halte ich die Lösung B auch für ziemlich eindeutig - wobei ich mich immer noch Frage, warum man so beharrlich bei Medi-Learn bei E als Lösung bleibt.... Ich bin mir sicher, dass das euren "Schnitt" von Richtigantworten senken wird... ;-)
Wir werden schauen, was herauskommt. Wenn das IMPP tatsächlich meinen sollte, dass es E ist, wäre das für mich einfach weltfremd.
Ich kann dir sagen warum Medi-Learn E für richtig hält:
Die exakt gleiche Frage kam vor 2 oder 3 Semestern schon einmal dran und da war eben auch E richtig. Konnten die aber da im Komentar auch nicht für mich zufriedenstellend erklären.
Hatte es nur leider in der Prüfung natürlich vergessen und die für mich logische Antwort B gewählt...
Piriformis
22.08.2004, 17:54
falls jemand ne strichliste führt.....ich habe auch B gekreuzt!!!!!! :-D :-party
Ich kann dir sagen warum Medi-Learn E für richtig hält:
Die exakt gleiche Frage kam vor 2 oder 3 Semestern schon einmal dran und da war eben auch E richtig. Konnten die aber da im Komentar auch nicht für mich zufriedenstellend erklären.
Hatte es nur leider in der Prüfung natürlich vergessen und die für mich logische Antwort B gewählt...
Hallo Firebird,
Wenn du im Herbst 2003 Frage A139 meinst.... (habe gerade nochmal in die alten Physika geschaut und die Frage war die einzige, die ich auf Anhieb gefunden habe, die etwas damit zu tun hat...), so besagt diese, dass das Einkommen der stärkste Einflussfaktor auf Ungleichverteilungen bei Krankheit/Gesundheit ist.
Im Angebot war auch noch Vermögen und Wohnlage, die beides einen kleineren Einflussfaktor darstellen.
Es fällt mir aber schwer, dass so ohne weiteres auf diese Aufgabe zu übertragen. Es steht da ja was von "materiellen Hindernissen". Irgendwie scheint es mir aber, dass ein geringes Einkommen eben in Deutschland kein Hindernis ist, gesundheitliche Dienste in Anspruch zu nehmen, so dass ich den Eindruck habe, dass diese beiden Fragen auf etwas unterschiedliches hinzielen.
Du sagtest aber, dass exakt die gleiche Frage schon einmal dran war. Mich würde ja wirklich brennend interessieren, in welchem Physikum das war, dass ich mich selbst davon überzeugen kann. Nicht dass ich dir da nicht trauen würde, aber es interessiert mich einfach.
Vielleicht schreibe ich ja doch noch zum IMPP....
Ein :-party zu allen B-Ankreuzern auch von mir!
Tom
Ich kann meinen Vorrednern nur beipflichten. Ich bin auch für (B).
Bei der Versorgungsdichte und dem Sozialsystem ist B einfach Ultra-Unrichtig.
Wenn man sich dann auch noch vorstellt, das reiche Menschen sich ein Haus auf dem Land kaufen können, ärmere jedoch in der Ozon-Verseuchten Stadt bleiben müßen, erscheint das sehr einleuchtend.
@Medilearn: Wie kommt ihr dadrauf? Steht das in irgendeinem Buch?
Der Praktikant
22.08.2004, 19:11
...hier im Forum, daß man sich für E entschieden hat wegen des "Fehlens veritabler Ghettos" in Deutschland.
Wenn man mal bei Med-Web sich die statistische Auswertung ansieht, wird man feststellen, daß ziemlich viele der Meinung sind, daß "B" richtig sei, aber das muß ja nix heißen...
Also auch von mir ein :-party an alle mit B
Piriformis
22.08.2004, 19:17
Wenn man mal bei Med-Web sich die statistische Auswertung ansieht.....
wo genau ist das? :-nix
eine statistische auswertung????
wäre dankbar für auskunft
gruß
Der Praktikant
22.08.2004, 19:20
wo genau ist das? :-nix
eine statistische auswertung????
wäre dankbar für auskunft
gruß
http://medweb.uni-muenster.de/project/examen/
Froschkönig
22.08.2004, 19:24
@Medilearn: Wie kommt ihr dadrauf? Steht das in irgendeinem Buch?
Ein Statement von Medi-Learn gabs bereits weiter vorne in diesem Thread. Siehe auch nochmal hier :
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showpost.php?p=110813&postcount=9
Nun ja, das halte ich schlichtweg für falsch. Es ist doch wohl Tatsache, dass man hier in Deutschland nicht wirklich lange warten muss, bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Ich bin ehrenamtlich tätig im Rettungsdienst. Und das im tiefsten Bayern. Und wir sind immer flott da, obwohl wir mit unserer Wache ein verdammt großes Gebiet abdecken müssen. Dafür sind bei uns die Straßen frei und du kannst dein NEF jagen bis der Motor glüht. Zeig mir das mal in der Stadt!
Das zeige ich dir bei Gelegenheit gerne. Bin inzwischen nämlich auch nebenberuflich im Kölner Rettungsdienst tätig. Jetzt aber Scherz beiseite: da ich meine RTW-Praktika in der dunkelsten Eifel abgeleistet habe, kann ich guten Gewissens über Anfahrten erzählen, die bis zu 30 Minuten gedauert haben. Transport ins KH nahmen teilweise bis zu 1 Std. in Anspruch.
Aber, kompromissbereit wie ich ja bin, schließe ich mich einfach Franco an und fordere den Nachteilsausgleich für alle B & E - Kreuzer.
:-party
Piriformis
22.08.2004, 20:00
http://medweb.uni-muenster.de/project/examen/
VIELEN DANK!!!! :-bee
Rainer78
23.08.2004, 20:18
Nachdem diese Frage hier so kontrovers diskutiert wurde, müssen ja mindestens 200 Fragenrügen beim IMPP eingegangen sein, oder?
Ich zumindest habe u.a. wegen dieser Frage ans IMPP geschrieben, weil ich B und E für richtige/mögliche Antworten halte. (Habe B angekreuzt)
Ob das IMPP dieses Forum liest oder nicht, ist relativ wurscht, denn wenn bei denen nichts Offizielles eingeht, werden die nicht reagieren.
Ich kann nur hoffen, dass ich nicht der einzige Trottel bleibe, denn je mehr schreiben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das IMPP reagiert.
Im Übrigen sollten diejenigen, die rügen wollen, das spätestens morgen (Dienstag) tun, denn für die Auswertung werden alle Rügen berücksichtigt, die bis Donnerstag eingehen. (Das sagte mir das IMPP, mit dem ich telefoniert habe).
Also, schreibt um Eure Punkte! ;-)
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