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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 2. Tag, A76/B36 - Doppelbilder



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Muriel
21.08.2004, 11:11
Ich war ja nur froh, dass nix mit dem Sternocleidomastoideus kam. Da kann ich mir nämlich nie merken, zu welcher Seite der noch mal dreht und neigt. Dann sitze ich nämlich immer wie bescheuert am Schreibtisch und spanne meine Müskelchen an, was immer mit ziemlich dämlichen oralen Grimassen einhergeht, damit ich auch noch mal genau sehen kann, von wo nach wo das Dingen so genau zieht, und was aus ner Anspannung so resultiert. Dürfte ähnlich bekloppt Deiner Augenrollbewegungen aussehen :-))

Ignis
21.08.2004, 15:53
Hallo,

bin gerade am Kreuzen für Montag und habe eine Frage über Trochlearisparese (03/1996, Frage 312) gefunden. Lustigerweise behauptet Mediscript dort, daß das Auge nach temporal oben steht. Konsequenterweise ist die richtige Lösung für maximalen Doppelbildabstand bei Lähmung des rechten N. trochlearis mit "links unten" angegeben (statt wie meiner Meinung nach "rechts unten").

Jetzt weiß ich auch, warum ich das nie so richtig verstanden habe - die aktuelle Auslegung scheint öfter mal zu wechseln ...

André

Muriel
21.08.2004, 17:19
Also, das stimmt schon, was das IMPP da sagt, denn:
Das Auge weicht beim Blick geradeaus immer in die Richtung ab, die dem Zug des paretischen Muskels entgegensteht. Da der Obliquus superior den Bulbus nach medial unten wendet, steht das Auge also nach temporal oben ab.
Außerdem sind Doppelbilder natürlich immer in der Richtung am stärksten, in die das kranke Auge nicht mehr gewendet werden kann, sprich hier beim Blick nach medial unten.

Ignis
21.08.2004, 17:50
Also, das stimmt schon, was das IMPP da sagt, denn:
Das Auge weicht beim Blick geradeaus immer in die Richtung ab, die dem Zug des paretischen Muskels entgegensteht. Da der Obliquus superior den Bulbus nach medial unten wendet, steht das Auge also nach temporal oben ab.
Außerdem sind Doppelbilder natürlich immer in der Richtung am stärksten, in die das kranke Auge nicht mehr gewendet werden kann, sprich hier beim Blick nach medial unten.

Jetzt bin ich ganz verwirrt...

Das Problem ist, daß es bei dieser Frage offenbar unterschiedliche Sichtweisen gibt. Ich habe eben meinen Schiebler Anatomie rausgekramt (und abgestaubt), und dort steht: Zugrichtung abduzierend und senkend, sprich nach temporal unten. Demnach müßte das Auge bei Parese nach medial oben stehen und die Doppelbilder bei Blick nach temporal (beim rechten Auge nach rechts) unten am stärksten sein.

Ich werde das Gefühl nicht los, das es hier zwei Lehrmeinungen gibt. Der Roche beispielsweise schreibt nur "Abweichung nach oben". Irgendwer sollte mal einen Forschungsauftrag rausgeben, um diese Frage abschließend zu klären.

André

Froschkönig
21.08.2004, 17:59
Zugrichtung abduzierend und senkend, sprich nach temporal unten. Demnach müßte das Auge bei Parese nach medial oben stehen und die Doppelbilder bei Blick nach temporal (beim rechten Auge nach rechts) unten am stärksten sein.
Abduzierend ? Dann hast Du einen Fehler in dem Buch...der trochlearis bewegt das auge definitiv nach unten-medial..siehe Anatomiebücher: Da kann man sich den verlauf und das Hypomochlion nochmal ansehen, dann bleibt gar nix anderes über als medial-unten.

Nightmare
21.08.2004, 18:09
Ich glaub es ist die INO! :-D

Muriel
21.08.2004, 18:10
Hilfe, jetzt dreh ich am Rad!!!! Hab noch mal nachgeschaut und zwar auch gefunden, dass der Obl sup zusätzlich zu Innenrotation und Blicksenkung abduziert (Waldeyer, Benninghoff), aber was ich eben geschrieben habe, stimmt zumindest laut diverser Augenheilkunde-Bücher, denen ich auch vertrauen möchte (Reim, Duale Reihe, Collins/Augustin). Vielleicht ist der abduzierende Zug geringer ausgeprägt, so dass der Rest überwiegt... es bleibt spannend!

Froschkönig
21.08.2004, 18:20
Hab noch mal nachgeschaut und zwar auch gefunden, dass der Obl sup zusätzlich zu Innenrotation und Blicksenkung abduziert
meiner nich :-D

Ignis
21.08.2004, 18:25
Tja, ich habe keine weiteren Bücher, die ich ins Gefecht werfen könnte, also Internet:

Version 1 - Adduktion und Senkung (http://www.hydrocephalus.de/seiten/neurologie/neukurs5.html#SysHirnnerven)

Version 2 - Abduktion und Senkung (http://www.medizinfo.de/augenheilkunde/motilitaet/augenmuskeln.htm)

Ist das noch keinem aufgefallen :-???

André


Edit: Link

Pascal
21.08.2004, 18:35
Da der Obliquus superior den Bulbus nach medial unten wendet

Seit wann das? Der Obliquus superior geht medial um die Trochlea und zieht damit seinen Ansatzpunkt nach oben innen. Dadurch kommte es, bedinngt durch die Lage des Ansatzes um eine Ausrichtung der Pupille nach unten und lateral. Nicht medial. Und zusätzlich zu einer innenrotation.

Muriel
21.08.2004, 18:38
Vielleicht sollte ich mal meinen Dr-Vater fragen, als Prof in der Augenheilkunde sollte er da eigentlich Bescheid wissen.

Pascal
21.08.2004, 19:03
Das sollte man erwarten können.

Froschkönig
21.08.2004, 19:05
Denk ich auch..ich mach mir sicher keine große mühe außer nachschlagen wegen EINER Frage...die definitive Lösung müssen wir doch so oder so abwarten ;-)

Feuerblick
21.08.2004, 20:15
Hallo ihr Rätselnden!

Wäre denn mal einer von euch so nett, die komplette Fragestellung mit Antwortmöglichkeiten zu posten? Und vielleicht auch die Fragen, die bei euch über die letzten sechs Seiten so auftraten? Vielleicht kann ich euch weiterhelfen und den Knoten aus dem Hirn entfernen...

LG
Das Funkelauge

Der Bochumer
21.08.2004, 20:41
Hatte ja gestern schon mal behauptet, dass das Thema Augenbewegung in vielen Büchern falsch dargestellt ist, z.B. auch im Mumenthaler (von 1981), der für den Trochlearis Innenrotation des Meridians (was auch immer das heißen soll, denn die eine Hälfte vom Meridian wird nach innen, die andere nach außen rotiert), Senkung und Abduktion (!) nennt. Allerdings steht laut Bild das Auge bei Ausfall des Trochlearis nur nach oben (wenn überhaupt)

Froschkönig
21.08.2004, 20:46
... der für den Trochlearis Innenrotation des Meridians (was auch immer das heißen soll, denn die eine Hälfte vom Meridian wird nach innen, die andere nach außen rotiert),
der meridian- wenn man ihn als längengrad wie in der geographie betrachtet - ist eine Senkrechte. Selbige wird aber nun tatsächlich nach innen rotiert da man bei der drehung der senkrechten vom oberen Pol ausgeht...daß der untere Pol dann konsekutiv und unvermeidlich nach außen zeigt mag allerdings mal zu verwirrung führen ;-)

Ignis
21.08.2004, 20:47
Hallo ihr Rätselnden!

Wäre denn mal einer von euch so nett, die komplette Fragestellung mit Antwortmöglichkeiten zu posten? Und vielleicht auch die Fragen, die bei euch über die letzten sechs Seiten so auftraten? Vielleicht kann ich euch weiterhelfen und den Knoten aus dem Hirn entfernen...

LG
Das Funkelauge

Hallo Feuerblick,

ich bring mal kurz die Frage, obwohl die nicht unser mehr eigentlicher Streitpunkt ist:

---
Patient mit Doppelbildern, rechter Bulbus schaut beim Geradeausblick leicht nach oben, bei passiver Kopfneigung nach rechts Abweichung des rechten Bulbus nach oben/innen

(A) Trochlearisparese rechts
(B) INO
(C) Opthalmoplegia ext. rechts
(D) Parese des M. obliquus inferior rechts
(E) Parese des M. rectus superior rechts
---

Die eigentliche Frage ist inzwischen, ob bei einer Trochlearisparese das Auge nach medial oder lateral abweicht. Beide Seiten können verschieden Bücher zur Untermauerung Ihres Standpunkts anführen. :-))

André

Der Bochum
21.08.2004, 20:51
der meridian- wenn man ihn als längengrad wie in der geographie betrachtet - ist eine Senkrechte. Selbige wird aber nun tatsächlich nach innen rotiert da man bei der drehung der senkrechten vom oberen Pol ausgeht...daß der untere Pol dann konsekutiv und unvermeidlich nach außen zeigt mag allerdings mal zu verwirrung führen ;-)

Dass der Meridian eine Senkrechte ist war mir klar, dass hier der obere Pol gemeint sein muss, ergibt sich auch durch logisches Denken. Mich stört halt nur, dass nirgends steht, dass der obere Pol gemeint ist.

Froschkönig
21.08.2004, 20:55
Dass der Meridian eine Senkrechte ist war mir klar, dass hier der obere Pol gemeint sein muss, ergibt sich auch durch logisches Denken. Mich stört halt nur, dass nirgends steht, dass der obere Pol gemeint ist.
Na DAS ist aber keine gutes Argument...immerhin setzt man ja auch vorraus, daß du weißt, welche Seite auf einem CT welche beim Patienten ist....es ist zwar frustrierend wenn man mangels solcher kleinigkeiten an irgendeiner Frage scheitert aber es gehört eben auch dazu :-nix

Feuerblick
21.08.2004, 21:07
Moin!

Auch wenn ich die Frage noch nicht kenne, poste ich schnell mal die Funktionen der Augenmuskeln. Zu beachten ist dabei, daß jeder Muskel eine Hauptzugrichtung und damit auch eine Hauptfunktion hat. Dazu kommen meist Anteile an weiteren Funktionen, die sich bei Paresen nur gering niederschlagen, aber zum Teil (gerade bei der Trochlearisparese) wegweisend für die Diagnose sein können, weil beim reinen Anschauen des Patienten, die Hauptfehlstellung gar nicht sichtbar ist. Erschwerend kommt noch hinzu, daß sich verschiedene Wirkungen je nach Blickrichtung verstärken.

M.rect.med. : Hauptwirkung: Adduktion
Nebenwirkung: entfällt
zusätzliche Komponente: entfällt

M. rect. lat. : Hauptwirkung: Abduktion
Nebenwirkung: entfällt
zusätzliche Komponente: entfällt

M.rect.sup.: Hauptwirkung: Hebung (verstärkt sich in Abduktion)
Nebenwirkung: Inzkloduktion (verstärkt sich in Adduktion)
zusätzliche Komponente: Adduktion

M.rect.inf.: Hauptwirkung: Senkung (verstärkt sich in Abduktion)
Nebenwirkung: Exykloduktion (verstärkt sich in Adduktion)
zusätzliche Komponente: Adduktion

M.obl.sup.: Hauptwirkung: Inzykloduktion (verstärkt sich in Abduktion)
Nebenwirkung: Senkung (verstärkt sich in Adduktion)
zusätzliche Komponente: Abduktion

M.obl.inf.: Hauptwirkung: Exzykloduktion (verstärkt sich in Abduktion)
Nebenwirkung: Hebung (verstärkt sich in Adduktion)
zusätzliche Komponente: Abduktion

Die Zyklobewegungen des Auges kann man sich immer schlecht vorstellen. Also einfach mal zwei Äpfel in die Hände nehmen und ausprobieren, welche Bewegungen man so im Handgelenk machen kann.

Und wie war nun die Frage? ;-)

...ahhh, da war sie ja... Also, schaut euch doch mal an, was so ein Bulbus treibt, wenn der M.obl.sup. durch den Trochlearis innerviert wird. Ohne die Innervation wegen Parese hat man dann eine Exzykloduktion des Auges als Hauptfehlstellung, eine Hebung, weil die Senkerfunktion ausfällt und eine minimale Adduktion, weil die abduktorische Komponente ausfällt. Neigt man nun den Kopf zur betroffenen Seite (Bielschowsky Kopfneigetest), dann landet man ja massivst in der gestörten Funktion des Muskels. Ergo... Abweichung nach oben...naja und wenig nach innen. Aber echt nur wenig.

Funkelchen