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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 1 A69/B120 Sarkoidose vs. Pneumonie



tyrosinkiase
20.08.2004, 18:08
In den Ausführungen der Anamnese wird von einer Sarkoidose gesprochen, die im RÖ und CT verifiziert werden soll.

Nach Betrachtung des RÖ-Bildes 23 und 24 ist meiner Meinung nach eine Unterlappenverschattung (oder Mittellappen) zu erkennen. Im CT sieht man ein positives Aerogramm, das pathognomonisch ist für eine Pneumonie.

Siehe auch: Basislehrbuch Innere Medizin auf Seite 445 2.Auflage

notre
20.08.2004, 18:18
der meinung war ich eigentlich auch. sarkoidose kann doch eine restr. störung (im endstadium) machen oder eben dicke hilus-lymphomknoten-dingens.
und das der bursche so ein fieber hat... hmm...
klingt und sieht eher nach ner pneumonie aus...oder?

Dummerchen
20.08.2004, 18:19
wär ich auch :-dafür

Unregistriert
20.08.2004, 18:24
Definitive Pneumonie, definitiv keine Sarkoidose. Zumindest das positive Bronchopneumogramm sollte nun wirklich jeder sehen.

Der Bochumer
20.08.2004, 18:45
Ich seh kein positives Pneumobronchogramm, dafür aber deutlich dicke Lymphknoten und ein pulmonales Verschattungsmuster wie in der Antwort angegeben.

Der Bochumer
20.08.2004, 18:51
Kann es vielleicht sein, dass das positive Bronchopneuogramm, das ihr seht, das Kontrastmittel in den Gefäßen ist, das man ja beim Thorax-CT normalerweise einsetzt???

Ignis
20.08.2004, 19:02
Ich habe auch überlegt, aber ich glaube eine bihiläre Lymphadenopathie zu sehen, die meines Wissens nach pathognomonisch für eine Sarkoidose ist.

Allerdings ist auch eine Verschattung zu sehen... Aber positives Aerogramm? Meint Ihr das Seitbild (Nr. 28) ? Da sehe ich Trachea und Hauptbronchien. In der Verschattung selbst (Bild 27) sehe ich nichts - kann aber auch an meinen mangelhaften Radio-Kenntnissen liegen :-???

André

Unregistriert
20.08.2004, 19:02
dann haben wir zwei verschiedene Bildbeilagen.

notre
20.08.2004, 19:03
also ich seh da:

1. kontrastmittel-gefüllte gefäße = weiß
2. bronchopneumogramm = wie gefäße, nur schwarz.

siehe unteres bildchen :

Unregistriert
20.08.2004, 19:05
CT-Bild: In der Verschattung stellen sich Bronchien (logischerweise ohne Kontrastmittel!) dar.
Röntgen: Die vermeintlichen bihilären Lymphknoten sind die normalen Lungengefäße.

Unregistriert
20.08.2004, 19:12
Hallo beisammen!

Also, ich kann da auch nicht wirklich besonders auffällige Hiluslymphknoten erkennen. Ich glaube nicht, dass es eine Sarkoidose ist.

Aber wie wär's denn mit Antwort E, der Infarktpneumonie? Wenn ihr mal die kontrastmittelgefüllten Pulmonalarterienäste der rechten Lunge in der CT-Aufnahme nach peripher verfolgt, meine ich dass man deutlich die Füllungsdefekte (dunkler als das umgebende Lungengewebe) erkennen kann. Leicht mit einem Bronchoaerogramm zu verwechseln, was ich aber dadurch ausschliesse, da diese Füllungsdefekte nur dunkelgrau und nicht schwarz wie Luft sind (ein paar schöne schwarze Bronchien sind ja auch zum Vergleich in dem Bereich quer angeschnitten). Also, ich bin für E!

Was meint ihr denn dazu?

Ansonsten allen noch viel Erfolg, immerhin ist ja schon die Hälfte geschafft! :-)

Ciao, Flo

Unregistriert
20.08.2004, 19:14
eieiei.......das klingt verdammt richtig!

notre
20.08.2004, 19:18
aber:

Infarktpneumonie mit 25 ? In D?
Ohne, dass irgendwelche anamnestischen Angaben darauf hindeuten?
Und dann kommt der so selber mit seinen 2 Bildchen zum Doc gelaufen?

Ich zweifel ein bisschen... wenn kleine Pöppel jetzt schon als ausgewachsene Osteophyten bezeichnet werden, dann kann das Bronchopneumogramm auch mal hell-schwarz sein... :-))

Gruß
notre : -)

Froschkönig
20.08.2004, 19:20
wenn kleine Pöppel jetzt schon als ausgewachsene Osteophyten bezeichnet werden, dann kann das Bronchopneumogramm auch mal hell-schwarz sein... :-))


ROFL :-top

Der Bochumer
20.08.2004, 19:20
Ok, jetzt seh ich auch ein Bronchopneumogramm - aber: wer sagt, dass es das bei der Sarkoidose nicht gibt. Zu den Lymphknoten: Im Röntgenbild meine ich durchaus vergrößerte zu sehen, abgesehen davon müssen die bei der Sarkoidose je nach Stadium ja nicht vorkommen.
Problematisch finde ich eher, dass die Verschattung für eine alveoläre ein bisschen zu dicht ist, oder nicht?

Ignis
20.08.2004, 19:22
Tja, wie gesagt, ich weiß auch nicht recht. Gegen Sarkoidose spricht natürlich auch noch, daß diese Lösung zu naheliegend wäre (IMPP-Fangfrage). Wir werden es wohl erst mit den offiziellen Lösungen erfahren... :-)

André

Der Bochumer
20.08.2004, 19:25
In letzter Zeit produziert das IMPP vermehrt Doppelfangfragen, d.h. man soll denken, dass kann es nicht sein, weils es zu einfach wäre, es ist es dann aber doch.

Der Bochumer
20.08.2004, 19:27
So, werde jetzt nich mehr mitspekulieren.
Muss jetzt mal langsam anfagen, Chirurgie zu lernen.

Ignis
20.08.2004, 19:28
In letzter Zeit produziert das IMPP vermehrt Doppelfangfragen, d.h. man soll denken, dass kann es nicht sein, weils es zu einfach wäre, es ist es dann aber doch.

Ja, leider kann man sich auf nichts mehr verlassen...

André

Unregistriert
20.08.2004, 19:33
Hallo notre!

nach Tieme's Innere Medizin:

DD der ambulat erworbenen Pneumonie (Fieber und Husten hat er ja anscheinend): "In die DD müssen alle pulmonalen Erkrankungen, die mit einem Infiltrat einhergehen, einbezogen werden; am häufigsten sind poststenotische Pneumonien bei Bronchialkarzinom oder Infarktpneumonien nach Lungenembolie" (S.1526). Zugegeben, 25-jähriger Mann ohne besonderheiten in der Anamnese passt nicht unbedingt dazu, ist aber nicht auszuschließen (erst recht nicht beim IMPP). Vielleicht hat er ja eine bisher unerkannte Koagulopathie?

Und dass der Patient fröhlich und selbständig zum CT spaziert, steht ja auch nicht in der Angabe... Genaueres über seinen AZ wissen wir nicht...

Nun denn, im Großen und Ganzen eine be***issene Frage!

Ciao, Flo