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Vystup
01.10.2004, 04:43
au ja, ein zwei-klassen-studium.

ich muesste mir das geld fuer die studiengebuehren auch leihen, so viel nur mal zu meiner finanziellen situation, wenn ich doch nicht am hungertuch nage. gehen wir aber mal von 500 euro pro semester aus, das macht dann fuers ganze studium 6000 euro. das finde ich eigentlich nicht so dramatisch, man verdient als assistenzarzt zwar nicht besonders gut, aber um einen kredit in dieser hoehe abzuzahlen sollte es doch gerade noch reichen. mein auslandsstudium finanziere ich durch ein stipendium. ja, meine eltern unterstuetzen mich finanziell, allerdings ist der betrag weniger, als das kindergeld, das sie fuer mich bekommen.

ich arbeite neben dem studium und ich kann mir vorstellen, dass ich im semester sicherlich 500 euro dadurch aufbringen koennte, da bleibt allerdings immer noch etwas uebrig.

was die kleinen gruppen angeht:
es ist wirklich ein gravierender unterschied. wer kein interesse hat, lernt natuerlich auch in kleinen gruppen nichts, allerdings hat man wesentlich mehr moeglichkeiten, mit den patienten zu arbeiten, als das in deutschland der fall ist. wer ausreichend motiviert ist, wird auch wesentlich mehr lernen. es macht auch einen grossen unterschied, ob der mensch, der das praktikum abhaelt zwischendrin alle fuenf minuten zum telefon rennt oder nicht. ich habe in deutschland auch lichtblicke erlebt und ich moechte das deutsche studium auch nicht verteufeln, man koennte aber mit wesentlich mehr klinischen fertigkeiten zum arzt werden, wenn man die studenten entsprechend ausbilden wuerde. und jetzt zu sagen "das lernt man doch im pj" halte ich fuer sinnlos, das pj koennte man dann naemlich abschaffen.

ich halte studiengebuehren fuer sozial ausgewogen machbar (wenn man nicht gerade die vorschlaege der arbeitgeberverbaende aufgreift) und auch sinnvoll. allerdings muessen sie mit einer erheblichen verbesserung des studiums einhergehen. die unis muessten eine wesentlich schlankere und effizientere verwaltungsstruktur bekommen, muessten weniger engstirnig und buerokratisch sein, sondern versuchen, den studenten als kunden und nicht als schmarotzer zu behandeln.

JHS
01.10.2004, 08:09
...den studenten als kunden und nicht als schmarotzer zu behandeln.

wenn durch Studiengebühren ein derartiges Umdenken hervorgerufen würde, wäre dies allein sicherlich das Geld wert.

Allerdings kann ich noch nicht so recht glauben, dass die Umsetzung der Studiengebühren sich an einem sinnvollen Kozept orientieren, und nicht nur der Abzocke dienen würde.

Und die Fomel Studiengebühren -> Studenten=Kunden ist leider auch kein Automatismus. In den Ländern, in denen traditionell Studiengebuhren erhoben werden, ist dies eine sehr lange gewachsene Tradition, die sich in D'land nicht unbedingt entwickeln würde.

Zu bedenken ist auch, dass z.B. in den USA es nicht mit 6000Euros für das gesamte Studium getan ist - nicht einmal für ein Semester!

Viele Grüsse,
JHS

zotteltroll
01.10.2004, 13:31
Es müßte nach dem Bedarf getrennt werde:
Für die einen 4-Mann-Seminare mit individueller Betreuung für xxx Euro pro Semester und für die anderen, die auch so gute Noten schreiben und/oder nicht so toller Finanzlage, Bsp. ich, kostenloser Normalunterricht.

Wäre es so, dann würde später immer gefragt werden, was für eine Art des Unterrichts du genossen hast. (So ähnlich wie heute die Frage nach dem Bundesland des Abiturs mit anschließendem Naserümpfen.) Wenn deine Qualität als Arzt/deine Aufstiegsmöglichkeiten im KH dann auch noch daran festgemacht werden ...

milz
01.10.2004, 14:01
Die Prüfungen sind ja zentral, womit die Noten und damit die theoretischen Kenntnisse, die man erwirbt vergleichbar sind, egal wie die Ausbildung im Einzelnen gestaltet ist. Was das Praktische angeht, ist es sicher schwieriger, das Gelernte zu beurteilen und die zukünftigen Arbeitgeber werden da sicher auch auf den "Ruf" der Uni achten. Aber lieber ein 2.Klasse-Studium, als gar keins.

questionmark
01.10.2004, 19:10
Ein Zwei-Klassen-Studium?! Das kann doch nicht echt euer Ernst sein... :-notify

Es gibt doch auch vernünftige Alternativen zwischen keinen Studiengebühren und Zwei-Klassen-Studium mit Studiengebühren. Man muss ja nicht immer gleich die Extremen nehmen. So horrende Studiengebühren wie in den USA sind wohl genauso unsinnig wie ein kostenloses Studium. Genauso kurzsichtig ist es davon auszugehen, dass alle, die für Studiengebühren sind, reich sind und in den geisteswissenschaftlichen Studiengängen nur Sozialschmarotzer rumhängen. :-meinung

Evil
04.10.2004, 11:19
Die Prüfungen sind ja zentral, womit die Noten und damit die theoretischen Kenntnisse, die man erwirbt vergleichbar sind, egal wie die Ausbildung im Einzelnen gestaltet ist. Was das Praktische angeht, ist es sicher schwieriger, das Gelernte zu beurteilen und die zukünftigen Arbeitgeber werden da sicher auch auf den "Ruf" der Uni achten. Aber lieber ein 2.Klasse-Studium, als gar keins.

So zentral bleiben die Examina nicht, immerhin sollen ja nach der neuen AO (die mich gottlob nicht betrifft) die Klausurergebnisse aus den Kursen mit in die Note eingehen.

Ihr habt aber recht, Studiengebuehren zu erheben, die nicht den Unis zugute kommen, ist eine Sauerei! :-(

Trotzdem bin ich nicht grundsaetzlich gegen Gebuehren, wenn diese die Ausstattung der Uni verbessern.

Und bevor mich hier jemand als Geldsack abtut:
zwar hab ich dank elterlichem Zuschuss (noch) keine materiellen Probleme, trotzdem hab ich mich gegen die Einfuehrung von Gebuehren in NRW zwecks Metrorapid-Finanzierung engagiert und vor dem Landtag demonstriert...
:-meinung

Sampson
29.06.2005, 07:33
In den USA ist es natürlich gang und gebe Kredite aufzunehmen um die Gebühren zu bezahlen, aber dafür verdienen sie auch ungefähr das fünfache von dennen in Deutschland.
Und Ich galube nicht, dass das Deutsche Gesundheitswesen willig ist den


Da muss ich Dir wiedersprechen...Die Ausgaben (alleine die Versicherung) sind manchmal absolut verrueckt! Ich denke es kommt ziehmlich aufs gleiche raus.

Zu bedenken ist auch, dass z.B. in den USA es nicht mit 6000Euros für das gesamte Studium getan ist - nicht einmal für ein Semester!

Ich hab pro Semester knappe 3000$ bezahlt (Louisville KY) war auch nicht so eines von den "teuren" Unis. Aber es hat gerreicht. Ohne arbeiten geht da gar nichts.

test
29.06.2005, 08:06
In den USA ist es natürlich gang und gebe Kredite aufzunehmen um die Gebühren zu bezahlen, aber dafür verdienen sie auch ungefähr das fünfache von dennen in Deutschland.
Und Ich galube nicht, dass das Deutsche Gesundheitswesen willig ist den


Da muss ich Dir wiedersprechen...Die Ausgaben (alleine die Versicherung) sind manchmal absolut verrueckt! Ich denke es kommt ziehmlich aufs gleiche raus.

Zu bedenken ist auch, dass z.B. in den USA es nicht mit 6000Euros für das gesamte Studium getan ist - nicht einmal für ein Semester!

Ich hab pro Semester knappe 3000$ bezahlt (Louisville KY) war auch nicht so eines von den "teuren" Unis. Aber es hat gerreicht. Ohne arbeiten geht da gar nichts.

Du wirst aber wohl kaum an ner Medical School gewesen sein, zumindest hab ich noch keine gesehen, die "nur" 3000$ pro Semester kostet, auch nicht bei den unbeliebteren, die eher günstig im Vergleich zu den anderen sind.
Ich bin aber der Meinung, dass man in den USA trotz hoher Versicherungssummen immer noch netto deutlich mehr verdient als hier.
Mußt nur mal Stellenanzeigen für Ärzte angucken. In vielen größeren Praxen und auch in Kliniken wird die malpractice insurance von der Verwaltung übernommen. Und die Gehälter liegen trotzdem weit über den deutschen Gehältern.