Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zuwenig Magensäure gibt es tests?
Bei der A-Gastritis (autoimmun) wird die Magenwand und damit auch die Belegzellen destruktiv umgebaut. Hieraus resultiert schliesslich auch eine verminderte Produktion von Intrinsic factor, was wiederum die perniziöse Anämie bedingt. Daneben gibt es auch Tumore, welche die Säuresekretion unterdrücken.
Ein Magensäuredefizit ist aber ansonsten nicht besonders symptomatisch (wenn man überhaupt davon sprechen kann). Patienten nach Gastrektomie (Magenentfernung) sind allenfalls auf Vitamin B12-Zufuhr angewiesen (neben peristaltischen und anatomo-mechanischen Problemen).
Sportfreund
14.10.2004, 10:25
Vielleicht kann mir ja trotzdem jemand erklären was man mit dem gastrin test feststellen kann und wofür er gut ist?
Ist mir wirklich wichtig das zu wissen
Dankeschön
Gastrin ist ein von Zellen im Magen gebildetes Hormon, das die Sekretion von Magensäure auslöst. Es wird über eine Rückkopplung durch den Magen-pH gesteuert.
Also: Wenn im Magen zuwenig H+ ist, dann "merken" das die Gastrinproduzierenden zellen, geben mehr Gastrin ab und das wiederum löst dann bei den H+Produzierenden Zellen die Abgabe von H+ in den magen aus.
Ist genug oder zuviel H+ im Magen, dann wird kein Gastrin ausgeschüttet, entsprechend dann auch kein zusätzliches H+.
Durch die Messung des Gastrinspiegels kann man also Rückschlüsse auf die H+-Sekretuion ziehen. Der Vorteil ist, daß sich Gastrin - im Gegensatz zu H+ - bequem im Serum bestimmen läßt.
Dort liegt eine Hypergastrinämie vor, da der Körper bei zu niedrigem pH das Gastrin hochreguliert. Darum gilt: Je niedriger der PH, desto höher das Gastrin.
Ist doch eher umgekehrt, oder?
Hohes Gastrin bei autonomer Gastrinproduktion (Zollinger-Ellison) mit zuviel Saeure, oder bei Saeuremangel und funktionierender Regulation.
Normales oder niedriges Gastrin dann eher bei zuviel Saeure aus anderen Gruenden.
Dh letztendlich kommt man damit der Ursache naeher, aber fuer die Saeurebestimmung selbst ist der Gastrin-Test eigentlich nicht aussagekraeftig.
Dh letztendlich kommt man damit der Ursache naeher, aber fuer die Saeurebestimmung selbst ist der Gastrin-Test eigentlich nicht aussagekraeftig.
Sehe ich genau so. Indikationen für einen Gastrin-Test ist der V.a. Zollinger-Ellison, benigne G-Zell-Hyperplasie (aber dann wäre die Säure hochreguliert), V.a. auf A-Gastritis (ist dann jedoch wohl nicht die Diagnosemethode der Wahl und ist bei unserem Sportsfreund eher unwahrscheinlich) und die perniziöse Anämie (wozu erstmal überhaupt ein Anämieverdacht gehört).
Also für mich besteht wenig Anlass für einen Gastrin-Test.
Ist doch eher umgekehrt, oder?ja, das mach ich immer falsch :-blush
Deshalb schreib ich jetzt hundertmal:
Niedrige Säurekonzentration ist nicht gleich niedriger pH!
Vielleicht merkt ich es mir dann mal... :-wow
ja, das mach ich immer falsch :-blush
Deshalb schreib ich jetzt hundertmal:
Niedrige Säurekonzentration ist nicht gleich niedriger pH!
Vielleicht merkt ich es mir dann mal... :-wow
Mach Dir nix draus, geht mir bei vielen Sachen aehnlich, ich bring immer mal wieder Hyper- und Hypokalzaemie durcheinander.... :-blush .... allerdings weiss ich immer, dass irgendwas mit dem Kalzium nicht stimmt ;-)
Sportfreund
21.12.2004, 22:25
was sagt ihr über die ausagekraft des Pepsinogen 1 labortests? Dieser kann doch aussagen ob eine anazidität vorliegt oder irre ich schon wieder?
Pepsinogen wird zwar durch HCl zu Pepsin umgesetzt, aber Pepsin aktiviert dann auch wieder selber Pepsinogen (Autokatalyse), sodaß man da keine quantitaiven Aussagen treffen kann, wieviel davon vom HCl aktiviert worden sind und welche nicht.
Ich hab jedenfalls noch nie gehört, daß dieser Test in dieser Indikation verwendet wird und ein leistungsverzeichnis eines Labormediziners, das ich hier rumliegen hab führt den Test gar nicht für die klinische Routine.
BTW: Warst Du immer noch nicht beim Arzt?
Sportfreund
22.12.2004, 11:55
mich interessiert das thema halt sehr... Zumal ja auch Sodbrennen durch zuwenig magensäure kommen kann wenn fäulnisprozesse stattfinden. Und dann wäre eine Gabe von PPI nicht ratsam, wird aber doch immer wieder gemacht. Von daher überlege ich halt wie man möglichst unproblematisch vor der PPI gabe feststellen kann ob ein zuviel oder zuwenig an magensäure den reflux oder die oberbauchschmerzen auslöst.....
Zumal ja auch Sodbrennen durch zuwenig magensäure kommen kann wenn fäulnisprozesse stattfinden. Das is dann aber kein Sodbrennen.
Sodbrennen ist, wenn Magensäure in die Speiseröhre gelangt und dort die Wand verätzt. Wenn nicht sauerer Magensaft in die Speiseröhre gelangt, dann gibt's auch kein Sodbrennen.
Die "Fäulnisprozesse" machen eher Blähungen, Völlegefühl, etc.
Von daher überlege ich halt wie man möglichst unproblematisch vor der PPI gabe feststellen kann ob ein zuviel oder zuwenig an magensäure den reflux oder die oberbauchschmerzen auslöst.....Zunächsteinmal ist nicht die Magensäure ursächlich für den Reflux , sondern ein undichter Magenverschluß zur Speiseröhre hin.
Der Reflux bleibt mit PPI auch weiterhin bestehen nur schadet er nicht mehr, weil der Magensaft weniger sauer ist.
Ich hab mich im TIM nochmal schlau gemacht:
dieser Pepsinogen-Test wird gar nicht erwähnt, zur Diagnose einer Hypo- oder Achlorhydrie wird der sogenannte MAGENSAFTSEKRETIONSTEST durchgeführt:
der Patient (12h nüchtern, keine PPI oder ähnliches) bekommt eine Magensonde, und dann wird in Linksseitenlage in 15min-Abständen Magensaft entnommen und der pH titriert.
Ich hab im KH aber noch nie erlebt, daß dieser doch recht aufwendige Test durchgeführt wird, ich denke, wenn überhaupt, wird er nur in großen KHs gemacht.
@ Sportfreund:
dort solltest Du Dich dann nochmal ausführlich beraten lassen, bzw Diagnostik bezüglich der Ätiologie Deines (vermuteten) Säuremangels machen lassen...
Sportfreund
26.12.2004, 13:23
was ist der TIM ?
Danke für die antwort.
Achja, hab dir schon eine pm geschrieben.
Thiemes Innere Medizin, eine Elefantenklatsche mit 2300 Seiten.... ;-)
anatombiene
30.12.2004, 21:56
@ Sportfreund
Bei mir wurde vor ca. 2 Jahren auch eine Kardiainsuffizinez festgestellt. LEIDER waren auch mehrere Arztbesuche notwendig, bis man mir erstmal sagen konnte, was mit mir los ist und warum mich Übelkeit und Bauchschmerzen quälen.
Meine Speiseröhre war zu dem Zeitpunkt leider auch schon entzündet.
Protonenpumpenhemmer haben bei mir gut geholfen.
Kann dir allerdings auch nur raten, dich in ärztliche Behandlung zu begeben.
Bei mir hat es seine Zeit gedauert, bis ich selber gemerkt habe, was meinem Magen gut tut oder schadet. Ich rauche nicht mehr, trinke lieber Bier als irgendwelches Süßes Zeug auf Parties, esse abends nicht mehr zu spät und schlafe mit vielem Kissen im Bett, da der Reflux durch den erhöhten Oberkörper verringert wird.
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