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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizin+Journalismus/ Menschenrecht ?



Vorlost
03.11.2004, 12:19
Hallo

Ich bin mir absolut noch nicht sicher, was ich studieren soll, interessiere mich aber u.a. für Medizin, Journalismus und Völker-/Menschenrecht und hoffe, jemand kann mir bei folgenden Fragen weiterhelfen:

1) Ist es möglich, vielleicht mit versetztem Studienbeginn, neben Medizin ein weiteres Studienfach aufzunehmen ohne im absoluten Stress unterzugehen (Erfahrungsberichte?)? Z.B.: In Hamburg gibt es, soweit ich weiß, Journalismus als Nebenfach. Kann man dies zu Medizin dazu nehmen? Was für einen Abschluß macht man dann darin? Irgendwie finde ich das bis jetzt alles ziemlich undurchsichtig... *seufz*

2) Ich denke nicht, daß ich Jura studieren möchte, dazu sind da zu viele Teilbereiche, die mich nicht interessieren. Was mich jedoch interessiert, wäre Völker- oder Menschenrecht oder allg. Entwicklungshilfe/humanitäre Hilfe/Demokratisierung oder so. Weiß hier vielleicht jemand einen Studiengang der in diese Richtung geht, bzw. hat einen Tipp für mich? (Ja, ich weiß, daß dieses Forum Medizin zum Thema hat, aber möglicherweise hat ja jemand eine Idee *hoff*)

Viele liebe Grüße,
eine recht verwirrte Vorlost

Vystup
03.11.2004, 13:09
zu 1)
ist nur unter enorm viel stress moeglich, ich wuerde davon abraten. versetzter studienbeginn bringt inzwischen auch nicht mehr viel, der anteil der pflichtveranstaltungen wurde durch die neue appo doch deutlich nach oben korrigiert, was deinen stundenplan gut fuellen sollte, was ein anderes studienfach nebenher nicht gerade spassig macht. es hat schon seinen grund, dass man in medizin nicht noch ein nebenfach belegen muss.

zu 2)
es gibt tatsaechlich einen studiengang der genau in diese richtung geht, ist allerdings ein master und mehr infos findest du hier (http://www.rotary.org/foundation/educational/amb_scho/centers/index.html) . ob es noch andere aehnliche programme gibt weiss ich nicht. mein bruder studiert geographie und hat gerade ein praktikum bei der GTZ gemacht, es geht also auch durchaus ueber andere studiengaenge.

ada
03.11.2004, 13:59
einen einjährigen masterstudiengang "humanitäre hilfe" bietet die ruhruni bochum an:
www.ruhr-uni-bochum.de/ifhv/noha

in richtung (medizinische) entwicklungshilfe gibts dutzende masterstudiengänge an der london schoolof hygiene & tropical medicine: www.lshtm.ac.uk

außerdem gibt ein netzwerk europäischer unis, die einen master of international health anbieten, geht dann auch eher in richtung medizinische e´hilfe:
www.troped.org

wenn du es eher von der politischen seite angehen willst, kannst du auch politologie studieren und dich dann im hauptstudium auf friedens- und konfliktforschung oder ähnliches stürzen.

viel glück... ada

luckyblue
03.11.2004, 22:04
Ich würde dir eher ein Studium der "Humanbiologie" empfehlen. (Journalismus als akademisches Studienfach kannste eh knicken. Wen interessiert graue Theorie in der Branche?)

Vorlost
16.11.2004, 19:08
Hi!

Vielen herzlichen Dank an euch drei für eure Tips!!

@Vystup: Ja, das mit dem Doppelstudium hab ich schon befürchtet. Schade, weil ich mich schon für Medizin erwärmen kann, aber gern noch eine andere Richtung dazunehmen würde, einfach, weils mich interessiert...
Stimmt, der Studiengang scheint nicht schlecht, allerdings ist mir negativ daran aufgefallen, daß es (soweit ich durchgestiegen bin ;-)) keine Studienmöglichkeit in Deutschland dafür gibt (Kosten) und man sich recht stark über das Studium hinaus an diese Organisation bindet... und da bin ich nicht so sicher, ob das etwas für mich ist. Kennst du jemanden der Erfahrungen /hast du Erfahrungen mit denen hat?

@ ada: Besonders der Studiengang in Bochum klingt sehr interessant, vom Thema her und auch weil er (zumindest z.T.) in Deutschland stattfindet und nicht zu lange dauert. Selbe Frage auch nochmal an dich: Kennst du vielleicht zufällig jemanden, der nach Medizin (oder auch einem anderen Fach) diesen Kurs gemacht hat? Wenn ja, wie fand er/sie es? Und inwiefern hat es ihm/ihr Jobmäßig weitergeholfen (sprich, hat er/sie später z.B. im Entwicklungsienst o.ä. Arbeit gefunden, wo der Studiengang nützlich war)?
Zu Politologie: Ja, auch das ist einen Gedanken wert... Aber ich fürchte, die Jobaussichten sind da doch ziemlich miserable, oder nicht? Besonders, wenn man sich wirklich auf Konflikt etc konzentriert, weiß ich nicht, ob/wo man ein Plätzchen findet... Ich vermute, auch Politologie läßt sich nicht/schlecht mit Medizin vereinbaren/kombinieren?

@luckyblue: Wie (wenn nicht studieren), sollte man den vorgehen, wenn man (Fach-) Journalismus machen möchte? Ist es besser eine Ausbildung zu machen oder Journalistenschule oder wie?
Und warum würdest du mir Humanbiologie (anstatt von medizin doch, oder wie meinst du das?) empfehlen?

Viele liebe Grüße :-)
Vorlost

Vystup
17.11.2004, 10:43
Ja, ich kenne jemanden, der das macht. Wenn Du Dich sehr dafuer interessierst, dann schreib mir eine Nachricht und ich suche Dir die Kontaktdaten raus. Man bindet sich sicherlich an die Organisation, allerdings ist das definitiv kein Nachteil bei dieser Organisation, die immerhin groesster privater Geldgeber fuer das Polioimpfprogramm der WHO ist.

1234556
22.11.2004, 10:10
Deine Situation hat viles mit mir gemeisam...Es ist machbar Jura und Medizin parallel zu studieren,da ein Grossteil von Jura zu Hause/Biblitohek erledigt werden kann (weniger Anwesenheitspflicht als in Med), dies ist halt ohne studiengebüren besser als zuerst medizin und dann als medizinjournalist jobben und Jura zu studieren...Aber mit rein humanitäterem med-journalismus kann man sich kaum Übers wasser halten, da dieses Mescnliche Elend ja eh keiner lesen will, deswegen gibt es da zwei möglichkeiten: normale Ärtzliche Tätigkeit mit Humanitärem Medizinjournalismus als Wochenend-nebenjob oder 90% Wisenschaflicher Medjournaliscmus (die neusten boichemischen Signalkaskaden) mit 10% Sudan hungergejammer dazwischen...

ehec
22.11.2004, 14:27
"...da dieses Mescnliche Elend ja eh keiner lesen will..."



wie wahr, wie wahr...




augurenlaechelnd,

ehec

ehec
22.11.2004, 14:34
(eingabe zehn)

luckyblue
24.11.2004, 19:25
@luckyblue: Wie (wenn nicht studieren), sollte man den vorgehen, wenn man (Fach-) Journalismus machen möchte? Ist es besser eine Ausbildung zu machen oder Journalistenschule oder wie?
Und warum würdest du mir Humanbiologie (anstatt von medizin doch, oder wie meinst du das?) empfehlen?


Sorry für das verspätete Feedback. Hatte den Beitrag überlesen.
Bekanntlich gibt es keinen Königsweg zum Journalismus. Mit einem Studium ist man aber sicher auch nicht auf dem Holzweg, insbesondere wenn man eine Betätigung im fachgebundenen Journalismus anvisiert. Was ich meinte: Finger weg von den "M(ed)chenfächern" (Kommunikationswissenschaften, Publikationswissenschaften - und wie sie alle heißen). Zwar ist Know-how aus diesen Fächern nicht hinderlich, jedoch tummelt man sich damit in unmittelbarer Nachbarschaft zu Allgemeinplätzen. Sich damit im Fachjournalismus zu profilieren, dürfte schwierig sein. Besser ist es, ein "richtiges" Fach (kann auch eine Geisteswissenschaft sein) zu studieren, nebenher Praxiserfahrung zu sammeln - und dann gegebenenfalls ein Volontariat zu absolvieren. Das wurde mir zumindest von Profis mal so geraten.

Auch der Besuch einer Journalistenschule ist keine Erfolgsgarantie - und schon gar kein Ersatz für ein Studium.

Humanbiologie ist empfehlenswert, wenn du

mehr an physiologischen Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Organismus als an pathologischen Phänomenen,
mehr an der Rolle des Menschen zwischen den Fronten von Natur und Kultur per se als an der Behandlung von Zivilisatonskrankheiten,
mehr an evolutionsbiologischen Fragestellungen als an der medikamentösen Einstellung psychisch devianter Patienten
mehr an der Evaluation genereller ethischer Probleme in bezug auf die Anwendung progressiver Technologien in der Medizin als am (stumpfsinnigen) Pauken von Krankheitsbildern










interessiert bist.