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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was macht die Krankenpflege-Ausbildung?



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Absolute Arrhythmie
19.10.2010, 16:55
Wenn man sagt "Ich will später mal Pflegepädagogik studieren" guckt einen auch keiner komisch an, sektsam, ne?
Viele sind neidisch wenn jemand anderes die Möglichkeit hat zB Medizin zu studieren. Weil sie selbst gern die Chance gehabt hätten oder weil sie einfach missgünstig sind.
Davon sollte man aber unbeeindruckt bleiben.

M!coud
19.10.2010, 17:46
Wenn ich gesagt habe, dass ich noch Medizin studieren will, haben mir eigentlich alle aus der Pflege dazu geraten bzw. mich ermuntert.
Aber es gibt ja auch unterschiedliche Häuser und unterschiedliche Kollegen.

tehs89
20.10.2010, 12:10
Komischerweise sind mir auch die, die offen zugeben, studiern zu wollen, auf Anhieb unsympathisch.

^^das is bei mir seltsamerweise auch so.irgendwie ja total blöd aber....
ich wurde auch schon so im gespräch gefragt und da hab ich einfach nur gesagt "weiss nich, vlt später noch studieren", da konnte dann der lehrer draus machen was er wollte ;-)

*milkakuh*
22.10.2010, 11:18
Bei mir in der Klasse wollen noch 4 andere spätestens nach der Ausbildung Medizin studieren, andere Pflege. Die meisten Lehrer wissen mittlerweile auch von den Pländen der meisten. Ich habs in der Vorstellung immer so gemacht, dass ich gesagt habe, dass ich nach der Ausbildung vielleicht noch irgendetwas studieren möchte entweder Richtung Pflege oder Medizin. Für die anderen, die klar gesagt haben, dass sie Medizin studieren möchte hat das bisher in der Schule keinen Nachteil gebracht.

Auf Station erzähle ich das nicht unbedingt jedem. Die meisten interessiert das aber auch gar nicht! Wenn mich jemand direkt fragt gebe ich genau die selbe Antwort wie in der Schule! :)

Bei uns in der Klinik bringt das aber generell wohl keine großen Nachteil, wenn man offen damit umgeht, noch Medizin studieren zu wollen....

Distress Misstress
02.11.2010, 20:16
@ milkakuh: Ich hatte eine ähnliche Erfahrung machen dürfen, allerdings nicht persönlich. Ich habe auf der Intensiv mal mitbekommen, wie ein GuK-Azubi sagte, dass er Medizin studieren wolle und prompt fühlte sich das Restpflegeprsonal degradiert (??? Wieso??????? Krankenpflege ist nicht minderwertiger als Medizin, das sind zwei verschiedene Berufe) und gab dem Azubi nur noch Drecksaufgaben mit der Begründung, dass er sich doch als etwas viel besseres als alle anderen fühle. Naja, ab einer gewissen Stundenanzahl RTL/Woche wird das Gehirn wohl Gemüse.

lvf90
03.11.2010, 07:52
@Distress Misstress: Natürlich ist Krankenpflege minderwertiger als Medizin, denk nur mal an Ausbildung, Ansehen, Gehalt und Kompetenzen. Dass Bundeskanzler und Müllmann zwei komplett unterschiedliche Berufe sind, macht sie auch nicht unvergleichbar. Meiner Meinung nach ist der Azubi selbst Schuld, und das Personal hat allen Grund, ihn nicht zu mögen (s. zwei Seiten vorher).

Absolute Arrhythmie
03.11.2010, 11:15
@Distress Misstress: Natürlich ist Krankenpflege minderwertiger als Medizin, denk nur mal an Ausbildung, Ansehen, Gehalt und Kompetenzen. Dass Bundeskanzler und Müllmann zwei komplett unterschiedliche Berufe sind, macht sie auch nicht unvergleichbar. Meiner Meinung nach ist der Azubi selbst Schuld, und das Personal hat allen Grund, ihn nicht zu mögen (s. zwei Seiten vorher).

:-keks

Du Troll!

lvf90
03.11.2010, 13:48
:-keks

Du Troll!

Aha, kommt da auch noch eine Begründung? Oder habe ich dein Weltbild so zerstört?

Absolute Arrhythmie
03.11.2010, 13:57
Aha, kommt da auch noch eine Begründung? Oder habe ich dein Weltbild so zerstört?

Erklärt sich das na Hand deiner Aussage nicht von selber? :-nix

lvf90
03.11.2010, 14:08
Dann sag mir doch bitte, was an meiner Aussage so falsch ist. Bist du der Meinung, dass der Arzt auf einer Ebene mit dem Krankenpfleger steht? Oder sollten Azubis am besten von Anfang an sagen, dass sie eigentlich viel lieber Medizin studieren wollen? Ich bin selber GuKP Schüler und stehe mit dieser Meinung sicherlich nicht alleine da.

Absolute Arrhythmie
03.11.2010, 15:46
Dann sag mir doch bitte, was an meiner Aussage so falsch ist. Bist du der Meinung, dass der Arzt auf einer Ebene mit dem Krankenpfleger steht? Oder sollten Azubis am besten von Anfang an sagen, dass sie eigentlich viel lieber Medizin studieren wollen? Ich bin selber GuKP Schüler und stehe mit dieser Meinung sicherlich nicht alleine da.

Hmm, du siehst die Berufswelt also in "Ebenen", finde ich interessant. Und der Pfleger steht unter dem Arzt.
An was machst du das fest? An der Dauer der Ausbildung? Oder an dem, was du interessanter findest?
Ich finde das ziemlich engstirnig. Ich will den Pflegeberuf auch nicht schön reden. aber deine Aussage "Arzt = Bundeskanzler" und "Schwester = Müllmann" (Ich weiß, dass du das SO nicht gesagt hast ;)) ging mir beim Lesen auf den Keks.
Eine Fachgesundheits- und Krankenpflegerin hat bis zu ihrem Abschluss 5 Jahre Ausbildung gehabt, plus min 6 Monate, eher mehr, Berufserfahrung. Macht minimum 5,5 Jahre Lernen, bis man diese Berufsbezeichnung führen darf. Dasselbe gilt für OP-Schwestern und andere Fachweiterbildungen (Hygiene, Onkologie, usw). Ein Arzt hat bis zur Berufserlaubnis 6 Jahre Ausbildung gehabt.
Daran kannst du es also nicht fest machen, wenn man es genau nimmt.

Was dann? Sind es die Tätigkeiten?
Okay, eine Schwester wäscht andere Leute und putzt ihnen den Popo ab. NA und? Ein Proktologe steckt seine Finger auch in den Popo von seinen Patienten? Ein Visceralchirurg riecht im OP auch nicht gerade Rosenduft, wenn er nen Bauch aufschneidet. Ein Orthopäde ist mehr wie ein Metzger, wenn er der alten Omi die Hüfte ausrenkt und rausschneidet. Ich seh da vom Ekelfaktor keinen großen UNterschied um ehrlich zu sein. Und sowas wie Pleuradrainage anlegen finde ich ziemlich wiederlich. Da steckst du jemandem den Finger zwischen den Rippen durch bis dir Körperwarme Flüssigkeit über die Pfoten läuft, lecker!

Ist es das Ansehen in der Gesellschaft? Davon kannst du dir auch nichts kaufen, außerdem zweifel ich daran, dass alle Menschen das genau so sehen wie du. Es gibt viele Menschen die schonmal krank waren und pflegebedürftig sind oder waren, die wissen Pfleger auch zu schätzen.
Du hast wahrscheinlich noch nie in deinen Ausscheidungen gelegen und konntest dich nicht bewegen? Oder hattest Todesangst beim Herzinfarkt Wer steht da und hält dem Patienten die Hand und spendet tröstende Worte? Wohl eher nicht der Arzt!

Okay, am Gehalt könntest du es festmachen, ein Arzt verdient mehr als eine Schwester, das ist Fakt. Aber am Geld hat man noch nie den Wert eines Berufes festmachen können, finde ich.

Und zum Thema Müllmann: Ist bei dir zu Hause schonmal die Müllabfuhr nen Monat net gekommen? Dann würdest du sowas nicht mehr sagen.

Wie alt bist du eigtl, bzw hast du irgendwelche Berufserfahrung außerhalb deiner bisherigen Ausbildung (bist ja wahrscheinlich noch nicht sooo weit)? Du lehnst dich sehr weit aus dem Fenster, und ich denke dass du damit (mit der Einstellung, und die spürt man auch wenn du es nicht laut aussprichst, wenn man mit dir zusammenarbeitet) als Arzt später mal nicht so gut ankommen wirst bei deinen pflegerischen Kollegen.

Ich hoffe dir ist nun klarer was ich an deiner Aussage bemängel.

Pas
03.11.2010, 15:58
Thumbs up.
Welch wahre Worte!

Figueira
03.11.2010, 16:25
Was für ein guter und wahrer Beitrag!
Ich finde, dass allen, die in der Pflege arbeiten, Respekt gebührt. Ohne Pfleger und Schwestern würden Ärzte wohl nicht weit kommen! Außerdem: Vorsicht, das Pflegepersonal ist in der Überzahl! ;)

lvf90
03.11.2010, 16:43
Dankeschön, mit der Ausführung kann ich schon mehr anfangen.

Natürlich würde ich dir sehr gerne in jedem Punkt Recht geben, aber die Realität (oder Praxis) sieht einfach anders aus. Die Ärzte geben uns Anweisungen und sie tragen auch die Verantwortung und nicht umgekehrt. Vielleicht kannst du dich mal fragen, warum die Ärzte mehr Gehalt und Ansehen bekommen, obwohl in deiner Ausführung ja beide unangenehme Aufgaben machen und der Pfleger den Patienten sogar noch trösten.

Wie gesagt, ich finde es auch nicht gut, und würde mir ebenfalls mehr Ansehen und Gehalt wünschen, aber ich kann die momentane Aufteilung nachvollziehen.

Ich bin übrigens im 1. Lehrjahr, habe aber auch ein ganzes Jahr Altenpflege vorher gemacht.

M!coud
03.11.2010, 17:25
Hut ab, dass du dich dann schon in der Lage siehst die "Ebenen", die Krankenhauswelt oder wie auch immer man das Gesamtkonstrukt bezeichnen will, zu analysieren.

Ich habe nach Zivildienst + Ausbildung + halbjährige Tätigkeit auf der Intensivstation, also nunmehr knapp 4,5 Jahren eher das Gefühl, dass die ganze Geschichte total abhängig ist vom Auftreten einer Pflegekraft sowie der Persönlichkeit des Arztes.
Tritt eine Pflegekraft selbstbewusst mit fundierten Fachkenntnissen auf, so sind tolerante, meinem Gefühl nach eher junge Ärzte, gerne dazu bereit sich auf einer Ebene zu treffen.

Darüber hinaus ist natürlich auch das Thema entscheidend. Wenn ich teilweise sehe, wie ein Neurologe einen aseptischen Verbandswechsel macht, dann kann man sich nur wundern. Da würde jede Schwester einer neurologischen Station das besser machen.

Insgesamt gibt es also nicht die eine Ebene für eine Berufsgruppe, ich finde dass ist völlig individuell. Wenn man unbedingt verallgemeinern will, dann muss man halt sagen, dass der Arzt eine Delegationsmöglichkeit hat und das Pflegepersonal eine Weisungsgebundenheit (mit Ausnahmen). Aber ganz ehrlich, verallgemeinern ist *******...:-top

lvf90
03.11.2010, 18:48
Entschuldigung Leute, ich hätte echt nicht gedacht, dass ich hier für so viel Empörung sorge und sich einige scheinbar persönlich angegriffen fühlen - das war nicht meine Absicht.

@M!coud: Man muss ja nicht bei der Deutschen Post arbeiten, um zu wissen, dass ein Vorstandsvorsitzender im Unternehmen einen höheren Stellenwert hat als ein Briefträger, obwohl das Unternehmen ohne Briefträger komplett zusammenbrechen würde und der Briefträger vielleicht sogar noch härter arbeitet.

Und natürlich hast du damit Recht, dass es immer auf die individuelle Person ankommt und es wird sich vermutlich auch ein Pfleger finden, der medizinisch fitter als ein Arzt ist, aber nicht im Allgemeinen. Und die Patienten kommen halt ins Krankenhaus, da sie medizinisch versorgt werden wollen und nicht wegen der tollen Pflege.

In diesem Sinne bitte *Frieden*.

Distress Misstress
03.11.2010, 19:18
@lvf90: Ich glaube ja eher, dass sich die Leute nicht angegriffen fühlen, weil sie Krankenpfleger sind, sondern weil dein Hierarchiebild so falsch ist und dir das irgendwann zum Verhängnis werden kann. Zumal der Vergleich Schwester/Pfleger & Ärztin/Arzt sehr :-kotz ist. Wir können auch Äpfel mit Birnen vergleichen.

Du degradierst mit der Einstellung nicht nur die Aufgaben der Krankenpflege, sondern wirst auch die Arroganz vereinzelt hirnrissiger Ärzte nähren.
Desweiteren haben Krankenpfleger sehr wohl viel Verantwortung für den Patienten oder hast du jemanden gesunden sehen, der nach einer OP auf die Strasse geflogen ist? Ärzte behandeln, Schwestern pflegen. So einfach ist es gesagt und doch ist die Arbeit so anspruchsvoll wie eine Kunst. Für beide Berufe.

In diesem Sinne: Frieden

# Ups, Frieden ist hier ja schon

Absolute Arrhythmie
04.11.2010, 14:47
Hey lvf90, ich habe mich zumindest nicht angegriffen gefühlt, hoffe dass sa nicht danach aus. Ich engagier mich nur gern für meinen Beruf und bin auch einer Diskussion nie abgeneigt, deshalb konnte ich bei deinem Post die Finger nicht still halten ;)

Du hast schon teilweise Recht, man KANN sich so fühlen wie du das beschreibst.

Aber auch das was M!coud geschrieben hat, hat sehr viel wahres, und das wird dir wahrscheinlich mit mehr Berufserfahrung auch klarer werden.
Jetzt bist du Schüler, du bist für alle auf Station das letzte Glied. Aber ich zB als ex. Gesundheits- und Krankenpflegerin auf Intensivstation, habe Kompetenzen, die der Arzt nicht hat, und das sehen die meisten Ärzte, zumindest auf meiner Station auch so. Und vor den Pflegern mit 20 oder 30 Jahren Erfagrung haben die meisten Ärzte sehr viel Respekt.
Wir haben oft Assistenten, die direkt im ersten WBJ zu uns kommen und von NICHTS ne Ahnung haben. Wen fragen die um Rat? Nach wessen Anregung schreiben die Anordnungen auf? Nach meinen ;)
Es hängt sehr viel von einem Selbst ab, denke ich. Wenn man mit Selbstbewusstsein und Stolz durchs Leben und durchs Krankenhaus geht, dann wird man auch mit Respekt behandelt.
Ich versuche allerdings auch, mich von Patienten nicht Schwester XY nennen zu lassen, sondern Frau XY, das macht auch einen Unterschied im Selbstbild, zumindest für mich.

Und das der Vorstandschef der Post einen höheren beruflichen Rang hat als der Postbote, ist leider ein hinkender Vergleich. Und ich persönlich zumindest habe mehr Respekt vor ehrlich arbeitenden Menschen ;)

Man muss sich einfach auch mal klar machen, dass Pfleger und Ärzte ganz unterschiedlichen Berufsgruppen nachgehen. Jeder hat andere Qualifikationen, und niemand ist wertvoller als der andere. Der Patient braucht beide, und wenn man im Team arbeitet, dann gibts da auch keine Ebenen.

Bei uns gibts aber auch keine Ärzte, die einem das Gefühl geben man sei weniger wert, ich hoffe dass du, wenn das bei dir der Fall sein sollte, dich davon nicht zu sehr beeindrucken lässt. Denn auch wenn ich zB nicht für immer in der Plege arbeiten will, sondern irgendwann mal Ärztin sein möchte, werde ich immer stolz auf diesen schönen und sehr menschlichen Beruf sein :)

Strodti
04.11.2010, 15:06
Vielleicht wird es einfach etwas falsch verstanden...

Es gibt natürlich den Aufgabenbereich der medizinischen Assistenz. In diesem Bereich ist eine Pflegekraft an die Anordnungen der Ärzte gebunden und muss diese ausführen. In medizinischen Dingen ist der Arzt weisungsbefugt.

In sämtlichen anderen Bereichen ist die Pflege sehr selbstständig! Der Arzt ist kein Dienstvorgesetzter (das ist die Pflegedirektion und die nachgeordneten PDLs und Stationsleitungen) und auch im pflegerischen Bereich liegt die Kompetenz (Überraschung!) bei der Pflege. Wer Tabletten austeilen, Infusionen anhängen und Assistenz bei Untersuchungen für die Kernaufgaben der Pflegenden hält, hat einfach keine Ahnung.

Die medizinische Assistenz ist ein Aufgabenbereich unter vielen.

Freedomsearch
07.11.2010, 09:28
Wer Tabletten austeilen, Infusionen anhängen und Assistenz bei Untersuchungen für die Kernaufgaben der Pflegenden hält, hat einfach keine Ahnung.

Ich oute mich einfach mal;): Was genau sind denn die Aufgaben der Pfleger?

Ich habe es natürlich schon paar mal versucht übers Internet rauszufinden, aber meistens stehen da nur ein paar Floskeln..