Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zahnarzt behandelt Carotisstenose
Neujahrsrakete
13.12.2004, 19:35
Aber hallo!!
Sowas erinnert mich immer an Erdbeben, viele kleine Vorbeben, und irgendwann knallt es richtig!
Spätestens seit wir im Neurokurs einen Patienten mit einer Globalaphasie nach Mediainfarkt gezeigt bekommen haben, weiß ich, daß ich mit einer tickenden Zeitbombe in Form einer Carotisstenose nicht lange glücklich leben könnte.
Unbekannte Zeitbomben sind ja o.k., aber wenn man so 'ne Bombe erkannt hat und Heilung in greifbarer Nähe liegt, kapiere ich nicht ganz, wie man damit ruhig leben kann.
Froschkönig
13.12.2004, 19:43
Spätestens seit wir im Neurokurs einen Patienten mit einer Globalaphasie nach Mediainfarkt gezeigt bekommen haben, weiß ich, daß ich mit einer tickenden Zeitbombe in Form einer Carotisstenose nicht lange glücklich leben könnte.
So eine Carotis-TAE hat auch ihre Risiken..selbst in Kenntnis der Diagnose würde ICH (als jemand, der in der Lage ist, sich über den aktuellen Stand der Wissenschaft zu meiner Stenoserate zu belesen) erstmal abwehren und mich schlau machen, ob der "benefit" die Risiken überwiegt :-nix
Immerhin gibt es genug "schwarze schafe" die um der Kohle willen asymptomatische Karotisstenosen (und mit "asymptomatisch" meine ich jetzt welche, die nicht nur keine Symptome machen sondern auch keine exophytischen, apoplex-gefährlichen Auflagerungen haben) um jeden Preis für teures Geld operieren wollen :-nix
Je nun, bei einer Stenose und wiederkehrenden TIAs ist der Schlaganfall nahezu sicher, das hat mir ein Gefäßchirurg mal gesagt.
Ich kann ja den Patienten bloß beraten, aber dann ginge ich persönlich doch lieber das kleinere Risiko der OP ein.
Neujahrsrakete
13.12.2004, 19:59
'ne asymptomatische würde ich auch nicht operieren lassen.
Aber wir (oder nur ich??? ;-) )reden hier ja von einer Stenose, die bereits Gesichtsfeldausfälle und Lähmungen hervorgerufen hat.
'ne asymptomatische würde ich auch nicht operieren lassen.
Aber wir (oder nur ich??? ;-) )reden hier ja von einer Stenose, die bereits Gesichtsfeldausfälle und Lähmungen hervorgerufen hat.
Auch eine hochgradige asymptomatische Carotisstenose stellt eine Operationsindikation dar! Der Benefit der TEA unter Berücksichtigung des Operationsrisikos ist sowohl bei der asymptomatischen wie auch bei der symptomatischen Carotisstenose gegeben (vgl. NASCET/ACAS-Studien).
Das Risiko für die hier besprochene Patientin unseres Wunder-Zahnarztes beträgt 13% Jahresinzidenz für einen Apoplex (falls die Stenose hochgradig ist)!
Immerhin gibt es genug "schwarze schafe" die um der Kohle willen asymptomatische Karotisstenosen (und mit "asymptomatisch" meine ich jetzt welche, die nicht nur keine Symptome machen sondern auch keine exophytischen, apoplex-gefährlichen Auflagerungen haben) um jeden Preis für teures Geld operieren wollen :-nix
Im Stadium I wird ein Vorteil der Operation für die Patienten nur bei hochgradigen Stenosen (>70%) und bei sehr niedriger Komplikationsrate pro Zentrum erreicht. Die Apoplexierate im Spontanverlauf beträgt bei maximaler konservativer Therapie nach der ACAS-Studie 2% pro Jahr und nach operativer Behandlung 1 % pro Jahr.
vgl. http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/004-002.htm
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