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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krebs



Tanita
27.12.2004, 20:21
Hallo,

ich hab gehört, dass man sich noch darüber streitet welche Ursachen Krebs hat/ haben kann (v.a. gr. Unterschiede zwischen Schulmedizin und alternativer Medizin!?!).
Hat jemand Infos darüber oder kann mir Internetseiten ode Bücher empfehlen, wo die Ursachen (evtl. auch einige Erscheinungsformen, Symptome, Heilmethoden...) behandelt werden??

Hintergrund: Ich bin in d. 12.Klasse und muss in den 2 Jahren bis zum Abi 4 GFS gehalten haben.
GFS = gleichwertige Feststellung v. Schülerleistungen (oder auch Referat, das wie eine Klausur zählt)
Und eine mach ich in Bio zum Thema Krebs. Mein Problem dabei ist, dass ich zusätzlich etwa 8-10 Seiten schriftlich dazu abgeben muss. Im Biobuch steht nur eine halbe seite dazu, die Bücher die ich zu Hause habe sind aus den 70-ern (ich glaube, ich brauche aktuellere Infos) und beim Internet bin ich immer etwas misstrauisch, ob die Informationen richtig sind.

Also bräuchte ich Empfehlungen von euch. :-)
Und was die unterschiedlichen Theorien (s.o.) betrifft, würdet ihr sowas erwähnen, wenn ihr nur 20 min Zeit habt das Referat zu halten???

Danke im Voraus
Tanja

JHS
27.12.2004, 20:46
Ein sehr guter Review ist "The Hallmarks of Cancer" Hannahan & Weinberg, Cell 2000. Wenn Du mir Deine email schickst (johannes.schulte@uni-essen.de), dann schicke ich Dir diesen Review auch gerne zu.

Viele Grüsse,
Johannes

hobbes
28.12.2004, 00:54
Hallo,

ich hab gehört, dass man sich noch darüber streitet welche Ursachen Krebs hat/ haben kann (v.a. gr. Unterschiede zwischen Schulmedizin und alternativer Medizin!?!).

Deine Arbeit wird wohl damit beginnen zu ergründen, dass es den Krebs schlechthin nicht gibt, sondern er ein Sammelbegriff für viele verschieden Arten von Krebs ist, welche wiederum mannigfaltige Ursachen haben. Allem zugrund jedoch liegen genetische Veränderung, das ungebremst Zellwachstum, die Prinzipien des zerstörenden Wachstums und der Metastasierung (Ablegerbildung). Dazu ist sicherlich auch eine Google-Recherche ganz ergiebig.

Zu den Theorien der Alternativmedizin in Bezug auf die Krebsentstehung und v.a. deren Behandlung würde ich dir eine kritische Betrachtung empfehlen. Ein einschlägiges Beispiel wozu die Theorien der oftmals selbsternannten Alternativmedizinern führen kann findet sich rund um das Drama "Rettet Dominik" und den Vitamin-Papst Matthias Rath (siehe ebenfalls Medienberichte im Internet).
Die Alternativmedizin bezieht sich v.a. auf ein Ungleichgewicht in der Immunlage (Abwehr) und auch ihre Therapieangebote liegen in der Stärkung derselben (Misteltherapie). Eine solche Therapie ist allenfalls komplementär zur Schulmedizin.
Auch rate ich dir eher den Begriff der Komplementärmedizin zu verwenden, denn der Alternativmedizin. Denn in Bezug auf Krebserkrankungen gibt es keine seriöse alternative Medizin zur Schulmedizin.

Sicherlich ein spannendes Thema in jeder Hinsicht (Biologie, Journalismus, Glauben und Irrglauben....).

Scrotum
28.12.2004, 01:05
Die meiner Meinung nach beste Beschreibung der Krebsentstehung habe ich im Alberts gefunden.

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3527304924/qid=1104192131/ref=pd_ka_1/028-8449891-7542934

Mir ging bei der Lektüre des Kapitels über Krebs wirklich ein Licht auf. Mir war vorher nicht bewusst, dass Krebs eine Form der Evolution der somatischen Zellen und somit untrennbar mit unserem Dasein als Mehrzeller verbunden ist.

test
28.12.2004, 01:19
Den Alberts findest du auch kostenlos im Inet (allerdings auf englisch). Einfach nach cancer suchen lassen. :-top

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/bv.fcgi?call=bv.View..ShowTOC&rid=mboc4.TOC&depth=10

Tanita
09.01.2005, 15:14
Hallo,
danke für die Antworten.

Aber jetzt hab ich noch eine Frage:
Ich mache noch eine Begriffsunterscheidung:
1. Gutartig & Bösartig (maligne, benigne, semimaligne Tumoren)
2. Sarkom & Karzinom

Bei 2. bin ich auf folgende Definitionen gestoßen:
Sarkom= Tumor des mesenchymalen Binde- und Stützgewebe
Karzinom= Tumor des Deck- und Epithelgewebe

Was ist mesenchymal und was ist Epithelgewebe??? :-???


Tanja

Rico
09.01.2005, 15:28
Ganz grob ist ein Epithel ein Gewebe, das eine Körperfläche auskleidet, z.B. das verhornte Plattenepithel der Haut. Das kann aber auch eine innerhalb des Körpers gelegene Fläche sein, wie z.b. die Darmepithelien.
Mesenchym ist dann praktisch das Organ selbst, z.B. ein Knochen, Muskel,Bindegewebe, etc...

Faust601
09.01.2005, 16:58
Mesenchym ist dann praktisch das Organ selbst, z.B. ein Knochen, Muskel,Bindegewebe, etc...
Kleine Ergänzung, war vielleicht fast zu sehr vereinfacht.
Es ist zu beachten, dass jedes Organ aus einem "Funktionsgewebe" besteht (Parenchym genannt), das von bindegewebigen Anteilen (Stroma genannt) zusammengehalten wird.
Und nur diese bindegewebigen Anteile sind immer mesenchymalen Ursprungs (Mesenchym = embryonales Bindegewebe).
Das Parenchym selbst geht jedoch oftmals auch aus einem Epithel hervor, beispielsweise in Lunge, Leber, Schilddrüse, ...
Letztlich basiert die Unterscheidung epithelial / mesenchymal sowohl auf dem "Aussehen" der Zellen als auch auf der Entwicklung der Gewebe in der Embryonalzeit.

milz
09.01.2005, 18:32
Hallo Tanita

Schau mal hier. Dieser Text setzt sich mit Krebs und der Theorie von Dr.Hamer auseinander. Besser kann man Krebs wahrscheinlich nicht erklären:
http://www.hohewarte.de/MuM/Jahr2002/Krebs0205.html

Clicklesley
10.07.2006, 16:32
Ich habe auch mal eine Frage bezüglich Krebs...

Ich habe mehrfach gelesen, dass ein Krebsgeschwür je weniger es dem Ursprungsgewebe ähnelt, umso bösartiger ist.

Aber ist es nicht so, dass dieses Krebsgeschwür nicht viel schneller vom Körper als "fremd" erkannt wird und bekämpft wird?!

Sidewinder
10.07.2006, 17:19
Je undifferenzierter, also je unähnlicher dem Ursprungsgewebe ein Tumor ist, dest bösaritger ist er, das ist richtig, und dafür gibt es mehrere Gründe:
zum einen proliferieren diese Zellen oft sehr schnell, da die normalen Regulatoren des Zellzyklus quasi nicht mehr funktionieren, die Zellen wachsen ungehemmt.
Außerdem findet meist keine Kontaktinhibition statt, das bedeutet, daß die undifferenzierten Zellen nicht mehr mit dem Wachstum aufhören, sobald sie auf angrenzende Strukturen stoßen.
Außerdem, und das beantwortet wohl deine Frage, entwickeln viele Krebszellen sogenannte "Escape-Mechanismen", wodurch sie vom Immunsystem unerkannt bleiben bzw. einfach nicht mehr vernichtet werden können.
Auch die Apoptose, also sozusagen der kontrollierte Zelltod, ist bei diesen Zellen oftmals unterdrückt.
Das sind alles Merkmale dieser entdifferenzierten Zellen!

Clicklesley
10.07.2006, 18:03
Vielen Dank für die Antwort!! ;-)

Studmed1
11.07.2006, 23:34
Mittlerweile müsste dein Abi doch bestanden und das Studium beghonnen sein, oder?
Wie war denn dein Referat nun?