Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Ehe, ein Auslaufmodell?
Ist halt die Frage, wie wichtig einem das ist. Vielen Menschen sehr wichtig, andere behaupten (?), Sex sei einfach nicht mehr so wichtig...
Wichtig find ich da sehr weitläufig..
Wie oft wurde von den Expartnern schon gesagt, "ich möchte mich noch austoben", vergleichen können, was anderes erleben.. Wer von unserer Generation kann sagen: Ich hatte nur eine Beziehung.., hatte Sex nur mit einer Person?? Ich muß sagen, ich hab es nicht und ich bin froh drum.. Aber wichtig ist es mir deshalb nicht..
Es ist angenehm und vorteilhaft, weil es ja auch verändert.. Hätte ich nicht viele Partner, einige Beziehungen gehabt, wäre ich nicht jetzt so wie ich bin. So habe ich Meinungen, Ansichten, Wünsche, Ziele innerhalb einer Beziehung (und das auch bei Freunden) festigen können.
Was aber mich nicht zu einem Menschen macht, der die Ehe ablehnt, im Gegenteil träume ich mit meinen fast 26 Jahren immer noch von der großen Liebe und der Hochzeit in Weiß am Traumstrand.. Die Frage ist, ob sich sowas überhaupt lohnt.. Wird nach Jahren der Ehe mein zukünftiger Mann sich nicht doch fragen, ob er irgendwo was verpasst hat??
Treue war früher ein Begriff für Versorgung und Zuverlässigkeit..
Heutzutage zählt das doch nicht mehr.. wenn jemand heute über Treue spricht, dann verspricht er scheinbar nicht fremd-gehen zu wollen. Versorgung und Füreinander-einstehen gehört dazu nicht mehr, denn jeder steht auf eigenen Beinen und Beziehung rundet das Leben nur ab.
Wer lebt heutzutage nur noch für die Beziehung??
Nix gegen euch Kerle, aber meine schlechte Erfahrung ist immer die, das alle Angst davor hatten, etwas verpassen zu können und wenn es nur ums Saufen ging.. Dann fühlten sich viele auch durch Selbständigkeit und mangelnde Retter-Beschützer-Rolle bedroht oder Unnütz..
Ist man als Frau heutzutage für einen Mann zu stark, eben weil uns vielerlei wichtig geworden ist??? Und nicht nur in Sachen Sex...
Steffi :-keks
airmaria
29.12.2004, 22:42
Bitten uns solche Konzepte wohl die Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauensbasis nach welcher wir wohl alle streben?
In dem Maße, wie der Staat uns Sicherheit, Geborgenheit und Schutz bietet, verliert die Ehe an Bedeutungslosigkeit...
dies führt doch zu dem Schluß, dass Ehe immer nur eine Zweckgemeinschaft war!
"Mary" airmaria
Das bietet eine Ehe aber unmittelbarer als der Staat. ;-)
airmaria
29.12.2004, 22:49
Das bietet eine Ehe aber unmittelbarer als der Staat.
was immer noch nicht vom Zweck ablenkt, sondern diese These eher bestärkt ;-)
"Mary" airmaria
In dem Maße, wie der Staat uns Sicherheit, Geborgenheit und Schutz bietet, verliert die Ehe an Bedeutungslosigkeit...
dies führt doch zu dem Schluß, dass Ehe immer nur eine Zweckgemeinschaft war!
Es gibt keine Altruisten und die meisten menschlichen Handlungen haben einen Zweck. Symbiose ist eine Form des Egoismus mit zwei Profiteuren. Deswegen ist sie noch lange nicht schlecht oder unnütz.
Der Staat kann die Ehe nicht ersetzen. Was ist mir das für eine kalte und labile Sicherheit und Schutz, was der Staat bieten kann. Von Geborgenheit mag ich gar nicht reden und das habe ich mit diesen Begriffen nicht gemeint. Wichtiger als das stets schuldenfreie Bankkonto, den getankten PkW und die Garantie auf Farbfernsehen ist die doch wohl die echte Geborgenheit wie sie - ? - nur die Ehe bieten kann. Das Vertrauen welches das Kleinkind in den Armen seiner Eltern findet und welches irgendwann in der Pubertät jäh mit Füssen getreten und schlussendlich verloren geht, dieses sucht - meiner Ansicht nach - jeder Mensch wieder herzustellen. Und dieses bedingungslose Vertrauen findet er nur in einer Welt, die für ihn und seine Nächsten geschaffen ist, selbst geschaffen.
Steeldust_01
30.12.2004, 05:01
Die Ehe als reine Zweckgemeinschaft ( Steuervorteil, Aufenthaltsgenehmigung usw. ) lehne ich ab.
Vielleicht, weil ich zumindest in dieser Hinsicht noch ein Romantiker bin, aber die wichtigen Kriterien für ein Scheitern der Ehe wurde hier schon mehrfach genannt.
Sicherlich gab es vor 50 Jahren auch schon ähnlich viele Ehen, die nicht " funktionierten " , allerdings gehörte es sich damals nicht, dass man sich scheiden ließ. Der Leumund war/ist vielen wichtiger als das persönliche Glück.
Ich schließe mich da gerne Janine an.
Die Ehe ist eine gute Sache, allerdings sollte man aber auch eine eventuelle Scheidung nicht verurteilen.
Ich bin seit 3 Jahren wirklich glücklich verheiratet, aber in die Zukunft blicken kann ich allerdings nicht. Ich hoffe sehr, dass ich meinen Partner fürs Leben gefunden habe, aber wenn sich irgendwann in 20 Jahren herausstellen sollte, dass wir uns auseinandergelebt haben, dann würde ich vor einer Scheidung auch nicht zurückschrecken.
Bin zwar auch seit mehreren Jahren in einer Beziehung, aber der Gedanke an eine Heirat beunruhigt mich eher. Man weiß ja wirklich nicht, was in 20 Jahren ist, man verändert sich. Und eine Beziehung wird durch das amtliche (und kirchliche) Siegel auch nicht stabiler, würde mich im Gegenteil wohl eher eingeengt fühlen.
Andererseits kommt die "Verpflichtung" spätestens mit den Kindern (und das noch weit gravierender als mit der bloßen Ehe), warum dann also nicht gerade noch heiraten... :-keks Schwierig.
Ein gewichtiges Pro-Argument wären halt die Steuervorteile, aber als alleinige Intention einer Ehe doch etwas unbefriedigend.
Der Knackpunkt ist doch, wie sehr sind wir heute noch bereit und willens, uns wirklich aufeinander einzustellen?
Natürlich werden die meisten Ehen NICHT im Himmel geschlossen, die Ehe an sich sehe ich aber lediglich als eine äußerliche Bestätigung einer Beziehung, das wichtige ist nicht, was auf dem Papier steht, sondern was dahinter steckt.
Statistiken hin oder her, ein Hauptgrund für hohe Scheidungsraten und das Ende einer Partnerschaft ist meistens, daß man nicht fähig oder gewillt ist, sich genügend auf den anderen einzustellen (was ja auch nur bedingt sinnvoll ist, Selbstaufgabe ist bestimmt keine Basis), egal ob von weiblicher oder männlicher Seite. Dem allgegenwärtigen Trend zur Individualisierung und Selbstverwirklichung folgend, ist die Kompromißbereitschaft einfach immer niedriger geworden.
Und da die entsprechenden Konventionen weggefallen sind, werden die Ehen dann halt geschieden....
Das sehe ich jetz wertfrei, man muß sich halt vorher klarmachen, was für eine Verpflichtung man eingeht und ob man das überhaupt will.
Nichtsdestoweniger träum ich aber trotzdem noch von der romantischen Liebe... :-blush
Man muß auch bedenken, dass die Institution Ehe aus einer Zeit stammt, wo die Lebenserwartung noch etwas niedriger lag und sich die "Treue, bis dass der Tod Euch scheidet" etwas unkomplizierter gestaltete. Noch dazu gab es so etwas wie "Scheidung für alle" früher einfach nicht. Aus moralischen und religiösen Gründen, aber auch aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen (Versicherungsträger Großfamilie, viele Kinder). Vermute ich mal.
generellspeziell
02.01.2005, 16:45
Die christliche Ehe ist relativ jung (Mittelalter). Davor gab es in Mitteleuropa eine Art Polygynie. Männer, die's sich leisten konnten, hatten Weiber und Kebsweiber (daher der heute noch gebräuchliche Ausdruck Kebse). Scheidungen waren wohl auch möglich.
Wäre interessant, woher die Monogamie historisch kommt.
Ist "du sollst nicht ehebrechen" eins der 10 Gebote? Falls nicht, halt ich als atheist mal meinen Rand. :-blush
ehemalige Userin 24092013
03.01.2005, 15:14
Das heisst, du sollst nicht e(E)he brechen, ehe der Eimer da ist.
hmm, mit der ehe ist es doch fast so wie mit dem kinderkriegen. nach rationalen erwägungen ist doch eigentlich beides doof:
-bei kindern zahlt man sich tot, bis sie halbwegs auf eigenen füßen stehen!
die kleidung, aus der sie dauernd rauswachsen, teure hobbies, schulzeit, sie wünschen sich dies und jenes, mit 18 der führerschein etc und dann der brocken studium,
dann essen und ein großes auto und ein großes haus
- man muss seine lebensplanung komplett umstellen, evtl seine karriere abbrechen, auf alle fälle zumindest kürzertreten, so wohnen, dass schulen in der nähe sind
-man muss sich 24 h am tag kümmern, hat nie seine eigene ruhe, und leute die anderweitig aufpassen sind entweder sauteuer oder man ist von oma etc abhängig
-kinder schreien, streiten, quengeln, man ist damit beschäftigt mit ihnen zu schimpfen oder hinter ihnen herzuräumen
und so weiter und so fort!!
trotzdem wünschen sich viele leute sehnlichst kinder. eigentlich bei rationaler betrachtung doch ein schwachsinn! warum tun sie es also trotzdem? warum sind sie stolz auf ihre kinder und sehr glücklich welche zu haben?
widerspricht zwar jeglicher vernünftigen rationalen betrachtung, aber ist scheints gut so und gehört zum leben dazu.
und mit der ehe ist es scheints in etlichen punkten genauso. vernunftmäßig kann man alle möglichen punkte dagegen aufführen, aber trotzdem tun es viele leute und immerhin über die hälfte sind für den rest ihres lebens glücklich damit... und ich kenne genügend paare in meiner verwandschaft die bis heute glücklich über ihre entscheidung sind...
oder allein der stolz, mit dem man seinen partner vorstellt: "mein mann" ;-)
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