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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : dr.arbeit in berlin



malou
17.03.2002, 18:26
hi!

ich möchte demnächst in berlin eine dr.arbeit beginnen (virchow oder charite). kann jemand einen bestimmten dr.vater/forschungsgruppe/klinik empfehlen, wo besonders die betreuung sehr gut ist? was genau ich machen will, weiss ich noch nicht so recht aber ich will mir so viel wie möglich ansehen. am besten wär was in richtung kinder/neonatologie/chirurgie wobei experimentell oder klinisch auch noch nicht entschieden ist.

danke!
malou

19.03.2002, 13:20
also, ich möchte später auch sehr gern pädiatrie/neonatologie oder was in der richtung machen. allerdings fand ich alle dr.arbeiten in diesem bereich extrem grundlagenorientiert (lipidstoffwechsel wird ja bei den neonatologen ganz groß geschrieben) oder zu neurologisch (weil das ist nicht so mein ding).
letzten endes bin ich bei den immunologen in der charite gelandet und die betreuung hier ist einfach spitze.
es gibt hier bekanntermaßen viele doktoranden, aber das bedeutet gleichsam, dass du immer viele leute fragen kannst.
und mit der immunologie legt man sich halt auch noch nicht so sehr fest, damit kann man eigentlich später in fast jeder fachrichtung etwas anfangen!
liebe grüße, nadine

Xanthippe
20.03.2002, 01:23
Hi!

Also ich denke, vorerst ist es sicher mal wichtig (wichtiger als die Lokalität!), dir darüber klar zu werden, was du eigentlich nun wirklich gerne als Dr.Arbeit (DA) machen möchtest.
Das kommt bei evtl. Dissvätern nicht unbedingt sehr gut an, wenn jemand ankommt, der von seinen konkreten Plänen überhaupt keinen Schimmer hat! Weiter solltest du dich fragen, welche Art von Arbeit für dich in Frage kommt; zwischen einer experimentellen und einer klinischen Arbeit können Welten liegen!! Ausserdem musst du dich wohl oder übel damit abfinden, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Grundlagenforschung zu betreiben, v.a. wenn du die experimentelle Richtung einschlägst!
Die Vorstellung, eine Diss so richtig mit Patienten, als grosser Doktor, ganz tolle, revolutionäre Dinge herauszufinden, ist nicht realistisch.
Auch "klinisch" oder "mit Patienten" tönt immer ganz nett: aber wenn es dann darum geht, die Patienten herzubestellen, oder sogar irgendwelche Probanden zu finden, dann wirds manchmal recht harzig. Auch habe ich relativ viele Kollegen, die eine sog. "klinische" DA schreiben - was oftmals nichts anderes heisst, als Dutzende von KGs nach irgendwelchen Variabeln zu durchforsten und diese nachher statistisch nett darzustellen. Ist oftmals auch nicht gerade geistiger Hochleistungssport.

Ich weiss, das tönt jetzt alles relativ vernichtend; ich will dich nicht ernüchtern, habe aber das Gefühl, dass du eher noch in "tieferen Semestern" steckst. Obwohl der Trend ja immer wie mehr zu frühen DA geht, habe ich das Gefühl, dass es sich wirklich lohnen kann, abzuwarten, zu merken, in welche Richtung man gehen will, was die DA für einem bedeutet.
Wenn man z.B. die DA nur macht um das Dr. vor den Namen zu kriegen (was ja durchaus legitim ist!), reicht u.U. das Minimum; andererseits kann eine gute Diss ein willkommener Einstieg z.B. für eine "Unikarriere" sein - was nicht heissen soll, dass es anders nicht möglich ist!

Ich denke, es lohnt sich wirklich, nicht zu früh "reinzuschiessen" und dafür was wirklich tolles als DA zu machen.

Viel Glück bei deiner Wahl!

20.03.2002, 01:34
Hallo,

lange Rede, kurzer Sinn:

Als Doktorant wirst Du eh im gewissen Sinne "ausgebeutet" - da ist jemand (Doktorvater) der Ergebnisse von Dir sehn möcht. Ob nun klinisch, exp. oder welche ergebnise auch immer.

Wichtig ist, dass Du DAS im Kopf hast und selbstbeuwsst daran gehts: der will ergebnisse, ich meinen Doktor.

Von dem Gefrasel:
"Wer später Uni-Karriere machen will, mus unbedint eyxperimentell, hal´te ich überhaupt gar nichts

Besser ist da schon: wer seinen Doktor haben will, muss frech genug sein, sich nicht ausbeuten zu lassen. Sobald die ersten Ergebnisse da sind, ´die , nachdem abgesichert, zu nem doktor reichen, heisst es: Tschüß Doktorvatger. Die kommen nämlich gerade dann noch mit 1000 anderen möglichekeiten, daraus eine super doktorarbeit zu machen-

ihr sagt dann: Ne danke, das bisher reicht mir.

Denkt darüber nach !!!

Else

malou
20.03.2002, 19:45
:-top danke nadine, werd mich mal informieren, was die immunologen da so alles treiben.

ich seh das auch eher wie else, man sollte sich nicht naiverweise mit tollen "karrierehäppchen" vom dr.vater angeln lassen, sondern auch drauf achten, was man für seine ergebnisse, die letztendlich das einzige sind, was ihn interessiert, von ihm bekommt (gute betreuung, anträge für stipendien, auslandskontakte etc.). hab da schon genügend leute getroffen, die entweder völlig alleine gelassen werden oder mit den versuchen fertig sind aber nicht zum schreiben kommen (und ausserdem das studium nicht fertig bekommen) weil sie an lauter neuen projekten mitarbeiten...

(nein, xanthippe, das tönt alles überhaupt nicht "relativ vernichtend" sondern... naja eher relativ herablassend und altklug aber trotzdem danke für deine mühe, eine kleine dumme studentin aus den "tieferen semestern" mal so richtig über die grosse weite welt der dr.arbeiten aufzuklären :-love )

25.03.2002, 12:27
Ich selber mache gerade eine Doktorarbeit in Berlin am Virchow Klinikum im Bereich Pädiatrie. Meine Betreunung ist ausgezeichnet, allerdings sind wir auch eine sehr kleine (aber nette) Arbeitsgruppe. Auf unserem Flur ist außerdem die AG Henze. die Leute sind durchgehend sehr nett, was glaube ich halt auch sehr wichtig ist, wenn du mit diesen 1-2 Jahre deines Lebens verbringst. Bei der Betreung sind die Leute geteilter Meinung. Das hängt aber euch vom jeweiligen Betreuer ab. Der Doktorvater ist zwar Henze, aber die Betreung jedes einzelnen, wird von jeweils einer Person der AG übernommen (so hab ich das jedenfalls verstanden). Achso. Das alles kommt natürlich nur in Frage, wenn du eine experimentelle Doktorarbeit machen möchtest. ich nehme jetzt ein Freisemester und hoffe danach mit dem experimentellen Teil durch zu sein. Danach wird dann auch hier wieder eine Stelle frei, falls du solange warten mußt. Du ackerst zwar ungemein, bekommst aber auch supergute Möglichkeiten: Vorträge in USA und auf Kinderkongressen in Deutschland. Naja, kannst dich ja nochmal melden falls du genauere Fragen hast. Viel Glück!!

JuliaH2
26.03.2002, 01:15
Fast alle die ich kenne, haben schon eine Doktorarbeit abgebrochen. Der Grund dafür war meistens die schlechte Betreuung. Auch ich dürfte die Erfahrung machen, dass Doktorarbeitsbetreuer nicht unbedingt Spaß an Ihrem Job finden. Bei meiner Diss in der Virchow-Kardiologie war genau das der Fall. Mein Betreuer änderte alle paar Wochen unsere Arbeitsstrategie (nicht immer wurde man davon unterichtet), ließ uns ewig lange Hiwi-Jobs erledigen, machte Zusagen und vergaß sie wieder und, da ich mir zum Schluss schon immer alle Vereinbarungen schriftlich geben ließ, wurde sauer, wenn man ihn darauf hinwies.
Mein zweiter Betreuer war das krasse Gegenteil und ich würde dich gerne an ihn verweisen, aber er hat das Institut und die Uni verlassen.
Wirklich praktische Tipps kann ich dir also nicht geben, aber, wie schon von anderen erwähnt, es kann sich eventuell lohnen nicht zu früh anzufangen und erst mal zu wissen, was man genau will (Zeitumfang, Arbeitsaufwand, Thema). Wenn man Glück hat lernt man in den klinischen Semestern auch noch Leute (Kursleiter, etc.)kennen, die einem weiterhelfen können.
Aber ich glaube am allerwichtigsten ist, dass Du dich wirklich 100%-ig für das Thema interessierst. Ich denke das ist wichtiger als die Diss in dem Bereich zu machen, dass du später mal Facharzt wählst. Und falls für dich nur für den Titel interessierst, kann es sich lohnen auch in die "Randklinischen" Themen, wie z.B. Sozialmedizin oder Geschichte zu gehen

Xanthippe
26.03.2002, 17:43
:-??? Liebe Malou

Ich frage mich schon, weshalb du in dem Forum die Frage postest, erwähnst, du hättest eigentlich noch keine Ahnung, was genau du willst und ausserdem keine Angaben machst, in welchem Semester du bist - und du danach, wenn du Antworten kriegst, die Leute als altklug und herablassend bezeichnest???

Weder bezeichnete ich dich als kleine oder dumme Studentin - dachte aber rein wegen deinen Aeusserungen, dass du evtl. noch in der Vorklinik steckst und dich vom allgemeinen Stress, möglichst bald eine Diss zu haben hast anstecken lassen. Ne Möglichkeit, diese Vermutung auszuschalten, wär z.B. anzugeben, in welchem Semester du steckst. Ausserdem ists ja kein Problem, noch zu den Jüngeren zu gehören. Und was spricht dagegen, in diesem Forum Vor- oder Ratschläge weiterzugeben, aus Erfahrungen, die man selbst gemacht hat - das wär ja eigentlich der Sinn, oder. Mit Herablassung hat das herzlich wenig zu tun.

Mich macht das schon ein wenig sauer...

P.S. Auch hab ich nicht wörtlich gesagt, dass es für eine "Unikarriere" (ist eh ein dämliches Wort) eine experimentelle Diss braucht, aber ich bin ganz klar der Meinung, dass dir eine ausführlichere Dissertation/Forschung, deren Ergebnisse du an Tagungen/Kongressen vorstellen kannst, dir die Möglichkeit gibt, andere (evtl. "wichtige") Menschen (in Bezug auf Stellen etc.) kennenzulernen, in weitere Forschungsgruppen aufgenommen zu werden, Kontakte zu ausländischen Unis zu knüpfen usw.
Dies alles ist natürlich auch sonst über 100 andere Wege, sei es der Papa als Chefarzt, eine gute PJ-Stelle etc. möglich zu erreichen. Das wollte nur noch schnell gesagt sein...

malou
27.03.2002, 00:17
liebes xanthippchen :-love
sei doch nicht gleich sauer!!! finde den ton in deiner ersten antwort einfach überheblich, aber das kann dir doch schliesslich am a... vorbei gehn!
also: noch mal, danke!!! , geschmeidig bleiben und nicht zuviele patienten umbringen, ok?! bussi!

malou
27.03.2002, 00:28
unregistered!
danke für den tip! worüber machst du deine doktorarbeit bzw. in welche richtung forscht deine ag und die henze-ag bzw. wo bekommt man darüber infos?



julia!
hab in berlin echt schon so viele schlechte geschichten wie deine gehört, dass mich das schon nicht mehr wundert! aber scheint sich ja bei dir noch zum guten gewendet haben.
ich frag mich ob in anderen städten die abbruch-rate auch so hoch ist!?

Silverson
08.04.2002, 00:03
Also mir gehts gerade genau wie Dir Malou. Ich habe zwar eine Vorstellung was ich machen will und was nicht, aber ich weiß nicht wie an den richtigen Betreuer gerate.
Eine ganz gute Hilfestellung zum Thema ist das kleine handliche Buch "Promotion" von ViaMed.
Falls Du noch keine Entscheidung getroffen hast, schau doch mal rein und laß Dich etwas beraten.
Ich habe mir dieses Semester vorgenommen auch in mehreren AG's die Doktorarbeiten betreuen zeitweise hereinzuschnuppern und mir dann ein eigenes Bild machen.

Dir viel Glück!