schokii21
08.10.2006, 10:05
muss das praktische jahr in einer uniklinik gemacht werden oder kann man beispielsweise auch in eine psychiatrische klinik gehen?
Muß an einer von der Uni autorisierten Klinik stattfinden, das kann die der Uni zugehörige Uni-Klinik sein, oder ein anderes Krankenhaus. Welche das sind und in welchen Fachbereichen Du dort jeweils das PJ machen kannst, findest Du auf den Homepages der Unis. Ein Tertial in der Psychiatrie abzuleisten ist natürlich auch möglich.
schokii21
08.10.2006, 18:14
danke für deine antwort :-winky
Uniklinik Freiburg, Neurochirurgie (Wahlfach)
Im Großen und Ganzen kann ich der Abteilung schon ein Lob aussprechen. Mir hat es fast immer sehr viel Spaß gemacht dort. Obwohl es leider keinen Arzt gibt, der direkt für PJler verantwortlich wäre und es somit niemanden gibt, der sich wirklich auskennt mit dem Aufbau Ablauf des PJs, wurschtelt man sich so durch. Es gibt wirklich genug Leute, die einem auch was beibringen wollen.
Studientage
Es gibt keine vorgeschriebene Regelung, aber in Absprache mit meiner Station durfte ich mit problemlos Studientage nehmen. Ich habe letztendlich nur zweimal wirklich davon Gebrauch gemacht, aber öfter ist sicherlich auch möglich. Es besteht auch kein Zwang, immer bis zum bitteren Ende anwesend zu sein. Wenn man gehen will, kann man gehen. Die Frage ist halt, ob man nicht mehr davon hat, wenn man bleibt. :-))
organisierte Fortbildung? für Studenten? oder für alle Ärzte?
Es gibt regelmäßig fortbildungen für alle Ärzte. Alle zwei Wochen bereitet ein Assistent ein Thema vor, hält einen Vortrag und anschließend wird rege diskutiert. Hin und wieder werden dazu sogar auswärtige Kollegen oder Forscher eingeladen, die über aktuelle Forschungsthemen referieren. Ich fand das immer sehr interessant und habe mich auch mal den Diskussionen beteiligt. Laut Curriculum sollten PJler selbst mal ein Thema vorbereiten, aber dazu ist es bei mir nicht gekommen. Einmal im Monat gibt's eine klinisch-pathologische Konferenz (mir Fortbildungspunkten für die Assis) und eine Mortality/Morbidity Konferenz, bei der Verläufe mit Komplikationen oder gar tödlichem Ausgang unter dem Aspekt, was hat man falsch gemacht, was hätte man besser machen können, vorgestellt werden.
Einmal in der Woche findet ein Seminar für die PJler der Neurochirurgie und Neurologie von den Neuroradiologen statt. Das war das beste Seminar überhaupt, darauf habe ich mich jede Woche gefreut. Professor Spreer, der das Seminar macht, erzählt viel über bildgebende Verfahren angefangen bei CT und MRT bis hin zu Angiographien oder simplen Röntgenbildern. Dabei lernt man was über die Grundlagen der bildgebenden Techniken, aber auch zu Neuroanatomie und natürlich Pathologie, Klinik, diagnostik und Therapie. Desweiteren gibt es bei den Neurologen einmal wöchentlich eine Lehrvisite und hin und wieder andere Seminare.
Von den Neurochirurgen selbst gibt es leider keine Seminare speziell für PJler, weil es in der Regel einfach sehr wenige gibt.
Eigenleistung
Es gibt zwar ein Curriculum, in dem drin steht, was die PJler in der Neurochirurgie lernen sollen, aber daran hält sich niemand, weil wahrscheinlich keiner von den Ärzten weiß, dass es sowas überhaupt gibt. Daher ist man einerseits auf die Gnade seiner Mentoren angewiesen und muss sich andererseits selbst darum kümmern, etwas zu lernen.
Definitiv wird von einem erwartet, dass man auf der Station die tägliche Routine erledigt. Dazu gehören Blutabnahmen, Zugänge legen, Patienten aufnehmen, Röntgen und KG Anmeldungen, Briefe diktieren, Drainagen ziehen, Verbandswechsel, Lumbalpunktionen und Lumbaldrainagen. Letztere meistens unter Aufsicht, aber Lumbalpunktionen kann man auch schonmal allein machen, wenn die Ärzte meinen, dass man so weit ist. Die Patienten, die man aufgenommen hat, darf/muss man auch dem Chef/den Oberärzten in der Konferenz vorstellen. Fakultativ kann man für zwei Wochen in die Ambulanz gehen oder auf die Intnsivstation. Ich habe mich für die Intensivstation entschieden. Da darf man unter Umständen noch ein paar mehr praktische Sachen machen wie transkraniell dopplern, Arterien und ZVKs legen oder im ganz glücklichen Fall sogar mal eine Bohrlochdrainage oder eine EVD anlegen. Das Recht dazu muss man sich allerdings ziemlich hart erarbeiten, weil der Oberarzt der Intensivstation großen Wert darauf legt, zunächst mal das theoretische Wissen der Studenten zu prüfen, bevor sie irgendwas machen dürfen. Regelmäßige Abfragerunden sind also an der Tagesordnung.
Im OP darf man jederzeit zusehen, wenn auf der Station Luft ist. Mit der Zeit durfte ich auch mal assistieren bei Bandscheiben und später auch bei Eingriffen am Kopf. Dort habe ich regelmäßig genäht und getackert und auch mal den Knochendeckel angeknotet. Um solche Sachen muss man aber wirklich von sich aus bitten, denn regelhaft eingeteilt für OPs werden Studenten nicht.
Ich kann die Neurochirurgie nur empfehlen, wenn sich jemand dafür interessiert. Die Arbeitszeiten sind lang und es dauert eine Weile, bis man auch mal was praktisches machen darf. Ich wurde letztendlich aber durchaus belohnt, wie ich finde, durch das Lob, das ich bekommen habe. Außerdem hat man schonmal einen Fuß in der Tür für eine eventuelle Anstellung später. :-)
dreamchaser
12.01.2007, 21:45
Ansprechpartner/Verantwortliche für PJ: Dr. Wietoska (Chef der Anästhesie) und OÄ Dr. Riemeier (Innere).
Struktur/Ablauf: Wir sind 2 PJler in der Inneren, 1 pro Station. Sehr kleines und nettes Team, man ist sehr gut integriert.
Unsere Aufgaben/Möglichkeiten: natürlich Blutabnehmen ec., eigene Patienten (aufgenommen wir in der Aufnahme, also auf Station keine Aufnahmen), Pleurapunktionen, Sono, bei allen zuschauen und dann auch mal machen...wenn man will darf man sehr sehr viel machen. Natürlich auch jederzeit Aufnahmen in der ZPA.
Wenn es einen interessanten Fall auch auf anderen Stationen gibt, werden alle PJler zusammengerufen (z.Zt. 4) und der Fall demonstriert.
Es gibt einen Studientag pro Woche, der problemlos gewährt wird und 200 Euro Aufwandsentschädigung. Frühstück und Mittagessen in der Kantine sind kostenlos für PJler. Dienstkleidung wid gestellt.
Das Arbeitsklima ist super (wenn der Chef nicht dabei ist ;-)), extrem gute Betreuung!!!
Unterkunft gibts kostenfrei im Personalwohnheim.
Fortbildungen: Es gibt einen Plan, auf dem eigentlich die meisten Abteilungen eine Stunde/Woche Fortbildungen machen. Finden nicht alle statt, aber es ist nie ein Problem hinzugehen. Auch außer der Reihe finden ab und zu Spontanfortbildungen statt.
Eigeninitiative: Wir PJler müssen keine Vorträge halten,aber ab und zu mal nachfragen, ob die Fortbildung denn stattfindet...Wenn man etwas lernen möchte und dies auch zeigt, bekommt man automatisch auch vieles beigebracht. OÄ Riemeier hat sehr genaue Vorstellungen, was wir während unserem Tertial lernen sollen (eigene Patienten, Pleurapunktionen, bei PEG-Anlage helfen, evtl. ZVK legen, NEF mitfahren, sonographieren etc.)
Fazit: Ein sehr zu empfehlendes Tertial, wenn man viel lernen will. Man mss nichts machen, aber wenn man Interesse zeigt, darf man sehr viel machen und bekommt die entsprechende Betreuung. Danke an alle Beteiligten für dieses (noch laufende) Tertial, was schon jetzt sehr viel Spaß macht.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.