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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Doktortitel in Gefahr?



sweety23
08.02.2005, 22:17
Hallo,
ich hätte mal eine rechtliche Frage. Ist es eigentlich erlaubt, dass der Doktorvater die Auswertung einer statistischen Doktorarbeit an ein Pharma-Unternehmen verkauft, bevor man die Arbeit beendet hat? Steht da nicht der Doktortitel in Gefahr? Kann man sich da irgendwie absichern? Hat da jemand Ahnung von?
Danke

gattm005
09.02.2005, 13:25
Man kann (oder muss?) sich eine Vorabveröffentlichung von eigenen Daten vom Dekanat genehmigen lassen. Ob das auch für Pharmafirmen gilt, :-???

sweety23
09.02.2005, 13:53
Danke schön für deine Antwort. Ich bin schon völlig verzweifelt! :o(
Hab noch gar nicht angefangen an der Arbeit zu schreiben und mein Betreuer verlässt auch bald die Stadt. Ich habe irgendwie das Gefühl er war nur an den Daten interessiert. :o(
Also soll ich mit meiner Auswertung (sobald ich sie fertig habe) zum Dekanat gehen und mein Problem darstellen? Und die erkennen sie irgendwie an? Wie läuft denn sowas? Hast du vielleicht damit Erfahrung?

surfsmurf
09.02.2005, 20:49
Soweit ich weiß, sind alle Doktorarbeiten, die man schon während des Studiums beginnt, rechtlich gesehen "unbetreut", d.h. man hat auch keine rechtliche Handhabe, wenn man schlecht betreut wird bzw. der Betreuer die Ergebnisse für seine Zwecke verwendet, wie ja anscheinend bei Dir. Aber das Dekanat würde ich auf jeden Fall mal fragen! Jedenfalls hoffe ich mal das Beste für Dich.

Grüße
surfsmurf

Rugger
09.02.2005, 22:29
Ist es eigentlich erlaubt, dass der Doktorvater die Auswertung einer statistischen Doktorarbeit an ein Pharma-Unternehmen verkauft, bevor man die Arbeit beendet hat?Mal ganz nebenbei gefragt: wirst Du denn eigentlich am Gewinn beteiligt?!

R.

sweety23
10.02.2005, 07:10
Guuuuuter Witz! Natürlich nicht! Das steht gar nicht zur Debatte! Ich hätte nur gern meine Sachen abgesichert! Aber wie ich verstehe, habe ich gar keine Möglichkeit dazu! :o( Das ist doch total beschissen...da investiert man Monate in so eine Arbeit und was hat man am Ende? Gaaar nix! Doktorvater hat die Daten und verzieht sich damit! Was aus einem wird ist doch total egal!!! Hauptsache irgendwelche Leute können damit Geld machen!

Rugger
10.02.2005, 12:58
...da investiert man Monate in so eine Arbeit und was hat man am Ende? Gaaar nix! Doktorvater hat die Daten und verzieht sich damit! Was aus einem wird ist doch total egal!!! Hauptsache irgendwelche Leute können damit Geld machen!Wenn Du tatsächlich den Hauptanteil der Arbeit geleistet hast, dann würde ich mich aber mal ganz schnell mit einem Rechtsanwalt Deines Vertrauens in Verbindung setzen - immerhin gibt es ja auch Gesetzes zum "Schutz des geistigen Eingentums"!
Manchmal muß man halt auf die harte Tour...

R.

avicenna
10.02.2005, 21:27
Also von so etwas habe ich ja noch nie gehoert und halte das fuer ganz grossen Quatsch. An manchen Universitaeten kann man sich die Dissertation zur Promotion gar sparen, wenn man genug Veroeffentlichungen als Erst- oder Letzautor hat. Allerdings kann ich da nur von unserer Promotionsordnung in Giessen reden und dort steht eindeutig, dass Teile der Dissertation vorab schon veroeffentlicht sein duerfen, wenn dies nicht laenger als 3 Jahre zurueck liegt. Ich hatte vorab drei Veroeffentlichungen, 2 auf Kongressen und eine in einer internationalen Fachzeitschrift, habe das angegeben und hatte keine Probleme bei der Promotion. Aber kann da nur fuer Giessen sprechen und dort sind solche Aussagen wie sie hier gemacht werden nicht richtig.
LG Avicenna (Der einfach das Dekanat fragen wuerde.......)

sunnymoon
10.02.2005, 22:01
hi, kenn ich auch so..
frag doch mal bei euch im promotionsbüro nach. und sprich mit deinem betreuer, bevor du dich verrückt machst. ich kann mir nicht vorstellen, dass er was dagegen haben kann, dass du deine dr- arbeit fertig machst. fällt ja ach auf ihn zurück. mag sein, dass er nur die ergebnisse wollte, aber ist doch bestimmt kein unmensch. ;-)
was heißt eigentlich verkauft? ist das auch publiziert worden? du hast ja dran gearbeitet. stehst du da irgendwo mit drauf?
drück dir die daumen.

lg

sweety23
11.02.2005, 20:55
Ich glaube, ich habe mich nicht ganz klar ausgedrückt. Es handelt sich nicht um eine Veröffentlichung, an der ich irgendwie beteiligt wäre...eigentlich hat mir mein Betreuer erst auf meiner ausdrücklichen Nachfrage davon erzählt. Hätte ich da nicht nachgeforscht, hätte er mir u.U. auch gar nichts von erzählt. Es stand auch nieee zur Debatte, dass mein Name irgendwo erscheint!
Da ich mir Sorgen gemacht habe, ob das denn ok ist, wenn er meine Auswertungen so weiter gibt, hat er nur gesagt, ich solle mich ganz auf ihn verlassen, dass es nichts an meiner weiteren Arbeit ändern würde. ABER absichern, dass es MEINE Daten sind (einfach dadurch, dass mein Name drunter steht, oder dass ich das irgendwie anders anerkannt bekomme), könnte ich mich wohl nicht. Das sei wohl unmöglich!!! Tja, und da steh ich nun und weiß nicht was ich tun soll. Wenn ich ihm die Daten nicht gebe, kann ich die Arbeit vergessen, denn dann habe ich wohl keinen Doktorvater mehr. :o(

sunrise10086
12.02.2005, 09:03
Das ist ja mal sehr schräg.
Ich würde eher an der Integrität Deines Betreuers zweifeln als am weiteren Procedere der Uni.
Ich mache eine klinische Arbeit, aus einer Studie die ich zusammen mit einer anderen Doktorandin mache, generieren wir zwei Arbeiten für die Promotion(en).
Ausserdem stellen wir die Studie in diesem Jahr auf dem Anästhesie-Kongress in München vor, dann noch auf dem Hauptstadt-Anästhesiekongress im Juni.
Da wird es wohl keine Probleme mit geben die Sachen zu veröffentlichen.

Ich hätte aber an Deiner Stelle sehr wohl ein Problem damit, dass Du die ganze Arbeit an der Bimmel hattest, dafür aber nicht mit auf dem Paper stehst. Da würde es bei mir dreizehn schlagen. Lass Dich da mal nicht über den Tisch ziehen und dabei auch noch denken, dass es sich bei der entstandenen Reibungswärme eigentlich um Nestwärme handelt. Scheint hier nämlich gar nicht so zu sein.