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Lava
08.03.2005, 11:12
Für alle, die es interessiert, hier mein Bericht über meinen Kurztrip nach Österreich. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihn jemand liest! :-love

Zwei Tage in Hochfilzen

Eine lange Anreise

Am Freitag, dem 4. März 2005, ging es los für mich: zwei Tage Biathlon WM in Hochfilzen, Österreich, standen an. Meine beiden Tagestickets für die Tribüne A hatte ich schon vor 2 Monaten zugeschickt bekommen und auch ein Zimmer hatte ich reserviert im Nachbarort Fieberbrunn. Nachdem ich zuerst gar keine Lust hatte, schon wieder hunderte Kilometer weit zu fahren und stundenlang in einem Zug durch die Nation zu tingeln, stieg dann doch langsam die Vorfreude, als ich auf dem Bahnhof in Wörgl ein paar andere Gestalten sah, die so planlos wie ich aus der Wäsche schauten – die ersten Biathlon Fans scheinbar. :-) In Fieberbrunn angekommen gestaltete es sich etwas schwierig, meinen Gasthof zu finden. Der befand sich dummerweise auf irgendeinem Berg 2km von der nächsten Bushaltestelle entfernt. Im Jugendgasthof „Schwefelbad“ angekommen traf mich auch erstmal der Schlag und mir dämmerte es, woher der Name kommt. Es stank wie auf Omas Donnerbalken… Mein Zimmer bestand aus einem Schrank, einem Bett, einem Stuhl, einem Tisch und – Gott sei Dank – einem Waschbecken. Ziemlich spartanisch also. Aber wenigstens hatte ich das einzige Einzelzimmer im Haus.

Tiroler Tradition als Eröffnung der WM

Nach dem Auspacken hab ich mich gleich wieder auf den Weg gemacht zur Eröffnungsfeier der Biathlon WM. Mit dem letzten Bus kam ich am Stadion an, das schon mit einigen tausend Menschen gefüllt war. Um 19 Uhr sollte der Spaß anfangen und bis dahin standen wir, die Zuseher, wie die Ösis so schön sagen, zitternd in der eisigen Kälte, während ein unglaublich langweiliger Mensch nicht müde wurde, uns bis zum Beginn der Feierlichkeiten zu erklären, wie toll doch das Pillerseetal sei. Ich hab mir dabei in Anlehnung an ein in den USA entstandenes Trinkspiel überlegt, jedes mal einen Schluck Schnaps zu trinken, wenn der Mann „Schnee“, „Pillerseetal“ oder „Hochfilzen“ sagt – aber in Ermangelung von Schnaps musste ich weiter gelangweilt vor mich hin frieren. Dann begann es endlich. Zuerst wurde stolz die örtliche Blasmusikkapelle präsentiert, die dann auch ins Station marschierte und zur Musik vom Band so tat, als würde sie einen Marsch spielen. Anschließend wurde noch viel stolzer die örtliche Militärkapelle angekündigt, die ebenfalls Playback ein Marschlied spielte. Obendrein marschierten noch sämtliche Vereine der Gegend auf und ich fing langsam an mich zu fragen, ob dies überhaupt die Eröffnungsveranstaltung der Biathlon WM war… Irgendwann kamen dann doch noch die Fahnenträger und Athleten, die mit einem Salut des ansässigen Schützenvereins begrüßt wurden. Die ärmsten standen dann genau wie wir weiter in der Kälte, während so ziemlich jede halbwegs wichtige Person aus Österreich – Landeshauptmänner, Sportminister, deren Sekretäre und so weiter – Reden sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch (mit sehr lustigem Dialekt) hielten. Nach einer netten Showeinlage und dem offiziellen WM Song gesungen von Hubert Drenkwalder, den ich später noch mal erwähnen werde, wurden wir endlich vom Elend – ähm, ich meine natürlich dem typisch tirolerischen Volksfest erlöst.

Norwegische Invasion

Am nächsten Morgen beschloss ich um 8Uhr Frühstück zu essen und dann mit dem Bus nach Hochfilzen zu fahren, wo der erste Wettkampf – der Sprint der Männer – um 10Uhr stattfinden sollte. Nach 20m stellte ich fest, dass ich meine Kameras vergessen hatte! Also umgedreht und die Teile geholt. Im Bus musste ich dann leider feststellen, dass ich die Batterien für die Digicam ebenfalls vergessen hatte!!! Zum Glück blieb mir noch die batterielose Lomo Kamera, die mir die Süddeutsche als Werbegeschenk für das Probeabo vermacht hatte.
So ungefähr Viertel nach 10 kam ich endlich an. Da ich das Gelände ja schon vom Vortag kannte, machte ich mich schnurstracks auf zur Tribüne A, nur um dann von Ordnern woanders hingeschickt zu werden, da die erste (und beste) Tribüne schon voll war. Also hab ich irgendwo am Rande gestanden, wo ich zwar einen famosen Blick auf die Strafrunde hatte, aber weder die ersten 4 Bahnen des Schießstandes geschweige denn Start und Ziel sehen konnte. Nach einmal Umsehen stellte ich fest, dass ich außerdem scheinbar im norwegischen Fanblock gelandet war: um mich herum zig norwegische Flaggen in allen Größen von ganz klein bis riesig, Menschen in Norwegerpullis und norwegische Fanclubs (erkennbar daran, dass ca. 20 Leute die gleichen blauen Jacken mir Norweger Fahnen drauf tragen). Das sollte mir als Fan von Ole Einar Björndalen nur recht sein. Dann ging es also los – der allererste Wettbewerb dieser WM und der allererste, dem ICH live beiwohnen durfte. Beim Sprint starten alle Biathleten einzeln im Abstand von 30 Sekunden und mein Liebling, der Ole, hatte die sehr hohe Startnummer 74 (übrigens auch sein Geburtsjahr). Damit war er von den Favoriten der letzte, der startete und hatte den Vorteil, während seines Laufes zu wissen, wie gut oder schlecht die anderen vor ihm gelaufen waren. Ein anderer Publikumsliebling, der Thüringer Sven Fischer, war vorerst am schnellsten unterwegs trotz eines Fehlschusses und damit einer Strafrunde. Er war schon im Ziel angekommen, bevor Ole Einar überhaupt gestartet war und wurde im Ziel schon fleißig interviewt, als der Norweger startete. Bis dahin hatte Fischer einen großen Vorsprung auf den Zweitplatzierten und wurde vom Stadionsprecher schon fast zum Sieger gekürt – aber einer sollte ja noch kommen: Ole Einar Björndalen – der Superstar, Superathlet und sympathische kleine Kerl aus Norwegen. Ein Raunen ging durch die Menge, als er zum ersten Schuss ansetzte und gleich die Scheibe verfehlte. Nach dem ersten Schießen also nicht die Bestzeit für Ole Einar. In der Loipe gnadenlos schnell wie immer holte er jedoch die verlorene Zeit wieder auf und blieb beim stehend Schießen fehlerfrei – jetzt war ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen!!! Die erste Goldmedaille dieser Weltmeisterschaften ging also an den haushohen Favoriten – sehr zu meiner Freude.

Ein Foto von Ole

Nach der sog. Flower Ceremony, bei der die Platzierten einen Blumenstrauß überreicht bekommen, bin ich erstmal in Richtung Fressstände getigert, ausgehungert, wie ich war. Auf dem Weg dahin blieb ich bei einer kleinen Menschentraube hängen, die sich dicht an eine Absperrung quetschte, die genau vor einem Ausgang aus dem Stadion stand. Hier mussten die Athleten scheinbar rauskommen… Bis zum Beginn des Sprints der Frauen hatte ich noch über 2 Stunden Zeit und so beschloss ich, mit der Kamera in der Hand zu warten. Tatsächlich kamen ein paar der Athleten aus dem Ausgang heraus und ich hab fleißig Fotos geschossen mit meiner Lomo Kamera. Ob die Bilder was taugen, wird sich erst im Laufe der Woche zeigen… Ich stand bestimmte eine halbe Stunde erwartungsvoll da rum, aber Ole ließ sich nicht blicken. Also zog ich weiter und stellte mich an der kilometerlangen Schlange des „Würstel“ Standes an. Auf einmal geht hinter mir ein Grölen und Jubeln los. Ich drehe mich um: da lief er vorbei, umringt von 3 Ordnern: der Ole! Ich schnell hinterher gerannt und ein Foto geschossen (bitte lieber Gott, lass es was geworden sein!!!)

Turbo-Disl

Beim Wettkampf der Frauen konnte ich mich auf die bessere Tribüne mogeln und stand neben ein paar netten Bayern vom Chiemsee, die mir sogar einen Glühwein eingeholfen haben, mir aber versicherten, sie seien gar nicht so schlimm, wie es den Anschein habe… *g* Die Stimmung war fantastisch und die Bayern neben mir stimmten schon ein paar Hymnen für die deutschen Biathletinnen an. Diesmal war der Publikumsliebling Uschi Disl. Wenn die Deutsche ins Schießstadion fuhr, drehten die Veranstalter die Musik leise und plötzlich wurden die 8000 Zuschauer Mucksmäuschen still. Unglaubliche zehnmal erklang die Folge: Schuss – Treffer – „HEY!“ und beim Hinauslaufen auf die Loipe brüllten alle Zuschauer lautstark „USCHI! USCHI!“ im Chor. Endlich hatte die sympathische Deutsche ihre erste Einzelgoldmedaille bei einer WM gewonnen.

Der Höhepunkt des Tages

Für mich galt es jetzt noch 2,5 Stunden totzuschlagen, bis die Siegerehrung um 18:30Uhr stattfand. In Hochfilzen gibt es so ungefähr ein Café, so dass die Auswahl für mich nicht schwierig war. Da hab ich mir einen Apfelstrudel gegönnt, bevor ich zum Platz der Siegerehrung hinübergegangen bin. Diese war eigentlich so ziemlich das beste überhaupt: es herrschte ein Riiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeesenstimmung!!!!! Die Norweger feierten ihren Ole und die Deutschen riefen nur noch „Uschi! Uschi!“. Es war einfach unglaublich und unbeschreiblich. Allein das Strahlen vom Ole, als man ihm seine Medaille umhängte, war die lange Fahrt nach Hochfilzen wert. Als Uschi Disl geehrt wurde, konnte ich auch zum ersten Mal in meinem Leben die deutsche Nationalhymne bei einer Sportveranstaltung singen. Es klingt vielleicht komisch, aber das habe ich mir schon immer gewünscht.
Vollgepumpt mit Glückshormonen bin ich noch ins Festzelt gegangen, wo das Rahmenprogramm stattfand. Auf dem Plan stand wieder Hubert Drenkwald, der Typi, der den offiziellen WM Song komponiert hat. Seine Combo macht eine sehr gewagt anmutende aber überaus stimmungsvolle Mischung aus volkstümlicher Musik und Rock. Es wechselten sich Zillertaler Hochzeitsmarsch mit E Gitarre und ACDC gespielt auf dem Akkordeon ab und die Fans waren am Toben. Besonders die Norweger, die als erste besoffen waren, haben auf den Tischen getanzt für Stimmung gesorgt. Die Fanclubs von Uschi Disl und Sven Fischer veranstalteten irgendwann einen Wettbewerb, wer am besten seine Fahne schwingen konnte…. Trotzdem bin ich um 10Uhr todmüde vom vielen Herumstehen und –laufen ins Bett gefallen.

Der Rest ganz kurz

Den Bericht von Tag 2 erspar ich euch mal, weil es im Große und Ganzen eine Wiederholung von Tag 1 war. Sogar die Sieger waren die gleichen: Uschi Disl und Ole Einar Björndalen haben auch die Verfolgungsrennen gewonnen. Bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass Nikolai Krouglov so nett war, sich mit mir fotografieren zu lassen und ich außerdem Autogramme von Michi Greis, Olena Zubrilova und Kati Wilhelm bekommen habe.
Außerdem habe ich einen neuen Traum, seit ich ein bestimmtes Schild gesehen habe: „Blood Control“. Einmal in meinem Leben möchte ich dem Ole Blut abnehmen…. :-blush
Und ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten, aber ich liebe diesen Mann mehr als je zuvor. *ggg*

Unten seht ihr noch das Foto von mir und Nikolai

Feuerblick
08.03.2005, 11:45
Ole ist MEIN Jahrgang??? Warum erfahre ich das erst jetzt??? :-love

Hmpfm, Nine, ich beneide dich um dieses Wochenende, ehrlich!

Funkel

Lava
08.03.2005, 11:59
Ich beneide alle, die ne Akkreditierung oder VIP Karten hatten!!!!! Das krieg ich auch noch irgendwann *festvornehm*

Cassy
08.03.2005, 12:23
:-)) Das Kerlchen neben dir ist aber echt nicht schlecht....

Feuerblick
08.03.2005, 12:25
...ich finde auch. Und Ole übernehme dann ich :-love *aufopfer*

Cassy
08.03.2005, 12:33
:-oopss Du bist heute aber sehr großzügig....

Ich will nur das Geld der beiden, ihr könnt die Kerle haben :-D

Lava
08.03.2005, 12:51
Funkel, das hatten wir doch eben schon geklärt, wie die Prioritäten verteilt sind, oder? ;-)

Lava
08.03.2005, 12:55
Für die Uschi Fans:

Feuerblick
08.03.2005, 13:02
Funkel, das hatten wir doch eben schon geklärt, wie die Prioritäten verteilt sind, oder? ;-)
Hmpfm

Lava
08.03.2005, 19:37
Und noch mal Gold für Deutschland! Heute hat Andrea Henkel das 15km Einzel der Frauen gewonnen. Habt ihr gesehen, wie die geheult hat? Süüüüß! Mann, die Siegerehrung war bestimmt auch klasse heute *zurückwill* *schnief*

Und morgen kommt Ole wieder. Hoffentlih ballert er nicht zu oft daneben!!! Wenigstens soll es morgen nicht so schneien wie heute.

el_corazón
08.03.2005, 19:42
Und noch mal Gold für Deutschland! Heute hat Katja Beer das 15km Einzel der Frauen gewonnen.

Tolle Erfolge für die deutschen Biathletinnen. :-top
Btw, Andrea Henkel und nicht Katja Beer hat heute gewonnen. ;-)

Lava
08.03.2005, 19:49
Hoppla :-blush

Die beiden verwechsel ich aber auch immer wieder!!!

Sorpresa
10.03.2005, 11:26
hmm, jetzt wo du net mehr unten bist schießt der ole so daneben, was haste bloß mit dem angestellt? :-))
aber platz 2,3,4 für deutschland is ja auch ganz schön... :-top

netfinder
10.03.2005, 11:28
sie hat ihn verhext...

Sorpresa
10.03.2005, 11:30
yo, ich glaub auch... :-((
;-)

Lava
10.03.2005, 18:32
Nö nö! Das Wetter ist schuld. Seit ich weg bin, ist es schlecht und bei schkechtem Wetter kommt dann eben doch sein altes Problem mit dem Schießen wieder durch. Wobei DREI Fahrkartem letzten Schießen echt nicht hätten sein müssen.
Aber stimmt! Die Deutschen sind weiterhin klasse! Besonders für Michi Greis und Ricco Gross freut es mich.

Sorpresa
10.03.2005, 19:14
immer diese ausreden... :-D :-))

Lava
10.03.2005, 19:15
Kann natürlich auch sein, dass er mich einfach vermisst :-))
















(Wunschdenken ;-) )

Feuerblick
10.03.2005, 19:17
Jaaajaaa, Nine...... :-top

Sorpresa
10.03.2005, 19:19
tja wer weiß... (*daumendrück*)
aber wenigstens weiß man mal, wer dein schwarm is... :-))