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Morgagni
27.03.2005, 12:17
Hallo Sternschnuppe,

mal wieder ein bißchen spät, aber ich habe den Thread gerade erst entdeckt: Ich hatte im 2. Stex nur eine Handvoll Punkte über der Bestehensgrenze (es waren glaube ich zwölf oder fünfzehn). Wenn einem als Ausrede dann gar nichts mehr einfällt, redet man sich ein, daß man auf keinen Fall so tickt wie die Damen und Herren vom IMPP. Das empfinde ich eher als Auszeichnung. :-D Im mündlichen habe ich Dank [Ironie-Modus] überaus fähiger Prüfer [/Ironie-Modus] eine Drei bekommen, so daß ich also mit einer Vier aus dem 2. Stex gegangen bin. War insgesamt also doch etwas enttäuschend. :-oopss

Und was soll ich Dir aus meinem PJ berichten: Ich habe keine Patienten umgebracht, ich bin mit den Ärzten gut zurecht gekommen und ich bin mit den Patienten sehr gut zurechtgekommen. Bei den Pat. und bei den meisten Ärzten hatte ich auch das gute Gefühl, daß sie mir und meinem Handeln vertrauen. Und einige Pat. und auch einige Ärzte haben mir durchaus zugestanden, später mal ein guter Arzt zu werden. :-)) :-)) :-))
Also: Die Stex-Note sagt nichts über Dich, deine Fähigkeiten v.a. was Menschlichkeit angeht und deinen Umgang mit Kollegen und Patienten aus.

Freu Dich auf das PJ. Es lohnt sich!

Morgagni

PS: Die Note aus dem zweiten interessiert bei der Bewerbung eher weniger, die aus dem dritten ist vielen Entscheidungsberechtigten wichtiger!

enie
04.04.2005, 16:22
Ich kann einfach nicht verstehen, wie man sich so an einer note aufhängen kann. ist doch völlig egal. hauptsache durch. besteht das leben und das glück denn aus ner zwei im examen? es gibt wirklich wichtigeres. ich kenn dich persönlich nicht, aber mich nerven menschen, die trotz guter vorbereitung so rumheulen. ich hab für das 2. examen 8 wochen gelernt und hatte berechtigte angst es nicht zu packen, aber ich bin durch und sogar wesentlich besser als ich dachte . ich kann verstehen, daß es schlimm ist, wenn man ein 3/4 jahr lernt und dann doch keine 2 bekommt, aber man verpaßt so viel im leben, wenn man einem so blödem ziel nachrennt.

einen bewundernswerten menschen zeichnen nicht seine noten aus, sondern sein wesen, seine menschlichkeit, toleranz und die fähigkeit manchmal auch über den dingen zu stehen, weil er weiß, wer er ist. ich glaube man hat sich selbst noch nicht gefunden, wenn man sich durch noten mit anderen mißt.

enie

Annika1
04.04.2005, 19:45
Ich kann Sternschnuppe sehr gut verstehen. Einigen geht es einfach nur ums bestehen, andere haben den Ehrgeiz, neben dem Bestehen von Prüfungen auch eine gute Note zu bekommen, gerade, wenn der Lernaufwand so groß war. Selbst wenn sich später niemand mehr für die Note interessiert. Das hat doch nichts mit bewundenswerten bzw weniger bewunderswerten Menschen zu tun.

Dopamin
04.04.2005, 22:00
einen bewundernswerten menschen zeichnen nicht seine noten aus, sondern sein wesen, seine menschlichkeit, toleranz und die fähigkeit manchmal auch über den dingen zu stehen, weil er weiß, wer er ist. ich glaube man hat sich selbst noch nicht gefunden, wenn man sich durch noten mit anderen mißt.

enie

Entschuldigung, bei aller Liebe und unabhängig davon ob´s im Grundsatz richtig ist: (mind.) 5€ in´s Phrasenschwein!

Gruß Dopamin.

Im Übrigen ist das mit Vorliebe die Argumentation derer, die nicht so viele Punkte machen und nicht so gute Noten haben. Man kann meineserachtens auch mal ein bisschen (mehr) lernen, eine (gute bis) ordentliche Note machen ohne gleich das ganze Leben zu verpassen.
Ich selbst bin schon ein älteres Semester, im Sinne meines Lebensalters, und würde nicht sagen, dass gute Noten anzustreben ein Zeichen von Unreife oder fehlender Lebenserfahrung ist, eher im Gegenteil. Man sollte es verstehen, dann wenn es darauf ankommt, zu zeigen, was man drauf hat. In Prüfungen Wissen und am Krankenbett Einfühlungsvermögen.

Rico
05.04.2005, 10:18
Ich kann einfach nicht verstehen, wie man sich so an einer note aufhängen kann. ist doch völlig egal. hauptsache durch. besteht das leben und das glück denn aus ner zwei im examen? es gibt wirklich wichtigeres.Das hat man um's Abi rum auch immer wieder gehört: "4 gewinnt", "Hautsache bestanden", "Abi - Hab I" und wie die Sprüche alle hießen...
Wer diese Leute aus den Augen verloren haben sollte, der braucht bloß im "vor dem Studium"-Forum nachzusehen, da laufen sie alle rum und warten seit mittlerweile bis zu 7 Semestern auf einen Studienplatz. Nach 7 Semestern hatte ich - wie die meisten hier wohl auch - mein 1. Stex schon in der Tasche.
Unabhängig davon, was man jetzt ideologisch vom Konzept der Noten hält, so sind einfach in unserer Gesellschaft Noten etwas wichtiges um vorranzukommen - und wer was anderes erzählt, der hat eine rosa Brille auf. :-meinung (oder er hat einen Weg gefunden, glücklich und ausgeglichen 4 Jahre auf einen Studienplatz zu warten, während seine Klassenkameraden vom Abi schon längst in der Klinik an ihrer Doktorarbeit basteln).

Und mal ganz ehrlich: Bei der Bewerbung um nen Job haben Noten zwar nicht mehr ganz die Wichtigkeit, wie bei der ZVS, aber so ganz schmückendes Beiwerk sind die auch nicht. Ich kenne genug Chefärzte, bei denen die Sekretärin (!) angewiesen ist, alle Vierer rauszusortieren - die erreichen also nichtmal das Chefzimmer.

Sooo schlimm ist der Ärztemangel auch noch nicht, daß man sich als frischapprobierter Jungassistenz jegliche Stelle aussuchen könnte. Gerade, wer was spezielles im Sinn hat, der muß definitiv auf seine Noten achten! :-meinung

DoktorW
05.04.2005, 10:23
Unabhängig davon, was man jetzt ideologisch vom Konzept der Noten hält, so sind einfach in unserer Gesellschaft Noten etwas wichtiges um vorranzukommen - und wer was anderes erzählt, der hat eine rosa Brille auf. :-meinung (oder er hat einen Weg gefunden, glücklich und ausgeglichen 4 Jahre auf einen Studienplatz zu warten, während seine Klassenkameraden vom Abi schon längst in der Klinik an ihrer Doktorarbeit basteln).


oder hat einfach Glück gehabt ;-)

Es gibt auch genügend Chefärzte, die liebend gerne leute einstellen, die keine guten Noten haben, denn vielleicht sind das auch die Besseren?! Wer weiss das schon.... :-sleppy

Rico
05.04.2005, 12:54
Es gibt auch genügend Chefärzte, die liebend gerne leute einstellen, die keine guten Noten haben, denn vielleicht sind das auch die Besseren?! Wer weiss das schon....Es geht ja gar nicht um die philosophische Frage, was den besten Arzt ausmacht, sondern um die Frage: "Krieg ich einen Studienplatz/Job oder nicht?"

Dabei sind Noten IMHO einfach wichtig, egal wie man das nun finden mag, auf ein paar Zahlen reduziert zu sein.

Außerdem:
Aus einer guten Note dreht einem keiner einen Strick. Wer sagt schon: "Ich stell Sie nicht ein, weil Note zu gut"?

Klar kann ich auch mit ner nicht so guten Note und dafür z.B. guten Softskills einen Bewerber mit besserer Note ausstechen, aber
1. würde ich das nicht zum regelfall deklarieren und
2. muß man ja auch immer damit rechnen, daß der "notenbessere" Mitbewerber eben auch über gute Softskills verfügt und dann? :-nix

Dann wird die Luft halt dünn....

DoktorW
05.04.2005, 13:04
Darüber wollte ich auch nicht diskutieren. Ich wollte damit nur deutlich machen, dass ich ein 3,2 Abitur hatte, und ein Wartesemester benötigt hab (in dem ich noch die Berufsausbildung zum RettAss gemacht habe) und jetzt mit einer sicher nicht sehr herausragenden Endnote dennoch den Job meiner Wahl bekommen werde.

Darauf wette ich sogar ne Kiste Erdinger! :-))

Dopamin
05.04.2005, 14:44
und jetzt mit einer sicher nicht sehr herausragenden Endnote dennoch den Job meiner Wahl bekommen werde.

Darauf wette ich sogar ne Kiste Erdinger! :-))

Das ist ja toll für Dich. Allerdings gehe ich davon aus, dass Du Deinen erdinger-sicheren Job nicht gerade durch eine Blindbewerbung bekommen wirst. Wenn man seinen Job über z.B. Kontakte, Beziehungen usw. bekommt müssen wir uns über Noten nicht unterhalten, in mehr als 70% läuft es aber nunmal über eine Bewerbung (und genau hier sind u.a. die Noten oftmals vorentscheidend) , die dann u.U. zu einem Vorstellungsgespräch führt und dann zur Einstellung oder nicht.

Ich bin der Meinung das die Noten ein Ausdruck der Fähigkeit eines jeden wiederspiegelt, ob er leisten kann wie, was und wann er soll. Es sind nunmal im theoretischen Studium gewisse Leistungen gefordert, die dann in Noten bewertet werden und später praktische Leistungen, die durch Vorgesetzte beurteilt werden.

Gute Noten sind gut und schlechte sind schlecht, mit guten hat man Vorteile mit schlechten Nachteile. Ich persönlich finde das in einem gewissen Rahmen gerecht und richtig so. Wo kommen wir denn hin, wenn das alles egal wäre.

Gruß Dopamin.

DoktorW
05.04.2005, 14:48
Ich habe nie gesagt, dass alles egal ist. Ich habe nur gesagt, dass ich mit meinen anderweitigen Qualifikationen und Referenzen keine Angst habe, arbeitslos zu sein.

Die Erfahrung, die all meine Kommilitonen gerade machen ist, dass die Note nicht nur sekundär ist sondern noch weiter hinten. Chefärzte schauen auf ganz andere Dinge!!

DoktorW
05.04.2005, 14:49
ach ja, ich habe weder Vitamin B noch sonst was. Ich verschicke Blindbewerbungen!

Mein Wettangebot steht!

Dopamin
05.04.2005, 15:02
Ja super, dann hast Du ja scheinbar das Ei des Columbus gefunden. Gratuliere. Also dann nehme ich Dich unter die von mir geschilderten 30%, bleiben aber eben immer noch genug, denen es anders geht.
Geh mal nicht so sehr von Dir selbst aus.

DoktorW
05.04.2005, 16:10
Wenn ich die ganze Zeit hier von mir schreibe, dann sollte ich doch auch von mir ausgehen oder? ;-)

Und wieso ist es das Ei des Columbus, wenn man auch links und rechts vom Weg Dinge getan hat?

Und warum bin ich bei den 30 % wenn ich mich blind bewerbe?? Versteh ich nicht...

Die momentane Erfahrung zeigt, dass vieles andere wichtiger ist, als gute Noten. Da gibts auch nix dran zu rütteln!

Leelaacoo
05.04.2005, 18:54
Uff...diese Sache mit den Noten wieder...
Es ist so: Ich fühle mich einfach besser, wenn ich eine gute bis sehr gute Note auf dem Zeugnis stehen habe, denn dann kann ich mir vorstellen, daß ich einfach mehr Möglichkeiten habe, meine "Soft skills" und praktischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen...das ist alles. Denn mal ehrlich, nicht alle haben eine weltbewegende Dr.Arbeit oder die Kohle für ein USA-Jahr...was soll ich denn dann noch einbringen außer der Leistung, die ich in den Examen gebracht habe? Die Chefs kennen mich ja nicht, wenn ich nicht gerade im PJ in diesem KH war (und diese Übernahmen dürften wohl eher selten sein). Und alle sortieren irgendwie...Rechtschreibfehler in der Bewerbung...raus...4 im Examen...raus (vielleicht nicht immer, aber vielleicht öfter als man denkt???)...keine experimentelle Dr.Arbeit...raus...
Ich habe also auf eine gute Note gelernt, um zu zeigen, daß ich nicht zu faul bin, mir zusätzliche Qualifikationen anzueignen, sondern auch was kann und leiste...wie gesagt, ich konnte es mir einfach nicht LEISTEN, ins Ausland zu gehen und hatte Pech mit meiner ersten Dr.Arbeit...und was soll ich nun in die Bewerbung schreiben???
Jeder versucht doch, zu punkten, ob mit dem einen oder dem anderen...braucht keiner erzählen, wir würden nicht konkurrieren...es ist einfach Fakt. Und ein schlechterer Arzt wird man deshalb auch nicht...

:-meinung

LG Lee