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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie läuft eigentlich ein Bewerbungsgespräch?



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Sorpresa
22.04.2005, 08:00
ich werde nicht der dauerkranke und frührentner sein ;)


hey, woher weißt du das?
hast du nen guten draht nach oben oder nen pakt mit dem teufel geschlossen, der dir garantiert, niemals an einer konsumierenden krankheit zu leiden?
(kannst du mir dann vielleicht mal die adresse geben :-)) )

;-)

aber mal ehrlich, die diskussion hier bringt doch keinen weiter.
also laßt gut sein...

N E T
09.05.2005, 03:19
@ pdoc

Ich beneide deine Enthusiasmus wirklich und wünschte ich konnte dasselbe von mir erzählen. Es ist schon, dass du spaß an deiner Arbeit hast aber du musst die Grunde der anderen auch verstehen. Wenn du ein Workaholic bist und gerne das tust was du tust dann darfst du auch nicht die anderen auffördern, dasselbe zu machen. Ab einer bestimmten Grenze ist es nicht OK die Leute zu mehr Arbeit aufzufördern!! Ich meine mehr als 10 h am Tag (was de facto überall der Fall ist) ist nicht akzeptabel, besonders bei lächerlicher Bezahlung. Vor allem, weil die Ärzte im allgemeinen keine faulen Säcke sind und ihren Beitrag zur Gesellschaft mit Sicherheit mehr als genug ist.

Natürlich ist es alles relativ und muss im Rahmen beurteilt werden aber Ärzte arbeiten wirklich mehr als der Durchschnitt und daher sie noch mehr Arbeit aufzubürden ist nicht angebracht.

Ich wünsche dir, dass dieser Euphorie nicht schnell verdampft und dass du weiter Spaß an deinem Beruf hast. Du hast anscheinend eine glückliche Stelle erwischt, wo auch Überstunden bezahlt werden. Ich möchte mal sehen wie du dich fühlen wirst, wenn du wie die meisten anderen, all diese Überstunden nicht bezahlt kriegst. Wenn der Chef dich immer unter Druck setzt aber deine Arbeit nicht anerkennt. Wenn du eine Familie hast, die du nicht mal zu Gesicht bekommst. Dann wirst du bestimmt anders denken.

Fazit: schon dass es dir gut geht und ich bewundere dein Engagement und hoffe dass viele wie du eine sehr hohes Arbeitsmoral haben aber im Fall von Medizinern ist es definitiv nicht eine Jammerei oder Faulheit sondern eine begründete Kritik, deren Grunde nicht hier erläutert werden könnten.

PS ich habe auch in USA gearbeitet und erzähl mir nichts von Belastung und Überstunden!! Natürlich haben sie mehr Belastung aber die jungen Mediziner nehmen alles in Kauf, weil die genau wissen, dass nachher besser wird, dass es großes Geld kommt. Ich werde auch 5 Jahre super hart arbeiten wollen, wenn ich genau wusste, dass ich nachher mindestens 150 000 $ im Jahr verdienen werde. Eine unsere wichtigen Probleme hier ist, dass deine Arbeit nicht honoriert wird. Ich meine ob du der beste Chirurg in deinem Team bist oder nicht, spielt eine untergeordnete Rolle. Mehr verdienen wirst dadurch nicht. Die Karriere Leiter sind sehr steil und die Hierarchien sehr streng. In USA haben wir den (Attending) mit Vornamen angesprochen und er hat die besten Studenten immer zu Konferenzen und Seminaren nach Bosten und Florida mitgenommen. Selbst den Chef (Head of the Dept) war sehr kollegial und freundlich.. Klar lassen sie dich schuften und du schiebst die eine Schicht hinter die andere aber es wird (auch wenn nicht sofort) belohnt. Also es gibt hier keinen Vergleich! :-meinung

N E T
09.05.2005, 03:21
@ FleichFrau

Ist es dir gegenüber nicht Fair, dass man hier vom Thema abschweift und dass man in einer Nebendiskussion dein Anliegen vergessen hat.

Ich persönlich kann dir nicht viel erzählen aber ich finde es besser, wenn man sich SEHR GUT vorher vorbereitet.
Man soll alle möglichen Fragen mal durch den Kopf gehen lassen und sich eine Vernünftige und realistische Antwort überlegen. Sei aber dabei dich selbst und lüge nicht, jedenfalls nicht in den zentralen Dingen. Also Sachen wie Überstunden oder Dienste kannst du denke ich sofort und korrekt beantworten. Es ist aber OK wenn du dem Interviewer sagst, dass du das beste Medizinstudium alle Zeiten genossen hast oder dass diese deine Traumklinik ist weil sie einen guten Ruf hast, obwohl du nur in der Nähe deinen Liebhaber/Typen/Mann sein möchtest :-D

Ich denke, man soll dem Interviewer wirklich einen richtigen Eindruck von dir haben lassen. Er/Sie soll dich richtig einschätzen können. Du hast auch nichts davon, wenn du zwar die Stelle kriegst und dann feststellst, dass deine Arbeitskollegen/Chef eine andere Person erwartet haben! Die ersten Schritte sind sehr wichtig und ich finde einen guten Start ist unheimlich fördernd und baut auf. Dagegen wirkt eine erste schlechte Erfahrung sehr nachteilig, und könnte dir viel Wind aus dem Segeln nehmen. (genau wie bei dem ersten Sex :-love ) Später wird es sich das ganze relativieren und weniger dramatisch sein wenn du mal eine neue Stelle suchst.
Du sollst das Interview mit einem guten vernünftigen Kollegen üben!! So wie im Examen halt damit du nicht sehr nervös und unsicher wirkst.. auf Körpersprache achten und versuchen nicht zu übertreiben.

Immer wieder höre ich, wie gut es war, wenn man vorher ein bisschen recherchiert und vielleicht mehr Informationen über die Klinik und die Abteilung in Erfahrung bringt. Wenn du auf die Frage (interessiert dich Forschung?) eine Antwort wie ( ja besonders das Gebiet so und so finde ich sehr interessant) gibst, und es ist zufällig der Forschungsschwerpunkt der Abteilung ist, dann hast du gute Karten.

Ich wünsche dir viel Gluck und hoffe dass viele andere Kollegen von ihren ersten Interviews hier berichten würden :-party

cyberdoc
10.05.2005, 19:59
@ pdoc

ich bin schon deiner Meinung, doch die Bezahlung für motivierte, gut ausgebildete und arbeitswillige Mediziner ob jung oder schon was älter sollte angemessen sein. Es kann nicht angehen, dass Überstunden nicht bezahlt werden. Doch wie spricht man das im Vorstellungsgespräch an ohne den Chef vor den Kopf zu stoßen?

Dedi
21.05.2005, 11:21
Ich will ja niemand Angst machen, aber ich hatte gestern eine bodenlose Frechheit von Vorstellungsgespräch. Es war ja schon seltsam ein 2. Mal in dieselbe Klinik eingeladen zu werden...
Jedenfalls entpuppte sich dieses Gespräch dann als eine Art Facharztprüfung. Chef- und Oberarzt quetschten mich nacheinander aus mit Fragen, die man in einem 3. Stex NIE zu hören bekommen würde :-??? . Ich kam mir vor wie der letzte Depp. Der Gipfel der Unverschämtheit: Der Chef meinte, ich solle Engagement um die Stelle zeigen und ein wenig zur Probe arbeiten, natürlich unentgeltlich :-( ... Und zum Abschied - er ließ mich dazwischen noch eine Stunde warten - meinte er süffisant, nächste Woche werde ja eine Anzeige im Ärzteblatt geschalten und dann sehen wir weiter. Was für ein A*******. Entschuldigung für meine (beinahe-) verbale Entgleisung :-blush .
Und zur Ergänzung: nein, es handelt sich hier nicht um eine Uniklinik, sondern um ein kleines Dorfkrankenhaus!!! Grrrr! Ich hab immer noch Schaum vorm Mund...

dödl
21.05.2005, 12:17
HI Dedi,
mich würde mal interessieren was für Fragen konkret dir gestellt wurden. Ich könnte mir vorstellen, dass die beiden überlegt haben, ob sie einen Anfänger oder einen Assistenzarzt einstellen mit mehr Berufserfahrung. Wie man aber mit dir umgegangen ist, finde ich auch ne Frechheit. Ich habe jetzt auch mal 2 Bewerbungen abgegeben an, mal schauen ob die mich überhaupt zu einem Gespräch einladen (allerdings Uni-Klinik).
Gruss
dödl

Merve
23.05.2005, 09:07
Hatte nun auch mein erstes Vorstellungsgespräch.

Ich bin seit einem Jahr auf Stellensuche gewesen in der Pädiatrie und es war ein Höllentrip. Habe dann das Spektrum erweitert (Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kinderradiologie) und wurde innerhalb von 24h (Telefonat, Kurzbewerbung per Email) zu einem Vorstellungsgespräch (Kinder und Jugendpsychiatrie) geladen. Ich hatte also keine Möglichkeit mich vorzubereiten.

Der Chefarzt hat mit mir per Telefon das Gespräch gehalten, da er selber zur Zeit erkrankt war:

Erfahrung? Wie lange auf Suche? Motivation? Wann könnte ich beginnen?

Danach hatte ich ein persönliches Gespräch mit dem leitenden Pychologen, einer weiteren Psychologin und der Sekretärin des Chefarztes.

Auch hier die Fragen: Erfahrung in der Psychiatrie? Was vorher gemacht? Warum Psychiatrie? Mir wurde vom Konzept des Hauses erzählt und wie die Dienste eingeteilt sind. Ob ich noch Fragen hätte und dass es 2 Mitbewerber gäbe. Letzte Frage war: Wenn wir uns gegen sie entscheiden sollten, was verpassen wir?

Danach musste ich raus und es wurde sich per Telefon mit dem Chefarzt beraten und anschliessend mir das Ergebnis mitgeteilt:

Man hat sich für mich entschieden und ich habe nun einen Facharztvertrag in der Tasche :-))

Allen anderen drücke ich die Daumen :-party

Fleischfrau
04.06.2005, 08:18
Also, ich weiß nicht, ob jemand nach all der langen Zeit noch mitliest. Das Gespräch lief super, dauerte etwa eine halbe Stunde, davon hat der Chefarzt 20 minuten geredet und seine Klinik, Arbeitsweisen, Schwerpunkte, Diensteinteilung etc... erklärt - ohne Schönfärberei, also auch über Überstunden, hohe Dienstbelastung...
Dann einige Fragen an mich: wo Pj, welche erfahrungen,
am Ende meinte er, dass 1 Jahr zu kurz sei, weil die richtige Einarbeitung ja schon so lange dauere. Ob ich auch 2 Jahre machen würde. Na klar.
Am nächsten Tag konnte ich anrufen - ich habe die Stelle. Mit Option auf einen 4 Jahres Vertrag, falls ich doch noch Neurologe werden möchte.
Seit 3 Tagen arbeite ich also, es ist chaotisch, es ist viel Stress, aber es kann bestimmt mal spass machen, wenn ich mich reingefitzt habe.

test
04.06.2005, 08:34
Ich will ja niemand Angst machen, aber ich hatte gestern eine bodenlose Frechheit von Vorstellungsgespräch. Es war ja schon seltsam ein 2. Mal in dieselbe Klinik eingeladen zu werden...
Jedenfalls entpuppte sich dieses Gespräch dann als eine Art Facharztprüfung. Chef- und Oberarzt quetschten mich nacheinander aus mit Fragen, die man in einem 3. Stex NIE zu hören bekommen würde :-??? . Ich kam mir vor wie der letzte Depp. Der Gipfel der Unverschämtheit: Der Chef meinte, ich solle Engagement um die Stelle zeigen und ein wenig zur Probe arbeiten, natürlich unentgeltlich :-( ... Und zum Abschied - er ließ mich dazwischen noch eine Stunde warten - meinte er süffisant, nächste Woche werde ja eine Anzeige im Ärzteblatt geschalten und dann sehen wir weiter. Was für ein A*******. Entschuldigung für meine (beinahe-) verbale Entgleisung :-blush .
Und zur Ergänzung: nein, es handelt sich hier nicht um eine Uniklinik, sondern um ein kleines Dorfkrankenhaus!!! Grrrr! Ich hab immer noch Schaum vorm Mund...

Was für ein Fach war das denn?
Es gibt doch glaube ich eine Seite von/für Assistenzärzte, wo man seine Erfahrung mit Krankenhäusern veröffentlichen kann. Wäre vielleicht ne Überlegung wert, das da zu tun. Hab nur gerade die Addresse vergessen :-))

el_corazón
04.06.2005, 10:03
Hab nur gerade die Addresse vergessen :-))

www.klinikdirekt.de

Dedi
04.06.2005, 11:23
@ test
Es war Neurologie. Und ich bin immer noch sauer auf die...

@dödl
Fragen waren z.B. die Mitoxantron-Dosis in der MS-Schubprophylaxe, typische Nebenwirkungen. Wie man Epileptiker korrekt einstellt, neuere versus ältere Antiepileptika mit Nebenwirkungsprofil und üblicher Dosierung. Was tun, wenn Nebenwirkungen auftreten? Wie stellt man um? Wann macht man Kombitherapie und wie ist dann die Dosierung? Schlaganfallmanagement? Wie führt man eine Lysetherapie durch, Zeitfenster und Dosierungen bei der Lyse, Ein-/Ausschlusskriterien...
Ich glaube nicht, dass man das nach 4 Monaten PJ können kann. Das ist unmöglich! Dann könnte ich mich ja nach dem PJ gleich zur Facharztprüfung anmelden...Oder wie seht ihr das?

par
05.05.2013, 07:01
Ich hoffe, das passt hier rein; in die Fragensammlung wollte ich das nicht posten, da mein Gespräch noch aussteht und ich die "Fragenstatistik" nicht biasen wollte :-)
Wie ihr wisst, hab ich mich vor kurzem beworben; allerdings nur auf eine Stelle. Natürlich habe ich das nicht gemacht, weil ich denke, dass ich so toll bin, dass ich es nicht nötig habe, mich woanders ebenfalls zu bewerben, sondern weil von dieser Zu-/Absage sehr viel (va organisatorisches: ich müsste bei ALLEN anderen Kliniken einiges auf den Kopf stellen - bin also auch - zwar nicht ganz rigide - "ortsgebunden") abhängt (ist auch meine Wunschklinik :-love) und ich mit den anderen Bewerbungen (habe klar weitere Kliniken im Hinterkopf, über die ich mich auch informiert habe und für die die Bewerbungen auch fertig sind) "warten" will, bis ich weiss, was (eingeladen bin ich) aus dieser wird.
Jetzt weiss ich nicht, wie ich auf die Frage, ob man sich schon woanders beworben hat, antworten soll.
"Ja" trifft ja nicht zu und "nein" hinterlässt den falschen (s.o.) Eindruck; dann einfach erklären, wie ich es euch hier getan habe?
Interpretieren die viel in die Antwort auf diese Frage? Oder hält mir mein Vorgehen für nicht optimal?
Lieben Dank :)

milz
05.05.2013, 07:57
Der Thread ist 7 Jahre alt...

pdoc hat inzwischen Burnout oder ist Juniorprofessor und Institutsleiter.

par
05.05.2013, 08:09
Es geht mir um den (allgemein gehaltenen) Titel. Ich hätte auch einen eigenen Thread aufmachen können für diese eine Frage, aber das passt doch gut hier rein.

EDIT: hab gerade die Mitte gelesen (wg pdoc) ....
Hmm ....dann poste ich das in unsere Fragensammlung und hoffe ein Mod kann den Eintrag hier löschen, damit der Thread wieder "versinkt" ?! :-)

SuperSonic
05.05.2013, 08:45
pdoc hat inzwischen Burnout oder ist Juniorprofessor und Institutsleiter.
... und schon vor 4 Jahren in die USA ausgewandert. In BaWü hatten wohl alle eine inakzeptable Arbeitsmoral, so von wegen Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes und Entlohnung von Überstunden.

flopipop
09.05.2013, 17:45
was sagt ihr eigentlich im vorstellungsgespräch, wenn man gefragt wird, warum man arzt werden möchte? ich kann mir nicht vorstellen, dass am ende des studiums die übliche post-abi-schnulze a la "ich will menschen helfen" glaubwürdig erscheint. wurdet ihr das schon mal gefragt und wenn ja, wie habt ihr das gelöst?

Feuerblick
09.05.2013, 17:48
Idealerweise ist man ja schon (fast) Arzt... insofern wird die Frage eher sein, warum man eine gewisse Fachrichtung machen möchte :-nix

test
09.05.2013, 18:52
Wir stellen diese Frage auch fast immer unseren Bewerbern. Im Vorstellungsgespräch möchte man ja erstmal nur einen Eindruck von dem Bewerber bekommen, insofern gibt es auf diese Frage keine richtige Antwort. Ich denke eine ehrliche Antwort ist hier die Beste. Hier können verschiedenste Gründe eine Rolle spielen (Arbeit mit Menschen, sinnvolle Arbeit, naturwissenschaftliches Interesse, praktische Tätigkeit, Arbeitsplatzsicherheit, relativ gute Bezahlung, familiäre Prägung, usw....). Den Wunsch Menschen zu helfen, hat bei uns bisher kein Bewerber als Grund angegeben ;) BEi solchen Fragen sollte man meiner Meinung nach einfach frei von der Leber versuchen die eigenen Beweggründe zum Ausdruck zu bringen, genauso bei der Wahl des Faches. Hier ist es schon vorteilhaft das etwas konkret und anschaulich darstellen zu können. ;)