Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : das liebe geld
Dressman
25.04.2005, 22:56
http://jobcenter-content.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/special/126/44082/1/index.html?action=detail&detail=gehalt&id=12&searchAction=info
Niedergelassene Ärzte verdienen (netto) zwischen 2000 und 5300 Euro monatlich.
ich glaube das kommt ganz gut hin! man muss immer bedenken, das man erst einmal nen netten kredit aufnehmen muss für den kassensitz, dann für die geräte und instrumente. räumlichkeiten für die praxis muss man auch mieten, angestellte wollen vielleicht auch noch bezahlt werden usw usw usw.
ich finde nach 6 jahren studium und etwa 6 jahren facharztausbildung sind 5000 euro netto mehr als gerechtfertigt!
aber wie hier schon gesagt wurde, dass man als arzt millionär wird, war einmal!
Die Niere
25.04.2005, 23:48
Viel interessanter ist doch aber auch noch dieser Auszug aus deinem Link dressman:
Ein Oberarzt, 40 Jahre, verheiratet, 1 Kind, BAT Ib, verdient monatlich ca. 4068,06 Euro brutto. Die meisten die eine Karriere in der Klinik anstreben ist das ihr Höhepunkt der Karriere, den Chef in einem Unispital zu mimen ist eine absolute Ausnahme, den Chef eines kleinen Hauses zu spielen kommt zwar öfters vor, die Quote liegt aber immer noch sehr niedrig und dürfte in Bezug zum Durchschnitt keine Rolle spielen.
Rechnen wir das mal durch. Unter günstigen Voraussetzungen bleiben mir davon ca. 2800 EUR netto. Wenn ich davon mein Kind und meine Frau unterhalten möchte, kann ich im günstigsten Fall 800 EUR monatlich sparen.
Für einen Porsche Carrera 911 müsste ich dann nur knappe 8 Jahre sparen - soviel zum reich werden. Mein Haus, meine Yacht und meine Pferdepflegerinnen sind dabei leider noch nicht bezahlt.
gruesse, die niere, die absolut nicht über ihren Verdienst oder ihre Chancen/Aussichten jammert aber die ewigen Vorurteile des protzigen diamantenbehängten Arztes nicht mehr sehen/hören kann...
@jhs
es gibt schon noch c-professuren. sehe die ausschreibungen doch täglich in den stellenangeboten. aber hast schon recht. die sind im begriff zu verschwinden.
und ich will hier ja auch nichts schön reden. man wird in der regel als arzt auch nicht reich.
aber ein unichef verdient schon mehr als ein oberstudienrat. sein gehalt entpricht zwar ungefähr der besoldungsgruppe des oberstudienrates, aber vergiss nicht die privatliquidation. die macht einen riesen batzen geld aus. und an unis gibts jede menge privatzahler.
nichts desto trotz. wer wird schon unichef?
ach nochwas.
das mit den 50% wegfallquote der mediziner stimmt (laut montgommery).
allerdings sind das nicht nur mediziner, die in die wirtschaft verschwinden. ein großer teil von ihnen verschwindet auch ins ausland, wo sie zwar so gut wie immer (vielleicht mal skandinavien ausgenommen) eine härtere assistenzzeit erwartet, aber genauso häufig eine blühendere zukunft.
Die Niere
26.04.2005, 16:33
Dass die Assizeit im Ausland immer härter als in Deutschland sein soll, möchte ich an dieser Stelle auch mal anzweifeln...also für die Schweiz kann man das imho nicht bestätigen...das dürfte sich eigentlich die Waage halten (natürlich auch hausabhängig).
Das mit den 50% "Abwanderungsquote" finde ich allerdings wirklich erschreckend...ist das wieder eins seiner "Schreckgespenster" oder kann er wenigstens Statistiken vorweisen.
gruesse, die niere
Es wird sich wohl bessern
Die Niere
26.04.2005, 18:58
es ist in allen industrieländern besser als in deutschland.
egal ob für assis oder fachärzte.
alles gut - nur deutschland nichtEndlich mal eine wohldurchdachte und distinguierte untermauerte Aussage :-music
gruesse, die niere
Mein Senf dazu...
Ich trage mal schnell meine Erfahrungen und Aufschnapper zusammen:
Niedergelassen in BaWü:
Psychiater niedrigste Punkvergütung
Strahlentherapeuten und Radiologen höchste Punktvergütung
ebenfalls sehr hoch: MKG-Chir (klar, irgendwie...)
Konkret heisst das in meiner Stadt (mit Niederlassungsbeschränkung), daß ein Psychiater pro Quartal ca. 22.000€ (Brutto) von der KV erhält (Privatpat. kommen noch dazu, die teilen sich in meiner 80.000 Einwohner-Stadt ca. 25 Psychiater und Psychotherapeuten).
Wenn man von den 22.000€ Steuern, Versicherungen, Miete, Personal etc. abzieht, dann bleiben noch ca. 1.200-1.500€ netto pro Monat (wie gesagt ohne Privatversicherte). Folglich lebt man hier (am Bodensee) quasi ausschließlich von den PPs, und die bekommt man nicht hinterhergeworfen, um die muß man kämpfen, also immer freundlich zu Hausärzten und Psychiatrischen Kliniken...
Ich kenne jedoch auch Psychiater in Bayern (Land und Stadt) mit Riesenhaus und 3 Autos in der Garage...
In der Klinik:
Ich weiß z.B., daß die Chefs in WÜ bereits Anfang der Achtziger Umsatzmillionäre (in DM) waren, errechnet sich aus C4 plus PPs, hängt natürlich auch immer davon ab wieviel man den OAs abgibt.
Ich denke daran hat sich nicht viel geändert, soll heißen ein Chef eines Uni-Instituts wird pro Jahr immernoch mind. 300.000€ (brutto) verdienen.
Ich glaube jedoch, daß der große Reibach der Siebziger und Achtziger endgültig vorbei ist, natürlich wird es weiterhin Ärzte geben, die im Geld schwimmen, aber generalisieren kann man es nicht mehr. So wird es heute keine Assistenzärzte mehr geben, die im Porsche zur Arbeit kommen, was in den 70ern noch an der Tagesordnung war, jedoch nur aus dem einfachen Grund, daß man damals noch 3 bis 4 Dienste pro Woche gemacht hat.
jonny_strapaze
05.05.2005, 17:18
Nicht nur den Psychiatern geht es bescheiden, auch vielen niedergelassenen Dematologen steht das Wasser bis zum Hals.
Mein Onkel hat seine Derma-Praxis im Raum HH mit ca. 150.000 Miesen an die Wand gefahren ! Hatte kaum P-Patienten, konventionelle Medizin gemacht ( also kein Edelstein-auflegen-Hokuspokus o.ä.) Zum Schluß blieben im Monat 1000 EUR netto, die Bank hat dann irgendwann, als sich die Umsätze nicht mehr steigern liessen, den Geduldsfaden verloren und den Laden dicht gemacht !
Folge: ein gigantischer Schuldenberg von ca. 150.000 EUR und keine Aussichten auf eine Kliniksstelle ( denn die sind in Deutschland so rar, daß sie unter der Hand vergeben werden), Praxisneugründung illusorisch wegen Altschulden.
Manche Facharztgruppen werden in Deutschland regelrecht ausgehungert, dies ist politisch so gewollt.Man MUß als Mediziner heutzutage einfach in erster Linie wirtschaftlich denken, sonst bleibt man selber auf der Strecke...
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