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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : chronische gastritis



Sportfreund
16.04.2005, 17:44
Hallo,

ist euch auch schon in der täglichen praxis aufgefallen das viele Patienten die an einer chronischen gastritis leiden tatsächlich beschwerden habe (Oberbauchbeschwerden oder Übelkeit usw.) obwohl die Literatur hier von einem Zufallsbefund spricht der keine Krankheitssymptome hervorrufen soll.

Was ich sehr interessant finde ist das fast alle Patienten die die Diagnose Reizmagen bekommen haben an einer chronischen Gastritis leiden.

DanielOliver
17.04.2005, 11:32
Symptomfreie Patienten wird man wohl eher selten in einer ärztlichen Praxis finden.
Insofern widerlegt deine Beobachtung die Aussage, eine chronische Gastritis wäre oft bei symptomfreien Patienten als Zufallsbefund zu finden, überhaupt nicht.
Ausserdem kann eine chronische Gastritis Typ B, verursacht durch HP, durchaus mit unspezifischen Oberbauchbeschwerden verbunden sein. Bei einer Prävalenz von HP-Gastritiden bei Menschen über 50 um die 50% sollte diese Konstellation in der durchschnittlichen Praxis also durchaus auch regelmäßig zu bestaunen sein.
So, jetzt aber genug im Herold geschmökert, ist ja schließlich Sonntag :-))

Sportfreund
17.04.2005, 13:32
die beschwerden treten aber auch bei Patienten auf die schon seit Jahren eine negativer Hp Kultur aufweisen oder nach einer erfolgreichen Tripple-Therapie der HP Befund negativ ist. Häufig gehen diese Patienten mit der Diagnose Reizmagen nach Hause obwohl eine chonische antrum oder corpus gastritis diagnostiziert worden ist.

Das ist meine überlegung. vielleicht macht also doch die chronische gastritis diese beschwerden und nicht die Funktionelle Dyspepsie....

test
17.04.2005, 14:06
die beschwerden treten aber auch bei Patienten auf die schon seit Jahren eine negativer Hp Kultur aufweisen oder nach einer erfolgreichen Tripple-Therapie der HP Befund negativ ist. Häufig gehen diese Patienten mit der Diagnose Reizmagen nach Hause obwohl eine chonische antrum oder corpus gastritis diagnostiziert worden ist.

Das ist meine überlegung. vielleicht macht also doch die chronische gastritis diese beschwerden und nicht die Funktionelle Dyspepsie....

Du widersprichst dir doch gerade selber.
Wenn die Leute seit Jahren schon negative HP Kultur haben und trotzdem Beschwerden haben, dann kanns doch nicht daran liegen. Abgesehen davon müßten 50% der 50 jährigen dann einen Reizmagen mit Beschwerden haben, haben sie aber nicht.
Funktionelle Dyspepsie bedeutet ja auch einfach nur, dass man kein morphologisches Korrelat für die Beschwerden findet und die Beschwerden aber da sind.
Ein gleichzeitiges auftreten von chronischer gastritis und reizmagen zeigt ja noch keine kausalität, vor allem wenn man sich anguckt wie weit die prävalenzen auseinander liegen. :-nix

FataMorgana
17.04.2005, 14:17
die beschwerden treten aber auch bei Patienten auf die schon seit Jahren eine negativer Hp Kultur aufweisen oder nach einer erfolgreichen Tripple-Therapie der HP Befund negativ ist.

Wer kultiviert denn Helicobacter pylori? Ich kenne zwar eine ganze Menge Nachweismethoden von Urease-Schnelltest über Histologie, Serologie und C13-Atemtest bis zum Antigennachweis im Stuhl, aber von der Kultur habe ich bislang noch nicht gehört. Könntest Du das evtl. mal näher erläutern?

Sportfreund
17.04.2005, 17:00
ich meinte damit den einfachen histologischen Nachweis vom Patholgen. Etwas falsch ausgedrückt.

Sportfreund
17.04.2005, 17:01
Du widersprichst dir doch gerade selber.
Wenn die Leute seit Jahren schon negative HP Kultur haben und trotzdem Beschwerden haben, dann kanns doch nicht daran liegen. Abgesehen davon müßten 50% der 50 jährigen dann einen Reizmagen mit Beschwerden haben, haben sie aber nicht.
Funktionelle Dyspepsie bedeutet ja auch einfach nur, dass man kein morphologisches Korrelat für die Beschwerden findet und die Beschwerden aber da sind.
Ein gleichzeitiges auftreten von chronischer gastritis und reizmagen zeigt ja noch keine kausalität, vor allem wenn man sich anguckt wie weit die prävalenzen auseinander liegen. :-nix

ich meine ja auch eine chronische gastritis obwohl hp negativ

test
17.04.2005, 17:54
Es gibt ja auch HP negative chronische Gastritiden. Machen ca. 15% der chronischen Gastritiden aus, wenn ichs richtig im Kopf habe.

Pünktchen
17.04.2005, 17:56
:-? und es gibt Gastritiden anderen Ursprungs ;-)
Autoimmunologisch oder Chemisch/Toxisch

pdoc
17.04.2005, 18:27
aber vielleicht warst du auch nur in einer merkwürdigen praxis, und bei einem arzt, der einfach keinen bock hat, kassenpatienten mit teuren ppi zu behandeln und sie deswegen mit reizmagen nach hause schickt.

Pünktchen
17.04.2005, 18:44
und woher willst du wissen, daß der Patient keinen Reizmagen hat, wenn du ihn nicht gesehen hast? :-dance

Sportfreund
17.04.2005, 20:14
aber vielleicht warst du auch nur in einer merkwürdigen praxis, und bei einem arzt, der einfach keinen bock hat, kassenpatienten mit teuren ppi zu behandeln und sie deswegen mit reizmagen nach hause schickt.

aber es gilt doch die lehrmeinung das eine chronische gastritis keine beschwerden hervorruft und somit auch nicht medikamentös behandelt wird. Hat der Patient dann doch beschwerden wird er meist mit der Diagnose Reizmagen nach Hause geschickt. Obwohl die Beschwerden doch der akuten Gastritis ähneln so meinte ich das..

Deswegen meine Vermutung, dass eine chronische Gastritis die gleichen Symptome hervorrufen kann wie eine akute.

Sollte man diese dann mit ppi's behandeln müßte der Patient ja diese Mittel ein leben lang einnehmen weil ja chronisch.

Evil
18.04.2005, 09:44
aber es gilt doch die lehrmeinung das eine chronische gastritis keine beschwerden hervorruft und somit auch nicht medikamentös behandelt wird. Hat der Patient dann doch beschwerden wird er meist mit der Diagnose Reizmagen nach Hause geschickt. Obwohl die Beschwerden doch der akuten Gastritis ähneln so meinte ich das..
Deswegen meine Vermutung, dass eine chronische Gastritis die gleichen Symptome hervorrufen kann wie eine akute.
Also, die Lehrmeinung sagt schon, daß das abgeklärt werden muß, wenn ein Patient Beschwerden hat, was lege artis nur mit einer Gastroskopie möglich ist. Und wenn er dann Zeichen einer Gastritis zeigt, wird die auch behandelt (H.p.- Eradikation, PPI, evtl NSAR-Absetzen)


Sollte man diese dann mit ppi's behandeln müßte der Patient ja diese Mittel ein leben lang einnehmen weil ja chronisch.
Nicht unbedingt, wenn der H.p. weg ist und sich der Magen nach einigen Monaten beruhigt hat, kann man oft die PPIs absetzen, ohne daß es zu erneuten Beschwerden kommt.

Sportfreund
18.04.2005, 09:53
@dr evil, dass stimmt schon, aber ich rede von einer chronischen gastritis mit hp negativ. Und hier wird das obengenannte gerne behauptet weil ohne hp auch keine beschwerden bei einer chronischen gastritis. Das mit der HP Geschichte ist mir schon klar.

Das mit den NSAR oder auch Asperin ist immer eine sehr interessante Sache zumal wenn der Patient an Schmerzen leidet und Paracetamol nicht anschlägt. Dann gibt es ja nicht mehr viele Schmerzmedis die nicht auf den Magen schlagen. Außer: Metamizol oder Phenazon. Nur diese werden aufgrund der lebensbedrolichen Allergie Reaktionen ja nicht gerne angewandt.