Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Herzkatheter
Soviel ich weiß, erfolgt der Kathetervorschub wie auch zahlreiche Untersuchungs- und Behandlungsschritte unter ständiger Röntgenkontrolle. Wie hoch ist denn die daraus für den Patienten resultierende Strahlenbelastung? Die Strahlenbelastung ist beachtlich - soll sich wohl irgendwo in der Gegend eines CTs befinden. Schwankt natürlich, je nachdem ob bloß gekuckt wird, oder ob noch 1-3 Gefäße bearbeitet werden müssen.
Auch die Kontrastmittelgabe ist nicht ohne (Risiko für die Nieren und für eine Allergie).
Aber insgesamt viel geringeres Risiko als die KHK unbehandelt zu lassen oder mit ner OP am offenen Herzen zu kommen.
Ist der Herzkatheter eigentlich schon sowas wie ein Routineeingriff in der Kardiochirurgie?Routineeingriff auf jeden Fall, aber eher eine Domäne der Kardiologen (also der Internisten) als der Herzchirurgen.
Ist der Eingriff schmerzhaft? Eigentlich gar nicht. Die Punktion in der Leiste oder an der A. radialis (am Unterarm) erfolgt in Lokalanästhesie, vom Manipulieren am Herzen spürt der Patient praktisch nix.
Das unangenehmste an der Untersuchung ist für 99% der Patienten dannach 9-12 Stunden auf dem Rücken zu liegen mit dem Druckverband in der Leiste. :-nix
Das unangenehmste an der Untersuchung ist für 99% der Patienten dannach 9-12 Stunden auf dem Rücken zu liegen mit dem Druckverband in der Leiste. :-nix
Wobei in vielen Krankenhäusern mittlerweile auch schon über die A. radialis punktiert wird, falls möglich... da ist das dann mit einem Druckverband gegessen...
Hyun-Keun
22.06.2005, 17:43
Vielen Dank für Euer Feedback! Es geht hier um eine etwa sechs Jahre "alte" Herzrhythmusstörung. Die gewöhnlichen Betablocker scheinen seit wenigen Monaten nicht mehr richtig anzuschlagen, die Beschwerden haben sich gehäuft und sind hartnäckiger geworden. Es wurde nun eine Katheterablation als Alternative zu einer fortgesetzten medikamentösen Therapie (Nebenwirkungen!) empfohlen. Dieser Eingriff soll ja relativ ungefährlich sein und dadurch, dass nur eine Lokalanästhesie erforderlich ist, fallen schon mal die ganzen Risikofaktoren einer Vollnarkose weg. Aber ich mache mir trotzdem etwas sorgen wegen eventuellen Komplikationen, zumal die Erfolgschancen von Fall zu Fall doch sehr unterschiedlich sind (70-95%, selten weniger). Die elektrophysiologische Untersuchung, die der eigentlichen Behandlung vorausgeht, soll ja auch so ihre Risiken bergen (Verletzungen von Gefäßen, Blutungen, Infektionen, Thrombose, Bildung von postpunktiellen Pseudoaneurysmen, ...).
Wie realistisch ist eigentlich der Fall, dass eine Perikardtamponade auftritt oder die Implantation eines Herzschrittmacher erforderlich wird?
netfinder
22.06.2005, 17:45
das klingt stark nach disclaimer...
Hyun-Keun
22.06.2005, 17:46
Was ist das denn?
netfinder
22.06.2005, 17:48
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=4676
Hyun-Keun
22.06.2005, 18:13
Ich sehe da keine Probleme, meine Fragen sind allgemeiner Art. Betrachte es meinetwegen als Fallbeispiel.
Wenn es gewünscht wird, kann ich die Formulierungen auch etwas abändern.
netfinder
22.06.2005, 18:15
aso, klang so da oben^^; dann nehm ich alles zurueck und behaupte das gegenteil
Hyun-Keun
22.06.2005, 18:20
Pas de problème. ;-)
Vielen Dank für Euer Feedback! Es geht hier um eine etwa sechs Jahre "alte" Herzrhythmusstörung. Die gewöhnlichen Betablocker scheinen seit wenigen Monaten nicht mehr richtig anzuschlagen, die Beschwerden haben sich gehäuft und sind hartnäckiger geworden. Es wurde nun eine Katheterablation als Alternative zu einer fortgesetzten medikamentösen Therapie (Nebenwirkungen!) empfohlen.
Ich sehe da keine Probleme, meine Fragen sind allgemeiner Art.
Klingt aber nicht sehr allgemein...
Die elektrophysiologische Untersuchung, die der eigentlichen Behandlung vorausgeht, soll ja auch so ihre Risiken bergen (Verletzungen von Gefäßen, Blutungen, Infektionen, Thrombose, Bildung von postpunktiellen Pseudoaneurysmen, ...).
Wie realistisch ist eigentlich der Fall, dass eine Perikardtamponade auftritt oder die Implantation eines Herzschrittmacher erforderlich wird?
Die EPU wird ja in einer Sitzung mit der Ablation gemacht, d.h. daraus ergeben sich keine zusätzlichen Risiken.
Perikardtamponade ist ziemlich unwahrscheinlich (wenn auch nicht ausgeschlossen), Schrittmacher kann allerdings dann notwendig sein, wenn versehentlich zuviel abladiert wird (z.B. wenn der AV-Knoten weggebrutzelt wird.... die Wahrscheinlichkeit ist aber auch unter 1%). Eine Rea kommt häufiger vor, weil das Herz gelegentlich auf die mechanische Reizung reagiert.
FataMorgana
23.06.2005, 07:41
Die EPU wird ja in einer Sitzung mit der Ablation gemacht, d.h. daraus ergeben sich keine zusätzlichen Risiken.
Es gibt allerdings auch (kleinere) kardiologische Zentren, die zwar EPUs durchführen, aber keine Ablationen. Dann sind es je nach Ausfall der EPU auch zwei Sitzungen.
FataMorgana
23.06.2005, 07:44
Wobei in vielen Krankenhäusern mittlerweile auch schon über die A. radialis punktiert wird, falls möglich... da ist das dann mit einem Druckverband gegessen...
Ist das neu? Erzähl bitte mal mehr darüber! Mir ist nur die Judkins-Technik über die A. femoralis und die Sones-Technik über die A. brachialis bekannt. Bislang war ich auch immer der Meinung, dass über die A. brachialis zwar ganz gut eine Coronarangiographie möglich ist, jedoch schlechter eine PTCA oder gar Stentimplantation. Dachte immer, die Arterie wäre dafür zu klein.
Hyun-Keun
23.06.2005, 07:50
Moin Dr Evil,
wenn mein Beitrag gegen irgendwelche Regeln verstößt, kläre mich bitte auf.
Ich bin hier noch nicht so lange, als dass ich nach Gefühl entscheiden könnte,
was erwünscht oder unerwünscht ist.
Mit "Rea" ist wohl Reanimation gemeint? Ich stelle es mir nicht gerade einfach
vor, so eine Millimeterarbeit am schlagenden Herzen machen zu müssen, zumal
der Arzt auf Grund des Blutstroms vermutlich nicht einmal Sichtkontakt zu der
zu verödenden Stelle hat. Ich frage mich auch, in welchen Fällen man über die
Armbeugenvene und wann über die Leistenvene katheterisiert.
eatpigsbarf
23.06.2005, 08:08
@ Hyun: z.B.
In diesem Forum dürfen und können keine Ferndiagnosen von real kranken Personen stattfinden.
Soll heissen, wenn Du erzaehlst, dass da jemand seit 6 Jahren Herzprobleme hat und die Beta-Blocker nicht mehr wirken, dass da doch ganz enorm danach klingt, dass es sich hierbei um einen echten Patienten handelt. Die Krankheiten echter Patienten hier zu diskutieren, ist sozusagen verboten. Das ist das, was der Disclaimer unter anderem aussagt.
Wenn Du jemanden kennst, der Fragen zum Herzkatheter hat, weil ihm sowas vielleicht bevorsteht, dann gehoert dieser jemand zum Arzt, der ihm alle Fragen zur Herzkatheteruntersuchung an sich und auch vielleicht nochmal zur Krankheit in einer Art Aufklaerungsgespraech beantwortet. :-top
So, ich hoffe, ich hab jetzt keinen Unsinn geschrieben :-)
FataMorgana
23.06.2005, 08:26
Mit "Rea" ist wohl Reanimation gemeint?
Ja, sicherlich.
Ich frage mich auch, in welchen Fällen man über die
Armbeugenvene und wann über die Leistenvene katheterisiert.
Rechtsherzkatheter und EPU werden meines Wissens immer über die V. femoralis (Leiste) durchgeführt. Nur beim Linksherzkatheter (Coronarangiographie, evtl. auch PTCA/Stent? - s. oben) ist der Zugang über die A. brachialis möglich, wenn auch afaik eher unüblich (Standard: A. femoralis). Vielleicht weiß Dr. Evil mehr.
Hyun-Keun
23.06.2005, 09:53
Danke für die Info!
@eatpigsbarf
Meine Fragen sind aber in keinster Weise patientenspezifisch, sondern betreffen allgemeine Aspekte der
Herzkatherisierung und Katheterablation. Ich wäre ja auch blöd, mir hier eine ausführliche Ferndiagnose
holen zu wollen (nichts gegen Euch). Die betroffene Person kommt halt aus dem engsten Familienkreis
und da wollte ich mich ein bisschen rumhören, um wenigstens eine Ahnung von der ganzen Geschichte
zu haben, wenn es dann soweit ist. Nimmt einem etwas von der Ungewissheit. ;-)
... und damit berätst du dann jemanden mit vorschlägen/hinweisen, die wir nun mal nicht geben dürfen.. und ich finde, dass dass den charakter hat, auf den der forendisclaimer greift!
netfinder
23.06.2005, 12:35
naja, das kann man nun sehen wie mal will, weil das Wissen, welches hier bisher weitergegeben wurde, ja keine bestimme Anamnese betrifft, sondern nur allgemeine Vorgehensweisen und Methoden in der Medizin beschreibt. Aujsserdem scheint die betreffende Person ja bereits in aerztlicher Behandlung zu sein. [
Es wurde nun eine Katheterablation als Alternative zu einer fortgesetzten medikamentösen Therapie (Nebenwirkungen!) empfohlen.]
Was derjenige dann mit diesem Grundwissen macht, kann ja nicht durch den disclaimer erfasst werden, denn sonst kann man das Froum ja gleich dicht machen. Müsste ja dann jeder Beitrag mit Fragen zu Grundwissen geschlossen werden.
MfG
netfinder
Hyun-Keun
23.06.2005, 12:45
Genauso ist es. Und jetzt Schluss mit dem Thema.
Genauso ist es. Und jetzt Schluss mit dem Thema.
Nur wenn Du verbindlich zusicherst, daß Du niemals nicht Medi-Learn verklagst, falls etwas schiefgeht. :-D
@ FataMorgana: an den Bochumer Lehrkrankenhäusern, die ich kenne, wird das in der Regel über die Radialis gemacht, einzige Voraussetzung ist ein positiver Allen-Test (Kompression von A. radialis u. ulnaris, dann loslassen der ulnaris und Rötung der Hand innerhalb 10 - 20 s), von einer speziellen Technik wüßte ich da jetzt nichts...
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