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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was würdet Ihr wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre???



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Dr.Dolor
09.04.2002, 18:29
Hi Arzt-in-der-Herzchirurgie,

schon viel von Dir gehört. Ehrlich gesagt habe ich aber wirklich besseres zu tun, als nur "der Diskussion willens" miteinander zu streiten. Trotzdem freue ich (und vermutlich einige andere) mich über Deine zukünftigen Kommentare :-)

Mögen die Spiele beginnen.
Gruss, Daniel.

Red Bull
09.04.2002, 18:29
Hallo AiP in der Herzchirurgie,

Du willst Dr. Dolor den richtigen Weg zeigen. Wenn ich mich recht erinnere, haben wir schon mehrmals in diesem Forum festgestellt, dass Du selbst erst mal auf den richtigen Weg gelangen musst!

Warum eigentlich AiP - ich meine wir haben ja schon mehrmals festgestellt, dass Du kein AiPler bist. Wie wäre es dann also erstmal mit einer Selbsttherapie :-).


Grüße
Red Bull

vanessa
09.04.2002, 18:33
Hallo Dr.Dolor,

Ich glaube, ich muß mich bei Dir entschuldigen. Deine Antwort auf meine Kritik hat mir deutlich gemacht, daß ich Dich falsch eingeschätzt habe. Ich dachte zuerst, Du wärest nur darauf aus, Martin zu beleidigen und hier zu provozieren. Aber ich muß einräumen, daß Du sehr wohl differenziert argumentierst. Also nochmal: Entschuldigung!

Gruß

Vanessa

Red Bull
09.04.2002, 18:37
@Dr. Dolor und @AiP in der Herzchirurgie

Hallo,

wie wäre es mit einem kleinem Wettstreit . Wir legen einen neuen Thread in der Speakers Corner an und diskutieren ein komplett neues, noch zu suchendes Thema aus - schön wären natürlich sachliche Argumente !

Nach einer gewissen Zeit fragen wir das "Auditorien" (sprich: die Forenteilnehmer) nach Ihrer Meinung, über die Diskussion. Dann sehen wir ja, wer die besseren Argumente hat und wer die meisten User argumentativ überzeugen kann. Ich glaube hier gibt es doch auch diese Umfragefunktion - wäre doch optimal dafür.

Fehlt uns nur noch das Thema .... grübel.....

Bis bald
Red Bull :-winky

June
09.04.2002, 18:37
Martin: "Denn Schmerzen bereitet es auch, Deine agressiven und nivealosen, aber von grenzerloser Arroganz und Rechthaberei getragenen Postings zu lesen." :-((

Genau, Daniel, das nächste Mal benutze doch bitte Nivea, bevor du postest!!! :-D
Den Rest von dem Blödsinn, den ich da oben zitiert habe will ich eigentlich gar nicht erst kommentieren... :-sleppy

Die June

Dr.Dolor
09.04.2002, 18:44
Hi Vanessa,

vielen Dank für die Hand. Nehme ich gerne an. Ist quasi schon vergessen - man urteilt leider echt viel zu schnell und manchmal geht das fett nach hinten los.

Eigentlich wollte ich schon seit 20 min. joggen, aber irgendwie nimmt diese Diskussion bizarre Formen an :-)

Gruss, Daniel.

Janine: Du kannst ja auch ganz schön fies sein :-))
Aber der Tippfehler ist tatsächlich ganz niedlich. Ich gelobe also, ihm das nächste mal ordentlich "eine zu schmieren"
Achtung: Das ist jetzt KEIN Aufruf zur physischen Gewalt (Man wird heutzutage ja so oft missverstanden...)

09.04.2002, 19:04
Hi Leute,

Ich frage mich eigentlich,warum scheinbar alle Diskussionsteilnehmer direkt Sympathien für Dr. Dolor offenbart haben. Das liegt sicher nicht daran, daß dieser die besseren Argumente hatte. Ich denke, es liegt daran, daß einem, wenn man Reichtum zugibt, in Deutschland sofort der Sozialneid entgegenschlägt. In Amerika gibt es sowas nicht. Da wird man geachtet, wenn man reich ist. Hier hingegen darf man sich rechtfertigen, warum man Geld hat. Ihr könnt das Thema "Sozialneid in Deutschland" ja mal ausdiskutieren. Würde mich vor allem interessieren, was der AiP dazu zu sagen hat.
Übrigens, June, wir könnten uns sogar kennen. Ich studiere auch in Göttingen, verrate aber nicht in welchem Semester.

Martin

Dr.Dolor
09.04.2002, 19:17
Hi Martin,

vielleicht solltest Du versuchen, Respekt und Achtung durch persönliche Einstellung, Engagement und sozialer Kompetenz anstatt einer Menge Geld zu erwerben?
Deutschland ist nicht Amerika, diese Tatsache mag jeder beurteilen, wie er mag. Tatsache ist aber, dass Reichtum zwar nicht gerechtfertigt werden muss, wohl aber eine gewisse soziale Verpflichtung beinhaltet. Zumindest hier in Deutschland.

Reich sein ist mitnichten eine Schande, wohl aber Ignoranz gegenüber den Schwachen der Gesellschaft. Und damit meine ich nicht den überwiegenden Anteil arbeitsunwilliger Sozialhilfeempfänger sondern Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Diese Hilfe ist ein Privileg der modernen Zivilisation - sofern sie angemessen und gerecht verteilt wird.
Amerika als Beispiel heranzuziehen, ist dabei denkbar ungünstig :-)


Original geschrieben von Unregistered
Übrigens, June, wir könnten uns sogar kennen. Ich studiere auch in Göttingen, verrate aber nicht in welchem Semester.


Na, das klingt jetzt aber doch ein bisschen nach Kindergarten, Martin. "Ich weiss was, was Du nicht weisst" *grins*

09.04.2002, 19:27
Hi Martin,
Ich kann Dir nur zustimmen.Man spürt in Deutschland sehr schnell den Neid.Es reicht schon,wenn man sich ein ordentliches Auto kauft und damit zur Uni fährt.Ich zum Beispiel habe zum Abitur ein BMW 3er Cabrio bekommen. Was glaubt Ihr, welche Kommentare ich mir anhören mußte, als ich damit das erste mal vor der Kölner-Anatomie geparkt habe und mich ein paar Komilitonen gesehen haben.Ich kann ja verstehen, daß die leute neidisch sind,wenn sie etwas nicht haben können, was andere haben.Aber irgendwie sollte man auch gönnen können.

Gruß,

Markus

09.04.2002, 19:42
Aus Dir spricht der überzeugte Sozialdemokrat. Aber wieso soll es mein Problem sein, ob andere mein Geld brauchen? Ist es vielleicht mein Problem oder meine Schuld, wenn andere Probleme haben? Ich bin doch nicht für die ganze Gesellschaft verantwortlich. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß jeder für sich selbst verantwortlich ist. Jeder, der gut ist, hat seine Chance. Aber, warum soll ich mich um die Schwierigkeiten anderer scheren. Jeder macht sein Ding. Und wenn er unternehmerisch erfolgreich ist, dann soll er den Profit auch behalten dürfen. Ich habe mir mein Geld auch hart erarbeiten müssen. Eine Firma baut sich nicht von selbst auf, sondern erfordert viel persönlichen Einsatz, Können und Mut zum Risiko. Wenn andere nicht bereit sind, dieses Risiko einzugehen oder einfach nicht das Können dazu haben, dann ist das einfach nicht mein Problem. Warum soll ich mit anderen das teilen, was ich durch eigene Leistung erwirtschaftet habe? Aus meiner Sicht ist die Sozialpflichtigkeit des Eigentums, wie sie im Grundgesetz verankert ist,völlig verfehlt.

Martin

09.04.2002, 19:57
Hi Martin,

Deine Auffassung in allen Ehren, aber warum studiert man mit solchen Ansichten Medizin?
Wenn Du M&A-Investmentbanker bei der Deutschen Bank wärest, würde mich das ja nicht wundern, aber was bitte für eine Aufgabe möchtest Du im Medizinsektor ausüben und auf welche patienten soll man jemanden wie Dich loslassen? Ist das überhaupt verantwortbar und dem kranken Menschen gegenüber vertretbar?

Sabine

June
09.04.2002, 19:57
Soso, Martin! Meinst du denn, daß wir uns kennen? Ich schätze eher nein, denn die einzigen beiden göttinger Martins, die ich kenne, haben es sicher nicht nötig, mit ihrem Geld rumzuprahlen und dann auch noch davon auszugehen, daß man ihnen dafür Achtung entgegenbringt (wie das ja in Amerika so der Fall ist...)!
Aber vielleicht ist das ja auch nur der pure Sozialneid, der hier aus mir spricht... :-angel
Die June

Dr.Dolor
09.04.2002, 20:01
Hallo Martin - jetzt bekommt die Diskussion eine verträgliche Baseline.

Leider kann ich Deinen Standpunkt nur sehr eingeschräänkt nachvollziehen. Ich sehe es eben nicht so, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. In meinen Augen vertrittst Du einen unzivilisierten Sozialdarwinismus. Natürlich gebührt jedem Ehre & Respekt, der sich mit Risiken, harter Arbeit und vielfach auch Entbehrungen einen Namen und ein entsprechend gut gefülltes Konto besorgt hat. Ich denke aber auch, das wir im sozialen Gefüge der Menschlichkeit eine moralische Verpflichtung haben, den schwachen und weniger vom Glück/Schicksal besegneten Mitmenschen zumindest finanziell beizustehen. Unterscheidet uns dieses Verhalten nicht vom Primaten? Müssen denn immer noch die schwachen Tiere die Herde verlassen und einsam sterben?

Ich denke, die Menschheit hat eine Menge erreicht, die grösste Errungenschaft aber ist Nächstenliebe und Empathievermögen. Natürlich nicht uneingeschränkt bis zur Selbstaufgabe, aber was spricht beispielsweise dagegen, von Deinen 3 Mio € ganze 42 € monatlich für ein kleines Patenkind in der 3.Welt abzuzweigen? (die Du übrigens steuerlich absetzen kannst!) Oder glaubst Du, ein 7jähriges Kind in Sambia hat auch die gleichen Chancen wie Du, wenn es nur nicht so faul wäre?
Glaubst du nicht, das es ähnlich glücklich machen kann, einem Kind auf den Weg zu helfen - vielleicht glücklicher als reichlich gefüllte Konten? Glaub es mir oder nicht; ich habe beides und weiss genau, was mich glücklicher macht!

:-)
Gruss, Daniel.

10.04.2002, 13:23
Hallo Daniel,

Eines kann man Dir sicher nicht absprechen, und das ist ein geschultes Argumentationsvermögen. Das ändert jedoch nichts daran, daß Du sachlich nicht überzeugend bist. Natürlich gibt es Leute, die völlig unverschuldet in Notlagen geraten sind. In solchen Fällen würde ich auch ein Einstehen der Gemeinschaft nicht verweigern. Aber, schau Dich doch mal genauer um. Wieviele Sozialschmarotzer es gibt. Wieviele im Prinzip arbeitsfähige Leute verweigern das Tätigwerden in einfachen Positionen, nur weil die Sozialhilfe höher ausfällt? Warum bleiben viele schlecht bezahlte Tätigkeiten unbesetzt, obwohl wir doch 4 Mio. Arbeitslose haben? Wieviele Scheinasylanten bleiben in Deutschland, obwohl ihr Asylantrag abgelehnt wurde?
Und was tut der Staat für den steuerzahlenden Bürger? Die gemeinden haben angeblich kein Geld, die öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Schwimmbäder, Universitäten verfallen. Wo bleibt denn das Geld? Nirgendwo in der Welt kassiert der Staat einen so hohen Anteil an direkten und indirekten Steuern wie in Deutschland ein. Aber was bleibt denn für den zahlenden Bürger übrig davon? Das Geld versickert irgendwo, wird von Politikern verschwendet, verschwindet irgendwo in EU-Kassen, wo Deutschland ja der größte Nettozahler ist.
Warum soll ich also bereit sein, diesen ganzen wahnsinn mitzufinanzieren. Ich zahle doch nicht bereitwillig irrsinnig hohe Steuern, um dann in meinem Heimatort kaputte Straßen, aus Kostengründen geschlossene Schwimmbäder oder marode Schulen vorzufinden. Man kann eben einfach nicht erkennen, daß das Geld irgendwie sinnvoll verwandt würde. Wenn das wenigstens sichtbar wäre, könnte man ja in gewissem Maße auch etwas höhere Steuern noch akzeptieren. Aber so, wie die Situation ist, kann ich nur sagen, daß ich nicht einsehe, einen Pfennig zuviel zu zahlen.

Gruß

Martin

Dr.Dolor
10.04.2002, 13:53
Original geschrieben von Martin
Eines kann man Dir sicher nicht absprechen, und das ist ein geschultes Argumentationsvermögen.

Hallo Martin - vielen Dank für das Kompliment.
Dein heutiges Posting kann ich erstmals nachvollziehen, wobei Du sicherlich vieles in einen Topf wirfst und neben Kritik an der aktuellen Steuer-, Sozial-, Ausländer- und Europapolitik ein unsachliches Konglomerat von Verallgemeinerungen und Stammtischweisheiten darlegst. Im Einzelnen möchte ich gar nicht auf diese ganzen Aspekte eingehen, was die Europapolitik sowie gerade der Umgang mit kriminell gewordenen Ausländern betrifft, haben wir vermutlich ähnliche Ansichten. Auch die sinnvolle Verteilung von Steuergeldern und die dadurch zunehmende Verschuldung von Komunen und staatlichen Bildungseinrichtungen lässt sehr zu wünschen übrig.
Lösung dieser Probleme ist aber sicherlich nicht die Abschaffung unserer Sozialleistungen oder sogar eine Abgrenzung unserer europäischer oder globalen (Wirtschafts)partner. Im Gegenteil - vielleicht würde eine Unterstützung anderer Länder sowie eine Sensibilisierung gegenüber Staaten mit sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen das Einkommensgefälle bzw. das Missverhältnis der Lebensqualität vermindern und dadurch den Flüchtlingsstrom schon an der Quelle versiegen lassen.
Niemand verlässt seine Heimat gerne, um in einem anderen, fremden Land einen Neuanfang zu beginnen - es sei denn, das Einkommen ist bei zB. gleicher Tätigkeit in dem fremden Land deutlich höher. Die Europapolitik trägt unter anderem dazu bei, das es für einen Arbeitnehmer beispielsweise in Portugal nicht zwangsweise günstig ist, nach Deutschland zu ziehen um hier zu arbeiten - vor 30 Jahren war das noch ganz anders.
Alternativ können wir natürlich unsere Grenzen dichtmachen, nur noch mit wirtschaftlich starken Ländern kooperieren und alles "schmarotzerhafte" ausweisen. Leider liefe eine derartige Lösung völlig konträr zu den aktuellen wirtschaftichen Konzepten (Stichwort: Global Player)

Wie auch immer - eine schwierige Sache und wenn ich eine Patentlösung hätte, dann wäre ich Politiker und nicht Arzt. Es ist eine Frage der Prioritäten und für mich steht die Sozialkompetenz und eine Portion Humanismus gleichwertig zum Jahreseinkommen oder der fachlichen Qualifikation.
Ich denke, jeder muss seine persönliche Position in diesem Gefüge finden und so leben, dass er sich noch ehrlich im Spiegel anschauen kann.

Gruss, Daniel.

-EL-
11.04.2002, 00:19
Es ist doch immer wieder herzerfrischend wie schön manche Foren-Leutz an die Decke gehen können und sich absichtlich falsch verstehen. Ts, ts...

P.S.: Ich wähl gelb, was ihr wählt ist mir wurscht.