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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren



Curryhuhn
24.07.2005, 21:23
Hallo Leute!

Ich frage mich grade: Warum darf man Eis nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren?

Falls die bakterielle Belastung der Fall sein soll, kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Und was ist aufgetaut? Total flüssig, schmierig oder angetaut?

Wer kennt sich da aus?

netfinder
24.07.2005, 21:44
haben wir fuer sowas nicht einen Haushaltsthread^^

Rico
24.07.2005, 22:08
Warum es jetzt bei Eis ist weiß ich auch nicht so genau, aber bei allem, was Obst oder so enthält liegt es daran, daß alles Organische ja Zellen enthält.
Zellen sind ja mit Wasser gefüllt und das dehnt sich aus beim Einfrieren. Dabei werden die Zellwände und Strukturen geschädigt, das Gefriergut verliert an Konsistenz. Manches mehr (z.B. Erdbeeren - sehr hoher Wassergehalt --> zum einfrieren nur sehr bedingt geeignet), manches weniger (z.B. Fleisch).

bezüglich des Speiseeis könnte ich noch spekulieren, daß die unterschiedlichen zutaten unterschiedliche Schmelzpunkte haben und es so dazu kommt, daß die sich teilweise beim Auftauen und wieder Einfrieren trennen (kommt doch manchmal vor, daß in der Eispackung ein Haufen Wasserkristalle sind) - das ändert halt den Geschmack.

Außerdem sind natürlich Produkte, die zum einmaligen Einfrieren und dannach zum sofortigen Verzehr gedacht sind mit weniger Konservierungsstoffen ausgestattet, sodaß die Haltbarkeitsfrage durchaus auch relevant sein könnte.

Tse Tse
25.07.2005, 12:08
Über die Eisherstellung: :-)
Ich hatte mal als Saisonkraft in einer bekannten Eisfabrik gearbeitet.
Wenn die Maschinen still standen und repariert werden mussten, was ziemlich oft vorkam, gab es die Tätigkeit des "Eisauspackens". Dann wurden Paletten mir schon verpacktem Eis aus dem Kühlhaus rangekarrt und wieder ausgepackt - das Eis war entweder falsch verpackt oder die ganze Charge war irgendwie Mangelhaft in der Zusammensetzung der Komponenten (oder das Haltbarkeitsdatum war abgelaufen - war nur Spass !).
Das Eis wurde dann in riesigen Eimern gesammelt und zurück in die "Bäckerei" gebracht - dort wurde es dann in aufgetautem Zustand wieder in die verschiedenen Eiscreme-Sorten getrennt (Zentrifugen?). Jedenfalls wurde es dann am Schluß über ewig lange Rohre den Maschinen wieder zugeführt - automatisch verpackt - in haushohen Kühlschränken erneut Schockgefroren und über Fließbänder ins Kühlhaus transportiert.
Ein neues Eis war entstanden.
Aber ob das alles so koscher war, weiß ich nicht...
Geschmacklich habe ich da keinen Unterschied feststellen können und bakteriell gab's da vom hauseigenem Labor wohl auch nix zu beanstanden.

Hoppla-Daisy
25.07.2005, 13:49
Oh oh, ich glaube, ich will gar nicht wissen, ob das alles so koscher ist.... :-oopss :-peng

netfinder
25.07.2005, 14:47
welche firma^^?

Jemine
25.07.2005, 16:34
Ich will die Sorte lieber auch nicht wissen.... :-oopss

Ab wann ist denn nun "angetaut"? Frage mich auch jedesmal von neuem, wenn ich ne TK-Pizza gekauft hab, ob ich die mit gutem Gewissen wieder einfrieren kann, wenn ich vom Einkaufen nach hause komme. :-nix

netfinder
25.07.2005, 16:40
rein theoretisch wohl eher nicht

Scrotum
25.07.2005, 16:48
Die Sache muss doch irgendwas mit Mikroorganismen oder so zu tun haben, oder? Kann mir aber auch keine plausible Theorie zurechtbasteln...

Irgendwas mit Sporen vielleicht?

Hoppla-Daisy
25.07.2005, 17:02
Also, ich als erfahrene Hausfrau muss dann mal meinen Senf dazugeben:

Einmal angetaute TK-Produkte, ganz egal welcher Sorte, dürfen NICHT wieder eingefroren werden! Soweit ich weiß, sind Mikroorganismen doch lediglich stärker in ihrem Wachstum gebremst, je niedriger die Umgebungstemperatur ist. D. h. doch dann, dass in gefrorenem Zustand die kleinen Teile auch weiterhin tätig sind, allerdings nicht mehr ganz so fleißig. In dem Moment also, wenn die Temperatur ansteigt, steigt ergo auch deren Fleiß wieder, und es kommt zum Wachstum bzw. wilder Vermehrung. Genau aus diesem Grunde sollen doch auch einmal aufgetaute Dinge schnell verzehrt werden, bzw. auch die Auftaudauer so gering wie möglich gehalten werden. Und genau aus diesem Grunde haben ja auch TK-Produkte sowas wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum.

Was bei mir einmal angetaut bzw. aufgetaut ist, wird alsbald verzehrt. Ich habe es auch mal erlebt, dass ich Fleisch angebraten habe, welches mir im Supermarkt als frisch offeriert wurde, das aber ganz offenbar bereits einmal eingefroren war. Ich habe das beim Braten sofort gemerkt und das Fleisch in die Tonne verfrachtet. Wer weiß, was da alles drin war, was meinem Magen- und Darmtrakt so gar nicht gefallen hätte.

Tse Tse
25.07.2005, 17:43
Nur @ netfinder (die anderen können ja wegschauen)
Na die mit dem `like ice in the sunshine`-Song

Oh, ich wollte nichts wirklich ekliges erzählen, sonst hätte ich die Geschichte mit dem Rahmspinat erzählt – eigentlich wollt’ ich damit nur sagen (hab's etwas üppiger verpackt :-blush ), dass die, die es doch wissen sollten – Langnese, scheinbar noch nie etwas davon (aufgetautes Eis wieder einfrieren) gehört hatten.
Der Fall ist zugegeben hier durch das schnelle gefrieren auf was weiß ich wieviel Grad (Weltraumtempertur :-) ) womöglich auch etwas anders, das können unsere Kühlschränke ja gar nicht.
Aber vielleicht ist es hiermit auch so wie mit anderen Weisheiten, dass sie nämlich nicht stimmen (obwohl ich sagen muss, was Rico schreibt hört sich sehr plausibel an und das mit den Mikroorganismen von Daisy ebenso).

In Bezug auf Weisheiten die sich hartnäckig halten, fallen mir z.B. noch Pilze ein, das letzte was ich da gehört habe ist, dass ein erneutes aufwärmen wohl doch nichts macht (ich tue’s trotzdem nicht !) – das einzige was ich dazu gelesen habe (im Pschyrembel war’s glaube ich unter Pilzvergiftung od. dem dazugehörigen Fremdwort), dass man Pilze nicht in Plastiktüten aufbewahren soll. Ich hab den Pschyrembel leider nicht griffbereit, denn je länger ich schreibe, desto unwahrscheinlicher kommt’s mir vor, dass das da wirklich drinn steht ?!
Ich komm gerade von Kuche backe auf Arschbacke, Entschuldigung…

Mandarine
25.07.2005, 20:40
Der Einwurf mit den Sporen bietet doch eine gute Grundlage für weitere Überlegungen, wie ich finde! Denn die Bakterien fangen doch mit dem Sporenbilden nur an, wenn sie merken, daß es um sie rum ein wenig ungemütlich (also kalt) wird... Unter diesem Gesichtspunkt würde einen dann auch die Kenntnis über das Verhalten von Langnese weniger verunsichern, wenn man das nächste Mal am Kiosk steht. So ratzfatz, wie die Bakterien da eingefroren werden, können sie sich möglicherweise gar nicht verkapseln...
Hm, nur so als Überlegung...

(...und das mit dem Rahmspinat tät mich übrigens schon interessieren!...)

Hoppla-Daisy
25.07.2005, 23:01
In Bezug auf Weisheiten die sich hartnäckig halten, fallen mir z.B. noch Pilze ein, das letzte was ich da gehört habe ist, dass ein erneutes aufwärmen wohl doch nichts macht (ich tue’s trotzdem nicht !) – das einzige was ich dazu gelesen habe (im Pschyrembel war’s glaube ich unter Pilzvergiftung od. dem dazugehörigen Fremdwort), dass man Pilze nicht in Plastiktüten aufbewahren soll.
Ok, das mit dem Aufwärmen von Gerichten mit Pilzen bezieht sich meines Wissens nur auf die Pilze, die du selbst im Wald gefunden hast, sprich Wildpilze. Bei Zuchtpilzen soll das angeblich nicht der Fall sein. Warum? Ich hab keinen Plan! Nur mal so nebenbei angemerkt...

Maike85
25.07.2005, 23:54
also warum das nun so ist weiß ich nicht, auf jeden fall wird eis total schleimig wenn man es wieder einfriert! habt ihr euch noch nie anna tanke oder so n eis gekauft und da war dann so ne wiederliche schleimschicht drauf? also meines wissens kommt das davon, weil das schon mal angetaut war!

Tse Tse
26.07.2005, 10:49
@ Hoppla-Daisy: bin nun völligst verwirrt, Waldpilze vs Zuchtpilze ?!

@ Maike85
wenn ich ehrlich bin hält selbst so ein größeres Schwarzwälderkirsch-Eis
von der Tanke bei mir nicht so lange, dass sich diese widerliche
Schleimschicht bilden kann, ist ja echt eklig...

für Mandarine
naja,im Gegensatz zum Eis war ich bei der Rahmspinat-Sache von ´98 ( :-) )
nicht selbst dabei. Das war in einem Iglo-Werk in NRW das schließen sollte. Einige Arbeiter von dort kamen in das Langnese-Werk und haben sie erzählt.
Der Spinat wurde mit Erntemaschinen von den Feldern abgeerntet, kam in die Fabrik, dort in ein großes Schwimmbecken, wurde gewaschen und in einem nächsten Becken von Maschinen kleingeschnitten. Zwei Arbeiter hatten die Aufgabe größeres Gestrüpp u. Zeugs schnell noch rauszuholen, bevor der Spinat den nächsten Produktionsschritt durchlief. Jetzt war es wohl so, dass es auf den Feldern alles mögliche gibt, was von den Erntern einverleibt wird, u.a. Tiere. So haben die Arbeiter regelmäßig Feldhasen da rausgezogen, das größte war angeblich ein Rehkitz (gibt’s die überhaupt im Feld ?) u. da die Messer ziemlich scharf sind u. die Bänder schnell laufen, wurde wohl nicht alles immer aussortiert. Das ist der Blubb haben sie gesagt.
Jetzt denkt mancher der diese Geschichte bis hierhin durchgestanden hat, was erzählt der denn für einen Mist…
aber um noch was halbwegs intelligentes von mir zu geben:

Wie ist es denn mit Blutprodukten ?
Da gibt es doch bestimmt auch wichtige Dinge im Umgang zu beachten.
Ich habe es nie erlebt, dass Blutkonserven nach dem Auftauen und Erwärmen nicht infundiert wurden. Aber was wenn doch ? Wieder in den Kühlschrank, draußen liegen lassen, zur Blutbank zurück oder wegwerfen ?
Das Pflege heute u. dieses Medical Skills enden leider mit der erfolgreichen Tranfusion...

test
26.07.2005, 11:06
Blutkonserven sollen zumindest nach der Richtlinie hier, gar nicht mehr aufgewärmt werden, sondern direkt ausm Kühlschrank infundiert werden. Einmal erwärmt dürfen sie jedoch bestimmt nicht nochmal zurück gelegt werden. Durch das erwärmen kommt es ja zu einem gewissen Stoffwechsel, Laktatbildung, Hämolyse, alles Dinge die man nicht in einer Blutkonserve haben will. :-nix

Mandarine
26.07.2005, 12:25
Für die Pilzinteressierten hab ich mich mal ein wenig umgesehn:

hallomahlzeit.de rät (und was die sagen, muß ja wohl stimmen! :-D ):

Nur Zuchtpilze dürfen roh verzehrt werden! In den meisten Wildpilzen kommen nämlich Hämolysine vor, die die roten Blutkörperchen zerstören können. Diese Stoffe werden durch Erhitzen zerstört.
Pilze verderben leicht, da sie sehr zart sind und viel Wasser enthalten. Bewahren Sie sie locker, luftig und kühl auf, nicht in Plastikbeuteln. Bereiten Sie frische Pilze am besten gleich nach dem Sammeln zu, frische Pilze halten sich im Kühlschrank höchstens ein paar Tage. Geschmorte Pilze lassen sich wie jedes gekochte Gemüse einige Zeit kühl aufbewahren.
Früher wurde geraten, Reste von Pilzgerichten wegzuwerfen. Man nahm an, dass aufgewärmte Pilze giftig würden. Das stimmt so jedoch nicht. Sie können die Reste problemlos wieder aufwärmen, wenn sie nach der Zubereitung rasch abgekühlt und bei zwei bis höchstens vier Grad aufbewahrt werden. Erhitzen Sie die Reste beim Aufwärmen auf mindestens 70 Grad.

Und die Stifung Warentest hat noch eine anderes Schmankerl auf Lager:

Pilze und Alkohol. Einige Pilzsorten vertragen sich nicht mit Alkohol. Das gilt vor allem für Pilze aus der Gruppe der Tintlinge. Sie können Herzrasen, Übelkeit und Hautrötungen auslösen, wenn zur Pilzmahlzeit Alkohol getrunken wird. Selbst Tage später kann Alkohol noch Probleme machen. Fachleute sprechen vom „Coprinus-Syndrom“. Verzichten Sie auf Bier, Wein und Schnaps, wenn Sie Tintlinge gegessen haben.

Was so eine kurze Recherche nicht alles hervorbringt!

@Tse Tse:
Ein zerhäckseltes Rehkitz im Rahmspinat klingt wirklich nicht sehr appetitlich. Unter dem Blubb hatt ich mir bislang was anderes vorgestellt... Aber egal, ich werd's weiterhin essen. Die anderen Spinatsorten schmecken nun ja überhaupt nicht - vielleicht macht ja tatsächlich die Extrapotion Feldhase das besondere Aroma aus... mjam.

Tse Tse
26.07.2005, 17:34
@ Mandarine
wow, das ist wirklich interessant, Pilze sind schon irgendwie unheimlich...
Mir kommt gerade der blöde Gedanke, das mit der Entdeckung des Feuers/ Kochens nach jahrtausende-langen wartens unsere sammelnden u. jagenden
Vorfahren nun endlich ihr Jägerschnitzel mit einer Pilzsoße verfeinern konnten ohne gleich drauf von fiesen rohen Wildpilzen "hämolysiert" zu werden.
Ein Fortschritt in der Küchenevolution.

Scrotum
26.07.2005, 17:38
Der mit dem Blubb drin... muss ich mal meiner Freundin erzählen, wenn wir das nächste Mal Spinat kochen! :-))

Solange mich nicht zwei Augen anschauen, wenn ich die Packung aufmache...

Mandarine
26.07.2005, 18:25
Nach den appetitanregenden Berichten von Tse Tse hab ich mir heut mittag gleich mal eine Portion Rahmspinat zubereitet - und dabei natürlich sehr aufmerksam die Zusammensetzung begutachtet: Da waren ganz viele braune kleine Schnippel drin! Brrrr... igittigitt! Ich hab mir dann eingeredet, daß es nur geschreddertes Wurzelwerk ist. Und wie immer war's sehr lecker. Mit ein wenig Verdrängung lebt sich's einfach um einiges angenehmer...