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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aufklärung für Materialentfernung



DevaShiva
27.07.2005, 14:37
Hallo!


In einer praktischen Prüfung soll ich Patienten zu mehreren Themen aufklären. Ich habe zu einigen Themen einiges gefunden, zu dreien aber fast gar nichts:


1) AUfklärung zur Materialentfernung am Sprunggelenk
2) Aufklärung für eine Pleuradrainage bei einem Pleuraerguss
3) Aufklärung für die Anlage einer Thoraxdrainage bei Pneumothorax

Habt Ihr ein paar Tips, was ich den Patienten alles erzählen sollte?

Doktor_No
27.07.2005, 16:49
zu punkt 2 und 3 findest du kurze und dennoch umfassende infos im lehrbuch für präklinische notfallmedizin aus dem verlag stumpf und kossendey, edewecht. damit kannst du die technik und indikation erklären. in der aufklärung musst du dann noch die allgemeinen und speziellen gefahren erläutern: infektion, fehlpunktion mit lungenverletzung bei pleuradrainage, gefässverletzungen, nervenschäden usw.

bei materialentfernung am sprunggelenk im prinzip dasselbe, op-gefahren allgemein (es geht doch um osteosynthesematerial?), wieder infektion, gefäss- und nerven- sowie weichteilschäden, blutung, nahtdehiszenz, kompartmentsyndrom. die technik der entfernung richtet sich ja nach dem material, ist es ein fixateur, ein marknagel, eine platte oder was auch immer. grundprinzip: aufmachen, rausholen, zumachen.

blanko
27.07.2005, 18:29
Grundsätzlich kann man schon mal bei jedem operativen Eingriff aufklären über:
Blutung, Nachblutung, Infektion, Wundheilungsstörung...damit liegt man immer richtig :-top

zu 1) auch noch die Möglichkeit eines erneuten Bruches, bei noch nicht festem Knochen oder Instabilität durch die Metallentfernung (deshalb auch unterschiedlich lange das Vermeiden von Extrembelastung). Ansonsten Eröffnung der alten Narbe, ggf. Drainage klär ich immer noch auf.

DevaShiva
27.07.2005, 19:14
Danke!


Ein Kompartmentsyndrom ist aber doch sehr unwahrscheinlich, oder?

DevaShiva
27.07.2005, 19:59
Und warum wird beim Pneumothorax bevorzugt nach Monaldi punktiert?

alex1
27.07.2005, 20:24
Ich würde auf irgendeiner Station der Inneren vorbeischauen und mir eine paar Aufklärungsbögen ausleihen.

Bei jedem Eingriff wo es bluten kann, kläre ich auch immer grundsätzlich auch bezüglich Transfusionen / Not-OP.

Doktor_No
28.07.2005, 12:08
drainage nach monaldi ist risikoärmer, bülau eher notfallindikation!

hiddl
28.07.2005, 19:05
Ist zwar jetzt etwas Off-topic :-blush , aber ist es nicht absurd, worüber wir so aufklären? Ich meine, will man als Patient wirklich wissen, daß es bei der ME zu einer lebensbedrohlichen Blutung kommen kann, die dann Transfusionen nötig macht, durch die man wiederum HIV bekommen kann? Ich kläre natürlich auch bei jeder LP darüber auf, daß es zu irreversiblen Nervenschäden kommen kann - aber will man das wissen? Entweder der Eingriff ist indiziert, dann habe ich doch für mich als Arzt schon entschieden, daß der Vorteil die potentiellen Nachteile überwiegt und würde mal hoffen, daß mein Patient mir soweit vertraut (nachdem ich ihn über das procedere informiert und über häufige NW aufgeklärt habe), oder der Eingriff ist nicht indiziert, dann darf ich ihn nicht machen. Es mag Grenzfälle geben, aber die muß man - unabhängig von jeder Aufklärung - sowieso mit dem Patienten besprechen, da helfen einem diese dämlichen Aufklärungsbögen auch nicht weiter. Ich weiß, aus forensischen Gründen... :-( Aber das kann's doch nicht sein? :-dagegen

...wollte ich nur mal loswerden, und das, wo ich in einem Fach arbeite, wo es tatsächlich nicht so viele "aufklärungpflichtige" Eingriffe gibt...

Lg, Ute

Pünktchen
28.07.2005, 19:59
Ist zwar jetzt etwas Off-topic :-blush , aber ist es nicht absurd, worüber wir so aufklären? Ich meine, will man als Patient wirklich wissen, daß es bei der ME zu einer lebensbedrohlichen Blutung kommen kann, die dann Transfusionen nötig macht, durch die man wiederum HIV bekommen kann?


ähm...nein der Patient will das gar nicht wissen und jeden schon ängstlichen Patienten treibst du eh in den Wahnsinn. :-))

Wie oft hab ich das schon gehört..."ich weiss sie müssen das sagen"..."aber mal ehrlich wenns passiert, dann passiert es"..."was gemacht werden muss, muss gemacht werden"... :-music

Man sollte dem Patienten den Bogen, der alles so schön erklärt, zum Lesen geben, dann bleiben nicht mehr viele Fragen übrig. Wenn man plausibel erklären kann, warum man unbedingt diese Untersuchung braucht (und das ist meist so), dann sind die NW-Raten doch eh egal :-) und wenn jemand auf ITS am Ende landet, dann werden die wenigsten einen Vorwurf machen, wenn sie sehen, das die Ärzte ihr bestes tun oder nicht?

Feuerblick
28.07.2005, 20:41
*grins* Deshalb beginnt bei mir eine Aufklärung immer mit den Worten "Das was ich ihnen jetzt erzähle, ist wie der Beipackzettel bei Medikamenten. Man muß daüber informieren, aber meistens tritt nichts davon ein.". Ängstliche Patienten kommen so schon mal prophylaktisch von ihrer imaginären Palme runter, coolen Patienten ringt man damit ein Lächeln ab...

Rosarot
02.08.2005, 16:09
naja, zum Thema Aufklärung kann ich da nur sagen-

:-? http://www.welt.de/data/2005/08/02/754204.html


Bei sowas bin ich schon ganz froh, dass es Pflicht für uns ist, aufzuklären- mal ehrlich, wenn ich als Patient in nem Krankenhaus wäre, dann wollte ich auch wissen, auf was ich mich da einlasse- und mal ehrlich, wenn man den Artikel liest- es gibt schon viele Deppen auf der Welt