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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : (Übles) Krankheitsrisiko bei leichtem ÜG ?!



Tse Tse
31.07.2005, 22:00
Ich glaub, ich steh auf dem Schlauch. Im Lehrbuch Anamnese und Befund von J. Dahmer gibt es die Tabelle 6.2 (ich wusste nicht, ob ich sie genauso abschreiben durfte, darum beschreib ich sie mal – wird aber unübersichtlich). Die Überschrift ist:

Krankheitsrisiko bei Übergewicht. Unter den Titeln mäßiges und starkes ÜG sind Erkrankungen aufgeführt wie z.B. KHK, Hypertonie, Insulinresistenz u.a.m.
Das kann ich mir noch erklären. Aber unter leichtes Übergewicht fallen:
bestimmte Neoplasmen, Hormonveränderungen, polyzystisches Ovar, Fertilitätsbeeinträchtigung, Rückenschmerzen, fötale Defekte.

Was ist da denn los ?!
Ich kann mir da nichts erklären, nicht eine lausige Erkrankung !
Leichtes Übergewicht und so üble Dinger als Risiko. Und bei mäßigem oder starkem ÜG hab’ ich das Risiko für diese Krankheiten dann nicht mehr – oder ist das als sozusagen kumulativ anzusehen ? Ist das einfach ein statistisches Dingens, also eine Gruppe Personen - viele haben leichtes Übergewicht und auffallend oft Rückenschmerzen oder lassen sich diese Krankheiten auf etwas „handfestere“ physiopathologischen Mechanismen zurückführen ?
(Aus dem Text ergibt sich auch nichts. Ist da weiters nicht schlimm, es geht in dem Kapitel ja um Anamnese und allgemeinen Eindruck – AZ, EZ, BMI u. so, die Tabelle steht da nur so im Raum).
Vielleicht weiß jemand Rat.

Froschkönig
31.07.2005, 22:06
Hm, wollte grad mal nachsehen aber mein Dahmer ist von 1984, da gibts diese Tabelle gar nicht drin, kann mir grad auch nix drunter vorstellen....


Gruß,
Der Frosch

Miss
31.07.2005, 22:20
Nach ner ganz neuen Studie hat man mit ganz leichtem Übergewicht eine noch bessere Lebenserwartung als mit Normalgewicht.

Schau mal nach Autor, falls ich das finde. War doch auch gerade in den Medien.
(falls Du das überhaupt wissen willst, sonst ignorier mich einfach ;-) )

Tse Tse
31.07.2005, 22:32
nein nein, das interessiert mich schon.
Dann kann ich mich jetzt schon im Sommer auf Weihnachten freuen und meinen BMI hochtreiben und 100 Jahre alt werden. Ab wann ist denn leichtes Übergewicht ? 25 ?

Froschkönig
31.07.2005, 22:34
Ab wann ist denn leichtes Übergewicht ? 25 ?
Jepp, BMI 25-29,9 ab 30 ist Adipositas Grad 1 :-)

Hoppla-Daisy
31.07.2005, 23:05
Nach ner ganz neuen Studie hat man mit ganz leichtem Übergewicht eine noch bessere Lebenserwartung als mit Normalgewicht.

Schau mal nach Autor, falls ich das finde. War doch auch gerade in den Medien.
(falls Du das überhaupt wissen willst, sonst ignorier mich einfach ;-) )
Hab ich heute noch gelesen!!!!!!! Ich frohlocke!!!! (wo is nur die Zeitung hin???)

Leelaacoo
31.07.2005, 23:43
Vielleicht liegts an dem statistischen Phänomen, daß man bei schwerem Übergewicht schon an Herzinfarkt oder sonstigem erliegt, bevor man Ovarial-CA bekommt?
Sonst eher komisch die Tabelle...

Das mit der Untersuchung hab ich auch gelesen...liegt wohl daran, daß wenn man ab einem gewissen Alter ein paar Reserven hat, schwere Krankheiten besser übersteht...gilt aber wohl erst ab 70...

Da gabs doch auch mal die Untersuchung, nach der diejenigen, die übergewichtig waren signifikant länger lebten als die, die mal übergewichtig waren und dann abgenommen hatten. Weiß jetzt aber net, für welchen Gewichtsbereich das galt...

LG Lee (die sich doch wundert, daß das Forum hier dem kollektiven Gewichtswahn verfallen ist :-wow )

Leggo1
01.08.2005, 01:33
Da muss ich jetzt auch meinen Senf dazu geben...

Abnehmen kann tatsächlich mit einem erhöhten Risiko einhergehen. Häufige Gewichtsschwankungen sind ungesund, sie bedeuten ja einen erhöhten Metabolismus, mehr Radikale, usw. Daher ist ein stabiles Gewicht eben gesünder.

Das jene mit leichtem Übergewicht länger leben, erkläre ich mir statistisch. In der Gruppe der "Normalgewichtigen" befinden sich demnach auch (besonders im Alter) viele kranke Menschen, die ihr "Fett" durch Krankheit losgeworden sind. Diese haben eine Übersterblichkeit, schlussendlich zieht dies die ganze Gruppe der Normalgewichtigen punkto Lebenserwartung nach unten.

Um ein PCO-Syndrom zu entwickeln muss frau nicht unbedingt extrem übergewichtig sein - aber eben doch übergewichtig. Auch Rückenschmerzen könnte ich mir erklären - v.a. durch Koinzidenz mit Bewegungsarmut. Bei Diabetes zählt auch jedes Gramm, d.h. bereits leichtes Übergewicht lässt den Dieabetes früher manifest werden. Ich denke in der Tabelle ist so aufgebaut, dass unter schweres Übergewicht jene Risiken genannt werden, die dort noch dazu kommen, kumulativ mit jenen, die bereits unter leichtem Übergewicht genannt wurden.

test
02.08.2005, 00:27
In höherem alter haben die LEute mit leichtem Übergewicht Vorteile, vor allem die, die das Übergewicht erst in höherem Alter bekommen haben. Ab ca. 70 ist sowas wohl ganz gut. Es sind wohl 2 Effekte die das ausmachen.
1. Hat derjenige mehr Reserven um Krankheiten zu überstehen.
2. Hat derjenige ein Shcutzpolster bei Stürzen, dadurch kommt es zu weniger brüchen bei Stürzen.
Weiß nich mehr in welchem Fach ich das so gehört habe, vielleicht wars sogar Geriatrie :-peng :-))

Miss
03.08.2005, 00:37
In höherem alter haben die LEute mit leichtem Übergewicht Vorteile, vor allem die, die das Übergewicht erst in höherem Alter bekommen haben. Ab ca. 70 ist sowas wohl ganz gut. Es sind wohl 2 Effekte die das ausmachen.
1. Hat derjenige mehr Reserven um Krankheiten zu überstehen.
2. Hat derjenige ein Shcutzpolster bei Stürzen, dadurch kommt es zu weniger brüchen bei Stürzen.
Weiß nich mehr in welchem Fach ich das so gehört habe, vielleicht wars sogar Geriatrie :-peng :-))
erinnere mich auch an so was

im übrigen, besagte Studie wurde im JAMA veröffentlicht (Journal of American Medical Association?...verbessert mich, wenn nötig)

Tse Tse
03.08.2005, 11:41
Zitat von Leggo1:
[…] Häufige Gewichtsschwankungen sind ungesund, sie bedeuten ja einen erhöhten Metabolismus, mehr Radikale, usw. Daher ist ein stabiles Gewicht eben gesünder.

und


Zitat von test:
In höherem alter haben die Leute mit leichtem Übergewicht Vorteile […]

Dann sollte ich im Alter meinen BMI nicht durch Gewichtszunahme erhöhen, sondern wenn überhaupt, dann eher im Quadrat schrumpfen…?!? :-D

Tse Tse
03.08.2005, 11:47
Ich hab mal etwas über fetale Defekte gegoogelt – das fand ich am beunruhigendsten, denn, sind denn nicht viele Schwangere „automatisch“ leicht übergewichtig (aber das Gewicht berechnet sich dann wohl auch anders). :-lesen
Naja, viel kam dabei nicht raus, ich hab 2 relativ neue Studien entdeckt, eine US-amerikanische und eine dänische, die sich damit beschäftigen. In beiden wurde wohl der Schluss gezogen, dass in der Schwangeren-Gruppe mit höherem BMI häufiger fetale Defekte beobachtet wurden, als in der Vergleichsgruppe der Normalgewichtigen, wie z.B. Spina bifida, Omphalocele, Herzfehler, multiple Defekte.
Ein Erklärungsversuch gab es jedenfalls nicht, ob das alles so zutrifft und da nicht noch andere Faktoren mit rein spielen, weiß ich nicht.