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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nitrate bei obstruktiver Kardiomyopathie



Gaja
08.08.2005, 12:16
Hallo zusammen!

vielleicht könnte ihr mir weiter helfen und zwar:

warum kommt es bei einer obstruktiven Kardiomyopathie zu einer Zunahme der Kontraktion durch Nitrate? ich konnte leider in meinen schlauen Büchern und bei Google nichts dazu finden .... :-notify


Vielen Dank! Gruß Gaja

test
09.08.2005, 00:28
Mit obstruktiver Kardiomyopathie meinst du die hypertrophische Kardiomyopathie?
Bei der sind Nitrate kontraindiziert. habe nicht ganz genau verstanden was du mit Kontraktion meinst.
bei der h. K. ist ja die obstruktion gegen Ende bei geringerer Füllung der Systole immer stärker, d.h. je geringer die Füllung desto schneller/stärker tritt die Obstruktion ein, das würde zu einer Verschlechterung führen, daher sind sie kontraindiziert. Da nitrate ja hauptsächlich die Venen dilatieren und damit die Vorlast senken.

Froschkönig
09.08.2005, 00:40
Mit obstruktiver Kardiomyopathie meinst du die hypertrophische Kardiomyopathie?
Ich nehme mal an es geht tatsächlich um die HOCM - hypertrophisch-obstruktive Kardiomyopathie, ansonsten kann ich dir eigentlich nur beipflichten

Gaja
09.08.2005, 09:25
ja meinte die HOCM, im Herold und im Gerok steht, dass die Kontraktilität des Myokards zunimmt und dadurch natürlich die Obstruktion. Ich konnte mir das wie geschrieben nicht so ganz vorstellen.

Dass es bei geringerer Füllung früher zu einer Verlegung der Ausflussbahn kommt war mir eigentlich schon klar .... aber das ist keine Kontraktilitätzunahme oder? aber vielleicht ist das doch der Grund :-).


Schon mal vielen Dank für die Antworten! :-top


Gruß Gaja

Turnusknecht
10.08.2005, 11:56
Bist Du dir sicher, daß Du da nichts falsch gelesen bzw. falsch verstanden hast.


Nitrate haben mit der Muskelkontraktilität nichts zu tun, sie führen eher zu einer Relaxation der Gefäßmuskulatur, v.a. der Kapazitätsgefäße, sprich (Lungen!!!)venen.

D.h. du führst sowas wie einen inneren Aderlass durch. Es kommt zu einem verminderten Rückstrom und somit zu einer Abnahme der "preload".

Das ist zwar wunderbar, wenn Du den enddiastolischen Druck senken möchtest (verbesserte Koronarperfusion, Abnahme des Staus bei Linksherzversagens).


Bei stenosierenden Klappenvitien bzw. bei der obstruktiven CMP (=erhöhte afterload) brauchst Du aber eine gute Füllung (Preload), um über den Frank-Starling Mechanismus die ausreichenden Druckgradienten für einen adäquaten Auswurf zu erreichen. Wenn Du dem Herzen das wegnimmst, ist´s Essig für den Patienten.

Die kontrakilität hat eher was mit dem Ca++ zu tun.

Turnusknecht
10.08.2005, 15:27
Ach, vergebt einem alten Narren....jetzt ist mir eingefallen wie es gemeint war.

Bin leider im Dienst, erklärung erfolgt, sobald ich Zeit hab, versprochen.