Neely
24.08.2005, 13:06
@ Neely
Dass der Dollar eher fällt als steigt hätte ich ja mal genr genauer erklärt.
ich schreib dir ne 3 seiten lange Gegendarstellung dazu =)
Das größte Problem der amerikanischen Wirtschaft ist, dass die asiatischen Notenbanken hunderte Milliarden an Dollarreserven horten und durch ihren Kauf amerikanischer Staatsanleihen das Haushaltsdefizit finanzieren, um den US-Markt mit billiger Exportware zu überschwemmen, siehe Textilbranche. Da die Asiaten aber enorm viel Energie verbrauchen und der hohe Ölpreis eine gigantische Gefahr für ihr Wirtschaftswachstum darstellt, müssen sie die Kaufkraft ihrer Währung erhöhen, diese also aufwerten. Deshalb werden sie ihre Dollarreserven langfristig in Euro und andere Währungen umschichten, da dieser stärker und stabiler ist (wurde auch schon von offizieller Seite so verkündet). Wenn es nun keinen Geldgeber für das amerikanische Defizit mehr gibt, so dürfte sich der Dollar im freien Fall befinden, da nun auch kein Land mehr in US-Staatsanleihen investieren wird.
Außerdem kann Greenspan die Zinsen nicht endlos erhöhen und somit den Dollarstrom abwürgen, da besonders im derzeitigen konjunkturellen Klima, vor allem bei den hohen Ölpreisen, es nicht ratsam wäre, das Wachstum zu bremsen, wenn es ohnehin schon lahmt. Spielräume gibt es kaum durch die inflatorischen Tendenzen aufgrund der explodierenden Energiepreise.
Der einzige kritische Punkt sind die US-Ölreserven, aber verglichen mit Russland und dem Nahen Osten sind diese vernachlässigbar, auch in Relation zu den anderen Tendenzen, was aber nur meine Einschätzung ist, die marktpsychologischen Auswirkungen kann ich kaum abschätzen. Dennoch gehe ich nicht davon aus, dass Investoren bei den obigen Argumenten großartig in Dollar spekulieren sollten, zumindest hoffe ich es nicht. Das Kapital fließt eher Richtung Asien und Europa (Hedge Fonds/Private Equity Firmen, die Unternehmen aufkaufen und sanieren), also zwangsläufig auch deren Währungen, die an Wert steigen sollten, oder zumindest gleichbleiben.
Dass die Ablehnung der EU-Verfassung langfristig das Vertrauen in die Währung zerrüttet haben, kann ich mir kaum vorstellen, das löste nur kurzfristige Schwankungen aus.
Die weltweite Marktlandschaft hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert, zum Teil irreversibel, da Parameter in die Gleichung gekommen sind, die sich nun nicht einfach wieder ausradieren lassen (China, Irak, etc.).
Dass der Dollar eher fällt als steigt hätte ich ja mal genr genauer erklärt.
ich schreib dir ne 3 seiten lange Gegendarstellung dazu =)
Das größte Problem der amerikanischen Wirtschaft ist, dass die asiatischen Notenbanken hunderte Milliarden an Dollarreserven horten und durch ihren Kauf amerikanischer Staatsanleihen das Haushaltsdefizit finanzieren, um den US-Markt mit billiger Exportware zu überschwemmen, siehe Textilbranche. Da die Asiaten aber enorm viel Energie verbrauchen und der hohe Ölpreis eine gigantische Gefahr für ihr Wirtschaftswachstum darstellt, müssen sie die Kaufkraft ihrer Währung erhöhen, diese also aufwerten. Deshalb werden sie ihre Dollarreserven langfristig in Euro und andere Währungen umschichten, da dieser stärker und stabiler ist (wurde auch schon von offizieller Seite so verkündet). Wenn es nun keinen Geldgeber für das amerikanische Defizit mehr gibt, so dürfte sich der Dollar im freien Fall befinden, da nun auch kein Land mehr in US-Staatsanleihen investieren wird.
Außerdem kann Greenspan die Zinsen nicht endlos erhöhen und somit den Dollarstrom abwürgen, da besonders im derzeitigen konjunkturellen Klima, vor allem bei den hohen Ölpreisen, es nicht ratsam wäre, das Wachstum zu bremsen, wenn es ohnehin schon lahmt. Spielräume gibt es kaum durch die inflatorischen Tendenzen aufgrund der explodierenden Energiepreise.
Der einzige kritische Punkt sind die US-Ölreserven, aber verglichen mit Russland und dem Nahen Osten sind diese vernachlässigbar, auch in Relation zu den anderen Tendenzen, was aber nur meine Einschätzung ist, die marktpsychologischen Auswirkungen kann ich kaum abschätzen. Dennoch gehe ich nicht davon aus, dass Investoren bei den obigen Argumenten großartig in Dollar spekulieren sollten, zumindest hoffe ich es nicht. Das Kapital fließt eher Richtung Asien und Europa (Hedge Fonds/Private Equity Firmen, die Unternehmen aufkaufen und sanieren), also zwangsläufig auch deren Währungen, die an Wert steigen sollten, oder zumindest gleichbleiben.
Dass die Ablehnung der EU-Verfassung langfristig das Vertrauen in die Währung zerrüttet haben, kann ich mir kaum vorstellen, das löste nur kurzfristige Schwankungen aus.
Die weltweite Marktlandschaft hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert, zum Teil irreversibel, da Parameter in die Gleichung gekommen sind, die sich nun nicht einfach wieder ausradieren lassen (China, Irak, etc.).