Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umstrukturierung des Medizinstudiums - Bachelor, Master ...
Oh neee, ich will nicht der erste Jahrgang sein!
Was wird denn dann aus den Modellstudiengängen?
Versteh ich nicht so ganz.....ich wüsste keinen sinnvollen Zeitpunkt, der als Bachelorabschluß sinnvoll wäre und zugleich eben auch zur Arbeit in diesem Bereich befähigt...es sei denn die Klinik wir ddann als Master umstrukturiert und man spezialisiert sich schon direkt....aber dann wären die Fachärzte ja sinnlos...
Oh neee, ich will nicht der erste Jahrgang sein!
Was wird denn dann aus den Modellstudiengängen?
....ja....vorallem, weil die Kosten dann ja umsonst verpulvert wurden. Wenn man bedenkt, dass die meisten Modellstudiengänge recht frisch sind....hmm..
sehr strange
SkYSkYSkY
06.06.2008, 13:51
Man darf auch nicht vergessen, dass etwa nur 25 % der Studierenden nach dem Bachelor dann auch zum Master zugelassen werden. Da wird also auch ordentlich Auslese betrieben. Wird es dann in Zukunft vielleicht unmöglich sein Arzt zu werden, wenn man nicht zu den besten ca. 25 % gehört?
Des Weiteren erhält man nach dem abgeschlossenen Bachelor keine BaföG Förderung mehr für den Masterstudiengang.
Mich erfüllen diese Überlegungen auf jeden Fall mit Sorge!
Ich mache dieses Jahr als Wartezeitüberbrückung eine Ausbildung zum MTA-R.
Wenn ich damit fertig bin möchte ich ganz normal Medizin studieren!
Schließlich bin ich mit meinen 2,0 nicht schlecht und es wäre wirklich zum :-kotz wenn ich nach meiner Ausbildung dann evtl. nur einen Bachelor of medicine machen könnte.
P.S In den USA gibt es übrigens jetzt Diplomstudiengänge :-???
Des Weiteren erhält man nach dem abgeschlossenen Bachelor keine BaföG Förderung mehr für den Masterstudiengang.
Das stimmt definitiv nicht! Der Master muss zwar konsekutiv sein (was ja auch klar ist, ich meine Bachelor in BWL und Master in Biochemie z.B. käme ja auf ein Zweitstudium draufraus), aber ansonsten gibt es da nur noch kleinere Einschränkungen:
Quelle (http://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/master.php)
Was ich nur nicht verstehe ist der Sinn eines Medizinbachelors. Allerhöchstens könnte ich mir ein ähnliches System wie in den USA vorstellen wo man zuerst soweit ich weiß erst einen naturwissenschaftlichen Bachelor machen muss um an einer Medical School zugelassen zu werden. Gibt es dazu eigentlich auch offizielle Stellungnahmen? Also von der Umstellung an allen Unis?
astrophys
10.06.2008, 06:07
Was ich nur nicht verstehe ist der Sinn eines Medizinbachelors.
Da gehts den anderen Fächern nicht anders. Auch der Arbeitsmarkt muss dann dementsprechend umstrukturiert werden.
Hmmm, besonders sche*** wirds dann für Zweitstudis. Oder eher: besonders teuer :-heul
Keenacat
10.06.2008, 17:44
das hauptproblem ist doch, dass der bachelor ein berufsqualifizierender abschluss sein soll. mediziner sind aber nun mal erst nach der klinik berufsqualifiziert, fertig aus. insofern ist ein bachelor nach der vorklinik völlig zweckbefreit. :-)) was wäre man denn dann und als was sollte man dann arbeiten? als vorkliniker? :-stud was ist denn ne "adäquate" stelle für jemanden mit physikum? anatomie-, physio- oder histologie-hiwi? (kann man davon leben?)
selbst wenn man ein jahr klinik mit unterbringt: als WAS soll man arbeiten? als halb-arzt? als "praktiker-mit-der-fähigkeit-zur-erkennung-von-abnormitäten", aber ohne weitergehende diagnostische und therapeutische kenntnisse?
oder sollen mediziner nicht mehr medizin studieren, sondern gleich anästhesiologie, pädiatrie oder dermatologie? und wir kippen einfach sämtliche grundkenntnisse in anderen fächern? (grausige vorstellung)
und woher will man dann eigentlich ausreichend voll-ärzte bekommen, wenn nach dem bachelor nur maximal ein drittel den master machen darf? ist ja nun nicht so, als hätten wir massig überschüssige mediziner, für die es keine verwendung gibt.
mich würde wirklich mal interessieren, wie man diese kleinigkeiten löst. :-nix
Das Problem, dass jeder Bachelorabsolvent einen Masterplatz antreten kann, ist sicher zu lösen. Alles eine Frage der Kapazität. Schon jetzt hat nicht jeder Student die Möglichkeit nach dem Physikum in der Klinik einzusteigen. Die Frage "Wohin mit den Ba. Medizinern" ist natürlich zu lösen, aber auch das halte ich für Möglich.
Wichtig ist, dass die Studenten konstruktiv mitdiskutieren (BVMD) und sich nicht einfach dagegen sperren. Die Bachelor/Master Struktur ist ja praktisch schon beschlossen, jetzt geht es um das wie und wann.
Ich finde es zum Ko****, dass man sich auf nichts verlassen kann.
Wenn man hier http://bvmd.de/fileadmin/SCOME/Downloads/Positionspapiere_bvmd/Bachelor-Master-Struktur_in_der_Medizin.pdf
mal zwischen den Zeilen liest (man beachte besonders Seite 13... "zeitliche Flexibilität"), bewahrheiten sich viele meiner Befürchtungen (gerade auch was die Kosten angeht).... das ist doch zum :-heul
Wir erkennen die berufliche Autonomie anderer Berufe im Gesundheitswesen an und
betonen, dass Bachelor of Medicine diese Berufe nur nach weiterer berufsspezifischer
Ausbildung ergreifen können.
Na das sagt ja schon alles :-kotz
edit: Und wieso in aller Welt gibt es hier auf dieses Thema so wenig Resonanz? Ich halte das (sollte es denn tatsächlich soweit kommen) für extrem wichtiges und einschneidendes Ereignis.
Neuling08
10.06.2008, 22:09
ich bin- wie auch andere hier- der meinung, dass es nicht sinnvoll ist einen bachelor of medicine einzuführen. da es nur einen schnitt zwischen vorklinik und klinik gibt, wäre das der einzige punkt wo man ansetzen könnte. aber damit würde man es schon sehr überbewerten. das was in der vorklinik im vergleich zu anderen studiengängen passiert, ist das die naturwissenschaften in richtung medizin behandelt werden. es bildet einfach nur einen grundstock für das "richtige" medizinstudium (Vorklinik)
und das geschreibsel dieser tollen bundesvereinigung ist ja mal sowas von überflüssig.
In Berlin wird derzeit im Zuge der Entwicklung des Modellstudienganges und mit den Erfahrungen des Reformstudienganges auch an einer möglichen "Einteilung" Bachelor/ Master" gearbeitet.
Vorklinische und klinische Sachverhalte sollen von Anfang an verzahnt werden. Damit hat der Student, wenn er nach 3 Jahren den Bachelor erreicht, neben (vorklinischem Grundlagenwissen) auch Kenntnisse der Krankheitslehre und Wissen über die wichtigsten Krankheitsbilder erworben. Sollte er sich entscheiden, dass Arzt sein doch nicht das richtig für ihn ist, dann kann er sich an der Stelle auch weiter orientieren (Medizinjournalismus, Industrie, Forschung etc.) und ggf. einen anderen Master anhängen (Public Health oder so).
Der Master geht dann noch mal zwei Jahre, vertieft Wissen und praktische Fertigkeiten.
Dann folgt das PJ mit dem Staatsexamen und erst das befähigt einen zur Ausübung des Berufes Arzt. D.h. wer sich nach dem Studium (Bachelor und Master) rein gar nicht für die Klinik interessiert (gibt´s immer wieder) oder genau weiß, dass er nie und nimmer in der Klinik arbeiten, sondern in die Forschung gehen will, kann dies tun, denn er hat ja einen ordentlichen Abschluss.
Ich finde den Ablauf gar nicht so dämlich. Aber, wie gesagt, ist alles noch in der Diskussion. Eben eine Möglichkeit, wie´s laufen kann.
SuperSonic
11.06.2008, 18:55
@Ersa:
Ich finde die Idee an sich auch nicht so schlecht.
Vier Semester des sechssemestrigen Bachlorstudiengangs lassen sich ja mit dem jetzigen Vorklinik-Stoff "füllen". Im 5. und 6. Semester kann man (mindestens) noch Humangenetik; Hygiene, Mikrobiologie, Virologie; Klinische Chemie; Pharmakologie, Toxikologie und die Querschnittsbereiche Q1 (Epidemiologie), Q2 (Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin), Q3 (Gesundheitsökonomie), Q4 (Infektiologie, Immunologie), Q11 (Bildgebende Verfahren) nach der jetzigen ÄAppO hinzunehmen.
Im Masterstudiengang kommen dann die eigentlichen "klinischen" Fächer dran. Wer ärztlich tätig sein will, hängt halt noch ein 48-wöchiges PJ dran. Sowas ähnliches gibt es ja bei den Pharmazeuten (Hochschulstudium ist nach dem 2. StEx beendet; wer Apotheker werden will, hängt die 12-monatige prakt. Ausbildung und das 3. StEx dran).
Für die Masterarbeit sollte allerdings ein fünftes Semester eingeplant werden, weil man alle 10 Semester (6 Bachelor + 4 Master) für die Stoffvermittlung braucht und den Stoffumfang schlecht kürzen kann. Das könnte ein Problem im Sinne der Bologna-Vorgaben sein (ich meine, dass konsekutive Masterstudiengänge nur 2-4 Semester dauern sollen).
Gruß,
SuperSonic
Neuling08
11.06.2008, 19:24
Wer ärztlich tätig sein will, hängt halt noch ein 48-wöchiges PJ dran.
hört sich ja komisch an. das medizinstudium ist ja in erster linie für leute da die ärzte werden wollen.
warum sollte man es also jetzt grundsätzlich so aufbauen dass ständig "entschlupflöcher" für leute die nicht arzt sein wollen entstehen. --> aufhören nach bachelor oder aufhören nach master. was soll das denn?!
und die leute die festentschlossen sind medizin fertig zu studieren und arzt werden wollen müssen dann (theoretisch) trotzdem bachelor-arbeit und master-arbeit schreiben oder wie?! ganz nebenbei gesagt ist ja für sowas in jeden studium ein ganzes semester vorgesehen.
und wenn es soviele möglichkeiten gibt wo jemand aussteigen kann leidet immer die qualität weil einfach nicht vollgas gegeben wird.
zudem sollte die zeit die für die klinik verwendet wird nicht gekürzt werden und das andere nicht verlängert werden.
Hellequin
11.06.2008, 21:34
hört sich ja komisch an. das medizinstudium ist ja in erster linie für leute da die ärzte werden wollen.
Das steht wo?
@Ersa:
Das Problem dürfte sein, das in der Masse umzusetzen.
Wenn ich mir anschaue wie lange die Unis teilweise für die Umsetzung der neuen Approbationsordnung gebraucht haben, bin ich froh das ich das nicht mehr erleben muss.
TonyClifton
12.06.2008, 08:29
Das ist doch in Österreich auch so. Dort gibt's nen Diplomstudiengang im Fach Medizin, der nur 4 Jahre geht. Finde ich persönlich ziemlich gut, zumal man danach noch bis zum Doktor aufbauen kann.
:-dafür
äh.. aha? Ich hab hier einen 6jährigen Diplommedizinstudiengang den ich als dr. med. univ. abschließe und kann noch 2 oder 3 Jahre zum PhD dranhängen, aber 4 Jahre wär mir doch sehr neu...
Kontrovers diskutiert wird übrigens dass das Medizinstudium an der PMU in Salzburg nur 5 Jahre dauert.. aber 4?
Keenacat
12.06.2008, 20:14
ich frag mich auch, wie man da den stoff unterbringen will. ich kann natürlich nichts zum rest der klinik sagen, aber ich hab mich bisher zu keinem zeitpunkt unterbeschäftigt gefühlt. :-lesen
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