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oase
23.08.2005, 19:03
haltet ihr eine Ausbildung (natürlich im medizinischen Bereich) für sinnvoll oder sinnlos?

Ich meine vor allem wegen der Zeit, die man "verliert"....!?

Würde mich sehr über Antworten freuen
eine grübelnde Noch-Nicht-Studierende

Mäuschen
23.08.2005, 19:07
Um Wartezeit zu überbrücken...sinnvoll. Vielleicht auch sinnvoll, falls du noch nicht weißt, ob es das Richtige für dich ist.
Ansonsten, also wenn du definitiv Medizin studieren willst, mehr oder weniger sinnlos bzw. nicht notwendig. :-meinung

hämoglobinchen
23.08.2005, 19:12
Schaden tut's natürlich nix, aber wenn du auch so direkt nen Studienplatz kriegst, dann mal ran! 6 Jahre sind ne lange Zeit ... Wieso da noch 3 Jahre vorschalten? Und wozu? Viel Lernerei ersparst du dir da auf jeden Fall nicht, und wenn's dir um den Praxisbezug geht, dann kannst du ja ein paar Praktika/Famulaturen machen als unbedingt gefordert.

oase
23.08.2005, 20:24
gibts noch mehr meinungen...?

wäre supi :-)

DAnke

Lava
23.08.2005, 20:31
Wenn du erstmal 26 bist und immer noch 3 Jahre Studium vor dir hast, wirst du dir vielleicht wünschen, du hättest sofort mit dem Studium angefangen... *g*

Aber vielleicht auch nicht! :-nix

Feuerblick
23.08.2005, 20:38
Hmmm, bei vielen, die vor dem Studium eine Ausbildung gemacht haben, hatte ich den Eindruck, daß sie mit mehr ... naja.... Reife ins Studium gegangen sind. In einer Ausbildung lernt man eben über den reinen fachlichen Kram hinaus noch sehr viel mehr. Eben das "wahre böse Leben"... Wie gesagt, war nur mein Eindruck in meinem Semester.
Mir hat die Ausbildung auf jeden Fall nicht geschadet...

BL4
23.08.2005, 21:06
Guten Abend,

also ich muss feuerblick da zustimmen. Ich studiere zwar noch nicht,kann also keinen vergleich ziehen, allerdings denke ich, dass durch eine ausbildung die reife eines menschen verändert wird. man befindet sich praktisch im arbeitsleben, und da gibt es sehr oft kein pardon. auch merkst du manchmal, wie sehr einige menschen dich ausnutzen wollen etc. und lernst mit so etwas umzugehen. Ich kenne einen aus dem Oberkurs (der is jetzt gerade fertig geworden), der hat die ausbildung gemacht, obwohl er schon seinen studienplatz hatte. Er hat mir das so erklärt, dass es viel weniger studienabbrecher gäbe, die so eine ausbildung gemacht haben, weil sie wissen worauf sie sich einlassen. Ausserdem hat man vor studienbeginn eine feste wissensbasis. Auch wurde mir von vielen ärzten, die sofort nach dem abitur studiert haben, erzählt, dass sie sich im ersten jahr ihrer assi-zeit nur an das pflegepersonal gehalten haben, da sie einfach noch zu wenig praktische erfahrung im krankenhausalltag hatten.

Ich will jetzt bloß keine diskussion vom zaun treten, dass eine ausbildung für jeden das sinnvollste ist oder gar dass leute die sofort studieren die schlechteren ärzte oder so sind. es bleibt nach wie vor jedem selbst überlassen, gibt ja bekanntlich solche und solche :-meinung ....das war nur meine meinung :-party

schönen abend noch.

mfg, alpa

Gersig
23.08.2005, 21:51
Hey!

Ausbildung lohnt sich definitiv vor dem Studium. Man bekommt definitiv eine gewisse Reife und, wenn es ein Beruf im Gesundheitswesen ist, auch einen tiefen Einblick auf den normalen Wahnsinn :-)

Piffy
23.08.2005, 22:14
Hallo!

Nun muss ich mich doch tatsächlich mal zu Wort melden...
Sicherlich sind Menschen mit einer medizinischen Ausbildung nachher nicht die besseren Ärzte, aber sie sind andere Ärzte....
In vielen Dingen wird man erwachsen und reifen, viele Erfahrungen bringen ganz grundlegende Veränderungen mit sich, man lernt manche Dinge ganz anders sehen und schätzen. Man weiß auch, worauf man sich einläßt, wo man irgendwann einmal sein möchte, aber auch, wieviel noch zu tun ist, was man ändern kann und möchte... Und man hat einfach eine Erfahrung im Umgang mit den vielen vielen außergewöhnlichen Situationen, die einen erwarten nach dem Studium. Man "sieht" einfach andere Dinge, nimmt vieles anders wahr.
Diese "anderen" Ärzte lassen ihre wehrlosen Patienten nicht nackt und völlig unbedeckt nach der Blutentahme liegen (so am Wochenende geschehen); reden mit und nicht über den Patienten, wenn er dabei ist...
So könnte ich hier noch tausend Dinge aufzählen....
Ich bin Kinderkrankenschwester. Habe meine Ausbildung aus Studienplatzmangel begonnnen und möchte auch nicht nur eine Sekunde davonvermissen... Ich bin stolz darauf und auf meine Arbeit, mehr als auf mein Studium. Ich habe viele schlimme Sachen gesehen und erlebt seitdem, aber im Vergleich dazu unzählbar mehr Gutes.
Nie möchte ich diese Zeit, diese Erfahrung und meine Arbeit nun missen...
Ich kann jedem nur dazu raten!!!!!

:-meinung

shorts
23.08.2005, 23:28
wenn es geht fang sofort mit dem studium an.
es hilft dir beim studium kaum und wenn su schon nen festen job hast, schmeißt du das studium eher hin als ohne. und ich glaube hier haben 90% schon drann gedacht.

Scrotum
23.08.2005, 23:32
Ich würd was im Ausland studieren. Danach kannst du nach Deutschland zurückkommen und immer noch anfangen, Medizin zu studieren. Falls dir noch danach ist...

phrenicus
24.08.2005, 09:10
Hi!

Ich habe vor dem Studium eine Ausbildung gemacht, eher ungewollt, weil ich den NC nicht hatte. Habe die Ausbildung 3 Jahre durchgezogen, obwohl ich schon eher hätte anfangen können. Im Anschluß kann ich sagen, daß es das Beste war was ich machen konnte.
Ich bin Physiotherapeutin und hatte auch schon die Fächer Anatomie und Physiologie. Ana hat mir total viel gebracht fürs Studium, schließlich lebt ein Physiotherapeut vom Wissen über Muskeln und Nerven. Physiologie hat nicht so viel gebracht, da ich damals noch nicht viel verstanden habe, das kam dann wirklich erst im Studium. Aberich habe schon viele Krankheitsbilder kennengelernt - das hilft auch für die neue AO.

Durch die Praktika erhälst du einen guten Einbklick in die Klinik, v.a. wie es da so lang geht und wie du es später nicht machen wirst. Immerhin war der Physiotherapeut derjenige, der sich mindestens 20 min mit dem Patienten beschäftigt hat... (die Krankenschwestern natürlich auch). Du kannst den Ärzten bei der Arbeit über die Schulter schauen. Ich fand es ganz schön erschreckend wie wenig Ahnung die Ärzte über Physiotherapie hatten - ich werde es besser machen.

Durch die Ausbildung habe ich gemerkt, daß das Medizinstudium für mich das Richtige ist und bin sehr ehergeizig an die Sache ran gegangen und bin es auch immer noch - immerhin habe ich 3 Jahre darauf "gewartet" und will es auf keinen Fall vergeigen. Ich würde es wieder so machen.

Und Piffy dir muß ich Recht geben - man ist ein anderer "Arzt"!

oase
24.08.2005, 11:10
...Ich überlege nämlich im Moment sehr und kann mich nicht wirklich entscheiden...
woher soll ich denn auch vor dem Studium wissen ob es "das Richtige" ist. (Praktikum hin oder her...hab ich auch gemacht...aber ob mir das so viel gezeigt hat, bin ich mir gar nicht so sicher...)

Aber ich wäre dann erst mit 29 oder so fertig mit studieren, dann noch Facharzt...oh mann, das hört sich (entschuldigung an alle, die ich jetzt angreife)..."so alt" an, um anzufangen wenigstens ein bisschen Geld zu verdienen....

oh mann, ich bin echt verzweifelt....

eTaurus
24.08.2005, 11:15
Moin,
ich habe genau wie phrenicus aufgrund meines NC vorher eine Ausbildung im medizinischen Bereich gemacht, allerdings bin ich Rettungsassistent. Meiner Meinung nach hat mir das schon Einiges gebracht. Im Rettungsdienst

lernt man, eine problemorientierte und zielgerichtete Anamnese zu erstellen (hindert eher beim Anamnesegespräch für Psychologie),
hat man schon mal professionellen Kontakt zu Patienten gehabt (hilft eher beim Anamnesegespräch für Psycho),
erlernt man Algorithmen für Notfälle, die immer wiederkehren (gibt Sicherheit, wenns mal hektisch wird),
arbeitet man mit den Notärzten Hand in Hand,
lernt man im Beruf und in den Praktika alle Schnittstellen der Rettungskette kennen,
erlernt man Fertigkeiten, die in der Klinik gebraucht werden (Zugänge legen, EKG diagnostizieren, Intubieren, Magensonden legen, Beatmen, Reanimieren, Geräte bedienen usw. usw.),
bekommt man ein Grundverständnis und Gefühl für die Funktionen des Menschen,
sammelt man Wissen, mit dem man die trockene Materie der Vorklinik besser mit der vergangenen und zukünftigen Praxis verbinden kann,
hat man einfach einen Vorsprung bei den notfallrelevanten Organen und Körperteilen,
findet man sich immer unter Kollegen wieder.

Den Rat, vorher eine Ausbildung zu machen, kann ich allerdings nur geben, wenn man ein Alter von 20- 21 Jahren noch nicht überschritten hat. Ich habe meine Ausbildung mit 20 Jahren als Zivi begonnen und habe sie 2003 mit 23 Jahren beendet und bin ins Studium eingestiegen. Jetzt bin ich 25, habe mein schriftliches Physicum bestanden (das Mündliche kann mir keiner mehr nehmen) und hoffe, mit 29 Jahren in meinem Beruf arbeiten zu können. Ich würde echt nicht älter sein wollen, da ich ja noch ein bisschen Zeit vor mir haben will für die Zeit, die dann hinter mir liegt. Aber das ist meine persönliche Einschätzung.
Ich hoffe, mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben und wünsche allen, die sich für das Studium der Medizin entscheiden, viel Erfolg und auch Spaß. Trotz aller Härten ist es doch eine erfüllende und ausfüllende Erfahrung, passt aber auf, dass Ihr auf dem Weg Euch und Euren Interessen und Hobbies treu bleibt und Euch nicht selber verliert. Dann werdet Ihr nämlich nicht "andere" Ärzte, sondern schlechte (was die Menschlichkeit angeht).

MfG,

eTaurus

Christine28
26.08.2005, 10:27
Hallo,
das muss jeder für sich entscheiden, aber wie viele andere schon gesagt haben ist es nicht das schlechteste.
Ich habe eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht was mir für den Umgang mit den Pat. sehr geholfen hat, auch habe ich dadurch einen Einblick bekommen was Ärzte überhaupt machen und wieviel sie arbeiten müssen. Das hatte allerdings auch Nachteile, wenn ich so zurück denke, denn ich war mir nach meiner Ausbildung nicht mehr so sicher ob ich wirklich noch studieren möchte. Ich hatte einen tollen Job und Geld, auf das zu verzichten war nicht so einfach, da meine Mutter mich finanziell nicht unterstützen konnte. Ich hab dann noch die Ausbildung als Intensivschwester gemacht und plötzlich war ich 25 und immer noch nicht angefangen. Jetzt bin ich 28 und hab grad mal mein Physikum hinter mir. Tja, so schnell vergeht die Zeit, aber ich möchte meine Ausbildung nicht missen und irgendwie fällt es kaum auf, dass ich um einiges älter bin als der Rest. Ich finde das auch nicht schlimm, an meiner Uni sind einige die nicht gleich mit 19 oder 20 angefangen haben und den meisten ist das ziemlich egal.
Jeder muss das ganz alleine für sich entscheiden.
Auf jedenfall wünsch ich dir, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst.

flavour
26.08.2005, 10:49
Ich habe eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht was mir für den Umgang mit den Pat. sehr geholfen hat, auch habe ich dadurch einen Einblick bekommen was Ärzte überhaupt machen und wieviel sie arbeiten müssen.

Will deine Ausbildung nicht herabstufen, aber mir scheint, den Umgang mit Patienten und eben jenen Einblick habe ich nach zwei Monaten Pflegepraktikum auch erhalten. :-music

dr.marten
26.08.2005, 11:07
Auch meine meinung.

eine ausbildung ist ja nicht schlecht aber auch eine pfelge ausbildung bringt dir fürs studium ehr wenig.

ich habe damals vorm studium wegen meinen doch ehr schlechten abis überlegt so etwas zumachen , habe mir aber gedacht das wenn ich jetzt anfang und ich nach 2 jahren (rein theoretisch....) nen studienplatz bekomme ,hätte ich die ausbildung abgebrochen- und ich wollte niemanden den ausbildungsplatz "weg nehmen" ob meine gendanken richtig oder falsch waren bleibt jedem selbst überlassen , ich konnte es für mich nicht verantworten , habe mich dann in chemie eingeschrieben ( --> wollte mit dem vordiplom dann in neurowissenschaften einsteigen ... )
naja habe dann nach 2 wochen chemie studium nen nachrückplatz bekommen.
gut das war natürlich sehr viel glück aber ich bin im nachhinein sehr glücklich mit meiner entscheidung gerade deshalb weil ich im pflegepraktikum gesehen habe das der beruf als krankenschwester/-pfleger(letzteres trifft auf mich zu )
nichts für mich gewesen wäre da wie der name schon sagt die pflege im vordergrund steht.
da will ich auch noch mal allen respekt gegenüber dem pfelgepersonal loswerden --> 99% der schwestern und pfleger machen in diesem schweren job sehr gute arbeit.

wenn du also mein kurzes fazit aus dem langen text haben willst-->
pflege ist pflege und Studium der medizin ist studium der medizin , beides lässt sich nur ansatzweise vergleichen.

Stylomat100
01.09.2005, 16:45
Ausbildung vor dem Studium ...???

Ich finde eine "echte" Ausbildung kaum empfehlenswert ...
So viel Schinderei und dann doch studieren ...
??? ich denke auch dass Praxis und so in einem oder zwei Monaten Pflegepraktikum gut angelegt sind ... mach doch schon mal ein zwei Monate Pflegepraktikum vor dem Studium ... dann siehst du ob es ok ist mit Patienten umzugehen ... und du hast schon 2/3 des PP hinter dir ... und wenn du unbedingt was lernen willst ... geh doch in den Rettungsdienst ...
und mach den Rettungssanitäter ... du lernst schon mal eine Menge ... lernst ein bisschen Notfallmedizin ... arbeitest schon mal ein bisschen ... bekommst ein bisschen Geld. ...

DAS kann ich nur jedem empfehlen ... ich habe das auch gemacht und es bringt mir eine Menge ... aus wenn es um Nebenjobs im Krankenhaus geht ... das ist ein Rettungssani immer lieber genommen als jemand der nichts vorweisen kann ...

Also ... Bis denne

Ciao

Stylo

migalla
01.09.2005, 20:38
Also mal ehrlich ich hab auch eine Ausbildung als Krankenschwester und
hab sogar nach meiner Ausbildung ziemlich lange gearbeitet, war sogar für die Ausbildung auf Station verantwortlich bis ich angefangen hab zu
studieren, aber ich glaube das ich schon viel davon profitiert habe da ich
auch sehr viel gelernt habe.
Und wer hier sagt das mit diesem lächerlichen Pflegepraktikum genug Einblick
bekommen zu haben dann sag ich nur Träum schön weiter und pass auf
das du nicht so unsanft geweckt wirst wie zu befürchten ist

Graf-Graefenberg
01.09.2005, 22:26
Wenn du die Möglichkeit hast zu studieren und es unbedingt willst, dann mach es sofort! Ich hatte seit Jahren den Traum Medizin zu studieren, wusste aber auch nicht ob es mir im Endeffekt gefallen wird...
Das kann man nur rausfinden wenn man studiert. Je länger du deine Zeit mit anderen Sachen "verplemperst" desto später wirst du praktizierender Arzt.
Und die Kommentare von wegen größerer Reife etc.: Ich hab während meines Zivis Pfleger(-innen) erlebt, die ruppig mit Patienten umgesprungen sind und Ärzte die sich vorbildlich Zeit genommen haben für den Patienten. Ich glaube es liegt an dem Mensch Typ wie man mit Menschen umgeht. (obwohl es für die Ärzte wg. dem Zeitfaktor natürlich schwieriger ist sich Zeit zu nehmen). Ich glaube da wollen sich Leute einfach nur aufspielen und behaupten: "Leute die vorher eine pflegerische Ausbildung gemacht haben sind die besseren und einfühlsameren Ärzte( wir hatten auf unserer Station eine Ärztin die vorher Schwester war. Das reinste Nervenbündel und nicht unbedingt die Netteste.)
Mach während der Semesterferien einfach ein Praktikum in einem Krankenhaus
(am besten Herzchirurgie, Intensivstation oder Ambulanz -> da wirst du mit dem harten Alltag im Krankenhaus und mit den größten Emotionen konfrontiert), dann merkst du schnell ob das etwas für dich ist....
Fang so früh wie möglich an zu studieren, den alles was du in der Ausbildung lernen würdest, lernst du früher oder später auch im Studium.
Ciao