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Schimmelschaf
26.08.2005, 20:32
@Froschkönig
Du scheinst mir hier am meisten Ahnung zu haben. Deshalb mal ne Frage: Ich habe letztens gelesen, dass das Studium in einem kürzeren Zeitraum zu schaffen ist, weil es dort keine Se- sondern Trimester gibt, Stimmt das?

Zu den 12 Jahren Verpflichtung: Meine Mutter kennt zwei Leute, die beim Bund Humanmedizin studiert haben und durch die richtigen Kontakte nach dem Studium "entlassen" wurden.

Froschkönig
26.08.2005, 20:40
@Froschkönig
Du scheinst mir hier am meisten Ahnung zu haben. Deshalb mal ne Frage: Ich habe letztens gelesen, dass das Studium in einem kürzeren Zeitraum zu schaffen ist, weil es dort keine Se- sondern Trimester gibt, Stimmt das?

Das betrifft die Studiengänge an den Bundeswehr-Uni´s Hamburg und Neubiberg (bei München) für die anderen Truppenoffiziere. Also Politwissenschaften, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnick etc. Human-, Zahn-, Tiermedizin und Pharmazie studiert man auch als Soldat an einer ganz normalen Uni, da diese Studiengänge von der benötigten Ausrüstung und dem Materiel (Labor etc.) her viel zu teuer wären, um sie extra an den BW-Uni´s mit einzuführen und auf Grund der benötigten Praktika etc. auch gar nicht in Trimestern machbar wären.

Gruß,
Der Frosch

Loish
26.08.2005, 20:45
Frosch, is vielleicht ne doofe Frage, ich nehms dir auch nich übel wenn du keinen Bock hast zu antworten - aber ich kenne ja keine Bundis persönlich... ;-) Warum hast du dich damals eigentlich entschieden beim Bund zu studieren und nicht "normal"?

Froschkönig
26.08.2005, 20:51
Frosch, is vielleicht ne doofe Frage, ich nehms dir auch nich übel wenn du keinen Bock hast zu antworten - aber ich kenne ja keine Bundis persönlich... ;-) Warum hast du dich damals eigentlich entschieden beim Bund zu studieren und nicht "normal"?

Weil mich das Aufgaben- und Einsatzspektrum einfach mehr fasziniert hat als immer nur Klinikalltag. Man könnte argumentieren, daß man so was ähnliches auch mit "normalem" Studium und einem freiwilligen Einsatz bei "Ärzte ohne Grenzen" haben kann, aber so idealistisch, daß ich dafür dann meinen Jahresurlaub opfere, bin ich dan auch wieder nicht ;-) Und vorerst ist es ja ohnehin nicht für immer. Falls mir der Sinn nach der Zeit nach ner ruhigen Praxis steht kann ich das immernoch machen....unterm Strich gibt es eine ganze Menge Argumente dafür, es zu machen und vielleicht ebensoviele, die dagegen sprechen. Letztlich muß das jeder für sich selbst abwägen und entscheiden.

Gruß,
Der Frosch

Tom01
26.08.2005, 23:47
außerdem gelten die 12 Jahre nur für die vom Frosch angesprochenen Truppenoffiziere. Sanitätsoffiziere müssen sich für 17 Jahre verpflichten. Dies resultiert u.a. aus dem wesentlich längeren Medizinstudium als es die Kommilitonen an den Bw-Unis (Trimester) in Hamburg bzw. München absolvieren.

Grüße aus München
Tom

Froschkönig
27.08.2005, 02:39
außerdem gelten die 12 Jahre nur für die vom Frosch angesprochenen Truppenoffiziere. Sanitätsoffiziere müssen sich für 17 Jahre verpflichten. Dies resultiert u.a. aus dem wesentlich längeren Medizinstudium als es die Kommilitonen an den Bw-Unis (Trimester) in Hamburg bzw. München absolvieren.

Grüße aus München
Tom

Da die zwölf Jahre ursprünglich hier dergestalt aufgetaucht sind, daß derjenige was von 12 Jahren NACH dem Studium geschrieben hat, hab ich mir gespart, da gesondert drauf hinzuweisen, denn dann kommts ja wieder so in etwa hin ;-)
Aber du hast natürlich recht.

Neely
27.08.2005, 07:36
Also dass Soldaten "morden" kann man nicht so ohne weiteres stehen lassen. Es gibt auch gerechtfertigte Kriege, die in der Gesamtbilanz sogar Todesfälle verhindern; was würdest du beispielsweise bei einem Genozid tun, in dem Millionen Menschen sinnlos aufgrund ethnischer Konflikte getötet oder von Milizen der anderen Seite blutrünstig unterdrückt werden? Soll man dann zusehen und Däumchen drehen, auch wenn man die Mittel hat, diesen mit vergleichsweise "geringen" Opfern (verglichen mit Nichtstun und weiteren Morden) sehr schnell beenden könnte?

Selbst Trumans Atombombenabwurf hatte zum Ziel, den 2. Weltkrieg schneller zu beenden und dadurch, wenn auch vorwiegend amerikanische, Leben zu retten. Es wäre jedoch trotzdem unangebracht, sich undifferenziert auf diese allgemeine Denunzation von Militär im Allgemeinen hinreißen zu lassen. Wäre ich männlich, hätte ich es vielleicht auch bei der Bundeswehr versucht, ich bewundere auch jeden, der das hinter sich bringen kann, da man doch einiges in sich an psychischen und physischen Hindernissen überwinden muss, der Bund ist Nichts für Waschlappen. Aber mich hätten sie sicher nie genommen, deshalb könnte ich dort auch nicht versagen.

Man sollte auch bedenken, dass man während der Ausbildung gut bezahlt wird, was durchaus ein Grund sein kann. Danach arbeitet man genau so als Arzt, hat aber weniger Schulden; man kann vielleicht nicht so ohne weiteres eine Professorenkarriere in der Uniklinik einschlagen, aber letztlich will das ja auch bei weitem nicht jeder Studienanfänger, und von denen die es wollen schafft es auch nur ein winziger Bruchteil. Das mit der FA-Ausbildung mag ein Nachteil sein, aber 2 Jahre kann man sicher später noch einmal irgendwie nachholen, denke ich.

HagenvonTronje
27.08.2005, 09:28
Als ein weiterer SanOA will den Frosch denn mal fragen: Wie weit biste denn genau studiumstechnisch?

Zur obrigen Diskussion will ich nur sagen: Sicherlich gibt es auch viele Probleme was unsere Laufbahn angeht (wie ich aus meinen langen Gesprächen mit unserem Betreuungsleuten weiß), aber ich bin der Meinung, dass zurzeit viel im Wandel ist und keiner genau sagen kann wie die Zukunft aussieht. Ich lass das Schritt für Schritt auf mich zukommen, ohne trotzdem die Augen vor dem zu verschließen was so passiert.

Zum anderen Punkt: Ärzte und Waffen,
kann ich Frosch auch nur zustimmen. Wir bekommen nur ne Pistole zur Selbstverteidigung. Ich bin zwar von kleinauf ein begeisterter Sportschütze, aber halt nur, um möglichst ne 10 auf nem Automaten zu schießen und niemals mit der Intention wirklich einen Menschen verletzen zu wollen. Und wenn es nen Volksentscheid geben würde: Für immer Frieden auf Erden bin ich der Erste der unterschreibt.

Und zu den Leuten, welche die Bundeswehr ablehnen kann ich auch nur sagen: Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung. Man soll dann nur sachlich bleiben und nich gehässig, polemisch oder persönlich angreifend werden.
Ich bin z.B. auch ein großer Befürworter des Zivildienstes, denn wieviel teurer zusätzlich wär unser Gesundheitssystem noch, wenn es keine Zivis gäbe. Bin eh der Meinung, man solle aus der Bundeswehr eine Freiwilligen-Armee machen und stattdessen sollten alle lieber nach der Schule/Ausbildung ein Soziales Jahr machen müssen.

Froschkönig
27.08.2005, 12:48
Also dass Soldaten "morden" kann man nicht so ohne weiteres stehen lassen...

Zieh die Notbremse Neely, das hat auch keiner gesagt !


...Ich hab nicht gesagt, dass Soldaten gleich Mörder sind...

Es ging generell ums "töten" und daß das bei Soldaten manchmal der Fall ist wird keiner bestreiten.


Als ein weiterer SanOA will den Frosch denn mal fragen: Wie weit biste denn genau studiumstechnisch?

3.StEx im November

Gruß,
Der Frosch

Psyche99
27.08.2005, 18:36
@Neely: ich kann nur noch mal wiederholen: ich bin selber NOCH NIE beim Bund gewesen und ich kenne auch niemandem beim Bund. Ich hab um mich herum nur leidenschaftliche Pazifisten... :peace: *die aber wie ich leider zugeben muss ab und zu sehr unvernünftig sind* Daher hab ich nur mal aus Neugier das wissen wollen.
@Frosch
Mal ne andere Frage warst du schon mal bei einem Auslandseinsatz, oder kennst jemanden der das schon gemacht hat und mir mal seine Eindrücke erzählen würde?? ;-)

ehemaliger User 05022
27.08.2005, 19:33
Also ich würde jedem, der nur wegem dem Studium zum Bund will, davon abraten, da es in meinen Augen sehr fragwürdig ist, ob man dann die 17 Jahre auch durchhält...wäre dann schon blöd, wenn man dann nach 6 Jahren ohne alles dasteht.
Zugegeben, die BW-Krankenhäuser sind schon sehr gut, aber was wenn man dann in einer kleinen Kaserne landet und du dich die ganze Zeit mit simulierenden Rekruten rumschlägst, die nur nach Hause wollen ?!?! Die Ärtzte in meiner Kaserne haben sich jedenfalls gefreut, wenn es mal was anderes zu behandeln gab als blutende Füße...

HagenvonTronje
28.08.2005, 00:33
@ Breaker: Man ist ja als Arzt beim Bund nicht die ganze Zeit nur auf ein und dem selben Dienstposten. Eine zeitlang ist man im BwK, dann als Truppenarzt tätig, im Ausland und zum Teil zur Weiterbildung in zivilen Krankenhäusern.

Froschkönig
28.08.2005, 21:54
@ Breaker: Man ist ja als Arzt beim Bund nicht die ganze Zeit nur auf ein und dem selben Dienstposten. Eine zeitlang ist man im BwK, dann als Truppenarzt tätig, im Ausland und zum Teil zur Weiterbildung in zivilen Krankenhäusern.

Nichts desto weniger ist das Statement meines Erachtens richtig, daß die Leute, die NUR wegen dem bezahlten Studium oder dem Studienplatz alleine dort hingehen dort falsch sind. Nicht weil ich sie nicht mag oder so sondern weil sie selber damit vermutlich sehr unglücklich werden.

:-meinung