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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FMF und Colchizin-Therapie



Pünktchen
01.09.2005, 14:06
Hi :-)

ich hab da mal eine Frage zum therapeutischen Ansatz beim Familiären Mittelmeerfieber (FMF). Als Beweis kann man beim FMF einen Therapieversuch mit Colchizin beginnen und wenn bei einem Auslassversuch die Beschwerden wieder auftreten, dann ist das FMF "bewiesen". (gängige Literatur) Dazu kann man einen Gen-Test machen, der aber nicht die Transparenz der Krankheit wiederspiegelt.

Kennt jemand FMF-Patienten, die eine "Colchizin-Resistenz" entwickelt haben? Bei denen die Beschwerden (Schmerzen/Fieberschübe) unter Therapie nach Jahren wieder auftraten? Mir ist schon klar, dass diese Patienten ein erhöhtes Risiko für nen Schmerzmittelabusus haben, aber ich hab einen Patienten gesehen der Schmerzmittel in grossen Dosen gebraucht hat und die Colchizin-Therapie war ausgereizt. Kann man das Auftreten von Symptomen unter zu nächst erfolgreicher Colchizin-Therapie anders erklären?

Vielleicht entwickeln diese Patienten aber auch eine Somatisierungsstörung mit der Zeit? (bin in Psych nicht sehr bewandert :-blush)


gruss
pünktchen

Tse Tse
03.09.2005, 13:37
Eine Antwort habe ich nicht.
Mittelmeer-Fieber war mir ehrlich gesagt kein Begriff, aber ich hab mich darüber etwas schlau gemacht (in meiner Gegend gibt’s nur Berge). http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=44489
(Allgemeine Informationen pdf, 275kb)

Colchizin kenne ich nur im Rahmen der Therapie eines akuten Gichtanfalls.
Als ich mir jetzt noch einmal die Wirkung durchgelesen habe, fiel mir auf, dass aufgrund von unerwünschten Wirkungen, manchmal eine Therapiepause nötig wird. Vielleicht ist das ja eine Möglichkeit, dass in dieser Pause Folgeerkrankungen fortschreiten und Komplikationen auftreten können,
wie laut Artikel, z.B. eine Amyloidose.
Werden denn die Folgeerkrankungen, die da beschrieben werden, durch die Therapie erfasst oder können die sich „im Hintergrund“ weiter entwickeln.
Mein Gedanke dabei ist, dass die Schmerzen dann womöglich durch diese verursacht sein könnten.
„Nur“ das Fieber und die Schmerzen sind erstmal weg, aber durch den progredienten Verlauf (?) wird dann eine Dosisanpassung nötig oder gar irgendwann unwirksam.
(Wie z.B. bei MS mit einer chronischen Verschlechterung, ohne zusätzliche Schübe, aber vielleicht ist das auch eine andere Baustelle und ich erzähl Mist).

Pünktchen
05.09.2005, 09:25
Colchizin ist im Grunde dafür da die Amyloidose zu verhindern, bei Patienten die schon eine Amyloidose haben, wird diskutiert ob mnan es weitergeben sollte. Da man wohl aber trotzdem Schmerzfreiheit erlangen kann, kann man es wohl geben. :-top

Aber gibt es Therapiedurchbrecher??? Die es normalerweise nicht geben sollte :-))