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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kleinanzeige: Uniklinik günstig abzugeben Tel 0641/…



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Recall8
21.10.2005, 11:46
Ich glaube momentan ist es so, dass kein Mensch Konkretes weiß.
Interessant ist hier auch der Artikel
http://www.zeit.de/2005/42/Unikliniken

DoktorW
21.10.2005, 18:14
Bei Osthessen News (http://osthessen-news.de/beitrag_D.php?id=1119594) scheint man mehr zu wissen! Helios scheint der aussichtsreichste Bewerber zu sein!!

Recall8
21.10.2005, 19:30
Angenommen all die vermuteten Verschlechterungen treten ein, fällt mir nuch noch Erich Kästner ein.
Was auch immer geschieht, nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken

Doktor_No
21.10.2005, 20:52
schöner spruch. leider wird in unserem beruf und dessen realität tagtäglich ein ausgiebigster schluck genommen...

Tse Tse
21.10.2005, 23:22
Das verrückte ist, dass ich manchmal in schwachen Stunden dieses Totschlagargument "ja wer soll dass denn finanzieren?" anfange zu verstehen, auch wenn's mir nicht gefällt.
Ist schon komisch, dass ein Land Hessen mit seiner Wirtschaft und Millionen Beschäftigten (also Steuereinnahmen) es nicht zustande bringt ein Uniklinikum (oder auch fusioniertes-2-in-einem) weiterhin zu führen.
Ca. 5 Mio Miese soll Gießen jährlich gemacht haben.
D.h. etwa 3 Jahre länger hätte man die Klinik betreiben können, wenn nicht das Erbacher-Schloss gekauft worden wäre, okay, die Rechnung hinkt ein wenig.
Leuchtturmprojekt nennen sie das - ich glaube da sitzt dann aber nur einer oben im Turm und strahlt.

Recall8
22.10.2005, 13:00
Interview im Focus mit R.Koch:
Ihre Lieblingsfigur in der Geschichte?
Hannibal. Auch für ihn galt: "Geht nicht" gibts nicht.

Was braucht's mehr der Worte....

Tse Tse
22.10.2005, 15:15
Wobei ich mich frage, ob Politik und Geschichte immer nur von einer Person gemacht wird, sprich Koch. Ich denke, dass die Weichen schon früher und an einem anderen Ort gestellt wurden.
1995 wurde das Dienstleistungsabkommen Gats (General Agreement on Trade in Services) zum Zweck der weltweiten Liberalisierung der Dienstleistungsmärkte in das Vertragswerk der WTO aufgenommen. Das Gats ist ein äußerst umfassendes Abkommen, das grundsätzlich jeden Dienstleistungssektor - von Versicherungen über Tourismus, von der Telekommunikation zu Finanz-, Energie- und Umweltdienstleistungen - betrifft. (TAZ vom 17.10.2005)
Das betrifft wohl auch den Rückzug des Staates aus der sozialen Fürsorge. Weiterhin sollen durch Vertragswerke auch Bildung und Gesundheit privatisiert werden. Der Lauf der Zeit...

Tse Tse
22.10.2005, 15:31
Ach, ein Link dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/GATS

Recall8
24.10.2005, 18:26
Wobei ich mich frage, ob Politik und Geschichte immer nur von einer Person gemacht wird, sprich Koch. Ich denke, dass die Weichen schon früher und an einem anderen Ort gestellt wurden.

Natürlich, da hast Du Recht. Das ist auch ein ganz natürliches Prinzip.
Das ist eben Politik.
Aber genau aus diesem Grund ist R.Koch eine Leitfigur im Zuge der Privatisierung; Leitfiguren bestimmen die Politik.
OK, zugegegebenermaßen kenne ich mich als Nicht-Hesse auf polit. Landeseben momentan zu wenig aus.
Ist es etwa nicht so, dass beispielsweise bei den Bundes- oder Landtagswahlen ein beachtenswerter der Bevölkerung ausschliesslich nach Sympathien wählt? Wer beschäftigt sich schon eingehend mit Wahlprogrammen...?
Nein, es werden Personen, es werden Charaktere gewählt.

In meinen Augen ist Koch und mit ihm die hess. Landesregierung im weitesten Sinne dann eben nur Exekutive der Ziele von Gats?!
Aber ist denn GATS zwangsläufig richtig?
Ich glaube es gibt ebensoviele Kritiker wie Befürworter und schon bei der Verabschiedung herrschte Vielerlei Unstimmigkeit.

Warum habe ich das beklemmende Gefühl, dass Gesetz und Gesetzesumsetzung zweierlei Welten sind und eine bevorstehende Privatisierung vielmehr einem Himmelfahrtskommando, einem großangelegten Versuch ähnelt? Dazu kommt noch die glorreiche Geheimhaltungstaktik...
Man kann es halten wie man möchte, aber die entscheidenden Nachteile von GATS müssten wohl bekannt sein. Ich kann dies nicht befürworten.

http://attac.de/klinika/data/Aktionstag.2.jpeg

Tse Tse
26.10.2005, 16:55
Aktionstag.2.jpeg
31.10. , wir werden dem Koch die Suppe versalzen,
:-wow und :-dagegen sagen.

Tse Tse
01.11.2005, 10:38
So, nun warer da – nu isser wieder weg.
Zu Gesicht hat man ihn nur von weitem bekommen – abends im Fernsehen
:-oopss

Tse Tse
13.12.2005, 18:53
Der private Krankenhauskonzern Asklepios und der Medizintechnikhersteller B. Braun wollen die fusionierte Uniklinik Gießen-Marburg nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) gemeinsam kaufen. Das Pikante daran, wie die Recherche des Anzeigers ergab: Der Chef des Melsunger Unternehmens, Ludwig Georg Braun, ist Mitglied im Aufsichtsrat der Uniklinik Gießen-Marburg. Weder die beiden Unternehmen noch Staatssekretär und Aufsichtsratsvorsitzender, Prof. Joachim-Felix Leonhard, wollten die Pläne gestern kommentieren. Dabei verwies Leonhard gegenüber dem Anzeiger auf die Vertraulichkeit des Vergabeverfahrens sowie der Inhalte der Aufsichtsratssitzungen.

Voller Text auf http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?template_id=2634&id=1874971&_zeitungstitel=1133842&_resort=1103635&_adtag=localnews&_dpa=

Am 19. Dezember soll nun entgültig die Bekanntgabe stattfinden.

Doktor_No
13.12.2005, 19:19
wenn das so kommt, kann ich nicht glauben, dass die besetzung der chefarztposition der ASKLEPIOS klinik lich ein zufall war!!!!!!!!!!!!!!!!!

Tse Tse
17.12.2005, 12:54
Soeben wurde in Wiesbaden von der hessischen Landesregierung bekannt gegeben, dass die Uniklinik Gießen-Marburg ab Januar von der RHÖN-KLINIKUM-AG geführt wird. Der Kaufpreis liegt bei 112 Millionen Euro.

Tse Tse
17.12.2005, 13:14
Ein Nachschlag:

Als problematisch haben wir immer empfunden, wenn Personalvertretungen bis zum letzten Tag gegen eine Privatisierung kämpfen, um dann, wenn sie beschlossen ist, den neuen Herausforderungen unvorbereitet gegenüber zu stehen. Wir empfehlen deshalb eine frühzeitige und offene Diskussion – vielleicht sogar auf unverbindlicher Ebene –, um die unzweifelhafte Zukunftsträchtigkeit unserer Tarifsysteme kennen zu lernen.
http://www.rhoen-klinikum-ag.com/rka/k0/privatisierung/bestehendevertraege
Aufgrund der Struktur des Bieterverfahrens waren hier von vornherein die Personalvertretungen erst gar nicht mit eingebunden.

In den nächsten Tagen werden sicherlich mehr Details bekannt werden. Und die Einschätzung dann leichter fallen, welche möglichen Auswirkungen sich für Klinikum und Universität ergeben.

Recall8
17.12.2005, 13:50
Naja ich bin gespannt, sollte wirklich spürbare Verschlechterungen eintreten, bin ich und einige meiner Kommis aus MR garantiert weg.
Bin doch kein Versuchskaninchen hier in Hessen...

PhineasGage
17.12.2005, 18:16
So jetzt ist es raus...

hier mal ein Link:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,391074,00.html

noch einer:
http://www.faz.net/s/Rub6B15D93102534C72B5CF6E7956148562/Doc~E89723D2B5826459585CD9B74211D702B~ATpl~Ecommon ~Scontent.html

und noch einer:
http://www.n-tv.de/614115.html

`Wissenschaftsminister Corts entgegnete, durch die Fusion und Privatisierung des Klinikums sichere das Land wissenschaftliche Exzellenz in Forschung und Lehre und gewährleiste gleichzeitig "Krankenversorgung auf Spitzenniveau".`---mein Lieblingszitat aus dem Spiegel-Artikel

Hoffentlich erlebe ich noch bis Ende meines Studiums irgendwann mal die Exzellenz in Forschung un Lehre... :-nix

Bernd1985
17.12.2005, 22:55
so lange wir nicht nach gießen müssen, ist doch alles okay und die Auswirkungen auf die Klinik werden sich in unserem Studium wohl hoffenttlich nioch begrenzen, da die ja nicht von jetzt auf gleich Abteilungen schließen. Außerdem stimmt mich optimistisch, dass an der Klinik soviel gebaut wird und dann mach ich die ja nicht 2/3 Jahre später zu.

ToolKing
18.12.2005, 10:00
Ich bin eigentlich recht zuversichtlich... Beide Standorte bekommen Investitionskapital zugesprochen, welches sie in der Höhe nicht annähernd vom Land bekommen hätten.

Zudem kann sich ein Privater schlechte Qualität im Wettbewerb nicht leisten, und den Status "Universitätsklinikum" werden die auch kaum verlieren wollen, schließlich hat man den mitbezahlt. Also abwarten...

sunrise10086
18.12.2005, 10:11
Als "Fusionsleidensgenosse" aus Berlin muss ich Euch jetzt mal ein paar Fragen stellen: Gibt es konkrete Ansagen, wie jetzt von einem privaten Betreiber die Staatsaufträge in Lehre und Forschung umgesetzt werden? Wieviel Einfluss bleibt Euch als Studierendenschaft, noch Einfluss auf die Belange (Berufungen usw.) an Eurer Ausbildungsstätte zu nehmen?

Es scheint mir hochproblematisch, das ohne ein Gesetz durchzudrücken, in dem das festgeschrieben ist. Habt Ihr sowas und wenn ja, kann man das irgendwo mal online einsehen? Wir haben just diese Woche unser neues Universitätsmedizingesetz bekommen, das regelt die meisten Sachen recht klar.

Zum Thema Fusion allgemein: Es ist in meinen Augen in Ordnung, in Berlin zu fusionieren (ist schliesslich eine zusammenhängenden Stadt), aber gleich ganz Mittelhessen mit nur einer Uniklinik auszustatten halte ich doch für grenzwertig. Im übrigen kann ich mir kaum vorstellen, dass die Distanz zwischen Steglitz und Mitte (12 km) grösser ist als zwischen Marburg in Giessen. Die Verkehrsanbindung ist aber mit Sicherheit besser. ;-)
Aber da lass ich mich gerne eines besseren belehren...

Das Rumgefahre ist in meinen Augen eher sekundär-nervig, was primär-nervig ist, wäre die Fusion zweier total unterschiedlicher Organisationssysteme wie es hier bei uns gelaufen ist. Das ist hochgradig nervig und so verkorkst, dass unser Studiendekan darüber nachdenkt, Berlin komplett ins N-Modell und damit aus der Approbationsordnung raus und in einen Modellstudiengang rüberzuziehen.

Drück Euch auf jeden Fall die Gichtgriffel, dass man Euch nicht komplett über den Tisch zieht.