June
18.05.2002, 16:32
Hallo an alle! :-)
Mich interessiert, was ihr so für Erfahrungen mit dem Bedside-Teaching gemacht habt. Ich finde es grundsätzlich ziemlich cool, es macht Spaß und hat einen hohen Wiedererinnerungswert; eine Krankheit, die man mit einem Gesicht und einer Geschichte verbindet, prägt sich einfach viel besser ein.
Aber darauf will ich eigentlich gar nicht hinaus, sondern mehr auf das Zwischenmenschliche dabei. Gerade im Untersuchungskurs, weniger jetzt im Innere-Praktikum, habe ich das Patientenzimmer immer wieder mal mit einem schalen Gefühl verlassen. Die Gründe dafür waren unterschiedliche:
- Ein paar Ärzte sind wenig respektvoll mit den Patienten umgegangen und haben eine richtige „Vorführsituation“ entstehen lassen
- Auf der anderen Seite haben einige Ärzte es auch echt drauf, genau den Studenten vorzuführen, der den Mut hat, die Anamnese vorzutragen und dabei Fehler macht oder Unsicherheiten zeigt.
- Bei Untersuchungen, die etwas zeitaufwendiger sind – gerade bei Ungeübten – sind Gruppen von acht Studenten, die wir teilweise haben, einfach viel zu groß. Wenn man noch nicht perfekt auskultieren kann, hört man oft nicht alles beim ersten Mal draufhören und möchte die Eindrücke der Kommilitonen nachempfinden können. So kommt es teilweise dazu, daß ein Patient bis zu 16x auskultiert wird!!!
- Besonders unangenehm finde ich es, wenn man im Patientenzimmer über die Krankheit des Patienten spekuliert – auf der einen Seite halte ich es für notwendig, sich darüber auszutauschen, wie man die Untersuchungsergebnisse interpretiert, damit man das vorhandene Wissen zusammentragen kann und um herauszufinden, welche weiteren Untersuchungen noch notwendig sind zur differentialdiagnostischen Abklärung – auf der anderen Seite stelle ich mir diese Situation für die Patienten furchtbar vor: Klar wissen die, daß wir noch Studenten sind, aber können auch alle Patienten unsere Gespräche richtig einsortieren? Manchmal bin ich mir da nicht so sicher...
Ich will noch dazu sagen, daß die Stationspraktika bei mir bisher meistens richtig gut waren, das oben gesagte sind die gesammelten negativen Punkte des letzten Jahres, die echt nur vereinzelt aufgetreten sind.
Trotzdem interessiert mich, wie die Stationspraktika bei euch ablaufen, wie ihr die Patientenkontakte erlebt und wie ihr selbst damit umgeht.
Die June :-music
Mich interessiert, was ihr so für Erfahrungen mit dem Bedside-Teaching gemacht habt. Ich finde es grundsätzlich ziemlich cool, es macht Spaß und hat einen hohen Wiedererinnerungswert; eine Krankheit, die man mit einem Gesicht und einer Geschichte verbindet, prägt sich einfach viel besser ein.
Aber darauf will ich eigentlich gar nicht hinaus, sondern mehr auf das Zwischenmenschliche dabei. Gerade im Untersuchungskurs, weniger jetzt im Innere-Praktikum, habe ich das Patientenzimmer immer wieder mal mit einem schalen Gefühl verlassen. Die Gründe dafür waren unterschiedliche:
- Ein paar Ärzte sind wenig respektvoll mit den Patienten umgegangen und haben eine richtige „Vorführsituation“ entstehen lassen
- Auf der anderen Seite haben einige Ärzte es auch echt drauf, genau den Studenten vorzuführen, der den Mut hat, die Anamnese vorzutragen und dabei Fehler macht oder Unsicherheiten zeigt.
- Bei Untersuchungen, die etwas zeitaufwendiger sind – gerade bei Ungeübten – sind Gruppen von acht Studenten, die wir teilweise haben, einfach viel zu groß. Wenn man noch nicht perfekt auskultieren kann, hört man oft nicht alles beim ersten Mal draufhören und möchte die Eindrücke der Kommilitonen nachempfinden können. So kommt es teilweise dazu, daß ein Patient bis zu 16x auskultiert wird!!!
- Besonders unangenehm finde ich es, wenn man im Patientenzimmer über die Krankheit des Patienten spekuliert – auf der einen Seite halte ich es für notwendig, sich darüber auszutauschen, wie man die Untersuchungsergebnisse interpretiert, damit man das vorhandene Wissen zusammentragen kann und um herauszufinden, welche weiteren Untersuchungen noch notwendig sind zur differentialdiagnostischen Abklärung – auf der anderen Seite stelle ich mir diese Situation für die Patienten furchtbar vor: Klar wissen die, daß wir noch Studenten sind, aber können auch alle Patienten unsere Gespräche richtig einsortieren? Manchmal bin ich mir da nicht so sicher...
Ich will noch dazu sagen, daß die Stationspraktika bei mir bisher meistens richtig gut waren, das oben gesagte sind die gesammelten negativen Punkte des letzten Jahres, die echt nur vereinzelt aufgetreten sind.
Trotzdem interessiert mich, wie die Stationspraktika bei euch ablaufen, wie ihr die Patientenkontakte erlebt und wie ihr selbst damit umgeht.
Die June :-music