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Evil
10.10.2005, 17:28
Die Vorstellung entzückt mich zwar nicht gerade, aber vegan leben heißt schlicht vermeidbares Leid vermeiden. Könnte mir für meine Zukunft auch vorstellen an Tierversuchs-Alternativen zu arbeiten. Hm, völlig konsequent ist das letztlich aber auch nicht, wenn Du berücksichtigst, daß allein Deine Existenz schon Lebensraum und Nahrung anderer Lebewesen beansprucht. Leben ist immer egoistisch, und ob das Leben in freier Wildbahn soviel besser ist...

Außerem, woher weißt Du, daß Pflanzen gerne gegessen werden?

Hades
10.10.2005, 17:59
Nicht zu ernst nehmen aber das hier ist etwas witziges zu dem Thema http://www.thebestpageintheuniverse.net/c.cgi?u=grill

ja ich esse Fleisch :p

gemuesli
10.10.2005, 19:28
Hm, völlig konsequent ist das letztlich aber auch nicht, wenn Du berücksichtigst, daß allein Deine Existenz schon Lebensraum und Nahrung anderer Lebewesen beansprucht. Leben ist immer egoistisch, und ob das Leben in freier Wildbahn soviel besser ist...

Außerem, woher weißt Du, daß Pflanzen gerne gegessen werden?


Is mir schon klar, dass ich durch meine Existenz andere Lebewesen behindere/töte. Aber man kann es eben einschränken. Nur weil man das nicht auf 0 runterfahren kann, heißt das noch lange nicht, dass man garnichts dagegen tun kann.
Ich denke nicht, dass Pflanzen im selben Ausmaß leiden wie Tiere. Sie haben nicht annährend das Nervensystem. Wäre auch ziemlich sinnlos. Schließlich ist Schmerz hauptsächlich dazu da, um eine Gefahr zu registrieren und vor ihr zu flüchten. Die können ja schlecht wegrennen.
Aber nehmen wir mal an sie könnten genauso leiden. Es wäre dann ja erst recht sinnvoll vegan zu leben, da man dadurch weniger Pflanzen verbraucht (wie ich schon vorher angemerkt habe) und zusätzlich keine Nutztiere töten muss.

Chippielara
11.10.2005, 15:48
Nur mal so als gedankenspiel: wenn wir alle kein fleisch von nutztieren und keine eier essen und keine milch trinken würden- was würde passieren?

Wer würde noch nutztiere halten, mal abgesehen von ein paar hobbybauern, "ferien auf dem bauernhof (historisch)"-veranstaltern und wahrscheinlich zoos?

Folge: Aussterben der nutztierarten...?


Wenn man außerdem überlegt, welchen tod die tiere in freier wildbahn sterben (hunger, krankheit, raubtiere (die sich nicht sonderlich um humanes schlachten bemühen)), relativiert sich mein schlechtes gewissen als fleischfresser enorm.

trotzdem, natürlich jeder nach seinem gusto...

DjBonsai
11.10.2005, 17:24
Der Mensch ist ein perfektes Raubtier. Wieso soll er sich gegen seine Natur wehren? Im Großen und Ganzen funktioniert der Tierschutz ja halbwegs...es könnte besser laufen, aber da lässt sich ja noch dran arbeiten.

Vermeidbares Leid wäre auch, dass man keine Ameisen zertritt und auch sonst keine Insekten tötet. Achtet da wirklich jeder so drauf? Ich denke niemand.

Es bringt doch nichts, wenn die Zahl der Vegetarier oder Veganer so verschwindend gering ist. Dadurch werden wohl kaum weniger Tiere getötet werden...so what?! Eine Grillparty an jedem See in Deutschland mehr im Sommer und schon ist der Gewinn der Veganer wieder ausgeglichen :-nix

gemuesli
11.10.2005, 18:50
Nur mal so als gedankenspiel: wenn wir alle kein fleisch von nutztieren und keine eier essen und keine milch trinken würden- was würde passieren?

Wer würde noch nutztiere halten, mal abgesehen von ein paar hobbybauern, "ferien auf dem bauernhof (historisch)"-veranstaltern und wahrscheinlich zoos?

Folge: Aussterben der nutztierarten...?


Wenn man außerdem überlegt, welchen tod die tiere in freier wildbahn sterben (hunger, krankheit, raubtiere (die sich nicht sonderlich um humanes schlachten bemühen)), relativiert sich mein schlechtes gewissen als fleischfresser enorm.




Bin zwar Optimistin, aber realistisch. Du Glaubst doch nicht im Ernst, dass sich die gesamte Weltbevölkerung zur veganen Lebensweise entschließen würde? Womit sich die Frage mit den Nutztieren eigentlich schon erledigt hätte. Angenommen man bräuchte wirklich keine Nutztiere mehr: Was wäre so schlimm daran, verglichen mit dem vielen Leid, das damit beendet wäre? Übrigens sind viele Rassen wirklich Qualzuchten. Vergleiche mal ein herkömmliches Schlachtschwein, bei dem man aufpassen muss, dass es sich beim Rennen nicht sämtliche Knochen bricht oder nen Herzinfarkt erleidet, mit einem Wildschwein.
Durch den damit reduzierten Pflanzenverbrauch würde auch wieder mehr Fläche für Wildtiere nutzbar sein.
Klar die Natur ist grausam, das heißt noch lange nicht, dass ich auch grausam sein muss. Ein Löwe z. B. muss eben seine Beute erlegen, er kann ja nicht eben mal beim Falafelstand vorbei oder sich ein Seitan-Steak braten.


"Der Mensch ist ein perfektes Raubtier. Wieso soll er sich gegen seine Natur wehren?"
Der Mensch ist omnivor, er kann alles essen, muss aber nicht. ;-)

"Im Großen und Ganzen funktioniert der Tierschutz ja halbwegs..."
Da is aber einer blauäugig. ;-)

"Vermeidbares Leid wäre auch, dass man keine Ameisen zertritt und auch sonst keine Insekten tötet. Achtet da wirklich jeder so drauf? Ich denke niemand."
Also ich guck schon drauf, dass ich nicht gerade ne Ameisenstraße entlang laufe oder so. Soweit es eben im normalen Rahmen möglich is.

"Es bringt doch nichts, wenn die Zahl der Vegetarier oder Veganer so verschwindend gering ist. Dadurch werden wohl kaum weniger Tiere getötet werden...so what?! "
Uiuiuiui. Was ist denn das für eine Einstellung? Ich meine jetzt nicht nur in Bezug auf Tiere, sondern generell. Is ja ziemlich nihilistisch. So auf die Art: Man kann ja eh nix machen, is alles egal. Wie Politiker, die Afrika als bodenloses Fass betrachten und daraufhin die Hilfe stoppen. Ups jetzt schweif ich aus.
Außerdem hab ich die Hoffnung, das es mehr Veggis werden. Es gibt ja in fast jedem Restaurant vegetarische Menüs. Das war nicht immer so. Da muss ja schon eine gewisse Masse dahinter stehen.

s*bärli
11.10.2005, 18:56
Veganismus ist gerade aktuell bei Chefkoch.de Thema,
vegane Rezepte gibt es über den Newsletter!

MichaelHH
11.10.2005, 19:11
Warum hackt ihr denn hier so lustvoll auf den Veganern/Vegetariern herum? Lasst doch jeden so glücklich werden wie er is(s)t... Manchen von den 100-kg-Plus-Patienten, die ich hier jeden Tag über die Krankenhausschwelle ächzen oder getragen werden (da ächzt dann der Rettungsdienst) würde ich auch gerne mal etwas mehr Ernährungsbewusstsein wünschen... :peace:

DjBonsai
11.10.2005, 19:33
Warum hackt ihr denn hier so lustvoll auf den Veganern/Vegetariern herum? Lasst doch jeden so glücklich werden wie er is(s)t... Manchen von den 100-kg-Plus-Patienten, die ich hier jeden Tag über die Krankenhausschwelle ächzen oder getragen werden (da ächzt dann der Rettungsdienst) würde ich auch gerne mal etwas mehr Ernährungsbewusstsein wünschen... :peace:

Es soll nicht als "Rumgehacke" gemeint sein. Ist sicherlich für ein "Raubtier" nur schwer nachvollziehbar, wie jemand wirklich zu der Entscheidung kommt, dass er kein Fleisch essen und keine Milch trinken will, wenn es aus Gründen ist, die nicht ganz so viel Sinn machen.

Sind halt nur persönliche Meinungen und eventuelle Fragen an die "Betroffenen" ;-)

Das mit den adipösen Patienten kann ich aber gut nachvollziehen :-party

gemuesli
13.10.2005, 13:02
Veganismus ist gerade aktuell bei Chefkoch.de Thema,
vegane Rezepte gibt es über den Newsletter!

Das is ja ne Überraschung! Und der Text is auch sehr schön.


Was weniger schönes zum Thema EU und Tierschutz: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,2378723,00.html :-(

HonorisCausa
13.10.2005, 20:07
"Ich esse Fleisch, und das ist auch gut so" :-))

Leggo1
13.10.2005, 21:28
"Ich esse Fleisch, und das ist auch gut so" :-))

:-top :-top :-top

milz
13.10.2005, 22:54
"Raubtiere" fangen sich ihr Essen selber und verzehren es roh, soweit ich weiß, und bekommen auch nur selten ein metabolisches Syndrom. (Es sei denn sie wurden zivilisiert (http://www.stern.de/wissenschaft/forschung/:Dicke-Freunde-Viele-Haustiere/540384.html)). ;-)

Leijona
14.10.2005, 00:12
hallo...
mich haben die eher patzigen (sorry!) antworten am anfang dieses threads auch erstmal gewundert.
ich schliesse mich meinen vorrednern an, jeder soll nach seiner fasson seligwerden! :-meinung

ich selbst bin keine veganerin, auch keine strenge vegetarierin, aber ebenso wie gemuesli auch schon anmerkte, man sollte sich vielleicht doch mehr gedanken machen, wo das essen herkommt, bevor es auf dem teller liegt und welche konsequenzen damit verbunden sind!! :-dafür

ich esse mittlerweile aus etlichen gründen quasi kein fleisch mehr, zb
- weil es eigentlich ökonomisch schwachsinnig ist, monokultur-nutzplanzenanbau in armen ländern zu forcieren, um damit mastfutter zur sicherung des fleischkonsums in den hiesigen industrieländern zu fördern - mit all dem rattenschwanz regenwald zerstören, gentechnisch veränderte pflanzen, verarmung der dortigen bevölkerung etc etc.
(dabei geht es mir nicht um die verteufelung des fleisches an sich- schon eine reduktion des fleischkonsums wäre hilfreich! und ernährungsphysiologisch bei vielen menschen sehr, sehr angeraten...)

- weil sich im fleisch leider wegen der nahrungskette etliche umweltgifte akkumulieren bzw krankheiten verbreiten :-(( :-((
hormone oder antibiotika in der tiermast zb
oder im aktuellen unicum stand, welchen weg das alte übriggebliebene mensaessen nimmt.. schweinefutter *würg* so zeug wie prionen wird beim konventionellen abkochen da auch nicht erwischt..
allein das mit dem bse ist meiner meinung ein zeichen dafür, dass die tierhaltung hochgradig pervertiert ist, wirtschaftlichen zwängen zuliebe, damit jeder (sorry) täglich billigfleisch fressen kann...
ich habe kein schlechtes gewissen dabei, wenn ich fleisch esse, das von einem ehemals freilaufendem biorind stammt, das heu zu fressen bekam. aber wer ist normalerweise bitteschön bereit, den preis für ein solches "reines" fleisch zu zahlen?
der standart-billigkäufer, für den das fleisch nicht preiswert genug sein kann, fördert durch sein kaufverhalten immer mehr den wirtschaftlichen druck auf die erzeuger, unphysiologischere und immer ethisch unverantwortlichere tiermast.. zb das verfüttern von tiermehl an rinder...
solche dinge sind es, die ich persönlich richtig eklig finde. und da sind auch andere lebensmittel nicht davon ausgenommen... zb tiefkühlpommesfrites mit acrylamid... etc. oder verpilztes weissmehlbrot...

ich bin also weder radikal für veganismus (dazu habe ich normalerweise milch viel zu gern- ich habe selbst 1 jahr auf einem bauernhof gearbeitet und gemolken)
noch radikal für vegetarismus (biofleisch ist auch mal was feines)
jedem das seine
aber ich bin für sehr viel bewussteren umgang mit dem, was man sich täglich reinschiebt...



:-dafür

MichaelHH
14.10.2005, 00:37
Nur mal so als gedankenspiel: wenn wir alle kein fleisch von nutztieren und keine eier essen und keine milch trinken würden- was würde passieren?

Wer würde noch nutztiere halten, mal abgesehen von ein paar hobbybauern, "ferien auf dem bauernhof (historisch)"-veranstaltern und wahrscheinlich zoos?

Folge: Aussterben der nutztierarten...?


Wenn man außerdem überlegt, welchen tod die tiere in freier wildbahn sterben (hunger, krankheit, raubtiere (die sich nicht sonderlich um humanes schlachten bemühen)), relativiert sich mein schlechtes gewissen als fleischfresser enorm.

trotzdem, natürlich jeder nach seinem gusto...

Interessantes Gedankenexperiment... Aus evolutionsbiologischer Sicht hat sich Nutzvieh (z.B. Milchkühe, Schweine, Geflügel etc.) eine wunderbare Nische geschaffen um das Fortbestehen der eigenen Art zu gewährleisten. Es geht eine Art Symbiose mit dem Menschen ein (was für das einzelne Exemplar natürlich recht tragisch mit der Schlachtung endet), aber die ganze Art besteht fort, ja wird sogar noch vom Menschen gehegt & gepflegt, gefüttert und vor Feinden und Krankheiten geschützt.

Chippielara
14.10.2005, 09:15
Interessantes Gedankenexperiment... Aus evolutionsbiologischer Sicht hat sich Nutzvieh (z.B. Milchkühe, Schweine, Geflügel etc.) eine wunderbare Nische geschaffen um das Fortbestehen der eigenen Art zu gewährleisten. Es geht eine Art Symbiose mit dem Menschen ein (was für das einzelne Exemplar natürlich recht tragisch mit der Schlachtung endet), aber die ganze Art besteht fort, ja wird sogar noch vom Menschen gehegt & gepflegt, gefüttert und vor Feinden und Krankheiten geschützt.


Genau, das meinte ich damit...

Dabei bin ich selbst kein extremer fleischesser- gibts bei mir vielleicht einmal die woche, genau aus dem grund, dass ich es nur beim bio-metzger meines vertrauens kaufe und dann auch gerne die entsprechenden preise bezahle. Das nur am rande.

Aber ich finde es eben auch falsch, das fleischessen an sich zu verteufeln und ich habe ganz im allgemeinen probleme mit dogmatikern und das sind viele der vegetarier und veganer, die ich bisher kennengelernt habe- hier braucht sich jetzt bitte niemand angesprochen fühlen. Ich bin eben für toleranz in beide richtungen- wer sich besser fühlt ohne fleisch, meinetwegen auch ohne milch und eier- bitteschön, aber lasst mich dann auch mein steak essen.

Ich kann es übrigens nicht belegen, habe aber gelesen, dass zumindest vegetarier nicht unbedingt dünner sind und auch nicht unbedingt gesünder leben. Also alleine mit dem verzicht auf fleisch geht man dem metabolischen syndrom nicht aus dem weg (ist auch bei fleischfressenden wildtieren vergleichsweise selten- die menge machts also wohl...). Zu veganern kann ich mich da nicht äußern.

Kennt eigentlich irgendwer fructorianer? Persönlich meine ich jetzt....? Da hört dann das verständnis ziemlich auf bei mir.

gemuesli
14.10.2005, 19:18
Interessantes Gedankenexperiment... Aus evolutionsbiologischer Sicht hat sich Nutzvieh (z.B. Milchkühe, Schweine, Geflügel etc.) eine wunderbare Nische geschaffen um das Fortbestehen der eigenen Art zu gewährleisten. Es geht eine Art Symbiose mit dem Menschen ein (was für das einzelne Exemplar natürlich recht tragisch mit der Schlachtung endet), aber die ganze Art besteht fort, ja wird sogar noch vom Menschen gehegt & gepflegt, gefüttert und vor Feinden und Krankheiten geschützt.


Ich würde eher sagen, der Mensch hat die Tiere seinen Bedürfnissen angepasst und damit Nutztiere geschaffen. Du verwechselst Evolution mit Zucht.
Dazu ne Erklärung von www.wikipedia.de
Evolution: "...Vielmehr sind die Wege, die die Evolution durch Ausbildung neuer Rassen und Arten einschlägt, vom Zufall bestimmte Experimente der Natur, die sich unter den jeweils gegebenen Umweltbedingungen als erfolgreich erweisen oder nicht..."
Zucht: "vom Menschen kontrollierte Fortpflanzung von Tieren und Pflanzen mit einem speziellen Ziel, meistens zur genetischen Umformung oder Verstärkung gewollter beziehungsweise Unterdrückung ungewollter Eigenschaften"

Ich würde das auch nicht als Symbiose betrachten, sondern eher als Ausbeutung. Was hat z. B. ein Batterie-Huhn von seinem Leben, außer die pure Existenz? Also unter solchen Umständen würde meine Wenigkeit lieber auf Existenz verzichten. Was würdest Du wählen?