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Denüse
30.12.2006, 17:26
Die Hinrichtung ist sowohl in moralischer als auch politischer Hinsicht Schwachsinn.

Ganz :-meinung !
Ich möchte mal Goethe zitieren:

"Er nennts Vernunft und braucht´s allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"

Wenn die Todesstrafe den Menschen und seine Moral an sich repräsentieren soll, na dann gute Nacht! :-nix

Miramis
30.12.2006, 17:29
Toll! Jetzt ist er für viele auch noch der Märtyrer. Nee nee, der hätte noch richtig leiden müssen ...


Der hätte lebenslänglich in ein Arbeitslager gesteckt werden sollen!!!!

... So zum Beispiel! :-meinung

tine74
30.12.2006, 18:11
Absolut dagegen:
Wegen Vergehen gegen Menschrechte bestraft mit einem Vergehen gegen Menschenrechte, wenn das ein guter Weg zu einer Demokratie sein soll (wie Bush behauptet), dann na danke....

Und genau wie schon gesagt wurde: Tote eignen sich besser als Märtyrer als Lebende (und wenn seine Tochter wirklich irgendwann den Leichnam zum Bestatten bekommt, ist ja schon klar, dass damit auch noch ein toller Wallfahrtsort geschaffen wird)...

Hoppla-Daisy
30.12.2006, 18:36
Ups, bin bis jetzt die einzige, die die Hinrichtung befürwortet. Normalerweise bin ich ein Gegner der Todesstrafe, aber in diesem Fall habe ich nichts dagegen. Wieso? Weil der Kerl jetzt endlich weg ist. Aus den Augen, aus dem Sinn. Kann man Gras drüber wachsen lassen. Er verschwindet in der Versenkung.

Wenn man ihn in irgendein Gefängnis gesteckt hätte, hätte er noch lauter Bücher schreiben und ständig auf sich aufmerksam machen können. So isser hoffentlich einfach mal Geschichte.
Ich denke, das ist zu einfach gedacht, Nine. Adolf Hitler starb zwar seinen "eigenen" Tod, wäre aber wohl auch hingerichtet worden. Und vergessen ist er, und auch viele seiner Mitstreiter, deshalb noch lange nicht. Leider ist es so, dass Staatsverbrecher, egal welcher Couleur, sich IMMER dazu eignen, Märtyrer zu werden. In der Versenkung werden diese nie verschwinden.

Meine Meinung: Ich kann es absolut verstehen und nachvollziehen, dass die Mehrheit eines Volkes, welches so sehr unter einem Diktator gelitten hat, sich seines entmachteten Schwerverbrechers endgültig entledigen möchte. Ob dies nun menschenrechtlich vertretbar ist, sei mal dahingestellt. Ich denke, man kann sowas höchstwahrscheinlich nur dann wirklich nachvollziehen, wenn man selbst viel Leid ertragen hat. Fakt ist, dass man - und das ist bestimmt bei nahezu jedem Menschen so, wenn man sich diese Frage in aller Stille stellt und sich ggf. diese Schwäche eingesteht - zum Beispiel auch den Schänder seines eigenen Kindes, den Mörder seiner lieben Frau, den Folterknecht des geliebten Mannes nach Ergreifung am liebsten tot sähe, damit er genau so leiden muss, wie das Opfer es musste, bis der Tod einer Erlösung gleichkam. Ob es einem selbst ein Gefühl der Befriedigung beschert, sei auch mal dahingestellt.

Ich kann all diese Beweggründe nachvollziehen, auch wenn ich selbst nicht so verfahren würde. ABER, wie ich darüber denken würde, wenn MICH SELBST ein Verbrechen ereilen würde oder Opfer eines grausamen Regimes mit all seinen grausigen Bestrafungs- und Foltermethoden würde, möchte ich mir hier und heute nicht ausmalen. Es könnte anders aussehen, als es sich heute darstellt.

Dass sich Saddams Volk seinen Tod wünschte und letztlich auch begrüßt, ist verständlich. Dass sich unser aller "Freund", Frömmler und selbsternannter Richter über alles und jeden, G. W. Bush, darüber so freut und diese Hinrichtung begrüßt, ist hingegen gänzlich unangebracht. Es steht ihm schlichtweg nicht zu. :-meinung

Solara
30.12.2006, 18:42
Dass sich unser aller "Freund", Frömmler und selbsternannter Richter über alles und jeden, G. W. Bush, darüber so freut und diese Hinrichtung begrüßt, ist hingegen gänzlich unangebracht. Es steht ihm schlichtweg nicht zu. :-meinung

Dieser Mensch hätte doch genügend Berater mit Verstand um sich, die ihn zu einem sinnvolleren Statement bzgl Saddam's Hinrichtung bringen hätten können ... jetzt ist es wieder ein netter Aufhänger für Fundamentalisten.

Saddam wird halt jetzt bei den eigenen Anhängern zum Märtyrer - und bei sämtlichen fundamentalistischen Gruppen gleich mit.
Seit dem Todesurteil ist es ja im Irak auch nicht ruhiger geworden, sondern es war im Gegenteil der opferreichste Monat für die Amerikaner.

Shutt
31.12.2006, 00:10
Es tut mir nicht leid um ihn. Aber man hätte ihn nicht hinrichten dürfen, sondern für den (kleinen) Rest seines Lebens (war er nicht ohnehin krebskrank?) wegsperren müssen. Über die letzten Bilder vor dem Strick und dem Film über die Hinrichtung selbst (ja es gibt inzwischen einen Film, Handykamera) bin ich immer noch sprachlos.

Er starb als Märtyrer und die nicht wenigen Anhänger werden dafür sorgen dass er in irgendeiner Weise präsent bleiben wird. Auch wenn man ihm in den Sekunden vor dem Öffnen der Falltür angeblich die Angst vor dem Sterben in den Augen ansah, ist der Tod keine Strafe für ihn gewesen.

Ein Argument für die Hinrichtung, was ich aus Diskussion hier daheim höre ist dass es aus dem dortigen Rechtssystem heraus kein anderes Urteil als der Strick zulässt. Das ist wahr. Nur: Der Prozess war von Anfang an eine Farce und von Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Ganz einfach weil es der Welt mit der Überschrift "Für die Demokratie im Irak" verkauft wurde. Aber: 1. Demokratie und Todesstrafe passen nicht zusammen und 2. es gibt zwar ein demokratisches Gebilde, was höchst instabil ist, aber weder Dabbelyou noch sonst ein anderer kann mir erzählen das derzeit im Irak Demokratie vorherrscht. Man hätte also die Prozesse erst dann anstreben sollen, bis stabile Verhältnisse gegeben sind oder man hätte Saddam außerhalb Irak (und USA) anklagen müssen.

Aber seis drum, hoffen wir dass es nicht zum Flächenbrand führt, noch scheint es relativ ruhig zu sein.

Übrigens: Selbiges gilt auch für Osama, falls sie ihn irgendwann doch noch fassen sollten, werden sie ihn wohl auch hängen lassen.

Christoph_A
31.12.2006, 07:42
Saddam hatte aufgrund seiner Taten den Tod verdient, das steht ausser Frage. Allerdings ist die Todesstrafe meineserachtens ein antiquiertes Mittel und einer "aufgeklärten" Demokratie nicht würdig. Wer Menschen hinrichtet, ist nicht besser als diese selbst, ob er es nun "human" tut oder nicht.
Ich muß mich da Evil anschliessen-lebenslänglich Arbeitslager oder zumindest Gefängnis unter verschärften Bedingungen wäre besser gewesen, zumal die Märtyrerausprägung dann vermutlich geringer ausgefallen wäre.

DeKl
31.12.2006, 09:03
was ist eigentlich aus der guten alten tradition des folterns geworden?

...der gesunde menschenverstand, den zudem jede religion predigt, sagt mir doch, daß die todesstrafe völlig banane ist. und alle beteiligten parteien sind sehr religiös. was ist die nun die botschaft für mich otto-normal-menschen?

MarkusM
31.12.2006, 09:26
gelöscht.

Hellequin
31.12.2006, 10:26
...der gesunde menschenverstand, den zudem jede religion predigt, sagt mir doch, daß die todesstrafe völlig banane ist. und alle beteiligten parteien sind sehr religiös. was ist die nun die botschaft für mich otto-normal-menschen?
Wie die weise Vordenkerin Britney Spears einmal sagte:"Ich bin für die Todesstrafe. Wer schreckliche Dinge getan hat, muss eine angemessene Strafe bekommen. So lernt er seine Lektion für das nächste Mal."

Noch Frage? :-D

Aber wir schweifen ab. So back to Topic.

HerrKaleun
31.12.2006, 10:36
Mal ganz davon abgesehen, dass ich den persönlich am nächsten Baum aufgeknüpft hätte, bin ich für die Todesstrafe.

Ich denke aber, bei einigen Leuten handelt es sich nicht um die Todesstrafe, sondern eher um Sterbehilfe. So kann man gewisse Menschen einfach von ihrem Leiden erlösen. Ist jedenfalls meine Meinung. :-dafür

DeKl
31.12.2006, 11:11
@ kaleun: und was will es uns nun damit sagen? saddam hat nur gelitten? mitleid mit kriegsverbrechern und menschenrechtsverletzern? exekution als große wohltat? ich hoffe, daß du hier nur eine kleine satire gemacht hast (denn das kriegt man im geschriebenen ja nicht immer so gut mit, wie ich mir oft sagen lassen muss :-) ), ansonsten habe ich einfach selten etwas dümmeres gelesen.

HerrKaleun
31.12.2006, 11:38
@ kaleun: und was will es...

ER. (Ich hab Dich auch lieb, Anima. [-::-])



Mir geht diese Heuchelei auf den Keks. Bei Todesstrafe denke ich z.B. an Marc Dutroux. Wie gesagt, auch ein Kandidat, denn ich persönlich am nächsten Baum aufknüpfen würde. Ich bin bei diesen Menschen ganz einfach für Sterbehilfe um sie von ihren Leiden zu erlösen. Oder wie nannte die Bildzeitung doch den Entführer und Vergewaltiger, ja genau "Marc B.". Wie gesagt, solche Menschen, wer würde sie vermissen?! Ich nicht.

Wie gesagt, ihr seid Heuchler. Als nicht betroffener kann man leicht von Therapie etc. reden, aber frag mal Eltern, Opfer und deren Angehörige. Ich wette die haben zu diesem Thema auch eine leicht andere Einstellung. Und das verstehe ich vollkommen. :-dafür

vroni
31.12.2006, 11:59
Natürlich haben Angehörige eine andere Einstellung dazu und aus diesem guten Grund gibt es "unabhängige" Gerichte und keine Selbstjustiz.
Bei Sexualverbrechern finde ich auch, hört man das Wort Therapie zu häufig und jeder ist Schuld nur er selber nicht, trotzdem bin ich nihct für Todesstrafe.

Aber back-to-topic

DeKl
31.12.2006, 12:05
es heuchelt niemand. der typ hat eine strafe verdient. in meinen augen hat jedoch niemand das recht über leben und tod zu urteilen.
und in diesem fall ist es doppelt ungeschickt. die weltpolizei wollte dem bösen menschenrechtsverletzer einhalt gebieten und als strafe verletzen sie mal wieder die menschenrechte und zwar auf dem gebiet des neu geschaffenen staates? das hat in nürnberg mehr oder weniger gut funktioniert, aber hier ist die grundsituation eine völlig andere, eine vollkommen andere kultur liegt hier zugrunde.
deine ansicht zur todesstrafe kann ich tolerieren und ich finde auch, daß das geheuchel ist, es als strafe zu bezeichnen. es ist billige rache, aber das ist ja auch ok. nur finde ich, daß dieser fall hier wesentlich komplexer ist, als ihn mit dutroux oä zu vergleichen. hier stehen noch politische zusammenhänge hinter, die durchaus den großteil der welt noch betreffen können

Hellequin
31.12.2006, 12:07
Wie gesagt, ihr seid Heuchler. Als nicht betroffener kann man leicht von Therapie etc. reden, aber frag mal Eltern, Opfer und deren Angehörige. Ich wette die haben zu diesem Thema auch eine leicht andere Einstellung. Und das verstehe ich vollkommen. :-dafür
Und den Angehörigen ist damit irgendwie damit geholfen, wenn der Täter hingerichtet wird? Wohl eher nicht.
Und wie gehts wohl den Angehörigen von Leuten die irrtümlich hingerichtet worden sind?

HerrKaleun
31.12.2006, 12:11
was ist eigentlich aus der guten alten tradition des folterns geworden?



Uhh. Sehr guter Punkt! Den hätte ich fast übersehen. Um Dich noch weiter zu schockieren, ich halte auch Folter in gewissen Fällen für legitim. Hierzu fallen mir auch wieder Fälle vergleichbar mit Dutroux, Jakub Fiszmann(entführerter Bänker), oder Markus Gäfgen ein.

Entführte Personen sitzen in einem Loch/Verlies, der Entführer ist in Polizeigewahrsam, nur reden tut er nicht. Was macht man da, aus rechtsstaatlicher Sicht hat die Polizei leider keine Handhabe, daher sind die Opfer leider dem Tode geweiht. Alles sehr schön, wirklich.

Oh man geht mir dieses blöde grün-alternative Gelaber auf den Geist...:-oopss

HerrKaleun
31.12.2006, 12:12
Und den Angehörigen ist damit irgendwie damit geholfen, wenn der Täter hingerichtet wird? Wohl eher nicht.


Im Falle von "Marc B." denke ich das schon... ;-)

DeKl
31.12.2006, 12:17
du schockierst mich nicht. ich mag nur dein braunes unterhemd nicht :-)

michael333
31.12.2006, 12:21
Und den Angehörigen ist damit irgendwie damit geholfen, wenn der Täter hingerichtet wird? Wohl eher nicht.


Bei der Hinrichtung dieses Diktators ist aber zu beachten, dass im Irak die Todesstrafe für die Bevölkerung Gang und Gebe ist. Wäre Saddam nicht hingerichtet worden, wären die Angehörigen seiner Opfer entsetzt.
Deswegen blieb gar kein anderer Weg als ihn zu töten.