Flauta
27.10.2005, 20:26
Dann schalte ich mich auch mal ein....
Auch ich bin aus dem Ausland, habe aber gelernt akkzentfrei Deutsch zu reden und falle daher nicht auf (obwohl ich es nicht unbedingt als Kompliment empfinde wenn man annimmt, ich sei Deutsche und sich verwundert zeigt über meine luxemb. Staatsbürgerschaft).
Ich habe während dem Studium den Studienplatz getauscht. Wie viele junge Leute meines Landes gehen die jungen Studenten an die Uni nahe an unserer Landesgrenze, also z.B. ins Saarland.
Hier wurde ich teilweise sehr schlecht behandelt und habe von deutschen Studenten des öfteren Aussagen gehört wie:" Geh doch zurück in dein Land, ihr nehmt uns deutschen nur das Geld weg indem ihr bei uns schmarotzt (studiert)" (jaja, was ist mit den über 20 000 Deutschen die jeden Tag zum Arbeiten in unser Land kommen, hier gerne das Geld entgegen nehmen und in D ausgeben, alle Tanktouristen die mit ihrem Tanken bei uns verursachen, dass wie Kyoto nicht einhalten können und horrende Strafen zu befürchten haben....). Oder sowas wie: " ach warum stöhnst du denn jetzt so, du kannst dir doch alles leisten, ihr habt ja alle Geld wie Heu"... und immer das Gefühl zu haben, nicht dazu gehören zu können....und nur mit anderen Studenten aus meinem Land herumzuhängen wollte ich nicht-
Dann der Studienortwechsel in eine deutsche Stadt, die weit weg von der luxemburgischen Grenze liegt und diese Klischees über "typische Luxemburger" nicht durchgedrungen sind, ist es jetzt total anders: ich werde behandelt wie jeder andere auch, man urteilt nicht mehr aufgrund meiner Nationalität, keine Querelen, keine Vorurteile und eher interkulturelles Interesse,...also ideal.
Ich denke, dass das viel mit Klischeedenken zu tun hat. Zudem ist man in Deutschland immer besonders hellhörig wenn das Thema "Kontakt Deutsche-Ausländer" diskutiert wird. Sicherlich, Deutschland hat eine andere Position aufgrund der geschichtlichen Vergangenheit die meisten anderen Länder, aber dennoch denke ich, dass dieses Klischee überwunden werden kann, besonders in akademischen Kreisen sollte man dazu fähig sein (besonders in der Medizin......).
In Luxemburg gibt es über 40% Ausländer (also Deutschland nicht immer jammern) und wahre Rassismusproblem gibt es nicht - weil man sich aufgrund der Grösse des Landes interkulturell orientiert....oder es versucht...
soviel zu meiner Predigt zum Sonntag....... :-blush
Flauta
Auch ich bin aus dem Ausland, habe aber gelernt akkzentfrei Deutsch zu reden und falle daher nicht auf (obwohl ich es nicht unbedingt als Kompliment empfinde wenn man annimmt, ich sei Deutsche und sich verwundert zeigt über meine luxemb. Staatsbürgerschaft).
Ich habe während dem Studium den Studienplatz getauscht. Wie viele junge Leute meines Landes gehen die jungen Studenten an die Uni nahe an unserer Landesgrenze, also z.B. ins Saarland.
Hier wurde ich teilweise sehr schlecht behandelt und habe von deutschen Studenten des öfteren Aussagen gehört wie:" Geh doch zurück in dein Land, ihr nehmt uns deutschen nur das Geld weg indem ihr bei uns schmarotzt (studiert)" (jaja, was ist mit den über 20 000 Deutschen die jeden Tag zum Arbeiten in unser Land kommen, hier gerne das Geld entgegen nehmen und in D ausgeben, alle Tanktouristen die mit ihrem Tanken bei uns verursachen, dass wie Kyoto nicht einhalten können und horrende Strafen zu befürchten haben....). Oder sowas wie: " ach warum stöhnst du denn jetzt so, du kannst dir doch alles leisten, ihr habt ja alle Geld wie Heu"... und immer das Gefühl zu haben, nicht dazu gehören zu können....und nur mit anderen Studenten aus meinem Land herumzuhängen wollte ich nicht-
Dann der Studienortwechsel in eine deutsche Stadt, die weit weg von der luxemburgischen Grenze liegt und diese Klischees über "typische Luxemburger" nicht durchgedrungen sind, ist es jetzt total anders: ich werde behandelt wie jeder andere auch, man urteilt nicht mehr aufgrund meiner Nationalität, keine Querelen, keine Vorurteile und eher interkulturelles Interesse,...also ideal.
Ich denke, dass das viel mit Klischeedenken zu tun hat. Zudem ist man in Deutschland immer besonders hellhörig wenn das Thema "Kontakt Deutsche-Ausländer" diskutiert wird. Sicherlich, Deutschland hat eine andere Position aufgrund der geschichtlichen Vergangenheit die meisten anderen Länder, aber dennoch denke ich, dass dieses Klischee überwunden werden kann, besonders in akademischen Kreisen sollte man dazu fähig sein (besonders in der Medizin......).
In Luxemburg gibt es über 40% Ausländer (also Deutschland nicht immer jammern) und wahre Rassismusproblem gibt es nicht - weil man sich aufgrund der Grösse des Landes interkulturell orientiert....oder es versucht...
soviel zu meiner Predigt zum Sonntag....... :-blush
Flauta