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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Okkulte Bronchialkarzinome



Hyun-Keun
01.01.2006, 02:36
Hi,

folgende Randdaten: Bei einem 80-jährigen Patienten, der unter unspezifischen Thoraxschmerzen sowie zunehmender Atemlosigkeit/-not bei körperlichen Anstrengungen leidet, wird links ein massiver Pleuraerguss festgestellt und knapp zwei Liter Pleuraflüssigkeit drainiert. Das Exsudat ist voller Lungentumorzellen, aber weder in der Lunge noch sonst wo lässt sich ein Herd lokalisieren, die Lymphknoten sind sauber.


Könnt ihr was damit anfangen? Was wäre Eure mutmaßliche Diagnose und wie sehen wohl die Heilungschancen aus? Kommt es häufiger vor, dass sich Primärherde nicht finden lassen? Was wisst ihr über die Wirksamkeit von EGFR-Blockern wie Gefitinib/Iressa?





Ein frohes Neues
Hyun-Keun

alex1
01.01.2006, 23:18
Interessante Frage, allerdings muß ich mich fragen ob es tatsächlich "Lungentumorzellen" waren, die in der Zytologie gefunden wurden.

Es könnte letztendlich auch einfach eine Pleurakarzinose vorliegen, aufgrund eines bis dahin nicht entdeckten anderen Tumors.
Falls möglich wäre es ganz gut wenn du das Ergebnis der Zytologie posten könntest.

Eine Pleurakarzinose muss man nicht immer auf der CT sehen.


EGFR Blocker sind neue Substanzen, noch weitgehend in klinischer Erprobung. Wie gut die Resultate sind und bei einem T4 Tumor (falls es tatsächlich ein BC ist, ist es ein T4 Tumor, da maligner Pleuraerguss vorhanden ist) ist fraglich.
Vor allem bei einem 80jährigen...

Also wie schon gesagt, ich weiß nicht ob es ein BC ist, oder ein ganz übliches CUP.

Hyun-Keun
02.01.2006, 11:14
Guten Morgen,



Es könnte letztendlich auch einfach eine Pleurakarzinose vorliegen, aufgrund eines bis dahin nicht entdeckten anderen Tumors.
Falls möglich wäre es ganz gut wenn du das Ergebnis der Zytologie posten könntest.
Genauere Angaben kann ich leider nicht machen, aber ein Pleurakarzinom konnte meines Wissens ausgeschlossen werden. Ich frage mich allerdings, wie präzise diese zytologische Untersuchungen sind. Lässt sich das Ursprungsgewebe immer zweifelsfrei bestimmen?



Eine Pleurakarzinose muss man nicht immer auf der CT sehen.
Wie kann eigentlich ein Herd, der so winzig ist, dass er auf keinem bildgebenden Verfahren der Welt erscheint, für so viele Tumorzellen im Erguss sorgen? Oder vermehren die sich auch in der Flüssigkeit?


Danke für dein Feedback! :-top




Gruß
Hyun-Keun

test
02.01.2006, 11:42
Wäre auch interessant zu wissen, was für einem histologischen Typ die Zellen entsprechen, wenn es tatsächlich von der Lunge ausging.

Theoretische Möglichkeiten das zu erklären, wären folgende:
-irgendwo saß der PRimärherd hat früh gestreut, aber sich dann aus irgendeinem Grund zurückgebildet. :-nix
-oder er saß tatsächlich in der Lunge randständig und ist einfach "eingeschmolzen".
-achja und ich würde sagen die Zellen können sich auch an der Pleura absiedeln und vermehren.
Das mit der Präzsision bei der Besstimmung ist glaube ich auch nicht so einfach, beispielsweise bei den kleinzelligen Tumoren, die sehen sich zumindest lichtmikroskopisch doch recht ähnlich, mit Immunzytologischen Markern ist es aber glaube ich meist schon möglich mit hoher Wahrscheinlichkeit zu sagen woher die Zellen kommen.