Die Zeit in der wir unser materielles Sein reproduzieren, haben wir durch den Fortschritt bereits erheblich verkürzen können. Die nächste Stufe in der Entwicklung muss es sein, den Werktätigen auch daran teilhaben zu lassen, nur so lässt sich Freiheit gewinnen.
Kannst du das mal näher erläutern.
Das hört sich nur hochtrabender an, als es in Wirklichkeit eigentlich ist.
Wenn auch ein bisschen gestresst, schreib ich noch ein paar Zeilen dazu (kann mich ja nicht einfach so um die Frage herumdrücken) – aber danach geh ich erstmal was kochen…
Es gibt bestimmt noch viele andere Möglichkeiten sich dem folgenden Thema zu nähern. Darum ist das was ich schreibe auch nur subjektiv. Ich möchte dies auch nicht als der Weisheit letzter Schluss für mich in Anspruch nehmen und euch dafür ausgeben. Aber es kann sich ja jeder seine eigenen Gedanken dazu machen und sich die Welt auf eine andere Art und Weise erklären.
Im Zusammenhang mit den im Text genannten Tieren oder auch den Menschen in vergangenen Zeiten, die mehr oder weniger ihre ganze Existenz tagein tagaus dazu nutzen mussten, um für Futter, einen Schlafplatz, die Aufzucht, Pflege und Erziehung des Nachwuchses zu sorgen (und in diesem Sinne, na ja, unfrei waren in ihrer höheren Entwicklung und Entfaltung; sozusagen in ihrer Natur verhaftet sind), sind wir heute so weit kein Spielball der Natur oder des Schicksals oder was auch immer sein zu müssen, sondern in der Lage in gemeinschaftlicher Produktion, in unserer arbeitsteiligen, hochtechnisierten Gesellschaft in kürzester Zeit alle Dinge die wir zum Leben brauchen herstellen zu können (unser materielles Sein reproduzieren).
Dennoch ist ein Großteil in Deutschland und auf der Welt damit beschäftigt, trotz "ehrlicher Arbeit" - einem Sein, welches ihn voll und ganz in Anspruch nimmt - aber in dem er zugleich einen immensen Wert erschafft, seinen Kopf mehr schlecht als recht über Wasser zu halten.
Es wäre jetzt bestimmt illusorisch, als z.B. Arzt nur noch 3 Stunden am Tag arbeiten zu gehen, mit der Begründung, nun bereits soviel für sich und die Gesellschaft gearbeitet zu haben, wie es der Notwendigkeit entspricht. Was m.E. zwar zutrifft, aber einem effektiv ablaufenden Stationsalltag/ Arbeitsrhythmus zuwiderlaufen würde. Aber unter diesem Gesichtspunkt (der Schaffung ungeheurer Werte in kürzester Zeit) nachzudenken, wie eine andere "Organisation der Arbeit und Freizeitmodelle" aussehen könnten, lohnt dennoch.
Ich bin auch kein Träumer und bin mir bewusst, dass wir in Konkurrenz mit anderen Ländern stehen (nur um eine Schwierigkeit zu nennen) und das sich hieraus Zwänge ergeben, die uns in unser aller Entwicklung und Entfaltung (wie wir es vielleicht gerne hätten) bremsen und einschränken. Aber das ist eben ein Teil der ganzen Misere - dass unsere gesellschaftlichen Produktivkräfte im Grunde fortschrittlicher sind als die Form in der wir uns organisiert haben. Wir könnten also mit vergleichbar geringem Aufwand gegenüber früheren Tagen unsere Bedürfnisse befriedigen, sind aber noch verharrt in alten Zwängen.
Es tut mir Leid, dass ich etwas über die Fragestellung "Konsum" hinausgeschossen bin, aber im Eifer des Gefechts fühlte ich mich verleitet etwas darüber zu schreiben.
Ich wollte doch nur sagen, dass die ideellen Werte und die Denkweise nicht von unserer Lebensweise und Produktionsweise getrennt entstehen.
So denke ich, dass unsere biologische Evolution wohl erstmal weitgehend abgeschlossen ist. Was sich aber schon seit Jahrhunderten vollzieht und noch weiter fortschreiten wird, ist unsere gesellschaftliche Entwicklung. Wie es auch bereits in der Vergangenheit war, von urzeitlichen Gemeinschaften (Horden) angefangen, über die frühen antiken Gesellschaftsformen, zum Feudalismus und der jetzigen.
Manchmal denke ich, wir werden in Zukunft in Gesellschaften leben, die wir uns heute nur schwerlich ausmalen können. In denen auf Grundlage unseres anderen Zusammenlebens und der sich daraus ergebenden Denkweise, wir auch höhere Ziele entwickeln und auch verwirklichen werden können (ich werde das aber wohl nicht mehr erleben). Die uns befähigen durch andere Vorraussetzungen auch zu einer anderen Denkweise, Zielen, Gewichtung von Lebensinhalten etc. zu kommen.
Wie das jetzt in unserer Zeit möglich sein soll, würde mich aber auch brennend interessieren und möchte mich daher surfsmurf und seiner Frage anschließen "Zu klären bleibt dann allerdings noch, wie denn die "neuen Werte" auszusehen hätten" und hinzufügend: wie diese denn verwirklicht und in die Tat umgesetzt werden sollen.
O Gott, ich hoffe, es hört sich nicht zu strange an… :-oopss :-D
Danke tse tse!
Klar lohnt es sich darüber nachzudenken! Nur Überfordern derartige Pläne nicht die Natur des Menschen?
In einem Punkt bin ich nicht ganz deiner Meinung. Letztendlich ist der Mensch in seiner Biologie gefangen wie die Tiere, denn wenn wir volle Kontrolle über Geist und Körper hättenm, wäre Utopia nur ein Plan der vollbracht werden müsste, oder?
Zumindest wir in der westlichen Welt bzw. den reichen Regionen der Erde haben doch eine klare Vorstellung was Fortschritt bedeutet. Damit stellt sich zwangsweise die Frage, ob der in Zukunft stattfinden wird, oder überhaupt noch stattfindet? Das Mittelalter war ja zweifelsohne ein düsteres Zeitalter für Europa indem der "Fortschritt" wohl eher einen Rückschritt bedeutete. Und Fortschritt für uns heutzutage beruht auf Stagnation und Elend in anderen Teilen der Welt. Wer sagt denn, dass die Blühte der Menschheit nicht schon längst vorrüber ist? Ziehmlich pessimistisch, aber nur ein Gedanke!
Für mich stellen sich folgende Fragen: Wollen wir einen Fortschritt auf Kosten anderer? Das findet gerade statt, also eindeutig ja! Wollen wir einen Rückschritt wagen der Fortschritt bedeuten könnte? "Solange es mich nicht betrifft, gerne!", ist leider die mehrheitliche und damit demokratische Meinung. Haben wir überhaupt eine Wahl?
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