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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragensammlung - Bewerbungsgespräch



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wjsl
05.06.2012, 14:36
Das heute lief sehr seltsam ab; dauerte nur etwa zwanzig Minuten, war eher Smalltalk, und im wesentlichen fragten sie, ob ich schon Berufserfahrung in dem Fach hätte. Nein, hatte ich nicht. Mit DA und Forschungsinteresse schienen die es weniger bis gar nicht am Hut zu haben, damit konnte man scheinbar nicht punkten. Was hat man aber sonst vorzuweisen, wenn man frisch von der Uni kommt? Gefühlsmäßig lief es also eher schlecht, trotz der lockeren Atmosphäre; angeblich wollen sie sich in den nächsten Tagen noch ein paar andere Bewerber ansehen, und geben dann Rückmeldung. Also übersetzt wohl eher nichts, die wollten es halt nur nicht direkt sagen; dann waren 100 Euro Fahrtkosten für jetzt dann insgesamt fast 12 Stunden Fahrt wohl umsonst, toll. Hoffentlich laufen die anderen besser; fühl mich gerade ziemlich mies. Normalerweise kriegt man doch sofort eine Rückmeldung, warum wagen die es nicht sofort Klartext zu reden? Naja, man kann wohl nicht erwarten dass das erste gleich gut läuft. Zwar gab es keine fiesen Fragen, alle waren nett, fast zu nett, aber einer der anderen Bewerber hat denke ich sicher mehr Erfahrung als ich. Sie wussten dann auch nicht mehr, was sie mich fragen sollten, nur zwei kurze Fragen am Anfang und ob ich eben schon Erfahrung hätte. Ging es euch auch so? Bin grad total deprimiert und weiß nicht wie ich den Ärger loswerden soll…

Dann überschneidet sich jetzt halt viel; irgendwie kommen die Zusagen nun auf einmal. Aber man kann nicht überall gleichzeitig sein, hoffe also es kommt nicht schlecht an oder vermindert die Chancen, wenn man den ersten vorgeschlagenen Termin nicht zusagen und um Alternativtermine bitten muss. Aber wenn jemand schreibt, ich soll am nächsten Tag bei mehreren Stunden einfacher Fahrzeit um so und so viel Uhr da sein, dann können die ja auch nicht erwarten dass man da sofort Zeit hat, oder?

Muriel
05.06.2012, 14:55
Wieso erwartest Du sofort ad hoc eine Stellenzusage im Moment, in dem Du da sitzt? Da müsste die Klinik schon sehr verzweifelt sein, wenn sie, ohne dass die Teilnehmer des Gespräches sich austauschen und ohne dass andere Bewerber gesehen werden, sofort zusagen. Und wie schon so häufig gesagt: Das, was Du vorzeigen kannst, bist DU, und genau das wollen die sich da ansehen. Einen von Forschungsinteresse kann jeder faseln, es geht um einen Eindruck Deiner selbst.

Feuerblick
05.06.2012, 15:26
Sofortige Stellenzusagen sind eher die Ausnahme. Insbesondere, wenn mehrere Bewerber angeschaut werden sollen. Insofern muss das nun wirklich nichts Negatives ein.
Um alternative Termine zu bitten ist normalerweise kein Problem und macht auch eigentlich keinen schlechten Eindruck - insbesondere wenn du eine weite Anreise hast und die erst mal organisieren musst. Das kann man ruhig in einer Mail oder in einem Telefongespräch als Grund angeben, dass man einen Termin verschieben möchte.

wjsl
05.06.2012, 22:28
Ach so; ich dachte nur es sei ein schlechtes Zeichen, wenn die nicht sofort eine Rückmeldung geben; zumindest bekam ich den Eindruck, wenn ich manche Beiträge hier so gelesen habe.
Naja, werde trotzdem mal abwarten wie die nächsten laufen.
(Wie macht ihr es eigentlich mit Fahrtkostenerstattungen? Kann man, sofern die bei der Einladung nicht explizit erwähnt haben dass sie das nicht leisten können, bei einer Absage eine Rechnung hinschicken? Oder würdet ihr das nicht empfehlen, falls man sich später nochmal dort bewerben will?)

Feuerblick
05.06.2012, 22:34
In der Regel wird von Kliniken die Übernahme von Fahrtkosten in Ausschreibungen gleich ausgeschlossen. :-nix Ansonsten sollte man freundlich nachfragen und nicht einfach die Rechnung schicken.

Miss
05.06.2012, 23:31
Mein erstes Bewerbungsgespräch lief gefühlsmäßig auch furchtbar, ich hätte da wirklich gern angefangen, es hat mich total geärgert, daß ich nicht vorher ein Gespräch hatte, irgendwo, wo ich nicht unbedingt hätte arbeiten wollen. Sie wollten mir bis Mittwoch bescheid sagen (Gespräch war Mo?).
Chef rief DI an und ich hatte die Stelle. So, Gefühl? Betrügt einen. Man nimmt wahrscheinlich oft an, überhaupt keinen guten Eindruck hinterlassen zu haben :-nix
Frage: Was könnten Sie in die Abteilung einbringen? -tja, ich hab tierisch Bock auf die Stelle (anders ausgedrückt), aber letztendlich (ich bin halt einfach ein blutiger Anfänger und hab keine Ahnung von gar nix) kann ich nur, ähm, Mich, ähm, einbringen. oh Gott, peinlich :-blush
Entweder hat das doch irgendwie überzeugt, oder die anderen waren völlige Nullnummern :-)) wer weiß. Egal. Supertolle Anfänger- und Arbeitsstelle gewesen.

wjsl
06.06.2012, 21:55
Das heute lief unerwartet gut; allerdings hat der dann gemeint, dass er frühestens im Herbst überhaupt eine Stelle frei habe, sich aber jetzt schonmal Bewerber ansehe, falls jemand aus seiner Abteilung in ein anderes Haus oder anderes Fach wechselt(was scheinbar gar nicht so selten der Fall ist, zumindest so wie es klang) und damit er weiß, wen er dann für die Hospitation zur näheren Selektion einladen könne. Toll; und dafür mal wieder zehn Stunden Fahrt und hundert Euro Fahrtkosten. Immerhin die Rückmeldung, dass ich zu seinen Topbewerbern zähle; aber aktuell kann ich mir nichts dafür kaufen, es maximal als Übung verbuchen(wobei die das vorher auch sagen hätten können!).
Hoffe, dass das die nächsten Male besser läuft. Die Rückmeldung vom vorherigen Gespräch steht noch aus, gefühlsmäßig wird aber auch das wie bereits gesagt nichts. Egal, nach vorne schauen, nächste Woche gehts weiter...

Chaoskätzchen
06.06.2012, 22:25
Hallo,

gerade Sache mit den Kosten wurde hier im Forum schon hoch und runter diskutiert:
(1) Melde Dich beim Arbeitsamt als arbeitssuchend, dann kannst Du dir dort die Kosten rückerstatten lassen. (Rückwirkend nicht möglich) Auch gibt es dort die Möglichkeit, Kosten für Passbilder, Coaching, Bewerbungsunterlagen, Zertifikate usw. erstattet zu bekommen.
(2) Auch der Arbeitgeber hat eine gewisse Verpflichtung, wenn er dies nicht im Vornherein ausschliesst, Fahrt- und Verpflegungskosten zu übernehme. BGB § 670
(3) Wenn Du weder (1) noch (2) in Anspruch nehmen möchtest, dann heb zumindest alle Unterlagen detailliert auf.. für die Steuererklärung.

THawk
06.06.2012, 22:28
Mein Gott, wjsl, überleg dir halt was du willst: Wenn du dich deutschlandweit bewirbst, fallen eben Fahrtkosten und Fahrzeiten an. So ist das Leben halt. Und nicht jeder Chef dieser Welt wartet nur auf dich.
Natürlich ist eine Zusage toller, aber auch ein guter Eindruck in so einem Gespräch ist doch gut! Hatte ich genau so, 3 Monate später wurde mir eine Stelle angeboten, allerdings war ich zu dem Zeitpunkt schon gut untergekommen.

MissGarfield83
07.06.2012, 07:55
Ausserdem, jedes positiv gelaufene Bewerbungsgespräch hält dir Türen offen, denn es könnte ja sein dass du irgendwann die Stelle wechselst und bei einem anderen Chef einen so guten Eindruck hinterlassen hast dass er dich dann vom Fleck weg nehmen würde. Siehs doch einfach als Investitionen in die Zukunft, besonders wenns ein kleines Fach ist wohin du willst ...

wjsl
07.06.2012, 23:36
Ja, ihr habt schon Recht, die Nerven liegen derzeit nur etwas blank. Da gehen einem tausend Dinge durch den Kopf. Für eine Urlaubsreise würde schnell viel mehr draufgehen, und das investieren manche ja auch einfach so. Mir ist es halt wichtiger nicht an der letzten Provinzklinik anfangen zu müssen(wenn es sich irgendwie vermeiden ließe).

Immerhin wird es jetzt einmal eine Hospitation. Ob das aussichtsreicher ist ist natürlich sehr fraglich; die präsentieren es zwar so als würden sie einen dort allen vorstellen und alles zeigen, aber ich erwarte dass das eher in Richtung Prüfen und Selektion geht. Nur verlieren kann man auch nichts.

MissGarfield83
08.06.2012, 07:21
@wjsl : Du hast echt krude Vorstellungen ... die 2 Hospitationen die ich schon gemacht hab, nach ner Karrieremesse,waren sicher nicht so. Die Chefs waren sehr bemüht ihre Klinik gut darzustellen und haben einem ziemlich viel Honig ums Mäulchen geschmiert ... von Prüfung keine Spur. Werd mal was lockerer ...

DrSkywalker
08.06.2012, 08:45
Ja, ihr habt schon Recht, die Nerven liegen derzeit nur etwas blank. Da gehen einem tausend Dinge durch den Kopf. Für eine Urlaubsreise würde schnell viel mehr draufgehen, und das investieren manche ja auch einfach so. Mir ist es halt wichtiger nicht an der letzten Provinzklinik anfangen zu müssen(wenn es sich irgendwie vermeiden ließe).

Immerhin wird es jetzt einmal eine Hospitation. Ob das aussichtsreicher ist ist natürlich sehr fraglich; die präsentieren es zwar so als würden sie einen dort allen vorstellen und alles zeigen, aber ich erwarte dass das eher in Richtung Prüfen und Selektion geht. Nur verlieren kann man auch nichts.

Wenn ich deine Probleme hier so mitbekomme, frage ich mich, was du tun würdest, wenn du nicht Medizin sondenr Jura oder BWL oder was weiß ich studiert hättest. DIESE Absolventen haben Probleme, einen Job zu finden. DU hast es so einfach, wie es wohl noch nie in den letzten 30 Jahren war, einen Job zu finden.

Es ist sogar schon so einfach, dass man als Berufsanfänger nicht mal zufällig an einer Klinik vorbeilaufen kann, ohne dass 3 Chefärzte die geifernd hinterherlaufen und dich auf ein Kaffee reinbitten möchten. Chill dich mal, geh mal einen Saufen oder verbringe ein wenig Zeit mit dem anderen Geschlecht, es würde dir gut tun!

wjsl
08.06.2012, 15:10
Mit Kerlen ist es wie mit Haustieren; wenn man sich schon um das letzte nicht mehr kümmern konnte, sollte man sich nicht schon wieder ein neues zulegen, insbesondere wenn ein Wechsel der Lebenssituation bevorsteht.

Im Ernst; warum muss hier immer alles Richtung Gürtellinie, ins Persönliche gehen? Von dieser will ich eben auch fachtechnisch weg, so dass es eben nicht immer zwingend so einfach ist wie du es darstellst. Die Erfahrungen an Unikliniken, die ich hier schildere, sind durchaus nicht etwas, das nur mir passieren würde. Problemfrei ging es eigentlich nur bei denen, die an irgendwelchen kleineren Einrichtungen in einem Fach anfangen, wo das Angebot die Nachfrage übersteigt. Für Innere mag das zutreffen, für andere Bereiche weniger.

Chaoskätzchen
08.06.2012, 15:21
Welches Fach möchtest Du denn machen? Und.. muss es die Uniklinik sein? Kleineres Haus heisst ja nicht sofort nur 10 Betten..

wjsl
08.06.2012, 23:09
Werde auch was an Nichtunikliniken was schicken, sofern die kommenden Gespräche alle nicht erfolgreich sein sollten, keine Sorge.

Wollte noch die Fragen reinschreiben, die mir begegneten bisher:
- Warum dieses Fach? Haben Sie darin schon praktische Erfahrungen?
- Wo haben Sie Ihr PJ gemacht?
- Erzählen Sie was von sich (teilweise mehrfach wiederholt)
- Wo sehen Sie sich mit 40? (das fand ich am schwersten zu beantworten)
- Sind Sie verheiratet?
- Es gäbe auch noch dieses und jenes (verwandtes) Fach, warum nicht das?
- Was sind Ihre sonstigen Interessen?
- Wie stellen Sie sich den Ablauf hier vor, was denken Sie erwartet Sie bei uns?
- Haben Sie noch Fragen (auch oft mehrfach wiederholt, scheinbar sehr wichtig)

Bezüglich Fragen zu Studien und Forschung ist mir aufgefallen, dass das selbst an der Uni nicht zwingend so gut ankommt oder ausführlicher kommentiert wird. An einer Einrichtung fast so, als sei das sowieso noch nichts für Assistenten, da diese sich erst einfinden müssen in alle Abläufe. Fragen zum genauen Ablauf der Weiterbildung sind da lieber gesehen, selbst wenn sie auf der Homepage nachzulesen sind, und das ein oder andere Detail scheint dann doch anders zu sein.

Chaoskätzchen
08.06.2012, 23:47
Werde auch was an Nichtunikliniken was schicken, sofern die kommenden Gespräche alle nicht erfolgreich sein sollten, keine Sorge.

Ähm.. ich hab keine Sorge, nur eine harmlose Frage gestellt :-oopss

Thomas24
09.06.2012, 08:47
- Erzählen Sie was von sich (teilweise mehrfach wiederholt)
- Was sind Ihre sonstigen Interessen?
- Haben Sie noch Fragen (auch oft mehrfach wiederholt, scheinbar sehr wichtig)


Nochmal.
Die allerwichtigste Frage, die bei der potentiellen Einstellung gerade von frisch aus der Uni kommenden Anfängern im Raum steht: passt die Bewerberin/ der Bewerber gut ins Team? Wird Sie/ er sich integrieren können? Und etwas nachrangiger: passt er in das soziale Gefüge der Assistentenschaft?



Wollte noch die Fragen reinschreiben, die mir begegneten bisher:
- Warum dieses Fach? Haben Sie darin schon praktische Erfahrungen?
- Wo haben Sie Ihr PJ gemacht?
- Es gäbe auch noch dieses und jenes (verwandtes) Fach, warum nicht das?


Die zweitwichtigste Frage: kann die Bewerberin/ der Bewerber schon ein bischen was aus dem Fach?
Die Antwort wird bei Anfängern routinemässig: Nein! lauten (woher denn auch? Ausser viell. dem bischen an Famulaturen und PJ), aber man fragt trotzdem danach. Und auch, warum Bewerber x sich für die mikrochirurgische Disziplin y und nicht das angrenzende Fach Z interessiert.
Interessant ist, dass es immer wieder Bewerber gibt, die auf diese Frage keine überzeugende oder zumindest gut ausformulierte Begründung zurechtgelegt haben, sondern bei der Frage: "warum ausgerechnet dieses Fach" manchmal ins Stocken kommen. Sieht immer komisch aus.



Bezüglich Fragen zu Studien und Forschung ist mir aufgefallen, dass das selbst an der Uni nicht zwingend so gut ankommt oder ausführlicher kommentiert wird.

Was haben wir dir gesagt?
Siehe Punkt 1 und 2.
Noch viel Erfolg.

miss megamind
09.06.2012, 09:32
Hallo!

Ich habe mich während meines PJs viel mit den Assistenten über Bewerbungsgespräche unterhalten und alle waren sich einig, dass eigentl immer dieselben Dinge abgefragt werden:

Passt der Bewerber ins Team? (Wie Thomas24 schon meinte, ist das wohl die allerwichtigste Top-Nummer1-Frage. Darum die viiielen Fragen zu Persönlichkeitsstruktur/Schwächen/Stärken/Hobbys etc etc)
Hat er Vorerfahrungen? (Nein *g*)
Können wir den Bewerber für die gesamte Weiterbildungszeit an uns binden? (Die meisten Chefs, v.a. an kleinen Häusern, sind wohl auf langfristige Stellenbesetzung aus; Die Frage ist wohl besonders bei Bewerbern interessant, die von weiter weg kommen)

LG!

Feuerblick
09.06.2012, 09:38
Man sollte außerdem nicht vergessen, dass der reine Inhalt der gegebenen Antwort oft gar nicht so wichtig ist. Es geht mehr darum, WIE ein Bewerber auftritt, WIE er mit Fragen umgeht und WIE er im Gespräch rüberkommt. Ich hatte schon Gespräche, in denen keine dieser klassischen Fragen gestellt wurde, weil man eigentlich nur wissen wollte, ob meine Nase auch live und in Farbe ins Team passt. Der letzte Chef, der so ein Smalltalk-Gespräch mit mir geführt hat, war übrigens einer, dessen Personalentscheidungen fast immer Hand und Fuß hatten, während die "akademisch" in großer Runde geführten Gespräche mit den klassischen Fragen die Chefs anscheinend doch mehr verwirrt haben als ihnen zu helfen (zumindest, wenn man sich ansieht, was dann letztlich eingestellt wurde).