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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie "schlecht" können Ärzte sein?



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Evil
20.01.2006, 05:40
Im Notfall braucht man auch keine unterschriebene Einverständniserklärung des Patienten, das kostet unnötig wertvolle Zeit.

mezzomixi
20.01.2006, 08:49
Ich habe vor 3 Wochen einen Weisheitszahn gezogen bekommen und seitdem schmecke und fühle ich nichts mehr mit meiner linken Zungenhälfte. Ich wurde weder vorher noch nachher persönlich vom Arzt über dieses Risiko aufgeklärt. Zwar steht auf diesem Standardbogen dass sowas in "sehr seltenen Fällen" passieren kann und dann auch nur "selten" dauerhaft ist, aber der Arzt weigert sich vehement mir Auskunft zu geben.

Ich werfe ihm ja nichtmal vor, dass er da fahrlässig was kaputt gemacht hat, ich denke aber, dass man als Patient erwarten kann, dass man über die Konsequenzen eines solchen 'Unfalls' aufgeklärt wird.
Ich habe ihn bereits 3mal darauf angesprochen, ob das denn normal sei und wie lange das dauert, bis die Zunge wieder funktioniert. Bei ersten mal kam "Das ist normal." beim 2. mal "Das dauert." und beim 3. "Ich will mich da nicht festlegen" ...

Was sind das denn für Auskünfte? Er selber hat in keinem Wort erwähnt, dass da der Nerv beschädigt ist und dass diese sehr lange brauchen bis sie sich - wenn überhaupt - wieder regenerieren usw.usw.
Das ist für mich ein schlechter Arzt.

Kackbratze
20.01.2006, 09:34
Damit hat dir der Zahnarzt alles gesagt, was man dazu sagen kann.
Das ist leider so.

Nerven haben keine festgelegten Zeiten, ab wann sie wieder funktionieren, ausserdem ist es für einen Zahnarzt n bischen kompliziert, vor der OP den Nerv aufzusuchen, damit er ihn nicht trifft.

Klar ist das Verhalten des Arztes nicht umbedingt das freundlichste, aber er hat alles gesagt, was er zu dem Thema sagen kann.
Wenn er Dir einen Zeitraum genannt hätte (z.B. 4 Wochen) und das Problem dann nochimmer bestehen würde, was würdest du denn dann machen?

mezzomixi
20.01.2006, 12:36
Nein darum geht es mir ja garnicht. Ich weiß ja, dass Nerven lange brauchen sich zu regenerieren und dass man keine genaue Zeit vorhersagen kann und dass die Schädigung durch die Spritze bzw. dadurch entstanden ist, dass der Nerv zu nah an der Zahnwurzel lag usw.

Aber ich weiß das nicht, weil ER mir das gesagt hat, sondern weil ich mich selber informiert habe.

Aus seinem Mund kam nicht ein einziges mal das Wort "Nerv" o.Ä. Wenn ich mich also nicht selbst informiert hätte, stünde ich nun völlig ahnungslos da und wüsste überhaupt nicht was los ist. Das ist das was mich stört.

Ich erwarte keine Prognosen, da ich weiß, dass das unmöglich ist, aber ich erwarte, dass ich vernünftig über die Situation aufgeklärt werde und damit nicht einfach alleine gelassen werde.

Doktor_No
20.01.2006, 13:08
sorry, aber da hast du nun mal unterschrieben, dass du aufgeklärt wurdest, und damit bestätigst du auch, den inhalt der aufklärung gelesen bzw. verstanden zu haben.

mezzomixi
20.01.2006, 13:17
Stop mal. Ich habe unterschrieben, dass mir bewusst ist, dass verschiedene Schäden auftreten können, das ist richtig. Aber auf dem Zettel steht auch nur, dass der Nerv "beschädigt" werden kann. Weiter ausgeführt wird da nichts.

Da eine "Beschädigung" - in welcher Form auch immer - ja nun offensichtlich aufgetreten ist, könnte man mir z.B. die verschiedenen bestehenden Möglichkeiten aufzeigen (gerissen, angerissen, gedehnt...) und mir erklären was genau passiert ist und dass man da aktiv erstmal nichts dran ändern kann. Man könnte sagen, dass es bis zu 6 Monaten dauern kann, bis sich da was tut, dass bei einem Riss eventuell die Möglichkeit besteht den Nerv wieder zusammenzunähen usw.

Mit der Auskunft "Das ist normal, das kann dauern" Ist mir als Patient absolut nicht geholfen. Und normal ist eine Beschädigung von Nerven schonmal garnicht.

Ich sitze seit 3 Wochen mit kaputter Zunge und Kieferklemme da. Auch zu der Kieferklemme wurde mir, obwohl ich direkt danach gefragt habe, nichts erklärt.

Nur weil ich einen Zettel unterschrieben habe auf dem steht, dass ich die Risiken kenne, heißt das doch noch lange nicht, dass es keine Nachsorge geben muss, keine Aufklärung und keine Erklärungen zur Sachlage.

eatpigsbarf
20.01.2006, 13:54
Nein, normal ist eine Beschaedigung eines Nervens nicht, aber leider ein OP-Risiko. Dass in dem Bogen (den Du unterschrieben hast) steht, dass der Nerv beschaedigt werden kann, riecht aber normalerweise aus. Was soll man denn da noch ausfuehren? Da kaeme man ja bei jeder Aufklaerung vom 100. ins 1000. Schliesslich kann ich nicht bei einer mgl. postoperativen Thrombose beispielsweise erklaeren, dass man da als Pat. moeglicherweise nicht mehr atmen kann und husten muss, wenn es sich denn als Embolus in die Lunge bewegt. Sorry, aber man ist auch ein muendiger Patient und es liegt auch mit an einem selber, nachzufragen, in welcher Art sich denn die Schaedigungen, ueber die einen der Arzt aufklaert, niederschlagen koennen. Das ist ja mit einer der Gruende, warum ein Aufklaerungsgespraech ueberhaupt stattfindet und sich der Arzt da mit einem hinsetzt: der Patient MUSS Fragen aeussern koennen und ueber den OP-Verlauf informiert werden.
Wie gesagt, du hast selber einen Zettel unterschrieben, dass Nerven beschaedigt werden koennen. Und was stellst Du Dir genau vor, wenn Du unterchreibst, dass Nerven verletzt werden koennen?
Klar, das ist extrem unangenehm, ich versteh Dich da 100%ig! Und dass man vom Arzt so "abgespeist" wird, ist genauso bloed. Aber das Problem ist, man kann bei solchen Nervenverletzungen nunmal nicht definitiv sagen, wann das wieder weggeht. Da bringen Dir dann Aussagen wie "in 3 Tagen/Wochen/Monaten/Jahren" nichts, denn wie vorher ja auch schon von jemand anderem gesagt: was willst Du tun, wenn es in der angedeuteten Zeit (die dann vom Patienten ach als "versprochene" Zeit umgedeutet wird) nicht besser wird? Dann waere ja der Arzt in jedem Fall ein Luegner und komplett ahnungslos- egal ob Heilungszeit laenger oder kuerzer.
Ausserdem kann man Nerven nicht einfach mal eben wieder zusammennaehen. Grad nicht, wenn es sich um kleine und/oder oberflaechliche Hautnerven handelt. Dadurch heilen die auch nicht schneller oder besser. Insofern kann Dir Dein Arzt da wohl vllt. wirklich keine besser Auskunft geben. Ueber die Kieferklemme allerdings hoffentlich schon...!
Viel Glueck beim Heilen deiner Zunge!

mezzomixi
20.01.2006, 14:15
"Sorry, aber man ist auch ein muendiger Patient und es liegt auch mit an einem selber, nachzufragen, in welcher Art sich denn die Schaedigungen, ueber die einen der Arzt aufklaert, niederschlagen koennen. Das ist ja mit einer der Gruende, warum ein Aufklaerungsgespraech ueberhaupt stattfindet und sich der Arzt da mit einem hinsetzt: der Patient MUSS Fragen aeussern koennen und ueber den OP-Verlauf informiert werden."

Genau das ist es ja was ich kritisiere.

Es fand weder ein Aufklärungsgespräch in irgendeiner Art statt (ich wurde nichtmal gefragt, ob ich den Zettel gelesen/unterschrieben habe) noch wurde mir auf direktes Nachfragen irgendeine Auskunft erteilt.

Der Zettel wurde mir von der Sprechstundenhilfe in die Hand gedrückt, ich hab ihn gelesen und unterschrieben und dann erst hab ich den Arzt getroffen. Der hat mir die Hand gegeben, gemeint "Das ist in 5 Minuten erledigt, hören Sie ruhig Musik, ich rede während der OP eh nicht" und losgelegt. Als er fertig war gab er mir wieder die Hand und sagte "Wir sehen uns morgen". Weg war er. Als ich am nächsten Tag zur Nachsorge kam, war ich insgesamt vielleicht eine Minute lang im Behandlungszimmer, OBWOHL ich ausdrücklich nach meiner Zunge und der Kieferklemme gefragt habe. Die einzige Antwort war "Das ist normal, das geht wieder weg". Ich weiß bis heute nicht, woher diese Kieferklemme kommt. Vielleicht könnt ihr verstehen, dass ich mir ein wenig abgespeist vorkomme.

eatpigsbarf
20.01.2006, 15:11
Gut, dass ist natuerlich absolut nicht rechtmaessig, wenn nichtmal ein aerztliches Behandlungsgespraech stattgefunden hat. Eingriffsaufklaerungen duerfen nur die Aerzte machen (und zwar mind. 24h vor dem geplanten Eingriff). Denn wie sollen sonst Fragen des Patienten geklaert werden?!
Da wuerde ich mich definitiv auch beschweren und nicht einfach nur "abfertigen" lassen. :-meinung

Doktor_No
20.01.2006, 15:12
scheint so als ob du da bei einem idioten gelandet bist... aufklärung muss der arzt machen, ist rechtlich vorgeschrieben, ist juristisch sonst unhaltbar. allerdings weiss ich nicht, ob niedergelassene zahnärzte das auch verpflichtend machen müssen (sind ja auch keine richtigen ärzte :-D )?!

Moorhühnchen
20.01.2006, 15:32
Hi Ziska!

Ich halt mich aus der Aufkärungsdiskussion jetzt mal generell raus...
Zum Thema taube "geschmacklose" Zunge kann ich aber folgendes sagen:
Hab im Juni 2001 (also noch vor Studienbeginn) auch alle 4 Weisheitszähne rausbekommen und hatte das selbe Problem wie Du... so'n komisches Kribbeln auf der linken Zungenhälfte, kein Geschmack - auch mein Zahnarzt meinte damals als erstes:
"Das kann gar nicht sein..." und als nächstes:
"Das geht schon wieder weg"
Glücklicherweise hatte er Recht und es ging nach ein paar Monaten wirklich wieder weg!! :-top

Naja, hab in Ana beim Thema Zähne dann mal den Ghebremedhin (studiere auch in FFM) gefragt und der meinte, es sei ganz und gar unmöglich, daß dies beim Zähne ziehen zustande gekommen sei - aufgrund der anatomischen Verhältnisse - er hat es ziemlich detailliert erklärt und eigentlich klang es auch einleuchtend... :-blush
Trotzdem war es da und es MUSS mit dem Ziehen in Zusammenhang gestanden haben!!! Will damit sagen, daß der Zahnarzt nicht über Dinge aufklären KANN, die anatomisch (angeblich?) eigentlich nicht möglich sind, trotzdem aber MEHRERE Patienten über das selbe Phänomen klagen... :-)

Ich war ja nach der Sache auch nicht gut auf ihn zu sprechen und hab den Arzt gewechselt, aber nach dem Ana-Kurs konnte ich seine Situation nachvollziehen... :peace:

Wäre aber gespannt, was DEIN Ana-Dozent zu Dir sagt, sprich ihn doch mal auf dieses Problem an! :-keks

mezzomixi
20.01.2006, 17:46
Soso.. anatomisch nicht möglich :-top Da freu ich mich doch gleich noch viel mehr haha

Momentan ist ja leider kein Anatomie.. Und bis zum Sommer ist das hoffentlich wieder alles in Ordnung, aber ansonsten werde ich auf jeden Fall fragen

Miss
21.01.2006, 14:29
Das ist ja dann wirklich mal nicht so gut bei Dir gelaufen mit den Weisheitszähnen...die Aufklärung müßte schon persönlich laufen und außerdem kann man sich zu Beschwerden des Patienten auch ruhig mal adäquat äußern (auch wenn "so etwas" bei dieser OP auftreten kann, wenn auch nur selten, aber wenn man nun mal selbst betroffen ist, nützt einem das selten auch nüscht mehr). Bei meiner Weisheitszahn-OP vor ca. anderthalb Jahren wurde ich sehr gut aufgeklärt, auch wenn ich sagte, daß ich über die anatomischen Begebenheiten gut bescheid weiß, weil ich selbst studiere, mein ZA hat sogar noch ein Kiefer-CT anfertigen lassen, weil mein Kiefer ziemlich eng konstruiert ist -und er weder in meinen Sinus vordringen wollte, noch einen Nerven schädigen.
Ist alles super gelaufen, keine Zwischenfälle, kaum Schmerzen, kaum Schwellung...habe ich sowohl meinem ZA, dem Glück allgemein und etwas mir zu verdanken. Aber wenn nicht, hätte man auch niemanden generell die Schuld geben können.

Aber die Aufklärung (soweit ich das aus dem Krankenhaus kenne) wird aber auch immer mit ganz unterschiedlicher Sorgfalt durchgeführt. Einige kommen ins Zimmer, das, das und das soll gemacht werden....das, das und das kann passieren, aber das wissen Sie wahrscheinlich, dann müssen Sie noch hier unterschreiben...ich muß jetzt auch los.

Tja, da kann man als selbstbewußter Patient (am besten noch gut informiert) natürlich intervenieren und sein Recht einfordern nach umfassender und guter Aufklärung bzw. Fragen stellen, aber das kann halt nicht jeder...manch einer ist vielleicht nicht ganz so selbstbewußt, evtl. noch durch die Situation irritiert oder einfach verängstigt, weil das einfach eine bedrohliche Situation ist (mehr oder minder, für den Patienten aber u.U. subjektiv noch als viel schlimmer wahrgenommen).

Dazu kommt, daß sich manche Leute einfach auch gar nicht (mehr) so gut artikulieren können...vielleicht können Sie es generell nicht (ist ja nicht jeder im KH studiert...und gerade die fordernden Patienten sind ja oft gar nicht so beliebt, weil "anstrengender"), oder sie sind der Sprache gar nicht so mächtig, sind alt (vielleicht noch ein bißchen verwirrter oder absolut schwerhörig -hat auch gedauert, bis ich dem Pflegepersonal klar machen konnte, daß mein Großvater nicht verkalkt ist, sondern nur absolut schwerhörig ist und auf dem einen Ohr sogar ganz taub...wie soll man da auf Ansprache reagieren?!)

Es gibt bestimmt viele Ärzte, die auf die jeweilige Problematik achten und darauf eingehen und sich dann mal zehn Minuten oder so Zeit nehmen, am besten noch mit ner kleinen! anschaulichen Krankheit (mehr ist es meist ja nicht und oft auch drin -dann hat der Patient wirklich das Gefühl zu wissen, was passieren wird) aber manche tuns einfach nicht, und die Negativbeispiele werden dann halt gern angeführt.

Ist bei mir ja auch so, daß ich von anderen Bereichen, z.B. technischen, nicht so viel Ahnung habe, da würde ich das nach 5 min auch nicht voll und ganz begreifen, aber könnte idealerweise schon verstehen, was ungefähr passieren würde.

Und Aufgabe des Arztes ist halt auch, das Wissensniveau des Patienten zu erfassen und "angemessen" aufzuklären.